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Ernst Suter vor der Gemeindeversammlung in Duernten am Donnerstag, 4. Juni 2015. Die Gemeinde Duernten geriet letztes Jahr landesweit in die Schlagzeilen. Es geht um den Fall von Ernst Suter, jenen Hilfsarbeiter, der wegen einer Leseschwaeche jahrelang viel zu hohe Steuern bezahlt hat. An der Gemeindeversammlung steht zur Debatte, wie genau dies korrigiert werden soll.(KEYSTONE/Walter Bieri)

Fast wie ein Sechser im Lotto für Ernst Suter (vor der Gemeindeversammlung am 4. Juni 2015). Bild: KEYSTONE

Es ist ein guter Tag für den abgezockten Hilfsarbeiter Ernst Suter: Er erhält von Dürnten ZH 250'000 Franken Genugtuung



Hilfsarbeiter Ernst Suter, der über Jahre zu viel Steuern bezahlt hat, erhält von der Gemeinde Dürnten ZH eine Wiedergutmachung. Die Gemeindeversammlung hat am Donnerstagabend eine Genugtuung von 250'000 Franken beschlossen.

Bereits an der vergangenen Gemeindeversammlung im Dezember 2014 war beschlossen worden, 250'000 Franken ins Budget aufzunehmen – als Schenkung für den Hilfsarbeiter. Der Gemeinderat legte der Versammlung diesen Antrag vor.

Eine grosse Mehrheit der 311 anwesenden Stimmberechtigten hiess aber einen Änderungsantrag gut. Gemäss diesem Antrag soll die Zahlung als Genugtuung und nicht als Schenkung ausbezahlt werden.

Mehrzweckhalle in Tann am Donnerstag, 4. Juni 2015. Die Gemeinde Duernten geriet letztes Jahr landesweit in die Schlagzeilen. Es geht um den Fall von Ernst Suter, jenen Hilfsarbeiter, der wegen einer Leseschwaeche jahrelang viel zu hohe Steuern bezahlt hat. An der Gemeindeversammlung steht zur Debatte, wie genau dies korrigiert werden soll.(KEYSTONE/Walter Bieri)

Gemäss Aufstellung des Gemeinderates hat der Hilfsarbeiter von 1995 bis 2012 mutmasslich über 280'000 Franken zu viel an Steuern bezahlt.  Bild: KEYSTONE

Zudem soll die Gemeinde allenfalls vom Kanton geforderte Steuern auf der Zahlung übernehmen. Dazu bewilligte die Versammlung zusätzlich maximal 75'000 Franken. Der 41-Jährige erhält also 250'000 Franken netto.

Erfolglos blieb die Rechnungsprüfungskommission (RPK) mit ihrem Antrag, dem Hilfsarbeiter nur den Anteil der an die Gemeinde gezahlten Steuern zu bezahlen, also rund die Hälfte von 250'000 Franken. Der Kanton müsse selber entscheiden, ob er seinen Anteil zurückzahlen wolle oder nicht, war die Begründung.

Keine Steuererklärung eingereicht

Der 41-jährige Hilfsarbeiter Suter hatte wegen seiner Lese- und Schreibschwäche nie eine Steuererklärung eingereicht – obwohl er immer wieder gemahnt wurde.

Die Einschätzung der Steuerbehörden stieg Jahr für Jahr, der Mann stand mehrmals vor dem Konkurs. Erst ein Bericht von «Beobachter TV» im November 2014 brachte Bewegung in die verfahrene Situation.

Gemäss Aufstellung des Gemeinderates hat der Hilfsarbeiter von 1995 bis 2012 mutmasslich über 280'000 Franken zu viel an Steuern bezahlt. Davon flossen rund 128'000 Franken in die Gemeindekasse – der Rest ging als Staatssteuer an den Kanton.

Einzig für die Steuerperiode 2011 einigten sich Gemeinde und Kanton mit dem Betroffenen. Hingegen sollte der Mann für das Geld, das er davor bezahlt hatte, nach dem Willen der Behörden nichts mehr sehen. Gemäss Zürcher Regierungsrat hatte die Steuerbehörde korrekt gehandelt. Daran störten sich viele der rund 7000 Einwohnerinnen und Einwohner von Dürnten. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Hallo.10 05.06.2015 09:23
    Highlight Highlight Die Bevölkerung von Dürnten kann man nur beglückwünschen. Es ist nur zu hoffen, dass eine solche Solidarität und zielstrebiges Vorgehen Schule macht.
    Wenn nun aber im Kanton festgestellt wird, dass die Verwaltung Alles richtig gemacht hat, zeigt das einmal mehr, dass diese zwar kein Gesetz verletzt hat, aber gleichzeitig mit der Auslegung und dem formalistischen Verhalten völlig neben den Schuhen ist. Nehmen wir ein Beispiel an Dürnten und setzen uns zur Wehr. Es kann doch nicht sein, besonders bei den Steuerbehörden, dass der Bürger, von dem sie leben, einfach als Subjekt angeschaut wird.
  • goschi 05.06.2015 08:16
    Highlight Highlight Finde ich nicht einfach nur gut.
    • Attilaquetzal 05.06.2015 08:47
      Highlight Highlight Klar, jemand anderem scheint es besser zu gehen als dir. Das darfst du nicht gut finden!
    • Hackphresse 05.06.2015 09:12
      Highlight Highlight Atti
      Er mein nicht: nicht gut sondern: nicht NUR gut sondern besser als nur gut
    • goschi 05.06.2015 10:33
      Highlight Highlight weder noch.
      Tatsache ist, dass der ganze Fall von vielen Medien vornehmlich extrem einseitig mit dem Steueramt als diabolisch bösem Übeltäter dargestellt haben, das den armen, unschuldigen Hilfsarbeiter ins finanzielle Aus gestellt hat.
      Das ist aber nicht die einzige Wahrheit, sondern auch, dass das Steueramt richtig vorgegangen ist mit dem üblichen Prozedere (kontinuierliche Erhöhung der Steuerlast bei Einstufung, als Motivation selbst eine Steuererklärung einzureichen) und der "arme" Hilfsarbeiter dies einfach Jahrelang hat machen lassen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Sputnik_72 05.06.2015 07:40
    Highlight Highlight Doch noch ein Happy End.
    Beschämend jedoch, dass dies überhaupt passieren konnte.
  • Roger Gruber 05.06.2015 07:10
    Highlight Highlight Grossartig, Kompliment nach Dürnten! Man sieht: die Menschen haben noch Herz und gesunden Menschenverstand, ganz im Gegensatz zu den Behörden, welche diese Menschen "verwalten".
  • Lukas P. 05.06.2015 01:28
    Highlight Highlight Jaja so sind sie die Schmarozer im Bund...
  • Maya Eldorado 04.06.2015 23:14
    Highlight Highlight Ich hoffe, dass man für die Zukunft für ihn auch jemand findet, der für ihn die Steuererklärung ausfüllt.

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