Schweiz
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Startschuss für Ausbau der Zürcher Nordumfahrung auf sechs Spuren

06.06.16, 11:03


Zufahrt zum Gubrist Tunnel, links,  bei Weiningen (ZH) am Dienstag, 28. Oktober 2014. Er ist das Nadeloehr im Schweizer Strassenverkehr: Der Gubristtunnel. Ein Einsprecher verhindert den Ausbau. Nun will Verkehrsministerin Leuthard des Mega-Projekt aufteilen - damit mit dem Bau doch schon begonnen werden kann. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Wird ausgebaut: Die Zürcher Nordumfahrung.
Bild: KEYSTONE

Die Zürcher Nordumfahrung ist chronisch überlastet: Sie soll deshalb bis ins Jahr 2025 von vier auf sechs Spuren ausgebaut werden. Am Montag hat das Bundesamt für Strassen (Astra) die Hauptarbeiten offiziell eröffnet.

Limmattalerkreuz, Gubrist, Verzweigung Zürich Nord – es gibt kaum eine Verkehrsmeldung, in der nicht mindestens einer dieser Begriffe vorkommt. Für das Jahr 2014 weist die Astra-Statistik auf der Nordumfahrung 5968 Staustunden aus.

Die rund zehn Kilometer lange Nordumfahrung gehört mit täglich bis zu 120'000 Fahrzeugen zu den am häufigsten befahrenen Autobahnabschnitten der Schweiz und gilt als einer der «Stauschwerpunkte des Landes». Der Engpass soll nun behoben werden.

Die Hauptarbeiten hat das Astra am Montag gestartet: Im Informationspavillon in Regensdorf ZH erfolgte der offizielle Startschuss im Beisein von Bundesrätin Doris Leuthard (CVP), der Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) und dem Stadtzürcher Verkehrsminister Filippo Leutenegger (FDP).

Dritte Tunnelröhre am Gubrist

Die 1985 eröffnete Zürcher Nordumfahrung wird nun durchgehend auf drei Streifen pro Fahrtrichtung ausgebaut. Dazu braucht es am Gubrist eine dritte Tunnelröhre mit drei Fahrstreifen. Diese soll den Verkehr – wie am Baregg – in Richtung Bern, Basel, Luzern und Chur aufnehmen. Die beiden bestehenden Röhren werden in Richtung St.Gallen und Flughafen befahren.

Für den sechsspurigen Ausbau der Nordumfahrung ist gemäss Astra von Gesamtkosten im Umfang von 1.55 Milliarden Franken auszugehen. Die Arbeiten dürften etwa im Jahre 2025 abgeschlossen werden. Während der Bauzeit sollen jeweils in beide Richtungen zwei Spuren dem Verkehr zur Verfügung stehen.

Für die Agglomeration Zürich sei der Ausbau der Nordumfahrung von grosser Bedeutung, schreibt das Astra in einer Medienmitteilung. «Der Ausbau dient einerseits den Verkehrsteilnehmern, verbessert aber auch die Lebensqualität in den Gemeinden.»

In verschiedenen Gemeinden im Limmattal, im Furttal, im Glattal sowie im Raum Zürich Nord sind rund 70 kleinere und grössere Einzelmassnahmen vorgesehen. Unter anderem mit Änderungen von Kreuzungen und Verengungen von Fahrbahnen soll der Verkehr von den Dörfern auf die Autobahn verlagert werden.

Temporärer Bahnhof und Memoryspiel

Beim Autobahnausbau vom Limmattalerkreuz bis zur Verzweigung Zürich Nord handelt es sich um ein Grossprojekt - es erhält gar einen eigenen Bahnanschluss. Auf der östlichen Seite des Gubrists, bei Zürich-Affoltern, wird ein dreigleisiger Verladebahnhof eingerichtet.

Es ist vorgesehen, dass ab dieser temporären Anlage rund 700'000 Kubikmeter Gestein mit der Bahn abtransportiert werden. Damit lassen sich gemäss Angaben des Astra rund 160'000 Lastwagenfahren vermeiden.

Die Bedeutung, die der Bund dem Ausbau der Nordumfahrung (ANU) beimisst, zeigt sich auch bei weiteren Details. So hat das Astra ein «ANU-Memospiel» mit 36 Bildpaaren herausgegeben. Und die Ausstellung im Informationspavillon in Regensdorf ist viersprachig konzipiert. (sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Oberon 06.06.2016 19:06
    Highlight Leider kommt dieser Ausbau mindestens 10 Jahre zu spät.

    Ich hoffe das auch bald eine Entlastung Baden-Bern ermöglicht wird oder der Baregg braucht bald die nächste Röhre. ;)
    2 0 Melden
  • Asmodeus 06.06.2016 15:14
    Highlight Wurde auch langsam Zeit.

    Ich bin gespannt wann man die anderen 2 wichtigen Punkte in Sachen Autoverkehr Nordwestschweiz umsetzt.

    Zürich Südostumfahrung (Bringt ebenfalls Entlastung beim Gubrist)

    Direkte Autobahn von Bern nach Luzern (bringt starke Entlastung beim ständig verstopften Härkingen)
    5 0 Melden
    • Amboss 06.06.2016 16:24
      Highlight Also grundsätzlich ist das Nationalstrassennetz gebaut. Da kommt praktisch nichts mehr hinzu.
      Fertigstellung im Jura, Glattal ist noch was, ev. Hirzeltunnel, aber das ist es dann etwa.

      Nimmt mich wunder, was du mit "Südostumfahrung Zürich" meinst?

      Direkte Autobahn Bern-Luzern. Wer hat dir denn diesen Floh ins Ohr gesetzt? Niemals. Da existieren nicht mal Gedankenspiele darüber.


      3 1 Melden
    • Asmodeus 06.06.2016 16:57
      Highlight Südostumfahrung meine ich eine direkte Linie südlich von Zürich direkt über oder unter dem Zürichsee durch.

      Damit reisende von Chur (z.B.) gar nicht erst durch den Gubrist fahren müssen.

      Mit der dritten Gubriströhre könnte sich das allerdings erledigen.


      Wegen Bern-Luzern. Diesen Floh hab ich mir selber ins Ohr gesetzt als ich in Bern gearbeitet habe und mir aufgefallen ist, wieviele der Leute welche zwischen Kirchberg und Härkingen täglich im Stau stehen eigentlich ein LU-Kennzeichen haben.
      1 0 Melden
    • Amboss 06.06.2016 17:19
      Highlight Ja gut, da kann ich dir zu beidem sagen:
      Wird niemals kommen.

      Wie gesagt: Das Netz ist gebaut. Neue Strecken kommen nicht mehr dazu.

      Man kann nicht einfach immer ausbauen und ausbauen.
      Und man kann es auch so sagen: Grundsätzlich herrscht auf dem ganzen Netz während 24h freie Fahrt, zu Stosszeiten vielleicht halt nur mit 70 oder 80 km/h.
      Es gibt aber ein paar wenige Stellen. Und die sind bekannt, und da wird auch ausgebaut, zB auch auf dem von dir genannten Abschnitt zwischen Kirchberg und Härkingen (wo übrigens nie und nimmer "täglich Stau" ist)
      3 0 Melden
    • Fabio74 06.06.2016 20:48
      Highlight man könnte auch eine Autobahn von Baden nach Winterthur bauen mit nur 2 oder 3 Ausfahrten und den gesamten Ost-West-Verkehr weit um Zürich leiten
      1 0 Melden
  • whatthepuck 06.06.2016 14:07
    Highlight Diese "Engpassbeseitigung" ist zwar wichtig, aber Leute die meinen dass sie in den Spitzenstunden dann flüssig fahren können, werden enttäuscht sein. Auch mit heutigem Aufkommen würde in den Spitzenstunden noch immer Stau sein (wenn auch weniger), und durch die weiteren Massnahmen in den Gemeinden sowie Verkehrszunahme und Bevölkerungswachstum wird noch zusätzlich Verkehr auf die Autobahnen gelenkt.

    Veränderungen im Angebot bringen nur etwas wenn auch an der Nachfrage endlich geschraubt wird. Die Zeit ist Reif für eine Verkehrsmaut für die Strassen rund um die Metropolitanräume.
    6 4 Melden
  • John Smith (2) 06.06.2016 13:13
    Highlight Hat nicht eben vor ein paar Tagen der Kantonsrat den Bau von ein paar Velowegen unter anderem mit der Begründung abgelehnt, dass dafür eventuell etwas Kulturland hätte geopfert werden müssen?
    12 3 Melden
  • ogi 06.06.2016 11:16
    Highlight Wenn die beiden bestehenden zwei Röhren am Gubrist dann in Richtung St.Gallen/Flughafen genutzt werden, heisst das dass es in diese Richtung im Prinzip vierspurig sein wird?
    10 1 Melden
    • Amboss 06.06.2016 11:42
      Highlight Ich denke, dies ist so.
      Dies hat bestimmt Vorteile für den ganzen Bereich der Verzweigung Limmattal. Ich denke, d
      Die Spuren von Luzern, Zürich und die Einfahrt Weiningen können so besser zusammengeführt werden.

      Da sind Fachleute am Werk. Die überlegen sich das ganze schon richtig.
      16 0 Melden
    • 2sel 06.06.2016 12:36
      Highlight Es wird vom Prinzip her analog dem Baregg aussehen. Die rechte Spur ist zugleich auch die Einfährt Weiningen sowie die Ausfahrt Affoltern.
      11 0 Melden
    • Santa 06.06.2016 12:40
      Highlight Ich denke, es wird wie mit Neuenhof beim Baregg, dass die rechte Spur im rechten Tunnel am Ende die Ausfahrt Regensdorf wird.
      7 0 Melden
    • Real John Doe 06.06.2016 13:19
      Highlight @Amboss: Sicher das da Fachleute am Werk sind? Eigentlich müsste man es ja meinen aber was die da bei der Nordumfahrung und rund um dem Gubrist gebastelt haben, ist schlicht weg nicht zu gebrauchen. Und das heutige Verkehrsaufkommen resp. das was noch kommen wird, hätte man mit einfachen mathematischen Hilfsmitteln schon vor x-Jahren genauer bestimmen können. Da wurde wirklich mit wenig Weitsicht gebaut.
      3 3 Melden
    • Amboss 06.06.2016 13:51
      Highlight @John:

      Natürlich sind da Fachleute am Werk.
      Und es ist auch klar, dass es beim Thema Bauen natürlich hunderte Leute wie sie gibt, die es besser wissen, aber eigentlich null Ahnung haben.

      Nur so nebenbei:
      Das, was gebaut wird, ist ein politischer Prozess. Natürlich wäre zB ein geschlossener Ring um Zürich sinnvoll. Dies wurde aber politisch versenkt.

      Wenn sie schon vor x Jahren gewusst haben, wie der Verkehr aussieht, wieso haben sie dies nicht gemeldet?
      13 1 Melden

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