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Gratis-PR für Jungfreisinnige: Polizeichef Wolff verbietet 1.-Mai-Gegendemo – zu der 50 Personen erwartet wurden



Am 1. Mai feiern Arbeiter, Gewerkschaften und Linke den sogenannten «Tag der Arbeit» und gehen auf die Strasse, um für die Rechte der Arbeiter zu demonstrieren. In Zürich hätte es dieses Jahr eine Neuerung geben können: Die Jungfreisinnigen planten, mit einer Gegendemonstration ihre Sicht auf Arbeitnehmerrechte zu präsentieren und warben im Vorfeld bereits mit dem Slogan «Was den Arbeitern wirklich nützt: Mehr Freiheit statt Zwang.»

Aus ihrer Kundgebung, die auf dem Zürcher Tessinerplatz hätte stattfinden sollen, wird jedoch nichts. Wie das Polizeidepartement am Freitag gegenüber «Tele Züri» bestätigte, habe man den Kundgebung-Bewilligungsantrag abgelehnt. «Der negative Entscheid hat keinen politischen Hintergrund», erklärte Sprecher Robert Soos. Aufgabe der Stadt- und Kantonspolizei sei es, am 1. Mai unbewilligte Kundgebungen zu verhindern. Dies benötige ein Grossaufgebot an Polizisten. «Eine kurzfristige Änderung des Konzepts, um auch die Sicherheit der Gegendemo zu gewährleisten, liegt nicht drin.»

Andri Silberschmidt

Andri Silberschmidt, Präsident der Zürcher Jungfreisinnigen. Bild: zvg

Andri Silberschmidt, Präsident der Zürcher Jungfreisinnigen, ist empört: «Wir stehen ein für ein liberales Arbeitsrecht und kämpfen gegen ein Korsett an Regulierungen, welche die Gewerkschaften jährlich fordern», schreibt seine Partei in einer Medienmitteilung. Für Silberschmidt ist klar: «Aus staatspolitischer Sicht ist das Verbot ein skandalöser Fehlentscheid.»

Den «Schwarzen Block» bezeichne Polizeivorsteher Richard Wolff als «interessante Ergänzung» des 1.-Mai-Umzugs. «Für mich heisst Vielfalt, dass man anderen Meinungen Platz gibt, das will Herr Wolff anscheinend nicht», sagte Silberschmidt gegenüber «Tele Züri».

Image

Antragsformular der Jungfreisinnigen. bild: zvg

Könnte es allerdings sein, dass das Echo auf die gescheiterte Gegendemo grösser ausgefallen ist als jenes, das sie im Fall einer Bewilligung ausgelöst hätte? Als PR-Coup will Silberschmidt die ganze Aktion nicht bezeichnen, wie er gegenüber watson erklärt: «Wir haben selbstverständlich auf eine Bewilligung gehofft.» Man habe zwar nie geplant, daraus eine Grossdemo zu machen, und habe deshalb nur 50 erwartete Kundgebungsteilnehmer im Gesuch angegeben. «Aber das ist kein Grund, unsere Meinung zu verbieten», so Silberschmidt.

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43Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hans Jürg 19.04.2015 13:25
    Highlight Highlight Interessant, dass ein Politiker, der einer Partei angehört, die angeblich liberal, demokratisch und freisinnig ist, die demokratischen Rechte beschneidet. Er ist wohl eher ein Sinnfreier als ein Freisinniger.
  • dimitris muse 19.04.2015 04:18
    Highlight Highlight wenn ihr gegen die PR der Jungfreisinnigen seit dann schreibt doch nix
  • Jol Bear 18.04.2015 16:52
    Highlight Highlight Na bitte, der 1. Mai ist in Zürich DER Tag, um die Segnungen des Sozialismus hoch leben zu lassen. Klassenkampf aufleben zu lassen, Marx, Engels, Chávez, Honecker, Castro, Kim-Jong und all die andern grossen Menschenfreunde zu würdigen und ehren. Die gemässigten singen die Internationale und die ungeduldigen demolieren als schwarzer Block blasphemische, nein, böse kapitalistische Statussymbole. Wo kämen wir denn hin, wenn dieser Service Public durch eine Hand voll neoliberale Schnösel gestört würde?
    • Inti 18.04.2015 23:56
      Highlight Highlight Marx und Engels in den gleichen Ideologie-Topf wie Castro und Kim-Jong zu werfen zeugt von nicht viel Ahnung von der Realität...
  • 7immi 18.04.2015 16:24
    Highlight Highlight man könnte ja meinen, der wolf sei parteiisch... ua auch wegen der verhinderten kostenüberwältzung bei der räumung der hausblockade in zh...
    wenn demos erlaubt sind, dann für alle seiten!
  • Karl33 18.04.2015 16:18
    Highlight Highlight Diese Jungfreisinnigen sind doch zu lahm, um sich auf die Strasse zu begeben. Verwöhnte Goldküstenkids. Für was stehen die eigentlich in der jungen FDP ein, als Mitt-Zwanzigjährige? Für weniger Bürokratie? Mehr Profit für globale Firmen und Aktionäre? Gimme a break. Haben die sonst keine Ideale?
    Von einigen dieser Jungfreisinnigen weiss ich allerdings persönlich, dass ihnen Politik egal ist, Opportunisten, die interessiert bloss das Netzwerk und Politik als Karrierebooster. Die wären bestimmt nicht am Sonntagmorgen aufgestanden für eine, öhm, Gegendemo.
    • Alnothur 19.04.2015 02:24
      Highlight Highlight "Goldküstenkids"? "junge FDP"? ROFL, da hat ja jemand viel Ahnung vom Jungfreisinn...
  • zombie1969 18.04.2015 15:47
    Highlight Highlight Schade!
    Jedes andere Denken war schon immer offener, fortschrittlicher und toleranter als das Schwarz-Block-Denken.
    • Inti 18.04.2015 23:59
      Highlight Highlight Genau! Faschistendenken zum Beispiel, viel offener und toleranter als das Schwarz-Block-Denken...
      Manchmal fragt man sich wirklich!
  • Gott 18.04.2015 14:14
    Highlight Highlight Wenn die Jungschnösel sich schon einmal auf die Strasse begeben wollen, muss man ihnen das auch erlauben. Den Konsequenzen waren sie sich ja ebenfalls bewusst, jede kleinste Wunde hätten sie in einer Blick Homestory geleckt.
  • MaskedGaijin 18.04.2015 13:34
    Highlight Highlight Warum sind die jung-FDP'ler eigentlich immer so Bubis?
    • Too Scoop 18.04.2015 14:08
      Highlight Highlight Der hipsterbart fehlt.
    • cassio77 18.04.2015 15:36
      Highlight Highlight ist dies Dein einziges argument gegen ein grunddemokratisches recht, seine meinung öffentlich zu äussern?
    • MaskedGaijin 18.04.2015 16:04
      Highlight Highlight Nein. Aber ist mir zuerst aufgefallen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Rafi Hazera 18.04.2015 13:30
    Highlight Highlight Jeder soll seine Meinung kundtun dürfen. Aber die Jungfreisinnigen hätten auch ein anderes Datum für ihre Gegendemonstration wählen können, wo nicht schon fast das gesamte Stadtzürcher Polizeipersonal wegen einem Grüppchen zu erwartenden geistig Eingeschränkter eingespannt ist. Zudem steigert eine Gegendemonstration genau am 1. Mai das Gewaltrisiko durch oben genannte Individuen.

    Die Stapo wäre wie immer das erste Ziel von Kritik nach einer Steigerung von Sach- und Personenschäden.

    Die Wahl des Datums deutet darum schon stark auf eine kalkulierte Absage mit entsprechender Aufmerksamkeit hin.
    • Kian 18.04.2015 13:38
      Highlight Highlight Da gebe ich dir Recht. Nur: Bedeutet das nicht, elend vor diesen asozialen Chaoten (Schwarzer Block) zu kapitulieren?
    • Petar Marjanović 18.04.2015 13:44
      Highlight Highlight Auf Twitter wurde das bereits intensiv diskutiert. Mein Vorschlag: Die Jungfreisinnigen sollten nach Oerlikon … so weit laufen die Autonomen nicht. – Cédric Wermuths Vorschlag: Die Jungfreisinnigen sollten am Vorabend demonstrieren, dann sind sie bereits am 1. Mai in den Medien.
    • Rafi Hazera 18.04.2015 13:45
      Highlight Highlight Im Gegenteil. Das sind präventive Sicherheitsmassnahmen um genau diesen Chaoten Einhalt gebieten zu können. Das ist nicht Kapitulation sondern Strategie. Ich nehme Wolff die Aussage durchaus ab, dass er die Sicherheit nicht mehr erwartungsgemäss gewährleisten könnte. Oder der Einsatz würde einfach um ein Vielfaches teurer, was danach auch wieder scharf kritisiert wird. Und zwar vor Allem von bürgerlichen Kreisen. Du kannst es drehen und wenden wie du willst. Irgendeiner wird es immer für seine PR ausnutzen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • stadtzuercher 18.04.2015 12:04
    Highlight Highlight Das ist etwa dasselbe, wie wenn die Jungfreisinnigen am Sechseleuten für Tierschutz oder gegen Sexismus demonstrierten wollten. Wäre auch nicht bewilligt worden. Peinlicher PR-Gag.
  • JJ17 18.04.2015 11:56
    Highlight Highlight Ich mag watson ja wirklich aber politische Themen kann man bei ihnen wirklich nicht lesen, da sind sie noch schlimmer als der Blick (einfach auf die andere politische Seite)
    • Kian 18.04.2015 12:09
      Highlight Highlight Das musst du mir jetzt aber erklären: Wer kommt in diesem Beitrag gut weg? Richard Wolff? Die Jungfreisinnigen? Beide? Keiner?
    • Oliver Sahli 18.04.2015 13:12
      Highlight Highlight wahrscheinlich die frechheit des redaktors anzumerken, dass die polizei darauf verwies, dass eine gegendemo mehrkosten verursacht und gefahrenpotenzial birgt. gerade weil man als polizeigut gesundheit zu schützen verpflichtet ist. fakten und begründungen sind halt schon recht parteiisch.
      #nancygracerality
    • Petar Marjanović 18.04.2015 13:27
      Highlight Highlight Sorry.
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  • Monachus 18.04.2015 11:55
    Highlight Highlight Leider hat Wolff keine Söhne bei den Jungfreisinnigen, sonst hätte es Polizeischutz à gogo gegeben...
    • SaveThisPlanet 18.04.2015 12:14
      Highlight Highlight blödsinn
    • Monachus 18.04.2015 13:49
      Highlight Highlight Dein stichhaltiges und profundes Argument hat mich restlos überzeugt, merci!
    • pun 18.04.2015 14:32
      Highlight Highlight Monachus dein Argument ist in etwa gleich stichhaltig und profund wie "blödsinn". Passt also ganz gut zusammen.
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Weshalb Hunderte Zürcher Schüler und Schülerinnen streikten

Nach dem Vorbild von Australien und dem Aufruf von Greta Thunberg haben am Freitag 400 bis 500 Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Kantonsschulen von Zürich den ersten Schweizer Klimastreik durchgeführt.

Unter anderem fordern die Schülerinnen und Schüler vom Kanton Zürich, nach dem Vorbild von London, einen «Climate Emergency», einen Klimanotstand also, auszurufen.

Die Streikenden versammelten sich vor dem Zürcher Stadthaus, wo sie diese Forderung bei einem Vertreter der Stadt Zürich …

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