Schweiz
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Fussball-Cupfinal in Zürich: Droht am Sonntag die Eskalation?

Angehoerige einer Sicherheitsfirma verhandeln mit vermummten FCZ Fans, die am Mittwoch, 25. Mai 2016, nach dem Super League Fussballspiel zwischen dem FC Zuerich und dem FC Vaduz im Letzigrund Stadion in Zuerich die Katakomben des Fussballvereins gestuermt haben, nachdem bekannt geworden ist, dass der FCZ zum ersten Mal seit 1988 aus der Super League in die Challenge League absteigen muss. (KEYSTONE/Video Grab)

Katakombensturm nach dem «Abstiegsspiel» am Mittwochabend: Droht am Sonntag ein ähnliches Szenario? Bild: KEYSTONE VIDEO



Vor dem Fussball-Cupfinal am Sonntag herrscht in Zürich in Sicherheitsbereichen eine gespannte Atmosphäre. Polizei, Stadionbetreiber und der Schweizerische Fussballverband SFV, der am Sonntag für die Sicherheit im Letzigrund verantwortlich ist, wappnen sich für eine eventuelle Eskalation im letzten wichtigen Spiel der Saison.

Marco Cortesi, Mediensprecher der Stadtpolizei Zürich, bezeichnet die Lage als «ziemlich explosiv.» Die Stapo ist mit einem Grossaufgebot vor Ort, unterstützt wird sie dabei von der Kantonspolizei.

FCZ gegen Lugano ist zwar kein traditionelles Risikospiel. Im aktuellen Kontext aber birgt die Affiche ein Spannungspotenzial. Das hat mehrere Gründe: Mit den Stadtzürchern und den Tessinern treffen die beiden direkten Widersacher aus dem Abstiegskampf aufeinander. Zudem kam es bei der letzten Begegnung, als der FCZ 0:4 unterging, nach dem Spiel zu Angriffen von FCZ-Anhängern auf Tifosi. Zwei junge Fans des FC Lugano mussten mit leichten Verletzungen ins Spital.

«Die Konstellation birgt Brisanz», ergänzt Judith Hödl von der Stapo Zürich auf Anfrage. Die Entscheidung, die Begegnung als Hochrisikospiel einzustufen, fiel allerdings bereits vor einigen Wochen. Nicht zuletzt aufgrund der Erfahrungen in der Vergangenheit, als die Cupfinals in Bern stattfanden und es zu Ausschreitungen gekommen war, wie Hödl erklärt.

Die Krawalle nach dem Schicksalsspiel am Mittwoch haben ebenfalls ihren Teil zur gespannten Lage beigetragen. Nach dem Abpfiff versuchten FCZ-Anhänger die Kabine der eigenen Mannschaft zu stürmen, ein Steward wurde dabei verletzt. Nahe der Sihlpost kam es zu Auseinandersetzungen zwischen FCZ-Fans und Polizisten. 

Peter Landolt, Stadionmanager des Letzigrunds, konnte die Fans in den Katakomben des Stadions schliesslich beruhigen. Im «Tages-Anzeiger» sagt er, es habe ihn selber überrascht, dass die Fans ihm folgten. Im Hinblick auf den Cupfinal warnt Landolt davor, dass «gewaltbereite Anhänger von anderen Schweizer Vereinen» und aus dem nahen Ausland ihre Aufwartung machen könnten. Aus FCZ-Fankreisen ist nicht viel in Erfahrung zu bringen. Gerüchteweise solidarisieren sich andere Tessiner Klubs mit dem FC Lugano und reisen zur Unterstützung nach Zürich.

Ob die Polizei am Sonntag im Stadion selber präsent sein wird, wie Landolt mutmasste, will Sprecherin Hödl nicht sagen. Sie warnt aber vor einer «Panikmache»: «Momentan geistern viele ungesicherte Informationen rum, wir schauen uns das an und nehmen es ernst. Bis zum Sonntag herrscht bei uns eine rollende Planung.» 

Keine FCB-Fans an der Europaallee

Ausdruck dieser Panikmache ist ein Schreiben, das diese Woche unter Geschäftsmietern an der Europaallee kursierte. Darin warnt die Immobilienabteilung der SBB, die die Räumlichkeiten vermietet, vor einer «Gruppe von FCB-Fans», die den Abstieg des FCZ «feiern» wollen. Nach Möglichkeit sollten sich die Mieter auf ein solches Szenario vorbereiten. 

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Am Donnerstag Nachmittag, zum angekündigten Zeitpunkt, war dann an der Lagerstrasse nicht viel von «feiernden» FCB-Fans zu sehen. Einzelne Geschäfte leisteten zwar der Aufforderung Folge und trugen Stühle und Tische nach drinnen. Der angekündigte Fanaufmarsch blieb aber aus.

Die SBB erklären das Vorgehen mittels internem Rundschreiben als Vorsichtsmassnahme, gerade auch hinsichtlich vergangener Ereignisse, als die Geschäfte an der Lagerstrasse in den Fokus von gewaltbereiten Linksautonomen gerieten: «Die Mieter an der Europaallee sind gebrannte Kinder, einem Teil schlottern vor der rohen Zerstörungswut verständlicherweise die Knie», sagt SBB-Mediensprecher Daniele Pallecchi. Die Warnung, auch wenn sie sich im diesem Fall als gegenstandslos erwiesen hatte, trage dem Informationsbedürfnis der Mieter Rechnung und trüge letztlich zur Sicherheit auch der Kundschaft bei. «Die Mieter begrüssen es sehr, dass sie vom Vermieter über derartige Hinweise in Kenntnis gesetzt werden», so Pallecchi. (wst)

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    Alle Leser-Kommentare
  • LaPaillade #BringBackHansi 28.05.2016 12:34
    Highlight Highlight Fussballfans sind anscheinend schlimmer als Linksautonome, Neonazis und Salafisten zusammen.

    Sorry Watson, aber solche Sachen erwarte ich vielleicht von Blick und Konsorte, nicht aber von euch.
  • Thomas_v_Meier 28.05.2016 06:58
    Highlight Highlight Die Medien geilen sich wieder mal an möglichen Ausschreitungen auf und erwarten sie richtig gehend.
    Gibt tolle Bilder, harte Worte und noch mehr Klicks und Kommentare. Kann man Tagelang köcheln.
    Muss ja wie Weihnachten für euch Medien sein...

    Wenn ich all den Berichte glauben sollte wird Zürich in Schutt und Asche gelegt. Von überall her kommen Hooligans um dies umzusetzen.....

    Als Basler weiss ich nicht genau ob ich lachen oder weinen soll? Was ich definitiv tue ich Fremdschäme mich ab all den Panischen Berichte....
  • falang 28.05.2016 04:07
    Highlight Highlight fussball fans haben sich wieder zum thema #1 in den medien avanciert! da bleibt natürlich kein platz mehr für die wirklich wichtigen themen dieser welt!! also ich verstehe das vollkommen, so gut gemacht medien, dafür gibts jetzt ein leckerli...
  • --Sevi-- 28.05.2016 02:55
    Highlight Highlight Eigentlich bräuchten wir nur so Wetter wie heute am Sonntag, dann würde sich das Ganze auch auflösen ^^
  • Bau Mol Ain 28.05.2016 00:48
    Highlight Highlight Das mit dem Marsch ist erst Morgen vor dem Spiel, und der Pyro LKW ist auch schon Unterwegs. Startet die Luftwaffe. Mist, ist ja Wochenende.
  • c-real1896 28.05.2016 00:32
    Highlight Highlight Ahja, im mittelmeer ertrinken menschen...wollt ihr nicht lieber da was tun, statt dieser ständigen panikmache?
  • c-real1896 28.05.2016 00:27
    Highlight Highlight Genau und kim jong un greift die schweiz mit einer schwadron teletubbies an...
  • Safag83 27.05.2016 22:51
    Highlight Highlight Lasst uns doch für diesen Abend, ein Schnellsondergesetz erlassen, um das schnelle, effiziente Einpacken von Deliquenten zu ermöglichen...wenn sie schon mal auf einem Haufen sind! 😉😂
  • Der Bademeister 27.05.2016 21:56
    Highlight Highlight Das Risiko ist zu gross.Als nicht Fussballfan, welcher aber den Polizeieinsatz bezahlen muss, fordere dass das Spiel abgesagt wird.Das wird kein Fussballfest!Das wäre ein Zeichen
    • falang 28.05.2016 04:03
      Highlight Highlight leute wie dich mal mit an ein spiel mitzunehem, um zu zeigen dass dies alles medialer hetz-quatsch ist! dann sehen wie du merkst, dass es gar kein zu grosses risiko ist, DAS wäre mal ein zeichen!
    • sapperlord 28.05.2016 08:06
      Highlight Highlight Ein falsches Zeichen, ja.
    • The Firefighter 28.05.2016 19:58
      Highlight Highlight @falang
      Medialer Hetz-Quatsch? Jaja, man kann es auch schön reden. Mein letzter Match war GC-FCB vor einigen Jahren. Und es ist und bleibt mein letzter Match. Von wegen medialem Hetz-Quatsch. Wenn man nicht mehr ruhigen Gewissens durch die Strassen laufen kann, ist definitiv etwas falsch.
    Weitere Antworten anzeigen
  • karl_e 27.05.2016 20:47
    Highlight Highlight Da werden die elenden Linksautonomen ganz gewiss wie üblich die Sau rauslassen und massiven Landschaden anrichten. Die Reitschüler aus Bern werden die Zürcher dabei nach Kräften unterstützen.

    Scherz beiseite: wer bezahlt die Sause? Der FCZ wohl kaum. Was schlagen unsere Law-and-Order Politiker vor?
    • Sapere Aude 28.05.2016 02:11
      Highlight Highlight Hui jetzt haben die Linksautonomen sogar die Ultras unterwandert :O Praktisch wenn die Reitschule jetzt für alles den Kopf hinhalten darf.
    • karl_e 28.05.2016 12:01
      Highlight Highlight Liebe Blitzer,
      Vielleicht haben einige von euch die Ironie nicht begriffen. Naja, mein Fehler: bei Deutschschweizern sollte man damit vorsichtig umgehen, genau so wie bei Kleinkindern. Sorry, Leute!
    • Sapere Aude 28.05.2016 12:24
      Highlight Highlight Nein, es war lediglich spät am Abend und ich hab den "Scherz beiseite" überlesen. Mea culpa.
  • MaskedGaijin 27.05.2016 20:36
    Highlight Highlight der freund eines freundes meiner cousine hat gerüchte gehört das daech anwesend sein soll. ausserdem gibts auch noch eine hogesa demo.
  • The Firefighter 27.05.2016 20:34
    Highlight Highlight Die Antwort lautet ja.
  • florian_berg 27.05.2016 20:09
    Highlight Highlight Danke für all diese Infos, eine habt ihr jedoch noch vergessen, laut Ueli aus Uri munkelt man, dass Fussballfans die dem FC Winterthur nahe stehen, sich das Spiel auch irgendwo in der Innenstadt anschauen werden. ps: Ihr habt vergessen zu kennzeichnen, dass ihr den Artikel vom Blick übernommen habt
  • Fendant Rüpel 27.05.2016 19:31
    Highlight Highlight "Gerüchteweise solidarisieren sich andere Tessiner Klubs mit dem FC Lugano und reisen zur Unterstützung nach Zürich"

    So ein Quatsch, Lugano hat eine Fan- Freundschaft mit Milano (AC Milan) und den Genfern (section Grenat), aus dem Tessin ist keinerlei Unterstützung aufgrund der (früheren) Rivalität zu erwarten.
    Hoffe ausnahmsweise auf einen Sieg des FCZ, denn europäisch wird Lugano die Schweiz wichtige Uefa-Koeffizientpunkte kosten.
    • Luca Brasi 27.05.2016 20:47
      Highlight Highlight Und der FCZ nicht? Naja...
    • DaR 27.05.2016 21:23
      Highlight Highlight Hör auf mit den Mailand Märchen. Da war nix und wird auch nie was sein. Weiss nicht wer diese Unwahrheiten seit Jahren verbreitet. SG Genf stimmt, Rest Erfindungen.
      Was ist mit FCZ und KSC?
    • hoi123 27.05.2016 21:56
      Highlight Highlight Fcz mit Stuttgart Kickers
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Weshalb Hunderte Zürcher Schüler und Schülerinnen streikten

Nach dem Vorbild von Australien und dem Aufruf von Greta Thunberg haben am Freitag 400 bis 500 Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Kantonsschulen von Zürich den ersten Schweizer Klimastreik durchgeführt.

Unter anderem fordern die Schülerinnen und Schüler vom Kanton Zürich, nach dem Vorbild von London, einen «Climate Emergency», einen Klimanotstand also, auszurufen.

Die Streikenden versammelten sich vor dem Zürcher Stadthaus, wo sie diese Forderung bei einem Vertreter der Stadt Zürich …

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