Schweiz

Archivbild: Das Logistikzentrum Hagenholz im Jahr 2012.
Bild: KEYSTONE

Zürcher Beamte vertuschten Mehrkosten beim Bau des Logistikzentrums Hagenholz

18.12.15, 06:21 18.12.15, 07:30

«Jetzt müemer d Hose abelaa und alles zeige», sagte gestern Stadtrat und Tiefbau-Vorsteher Filippo Leutenegger laut «Tages-Anzeiger» an einer kurzfristig einberufenen Medienorientierung.

Das Thema: «Versäumnisse» im Kehrichtheizkraftwerk Hagenholz in den Jahren 2008 bis 2014, die so gravierend seien, dass Leutenegger eine Administrativuntersuchung angeordnet habe, heisst es weiter.

So hatte die Finanzkontrolle bei der Untersuchung der Abteilung Bau- und Gebäudemanagement von Entsorgung und Recycling Zürich (ERZ) festgestellt, dass in diesen Jahren nicht ordnungsgemäss Buch geführt worden sei, insbesondere im Zusammenhang mit der Projektierung und dem Bau des Logistikzentrums für das Kehrichtheizkraftwerk.

Die Verantwortlichen sind heute pensioniert

«Viele Verträge, Offerten und Rapporte waren unauffindbar; eine zentrale Übersicht über die bestehenden Verträge fehlt; Bestellungen und Rechnungen wurden gesplittet, sodass Leute über Vergaben entschieden, die dafür keine Kompetenz hatten», schreibt der TA.

Direkt verantwortlich für die Buchführung beim Logistikzentrum seien der Projektleiter, der Projektkontrolleur und der Geschäftsbereichsleiter gewesen. Alle drei Männer seien heute ordentlich pensioniert. Es gebe aber keinen Hinweis, dass sich die drei bereichert hätten.

Das Tiefbau- und Entsorgungsdepartement vermute, dass der vom Volk bewilligte Kredit von 72,1 Millionen Franken überschritten worden wäre. Leutenegger schätze die vertuschte Kostenüberschreitung auf fünf bis zehn Millionen Franken. (dwi)

Hol dir die App!

Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
2
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Wilhelm Dingo 18.12.2015 10:49
    Highlight Einerseits wird unendlich viel Bürokratie betrieben, jeder versucht sich abzusichern und dann passiert sowas trotzdem. Ich kenne die Stadtverwaltung und weiss, dass der Stadt-Fisch vom Kopf stinkt: kaum ein Vorgesetzter nimmt seine Pflichten wahr, aus Unfähigkeit, Faulheit oder aus Angst vor dem überbordendem städtischen Personalrecht. Der Steuerzahler zahlt...
    5 0 Melden
    • Kronrod 18.12.2015 11:14
      Highlight Das ist so. Bürokratische Prozesse können persönliche Verantwortung nicht ersetzen.
      1 0 Melden

«Ihr habt nicht begriffen, wie das Internet funktioniert!» – ein Student zeigt, wie leicht wir im Netz überwacht werden

Mit ein paar Suchanfragen im Internet zum Terrorverdächtigen: Der Computerlinguistik-Student und Mitbegründer des Chaos-Computer-Clubs-Zürich, Hernani Marques, hat in seiner Masterarbeit untersucht, wie die Überwachung der Geheimdienste im Netz funktioniert und wie leicht man selber ins Visier der Agenten geraten kann.

Dazu überwachte der 30-Jährige zehn Tage lang sein eigenes Surfverhalten und das seiner Freundin. Marques wollte herausfinden, ob man als normaler Internet-User und …

Artikel lesen