Schweiz
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Immer mehr Flüchtlingsfrauen werden in Zürich zur Prostitution gezwungen

15.05.18, 02:13

Die Zürcher Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration (FIZ) hat im vergangenen Jahr 228 Fälle in ihrer Interventionsstelle für Betroffene von Frauenhandel (Makasi) betreut.

Dabei fällt auf, dass sich innerhalb von einem Jahr der Anteil von Opfern aus dem Asylbereich verdreifacht hat. Deren Anteil stieg von zehn auf 34 Prozent. Dies geht aus dem am Montag publizierten Jahresbericht 2017 der FIZ hervor.

Dieser deutliche Anstieg bei Fällen aus dem Asylbereich beeinflusst auch das Gesamtbild punkto Herkunft. Seit 2008 war Ungarn Spitzenreiter bei den Herkunftsländern. 2016 mehrten sich erstmals die Fälle aus Nigeria, und 2017 steht das afrikanische Land mit 15 Prozent der neuen Fälle gleichauf mit Ungarn.

Zehn Minderjährige

Fast alle Betroffenen aus Nigeria sind aus dem Asylbereich. Gemäss Jahresbericht geraten die meisten Frauen bereits auf der Flucht in Ausbeutungsverhältnisse. «Einmal hier im Asylbereich angekommen, erfahren sie nicht den Schutz, den sie brauchen», heisst es in der Meldung.

Von den 228 Frauenhandel-Fällen waren 111 neue Fälle und 117 weiterlaufende aus den Vorjahren. Über ein Drittel der neuen Fälle betrifft Asylsuchende. In zehn der neuen Fälle sind Minderjährige involviert.

Zürcher Fachstelle Frauenhandel und Frauenmigration

Die FIZ setzt sich nach eigenen Angaben für den Schutz und die Rechte von Migrantinnen ein, die von Gewalt und Ausbeutung betroffen sind. Sie weist auf Missstände hin und fordert Verbesserungen für Opfer von Frauenhandel und andere gewaltbetroffene Migrantinnen. Zu diesem Zweck führt sie zwei Beratungsstellen: die Beratungsstelle für Migrantinnen und die spezialisierte Interventionsstelle Makasi für Betroffene von Frauenhandel.

Im Jahr 2017 hat das Team der Beratungsstelle 299 Migrantinnen beraten (Vorjahr 324). Rund ein Viertel waren Sexarbeiterinnen. Makasi hat 228 Fälle (Vorjahr 233) betreut.Per Ende 2 017 teilten sich insgesamt 25 Mitarbeiterinnen rund 1740 Stellenprozente. 50 Begleiterinnen und Übersetzerinnen haben die FIZ im vergangenen Jahr unterstützt.

(sar)

Flüchtlingsfrauen auf italienischem Strich ausgebeutet

Video: srf

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Brikne, 20.7.2017
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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Graustufe Rot 15.05.2018 13:51
    Highlight Die Täterinnen anklagen, verurteilen und dann ausschaffen. Die Opfer schützen, indem man ihnen hier oder anderswo einen Neustart ermöglicht.
    3 0 Melden
  • Zuagroasta 15.05.2018 08:41
    Highlight Ich bin ehrlich erstaunt. Normalerweise brennt, wenn es rund um die Thematik Flüchtlinge geht, hier im Forum eine heisse Diskussion.
    Bei diesem Artikel. Zero, nada, nichts.

    Die Opfer sind ja bloss Flüchtlinge.
    "Egal."
    Und Frauen.
    "Wen interessiert es."
    Und Kinder.
    "Sind ja nicht meine."

    Diese Art von Empathielosigkeit und Zynismus sind hart an der Grenze, bzw. darüber hinaus, des Verständlichen.

    Aber geht es um unser Geld, um ein Stück des sozialen Kuchen, dann wird geschrieben und geschrien.

    Noch ein Satz zum Artikel.
    Die Ausnutzung der Notsituation zum reinen Vergnügen stinkt.


    19 15 Melden
    • Graustufe Rot 15.05.2018 13:49
      Highlight Eigentlich sollte man die Täter/Innen überführen. So wäre den Frauen am Besten geholfen. Als Asylantinnen sollten sie dann aber bei uns ein menschenwürdiges Leben führen können. Das geht leider nicht, wenn man den vorläufig Aufgenommenen das bisschen Geld streitig macht. Der Nährboden für diese ganze Sch..sse ist die Armut, im Herkunftsland und hier in der Schweiz. Das diese von der CH-Politik gewollte Armut zu Menschenhandel, Prostitution und Clankriminalität führt, weiss man schon lange, will es aber nicht wissen. Schöne Zukunftsaussichten, was unsere innere Sicherheit betrifft!
      6 0 Melden
    • Zuagroasta 16.05.2018 01:20
      Highlight Davon gleich auf Innere Sicherheit schliessen, find ich eine Touch zu weit hergeholt. Hier geht es ja nur um ein paar Hunderte, nicht Tausend oder mehr.
      Gehe aber mit dir d'accord, dass Armut das grosse Grundthema ist. Egal wo. Leider sehen das zu wenige als wichtig an und wollen auch wirklich dagegen etwas tun. Da ist man leider zu bequem, sich darüber Gedanken zu machen bzw. es ist weitaus einfacher gegen Andere Stimmung zu machen.
      Betrübend.
      1 0 Melden

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