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Nach erneuter Besetzung: Zürcher Baudirektion verlangt Räumung des Binz-Areals



Die Besetzer des Zürcher Binz-Areals sollen die am Freitagabend in Beschlag genommene Brache im Südwesten der Stadt unverzüglich räumen. Dies verlangt der Eigentümer des Areals, der Kanton Zürich.

«Der Kanton duldet die Besetzung nicht», sagte Markus Pfanner, Sprecher der Baudirektion, am Samstag der Nachrichtenagentur sda. Die Baudirektion habe deshalb Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht. Pfanner bestätigte eine Meldung von Radio 24.

Zudem erwartet die Baudirektion, dass die Polizei die Personalien der Aktivisten aufnimmt. Es dürfe nicht sein, dass die Rechnung für eine Räumung des Areals - wie bei der letzten Räumung des Areals vor zwei Jahren - wieder der Steuerzahler übernehmen müsse, betonte Pfanner.

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Video: watson.ch

Ein «grosses Fest»

Am Freitagabend hatten ungefähr 100 Personen das leerstehende Industrieareal in Beschlag genommen, um dort ein dreitägiges «grosses Fest» zu feiern, wie sie in einer Mitteilung schrieben. Zuvor war es zu Scharmützeln mit der Polizei gekommen.

Die Stimmung auf dem Areal stufte die Polizei am späten Freitagabend als friedlich ein. Sechs Personen wurden nach der Kontrolle im Umfeld des Areals für weitere Abklärungen auf die Polizeiwache gebracht. Ob die Besetzer den Ort freiwillig verlassen, ist ungewiss. Sie wollten auf Anfrage keine Stellung nehmen.

Am Freitagabend kontrollierte die Polizei beim Binz-Areal insgesamt sechs Personen und nahm diese für weitere Abklärungen auf die Wache mit. Zwei dieser Personen übergab die Polizei der Staatsanwaltschaft. Ihnen wird «Gewalt und Drohung gegen Beamte» vorgeworfen.

Gegen die anderen vier wurde wegen «Nichtbefolgen einer polizeilichen Anordnung» rapportiert. Sie konnten die Wache nach der Befragung wieder verlassen.

Die Stadtpolizei will die Lage «weiterhin genau beobachten und regelmässig Lagebeurteilungen durchführen», wie es in der Mitteilung hiess. Ebenso richte sie ihr Handeln nach dem Grundsatz der Verhältnismässigkeit. Ob die Besetzer ihr Wochenendfest abbrechen und den Ort freiwillig verlassen, ist ungewiss. Sie wollten auf Anfrage keine Stellung nehmen.

Langjährige Besetzung

Das Binz-Areal war schon einmal - von Mai 2006 bis Mai 2013 - besetzt gewesen. In die Negativschlagzeilen waren die Besetzer Anfang März 2013 geraten. Bei einem Demonstrationszug vom Binz-Areal zum Helvetiaplatz kam es damals zu Ausschreitungen mit mehreren hunderttausend Franken Sachschaden. Ende Mai 2013 verliessen die Aktivisten das Gelände, nachdem ihnen ein Ultimatum zur Räumung gestellt worden war.

Das Grundstück wird der Basler Stiftung Abendrot im Baurecht für ein Wohnbauprojekt zur Verfügung gestellt. Entstehen sollen 180 Studios für das Personal des Universitätsspitals, 150 Studios für studentisches Wohnen sowie Ateliers und günstige Gästezimmer für Kurzaufenthalter. Laut Pfanner wurde der Baurechtsvertrag bereits unterschrieben, er ist derzeit aber noch nicht rechtskräftig. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Cheesus 18.07.2015 16:33
    Highlight Highlight Man stellte den Besetzern vor zwei Jahren ein Ultimatum. Was geschah seither mit dem Areal? Nichts. Damit spielt man den Besetzern direkt in die Hände. Selbst schuld...
  • stadtzuercher 18.07.2015 14:18
    Highlight Highlight Das teuerste am Binz-Areal für uns Steuerzahler ist die Sanierung der Altlasten, die der private Farbenfabrikant hinterlassen hat.

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