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Paris (Bild), Nizza, Brüssel, Berlin: Gewaltbereite Personen haben diese Städte mit ihren terroristischen Akten erschüttert. Bild: GONZALO FUENTES/REUTERS

Grosse Mehrheit der Zürcher Jugendlichen lehnt extremistische Einstellungen ab

04.04.17, 11:55


Unter Zürcher Jugendlichen sind gewaltbereite extremistische Einstellungen (GEE) eher schwach ausgeprägt. Junge befürworten extremistische Gewalt zwei- bis dreimal so häufig wie Mädchen. Ausschlaggebend sind persönliche Faktoren wie etwa die moralische Rechtfertigung von Gewalt, eine geringe Selbstkontrolle oder aggressive Männlichkeitsbilder. Dies belegt eine Langzeitstudie von Forschern der Universitäten Zürich und Cambridge mit 17-jährigen Jugendlichen in der Stadt Zürich.

Vier Prozent befürworten GEE stark

Vier Prozent der über 1'300 Befragten befürworten GEE stark. Ihnen gegenüber stehen 56 Prozent der Jugendlichen, die GEE stark ablehnen und rund 40 Prozent im Mittelfeld, die gewaltbereite extremistische Einstellungen mehrheitlich ablehnen.

Jungen aggressiver als Mädchen

Dabei zeigt sich ein grosser Unterschied in Bezug auf das Geschlecht: 16 Prozent der Jungen sind mit GEE «völlig einverstanden», gegenüber nur 5 Prozent der Mädchen.

Gewaltfantasien

Eine gewaltbereite extremistische Einstellung äussert sich insbesondere bei jungen Menschen, die Gewalt allgemein als gerechtfertigt betrachten, die wenig Respekt vor Rechtsstaatlichkeit haben, die aggressive Männlichkeitsbilder in sich tragen, die wenig selbstbeherrscht sind und zu Gewaltfantasien neigen. Wie die Forschenden herausgefunden haben, tendieren die Befürworter von gewaltbereiten extremistischen Einstellungen selbst zu Gewalt und anderem Problemverhalten.

Die Studie «z-proso»

Das Zürcher Projekt zur sozialen Entwicklung von der Kindheit ins Erwachsenenalter (z-proso) ist eine Langzeitstudie zur lebensgeschichtlichen Entwicklung von Gewalt, Delinquenz und anderem Problemverhalten. An der Studie nimmt eine repräsentative Stichprobe von rund 1'300 jungen Menschen teil, die 2004 in der Stadt Zürich eingeschult worden sind. Bisher wurden 7 umfassende Erhebungen im Alter von 7 bis 17 durchgeführt. Auch nach über 10 Jahren nahmen noch 84% der ursprünglich Befragten an der Studie teil.

Tiefe Bildung

Gewaltbereite extremistische Einstellungen sind unter Jugendlichen mit einem tiefen Bildungsabschluss und aus sozial benachteiligten Milieus etwas häufiger verbreitet.

Religion spielt eine Rolle

Hinduistische, muslimische und christlich-orthodoxe Jugendliche befürworten GEE durchschnittlich stärker als konfessionslose, protestantische und römisch-katholische Befragte. Die Unterschiede nach Konfession erklärt Manuel Eisner, Professor an der Universität Cambridge, so: «Die Eltern von hinduistischen, muslimischen und christlich-orthodoxen Jugendlichen stammen überdurchschnittlich oft aus Staaten, die durch Bürgerkriege, ethnische Konflikte und instabile Regierungen geprägt sind.

Körperstrafen

Gewaltbereite extremistische Einstellungen sind mit Erziehungsaspekten verknüpft – wenn auch schwach. Jugendliche, deren Eltern sich wenig für sie interessieren, und nur bei männlichen Jugendlichen, die von ihren Eltern körperlich bestraft werden, neigen eher zu GEE. (whr)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Angelo C. 04.04.2017 12:21
    Highlight So ziemlich nachvollziehbar, diese Erkenntnisse aus der vorliegenden Langzeitstudie...

    Kommt das Wohlstandsgefälle dazu : Jungen Menschen denen es finanziell mehrheitlich gut geht und die von zuhause existenziell dem entsprechend aufgestellt sind, neigen eh bedeutend weniger zu individuellen Gewaltaten oder gar fanatisiertem Terrorismus.

    Was sich aber durch die ungebremste Zuwanderung aus Bürgerkriegs-Ländern wieder sukzessive zum Negativen hin verändern könnte...die Geschichte mit den jungen Männern, von denen wir immer wieder aus den Medien erfahren.
    15 2 Melden
    • You will not be able to use your remote control. 04.04.2017 19:36
      Highlight Bravo, den jungen Männer aus Bürgerkriegs-Länder geht es hier zum glück finanziell mehrheitlich gut und man ermöglicht den Eltern ein Zuhause zu erschaffen, das sie aufstellt. Darum neigen sie eh bedeutend weniger zu individuellen Gewalttaten.

      Ouuuu mein Fehler: Diejenigen, von denen wir immer wieder aus den Medien erfahren lebten von Almosen und hatten keine Zukunft.
      1 4 Melden

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