Schweiz
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Pulsierendes Leben am Bellevue in Zürich. Bild: watson

Das Zürcher Seefeld hat die weltweit höchste Dichte an Porsches pro Einwohner – das reicht!

Die Zürcherinnen und Zürcher haben Ja gesagt zu bezahlbaren Wohnungen im Seefeld – trotz einer schäbigen Neidkampagne von SVP und FDP. 

14.06.15, 15:21 15.06.15, 11:02


In der Stadt leben ist wieder angesagt. Das wahre urbane Lebensgefühl stellt sich jedoch nicht in den für Autos gebauten Millionenmetropolen ein. Begehrt sind Wohnungen in Städten wie Paris und London oder Genf und Zürich. Die Folgen sind überall die gleichen: Die Immobilienpreise explodieren, und der Mittelstand wird in die Agglo gedrängt. 

Gentrifizierung heisst dieser Vorgang, in Zürich spricht man von «Seefeldisierung». Das ehemalige Handwerkerquartier zwischen Bellevue und Tiefenbrunnen ist zum Symbol geworden für ein Quartier, das in den letzten Jahren aufgepeppt und für Otto Normalverbraucher unerschwinglich geworden ist. Im Seefeld, so wird kolportiert, soll es heute die höchste Porsche-pro-Einwohner-Rate der Welt geben.

Das ehemalige Handwerkerquartier Seefeld ist zum Symbol eines modernen reichen Ghettos geworden.

Monokultur ist schlecht, auch für eine Stadt. Damit das Leben pulsiert, braucht es eine bunt gemischte Bevölkerung. Das gelingt an der Limmat bisher ganz gut. Dank dem «roten Zürich» der Dreissigerjahre hat es heute noch einen Anteil von Genossenschaftswohnungen von rund 30 Prozent. Die Zürcherinnen wollen, dass das auch so bleibt. Im November 2011 haben sie einer entsprechenden Initiative klar zugestimmt. 

Die Stadtregierung nimmt diesen Volksentscheid ernst und will daher im Seefeld auf der Höhe des Hornbachs eine Siedlung mit 122 bezahlbaren Wohnungen errichten. SVP und FDP – ausgerechnet die SVP(!) – wollen den Volkswillen nicht akzeptieren und legen regelmässig gegen solche Wohnprojekte ihr Veto ein. Und sie holen sich ebenso regelmässig eine blutige Nase. 

Die Zürcherinnen und Zürcher haben sich durch eine üble Neidkampagne nicht abschrecken lassen.

Sei es das Schindlergut oder wie jetzt das Projekt Hornbach: Die Zürcherinnen und Zürcher wollen, dass es in der Stadt weiterhin bezahlbare Wohnungen gibt, auch im Seefeld. Sie lassen sich auch durch eine Neidkampagne der übelsten Sorte, an der auch die FDP beteiligt war, gegen angebliche «Luxuswohnungen» nicht abschrecken. Gut so. Öde Ghettos für Reiche gibt es genug – entlang beiden Ufern des Zürichsees.  

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.

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30Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • BeWi 15.06.2015 15:23
    Highlight Günstige Wohnungen sind gut und sollen auch gebaut werden. Es kann aber nicht sein, dann man Wohnungen dem einen für 30% weniger vermietet, nur weil er oder sie weniger Einkommen hat. Das ist völliger Schwachsinn!
    10 13 Melden
  • Donalf 15.06.2015 09:59
    Highlight Eigentlich ist dieses Resultat wieder einmal ein Zeichen dafür, dass SVP und andere Rechtslastigen am Volk vorbei Politik machen, viele deren Anhänger dies aber noch nicht begriffen haben.
    22 10 Melden
    • BeWi 15.06.2015 15:46
      Highlight -> Erbschaftssteuer; wer politisiert da am Volk vorbei??
      6 10 Melden
    • saukaibli 16.06.2015 08:30
      Highlight Die SVP definiert eben "Volk" anders. Für die SVP gehörtt nur zum Volk wer ein Einkommen von min. 10'000 pro Monat und ein Vermögen von min. 100'000 auf dem Konto oder mehrere Immobilien hat. Klar, die meisten der SVP-Wähler sind Lichtjahre davon entfernt, aber hoffen immer noch dass sie irgendwann von der SVP- und FDP-Politik profitieren werden, wenn sie dann mal reich sind. Naja, die Hoffnung stirbt nun mal zu letzt. Ich hoffe auch immer noch, dass das Schweizer Volk mal intelligent wird, auch wenn es ganz und gar keine Anzeichen dafür gibt.
      8 2 Melden
  • Der Tom 14.06.2015 21:34
    Highlight @Mr kr Ja wird wohl Neid sein. Es lebt sich wahrscheinlich leichter mit einfachem Geiste.
    3 8 Melden
    • Mr. Kr 15.06.2015 09:47
      Highlight Wieso ist jemand der mit einem Explosionsmotor rumdröhnt, komplett verkalkt? Ich fühle mich ein wenig angegriffen, da ich wohl ihrer Meinung nach total verkalkt bin.
      7 2 Melden
    • Der Tom 15.06.2015 23:06
      Highlight Ach das ist doch nur meine Meinung! Selbstverständlich sind Fans, Liebhaber oder Sammler solcher Antiker Stücke meiner Meinung nach überhaupt nicht verkalkt.
      0 0 Melden
  • Angelo C. 14.06.2015 16:42
    Highlight Sehr gut - sogar ich habe mit JA gestimmt 👍 ! Und das will doch was heissen, oder 😄 ?!
    Im Übrigen stimme ich dem Artikelinhalt völlig zu...
    30 7 Melden
  • whatthepuck 14.06.2015 16:05
    Highlight Sorry aber dieser Text ist total uninformativ. Als nicht-Zürcher fällt es einem schwer nachzuvollziehen, um was es gehen soll. Was beinhaltete die "Neidkampagne" denn? Und was bitteschön ist an Seifenblöterli am Bellevue "pulsierend"? Hätten die Städtebauer und -planer ein Erfolgsrezept für pulsierende Quartiere gefunden, dann würden wir nicht heute noch darüber diskutieren, was "Leben" im Quartier denn überhaupt ausmacht. Unterschiedliche Bevölkerungsgruppen alleine sind es nämlich nicht.
    75 19 Melden
    • goschi 14.06.2015 17:03
      Highlight Danke für den Kommentar, denn die selben fragen gingen mir auch durch den Kopf, der Artikel wirft nur so mit Aussagen um sich, aber ordnet sie keineswegs in einen Kontext ein und gibt Null Detailinformationen.
      49 6 Melden
  • Der Tom 14.06.2015 15:33
    Highlight Wer reich ist und mit einem altbackenen Explosionsmotor rumdröhnt, ist doch komplett verkalkt.
    36 48 Melden
    • elmono 14.06.2015 16:29
      Highlight Bin nicht reich, aber falls ich die Kohle "vörig" hätte, würd ich mir sofort so einen altbackenen Explosionsmotor kaufen, schön verpackt in eine Ferrari Italia 458 Karosserie und dann würde ich komplett, aber sowas von komplett verkalkt rumdüsen - es wäre dem Tom eine wahre Freude.
      50 16 Melden
    • Mr. Kr 14.06.2015 17:00
      Highlight Neid?
      25 13 Melden
    • Zeit_Genosse 14.06.2015 18:53
      Highlight Heute hat es in Le Mans 24h einen Porsche-Doppelsieg mit einem Hybrid-Porsche gegeben, Audi ist mit E-Tron 3. geworden. Die alternative Technik wird von reichen Säcken vorangetrieben.
      21 3 Melden
    • Der Tom 14.06.2015 21:30
      Highlight @Zeit_Genosse Die wohnen aber nicht im Seefeld oder?
      3 5 Melden
    • Der Tom 14.06.2015 21:42
      Highlight @elmono Es ist nicht verkalkt wenn man sich einen Traum erfüllt! Viel Erfolg!
      5 3 Melden
    • EvilBetty 15.06.2015 10:31
      Highlight Der Tom: Verbrennungsmotor.
      4 0 Melden
    • made 15.06.2015 10:46
      Highlight Besitzt man ein lautes auto ist man egoistisch. Ob reich oder arm spielt keine Rolle (der Wert eines Autos hat keinen Zusammenhang mit dessen Lärmemission). Wenn man mit einem lauten auto fährt, stört man auf kurz oder lang viele Personen auf der entlanggefahrenen Strecke, ohne dass man diese für dessen Komforteinbusse (Ruhe ist Komfort und ein Recht jedes Menschen) entschädigt. Somit muss ich unfreiwillig als normaler Mitbürger dafür bezahlen, dass andere mit lauten Autos auf den Strassen herumfahren dürfen. Der Groll gegen diesen Egoismus wird dann von den Fahrern als "Neid" bezeichnet.
      7 12 Melden
    • Mr. Kr 15.06.2015 12:49
      Highlight @Made wieso musst du wohl unfreiwillig für mein lautes Auto mitbezahlen? Ich selber fahre einen Porsche 911 Turbo. Wenn dieser Wagen mit Original Auspuff schon laut ist was kann ich dafür? Und nur weil ich nicht irgendeine Gurke fahren will, heisst das noch lange nicht das ich oder diese Leute Egoisten sind..
      4 9 Melden
    • Hercules Rockefeller 15.06.2015 14:57
      Highlight @ratson schon einmal daran gedacht, wie viele fossile Ressourcen ein solcher Tesla verschlingt, um hergestellt zu werden? Zudem wird der Strom, den du dann aus der Steckdose in die Batterie pumpst, bestimmt nicht aus Rosenblüten gewonnen. Ich finde Teslas sicher eine gute Sache und ein Schritt in die richtige Richtung, doch deshalb so exzessiv mit der Umweltkeule zu schwingen, finde ich gar ein wenig übertrieben ;-)
      4 3 Melden
    • Hercules Rockefeller 15.06.2015 18:13
      Highlight @ratson Mea culpa - Habe wohl schlussendlich doch ich etwas zu weit ausgeholt;-) Aber ja, bin 100% deiner Meinung. Ein Auto dieser Art und noch mehr die darin sitzenden Typen sind genau so nutzlos, wie ein Chupa Chup, der nach Gaggi schmeckt!
      Ob du wohl auch schon mir und meinem Drahtesel "nachgespienzelt" hast? :D
      2 2 Melden
    • Mr. Kr 15.06.2015 20:17
      Highlight @Farce diese Leute die in diesen Autos sitzen sind nicht die nutzlosen. Den diese haben was getan um in diesen Autos zu sitzen.. Also sei bitte nicht so beleidigend, den ich bin selber ein fahrer von 2 Sportwägen.
      1 3 Melden
    • Der Tom 15.06.2015 23:14
      Highlight @EvilBetty schon klar... Wollte nur die Dramatik erhöhen. Etwa so wie das Journalisten tun. Es ist eine unglaublich primitive Technologie.
      0 0 Melden
    • made 15.06.2015 23:21
      Highlight @Mr. Kr: Auch wenn du einen Originalauspuff hast, hat er eine höhere Lärmemission als andere Autos und generierst somit mehr Kosten. Diese Kosten bezahlst du nicht selbst sonder die Allgemeinheit in Form von Komforteinbussen, Kosten für Schallschutz sowie Gesundheitskosten. Du könntest auch ebenso einen Tesla P85D fahren, hättest mehr Power als mit dem Porsche und würdest weniger Lärmemission generieren als der Durchschnitt. So hättest du selbst mehr Freude am Fahren und du nimmst gleichzeitig Acht auf deine Mitmenschen, was man als Sozial (ggtl. von egoistisch) bezeichnen kann.
      1 2 Melden
    • elmono 16.06.2015 11:16
      Highlight @ watson - findet hier vermehrt Zensur statt? Schön das Pro-Sportwagen-Kommentare nicht veröffentlich werden, so können sich die Velosfans in einem lärmkonformen Umfeld über "Explosionsmotoren" auslassen.
      2 0 Melden

Der nette Herr Molina

Ex-Juso Präsident Fabian Molina ist seit gut 100 Tagen im Nationalrat – und mit 27 Jahren der jüngste Parlamentarier im Bundeshaus. Grund genug, um mit dem Zürcher einen Kaffee zu trinken, ein paar Zigaretten zu rauchen und über die grossen Themen zu plaudern.

Fabian Molina sitzt schon seit einer Weile am Tisch nebenan, aber die äusserliche Unscheinbarkeit lässt ihn verschmelzen mit der lustig-zusammengewürfelten Ausseneinrichtung dieses Treatment-Cafés in den Ausläufern des Zürcher Kreis 4. Vielleicht liegt es auch daran, dass er in einem dieser Strandkörbe sitzt, die überall ausser auf Sylt und in vernachlässigten Hinterhofgärten fürchterlich deplatziert wirken, und zudem Kopf und Oberkörper ihrer Bewohner wegschlucken.

Kurz: man sieht ihn nicht.

Er …

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