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Ein Mineur warnt mit einem Horn vor der ersten Sprengung, waehrend der Anschlagfeier der 3. Gubrist-Roehre, am Dienstag, den 21. November 2017, in Regensdorf. Der chronisch ueberlastete Autobahnabschnitt soll bis 2022 von vier auf sechs Spuren ausgebaut werden. (KEYSTONE/Christian Merz)

Ein Arbeitet warnt mit einem Horn vor der ersten Sprengung. Bild: KEYSTONE

Hier wird der «Stau vor dem Gubrist-Tunnel» gesprengt

21.11.17, 12:24 21.11.17, 18:00


Wer kennt nicht die tägliche Durchsage am Radio: «Stau vor dem Gubrist-Tunnel in beiden Richtungen». Damit soll (in fünf Jahren) Schluss sein. In Regensdorf ZH ist am Dienstag die erste Sprengung für die dritte Tunnelröhre am Gubrist ausgelöst worden. Der chronisch überlastete Autobahnabschnitt soll bis 2022 von vier auf sechs Spuren ausgebaut werden.

Die rund zehn Kilometer lange Nordumfahrung von Zürich gehört mit täglich bis zu 120'000 Fahrzeugen zu den am häufigsten befahrenen Autobahnabschnitten. Ein Viertel aller Staustunden auf Schweizer Autobahnen fallen beim Gubristtunnel zwischen dem Limmattalerkreuz und der Verzweigung Zürich Nord an.

Dritte Röhre

Eine dritte Röhre soll nun die Situation nachhaltig entspannen. Per Knopfdruck lösten die Gemeindepräsidenten von Regensdorf und Weiningen, Max Walter und Hanspeter Haug, am Dienstag die erste Sprengung für den drei Kilometer langen Tunnel aus. Der Durchbruch ist für 2019 geplant, die Inbetriebnahme im Sommer 2022.

«Nach dem Baustart des Gesamtprojekts im letzten Sommer können wir nun mit dem Bau des Herzstücks beginnen», sagte Jürg Röthlisberger, Direktor des Bundesamtes für Strassen (ASTRA). Der 600 Meter hohe Hügel zwischen Regensdorf und Weiningen habe wegen des Staus in den letzten Jahren eine zweifelhafte Berühmtheit erlangt.

Erleichterung weit über Zürich hinaus

«Das Projekt bringt eine Erleichterung für die Verkehrsteilnehmenden im ganzen Kanton Zürich und weit darüber hinaus», sagte die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP). Der Ausbau sei auch wichtig für die Wirtschaftsförderung. «Die Unternehmen sind auf gute Verkehrswege angewiesen.»

Der Statue der Heiligen Barbara, Schutzpatronin der Mineure, beim Tunneleingang, waehrend der Anschlagfeier der 3. Gubrist-Roehre, am Dienstag, den 21. November 2017, in Regensdorf. Der chronisch ueberlastete Autobahnabschnitt soll bis 2022 von vier auf sechs Spuren ausgebaut werden. (KEYSTONE/Christian Merz)

Die Heilige Barbara, Schutzpatronin der Mineure, war bei der ersten Sprengung auch dabei. Bild: KEYSTONE

Die Nordumfahrung wurde 1985 eröffnet. Jetzt wird sie durchgehend auf drei Streifen pro Fahrtrichtung ausgebaut. Die dritte Tunnelröhre soll - wie am Baregg im Aargau - den Verkehr in Richtung Bern, Basel, Luzern und Chur aufnehmen. Die beiden bestehenden Röhren werden in Richtung St. Gallen und Flughafen befahren.

Für den sechsspurigen Ausbau der Nordumfahrung ist gemäss ASTRA von Gesamtkosten im Umfang von 1.55 Milliarden Franken auszugehen. Während der Bauzeit sollen jeweils in beide Richtungen zwei Spuren dem Verkehr zur Verfügung stehen.

Temporärer Bahnhof am Gubrist

In verschiedenen Gemeinden im Limmattal, im Furttal, im Glatttal sowie im Raum Zürich Nord sind rund 70 kleinere und grössere Einzelmassnahmen vorgesehen. Unter anderem mit Änderungen von Kreuzungen und Verengungen von Fahrbahnen soll der Verkehr von den Dörfern auf die Autobahn verlagert werden.

Das Grossprojekt erhält sogar einen eigenen Bahnanschluss. Auf der östlichen Seite des Gubrists bei Zürich-Affoltern wird für drei Jahre ein Verladebahnhof eingerichtet. Dieser wurde geschaffen, um die rund 600'000 Kubikmeter Ausbruchsmaterial umweltverträglich abzutransportieren.

Damit lassen sich gemäss ASTRA rund 130'000 Lastwagenfahrten vermeiden. Der Gubrist werde beim Tunnelbau schonend gesprengt. Sprengladungen und Schallimmissionen seien verhältnismässig gering. Insgesamt rechnen die Verantwortlichen mit rund 6000 Sprengungen. Dafür braucht es über ein Million Kilogramm Sprengstoff. (whr/sda)

Verkehrstau aus dem Nichts - wie ist das möglich?

Video: watson/explain it!

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Brikne, 20.7.2017
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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • marcog 21.11.2017 21:13
    Highlight Dafür gibt es dann den Stau am Limmattaler Kreuz und dem Nordring.
    6 1 Melden
  • karl_e 21.11.2017 18:03
    Highlight Wohin verlagert sich der Stau, wenn der Gubrist gebaut ist? Mehr Strassen = mehr Verkehr. Das geht leider nicht in die Köpfchen der Verkehrsplaner und des durchschnittlichen Automobilisten.
    7 16 Melden
  • Posersalami 21.11.2017 15:49
    Highlight "Der chronisch überlastete Autobahnabschnitt soll bis 2022 von vier auf sechs Spuren ausgebaut werden."

    Mit dem selben Resultat wie bei anderen Ausbauten. Erst sind dann die Zu- und Abfahrtswege überlastet und 1-2 Jahr später ist der Stau am alten Ort zurück, einfach mit noch mehr Autos.

    Hört doch endlich mal auf mit diesem Wahnsinn. Jede Klospühlung ist intelligenter als unsere Verkehrsplaner.
    14 12 Melden
  • SwissOil 21.11.2017 14:23
    Highlight "Unter anderem mit Änderungen von Kreuzungen und Verengungen von Fahrbahnen soll der Verkehr von den Dörfern auf die Autobahn verlagert werden."

    Find ich super, dann brauchen wir bis spätestens 2030 noch eine vierte Röhre!
    54 5 Melden
    • Amboss 21.11.2017 17:08
      Highlight Am Gubrist gibt es einen DTV von ca 100'000 glaube kaum , dass der Verkehr, welcher infolge solcher Massnahmen auf die Autobahn geleitet wird, da noch ins gewicht fällt.

      Nach der Eröffnung der dritten Gubrist-Röhre gibt es wohl andere Probleme (zB Abschnitte Zürich-ost - Brütiseller Kreuz, Limmattal, Baregg)
      11 0 Melden

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