Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ein Zug faehrt in den Bahnhof Stadelhofen ein, anlaesslich eines Medienanlasses zum 25-jaehrigen Bestehens der Zuercher S-Bahn und des Zuercher Verkehrsbundes vom Mittwoch, 27. Mai 2015, im Bahnhof Stadelhofen. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Die Doppelstockzüge könnten abgeschafft werden. Bild: KEYSTONE

Zürcher S-Bahn plant den Metro-Takt

Jeden Tag sind 67 Züge in Zürich übervoll – es wird über Millionenprojekte für neue Kompositionen und dichtere Fahrpläne beraten.

Stefan Ehrbar



Ein Artikel von Schweiz am Sonntag

Am Morgen des 27. Mai 1990 fuhr die erste Zürcher S-Bahn in Rapperswil los. Sie bildete den Auftakt einer Erfolgsgeschichte. Heute findet die Hälfte des Schweizer Regionalverkehrs im Kanton Zürich statt. Doch das System stösst an seine Grenzen, wie eine Präsentation des ZVV zeigt.  

Demnach waren im Jahr 2013 täglich 67 Züge auf Teil-Abschnitten überlastet. In der S12, die kurz vor 18 Uhr zwischen Stadelhofen und Winterthur verkehrt, wurden durchschnittlich 1200 Passagiere gezählt. In der 2. Klasse müssen in diesem Zug üblicherweise 200 Leute stehen, an einzelnen Tagen sind es bis 550. Auch zwei weitere Züge der S12 auf dieser Strecke sowie ein Morgen-Kurs der S7 zwischen Meilen und Stadelhofen transportieren durchschnittlich über 1000 Pendler. Ähnlich voll sind auch drei Züge der S5 und S15 morgens zwischen Uster und Zürich. Mit verschiedenen Ausbauten, die bis 2018 umgesetzt werden, können zwar einige Engpässe gemildert werden. Für zwölf überlastete Züge gibt es aber noch keine Lösung.  

Unter dem Titel «S-Bahn 2G» plant der ZVV deshalb einen Systemwechsel. Ab 2030 soll das Netz aufgeteilt werden. In Stadtnähe bis 25 Minuten Fahrzeit sollen innere S-Bahnen verkehren, die alle Stationen bedienen. Auf der sogenannten Stammstrecke zwischen Stettbach und Hardbrücke verkehrt in Zukunft etwa alle zwei Minuten ein Zug. «Express-S-Bahnen» sollen weiter entferntere Orte mit der Stadt verbinden und auf Stadtgebiet nicht mehr überall halten.  

7,5-Minuten-Takt für gewisse Linien geplant

Für beide Kategorien soll der Viertelstundentakt gelten. Welche Investitionen dies genau auslösen wird, ist noch unklar. Der ZVV hat im Rennen um Gelder aber gute Karten. Für die Finanzierung eines Viertelstundentaktes setzt der Bund etwa 8000 Pendler am Tag voraus. «Das ist für die Zürcher S-Bahn leicht zu erreichen», sagt ZVV-Chefplaner Dominik Brühwiler. Für andere S-Bahn-Systeme werde das schwierig. Bei der Berücksichtigung von Bundesgeldern erhoffe man sich deshalb höhere Chancen.  

Bundesgelder will auch die Sihltal Zürich Uetliberg Bahn (SZU). Sie betreibt die S4 und die S10, die den Süden der Stadt Zürich, das Sihltal und den Üetliberg bedienen. Die Situation auf diesen Linien ist besonders prekär, weil in ihrem Gebiet etliche Wohn- und Büroüberbauungen entstanden und im Bau sind. Die Pünktlichkeit der Züge leidet unter dem Pendler-Andrang. 14 Millionen Passagiere transportierte die SZU letztes Jahr, 2030 sollen es 21 Millionen sein. 

Bis 2023 sollen nun neun 125 Meter lange einstöckige Züge beschafft werden, welche die heutigen Doppelstock-Züge ablösen. Ihre Beschaffung dürfte 100 Millionen Franken kosten. Ausserdem sind Doppelspur- und Bahnhofsausbauten geplant. Damit soll es möglich werden, einen rekorddichten ganztägigen 7,5-Minuten-Takt zwischen Zürich HB und Binz und Adliswil anzubieten. 2028 ist es so weit – vorausgesetzt, die Bundesparlamentarier sprechen das Geld.  

Abonniere unseren Newsletter

8
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
8Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • jk8 31.05.2015 14:43
    Highlight Highlight Ist ja schön und gut, wenn man etwas unternehmen will, die Nah/Fern-S-Bahn funktioniert heute mit S5/15/7 und 12 bereits gut und kann auch gerne auf der Strecke nach Bülach und Dietikon eingeführt werden. Jedoch ist die Kapazitätsgrenze auf der Strecke Hardbrücke -Stadelhofen quasi erreicht. Auch ein viertes Gleis in Stadelhofen lässt keinen viel dichteren Takt zu. Würde man bspw. den 7.5 Min-Takt von Uster und Meilen einführen (was nötig, da einstöckige Züge), wären das 4 Züge mehr pro Richtung. Auch die DML wird ab nächstem Fahrplanwechsel mit dem Fernverkehr bereits fast voll gefüllt sein.
  • TheMan 31.05.2015 13:57
    Highlight Highlight Also am einfachsten wäre es in den S-Bahnen die 1te Klasse abschaffen. Sind fast immer leer. Also Weg damit.
    • Hans Jürg 31.05.2015 14:35
      Highlight Highlight Biite nicht. Ich bezahle gerne viel mehr ubd habe dafür meistens einen Sitzplatz. Gäbe esckeine 1. Klasse hättecich ein Problem. Denn ich ksnn nicht länger als 10 Min. stehen, ohne dass meine Bandscheiben extreme Schmerzen verursachen.
    • jk8 31.05.2015 15:00
      Highlight Highlight Ich frage mich, ob es auf den Eintöckigen Zügen 1. Klasse geben wird. Als Vorbild wurde damals die Deutsche S-Bahn genannt, und die hat nur 2. Klasse. Die 1.Klasskunden sind aber vermutlich zu wichtig für die SBB.
  • Hackphresse 31.05.2015 13:22
    Highlight Highlight Neue idee! Zürich verkauft den Untergrund an jemanden der eine Metro bauen will, der sie dann auch privat betreiben darf.
    • Sigmund Freud 31.05.2015 14:34
      Highlight Highlight Und womit wird das enden? ZVV-Abo, GA und Halbtax gelten auf der Privatbahn nicht und die Preise verdreifachen sich.
    • Hans Jürg 31.05.2015 14:36
      Highlight Highlight Würde das rentieren, gäbe es das schon längst. Sogar die Swissmetro wäre schon längst gebaut.
    • Alnothur 31.05.2015 18:55
      Highlight Highlight Eine Privat-Metro kann gar nicht rentieren, da die S-Bahn so mit Subventionen zugebombt wird.

Erschreckende Erkenntnis: Viele Cars auf Schweizer Strassen in desolatem Zustand

Am Sonntagmorgen ereignete sich auf der Sihlhochstrasse in Zürich ein schwerer Car-Unfall. Mehr als 40 Personen wurden verletzt, eine Italienerin starb. Das Fahrzeug geriet aus ungeklärten Gründen ins Schleudern und prallte in eine Mauer am Autobahnende.

Wie aus einem Bericht des Blick hervorgeht, weisen Reisecars auf Schweizer Strassen erhebliche Mängel auf. Bei einer Polizeikontrolle im Kanton Uri von letzter Woche wurden 18 zumeist ausländische Fahrzeuge kontrolliert. Das Resultat ist …

Artikel lesen
Link to Article