Schweiz
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Undatierte Aussenaufnahme der Westfassade des Wohlgroth-Gebaeudes in Zuerich mit dem Slogan

Das besetzte Wohlgroth-Areal in den frühen 1990er Jahren. Bild: KEYSTONE

Das Seefeld ist überall: Wie Zürich immer mehr «Zureich» wird

Das rotgrüne Zürich wird zu einer Stadt für die Besserverdienenden. Die mittleren und unteren Bevölkerungsschichten werden verdrängt. Eine wesentliche Rolle spielen die hohen Mieten.



Wer in den frühen 1990er Jahren mit dem Zug in den Hauptbahnhof Zürich einfuhr, konnte die Aufschrift auf der linken Seite nicht übersehen. ZUREICH stand im Stile eines SBB-Stationsschilds auf einer Mauer. Die Besetzer des Wohlgroth-Areals protestierten mit dieser Verballhornung des Stadtnamens gegen die Spekulation und den Mangel an Freiräumen.

«Alles wird gut», lautet eine weitere auf die Hauswand gemalte Parole. Wurde es aber nicht. Die Wohlgroth-Besetzung endete im November 1993 mit der gewaltsamen Räumung. Das Areal in Bahnhofsnähe wurde abgerissen und durch einen gesichtslosen Neubau ersetzt. «Zureich» aber blieb unvergessen, auch wenn man damals über diesen Begriff schmunzeln musste.

Blick von oben auf das Wohlgroth-Areal mit Innenhof, rechts daneben die zum Hauptbahnhof Zuerich fuehrenden Gleise, undatierte Aufnahme. Das am linken Bildrand auf einem Dach sichtbare

Zürich damals: Angst vor dem Niedergang zur A-Stadt. Bild: KEYSTONE

Die 90er Jahre waren eine Zeit, in der Zürich der Abstieg zur so genannten A-Stadt drohte, in der sich «Problemfälle» konzentrieren: Arme, Alte, Arbeitslose, Ausländer, Ausgegrenzte. Die Stadt kämpfte mit hohen Defiziten aufgrund der hartnäckigen Wirtschaftsflaute. Wer gut verdiente, «flüchtete» aufs Land. Die Bevölkerung erreichte mit rund 350'000 Einwohnern einen Tiefpunkt.

Mehr Menschen mit hohem Status

25 Jahre danach sind das nur noch böse Erinnerungen. Um das Jahr 2000 hat eine radikale Trendwende eingesetzt. Das Wohnen in der Stadt wurde wieder hip. Immer mehr vorab jüngere, gut ausgebildete und progressive Menschen zogen und ziehen nach Zürich. Das hat deutliche Auswirkungen auf das Bevölkerungsgefüge: Aus der A- wurde eine Z-Stadt. Wie Zureich.

Diese Entwicklung lässt sich belegen anhand der Bevölkerungsbefragung, die die Stadt alle zwei Jahre durchführt. Der «Tages-Anzeiger» hat sie in einer Grafik dargestellt. Vor 15 Jahren machten der Menschen mit hohem, mittlerem und tiefem Status je rund ein Drittel aus. Heute bilden die gut ausgebildeten und gut-situierten Einwohner mit knapp 50 Prozent die grösste Gruppe.

Unter den Augen eines seit 28 Jahren mehrheitlich rotgrünen Stadtrats findet in Zürich eine Umschichtung der Bevölkerung statt. Und ein Ende ist nicht in Sicht, denn Zürich ist eine attraktive Stadt mit einer anerkannt hohen Lebensqualität. Die «kleinen Leute», für die sich die Linke eigentlich einsetzt, können sich das Leben in der teuren «Little Big City» immer weniger leisten.

Frau Gerolds Garten in Zurich combines an open-air market garden, art and design market and a restaurant right in the city, pictured on April 26, 2013. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Frau Gerolds Garten in Zuerich vereint Gaertnerei, Einkaufsmarkt und Restaurant unter freiem Himmel, aufgenommen am 26. April 2013. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Zürich heute: Frau Gerolds Garten ist ein Treffpunkt des jungen, progressiv-urbanen Milieus. Bild: KEYSTONE

Ein Haupttreiber dieser Entwicklung sind die hohen Mieten. Obwohl laufend neue Wohnungen gebaut werden, kann das Angebot mit der Nachfrage kaum mithalten. Verschärft wird das Problem durch den Abbruch oder die Sanierung von Altbauten. Durch diese «Aufwertungen» verschwindet günstiger Wohnraum, was die Entmischung der Bevölkerung zusätzlich beschleunigt.

«Die Seefeldisierung hat die ganze Stadt erfasst.»

Walter Angst

Fachleute schlagen Alarm: «Die schwächeren Einkommensschichten und sogar das mittlere Bürgertum werden aus den Städten vertrieben», sagte der Architekt und ehemalige ETH-Professor Vittorio Magnago Lampugnani in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Er macht vor allem die immensen Wertsteigerungen von Grundstücken für diese Entwicklung verantwortlich.

Für den Mieterinnen- und Mieterverband Zürich sind es in erster Linie institutionelle Investoren, die «mit ihrer auf Renditeoptimierung fokussierten Bewirtschaftungsstrategien soziale Aspekte völlig ausklammern», wie Kommunikationschef Walter Angst erklärt. In Zürich sind die Auswirkungen überall zu erkennen, sogar in stark belasteten Lagen am Stadtrand wie der Überlandstrasse in Schwamendingen.

Kein Arbeiterquartier mehr

«Die Seefeldisierung hat die ganze Stadt erfasst», sagt Angst, der für die Alternative Liste (AL) im Gemeinderat sitzt. Ein gutes Beispiel ist Altstetten, ein traditionelles Arbeiter- und Kleinbürgerquartier, in das die «Mehrbesseren» früher kaum freiwillig gezogen wären. Nun sind sie innerhalb weniger Jahre von der kleinsten zur grössten Gruppe geworden.

Abgestellte Fahrzeuge an der Zuercher Weststrasse, aufgenommen am Dienstag, 16. August 2011, in Zuerich. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Die Weststrasse nach der Verkehrsberuhigung. Bild: KEYSTONE

Möglich geworden sei dieses «Immo-Bonanza», weil die Politik den Fokus auf eine Stadtentwicklung gelegt habe, die gut ausgebildete und ressourcenstarke Leute anzieht, sagt Angst. Das sei auch der Grund dafür, dass der Kreis 4 «nicht mehr das Ambiente eines Arbeiterquartiers hat, in dem sich alle wohlfühlen».

«Der Urban Farmer ist kein Schrebergärtner.»

Walter Angst

Die Folgen der Gentrifizierung sieht man gut an der Weststrasse. Als Zubringer zur A3 war sie ein regelrechter Unort. Seit der Eröffnung der Westumfahrung hat sich das radikal geändert. Wer sich heute an der Weststrasse umsieht, kann nur staunen. Alles ist verkehrsberuhigt und renoviert. Nur wenige der früheren Anwohner konnten bleiben.

Zwar bietet Zürich viele Arbeitsplätze für hochqualifizierte und «ressourcenstarke» Menschen, wie Walter Angst sie nennt. Aber eben auch sehr viele Dienstleistungsjobs in Gastgewerbe, Detailhandel oder im Gesundheitswesen. Für diese Beschäftigten gibt es in der Stadt immer weniger Wohnraum, sie müssen wegziehen und in die «2000-Watt-Stadt» pendeln.

Abbruch und Neubau statt Umbau

Überspitzt gesagt kann in Zürich nur günstig leben, wer sich mit Glück oder Vitamin B eine gemeinnützige Wohnung angeln kann. Oder wer Immissionen wie Verkehrslärm in Kauf nimmt. Manchmal hilft nicht einmal das, wie das Beispiel der Überlandstrasse zeigt, wo der Aufwertungsprozess mit Leerkündigungen und Sanierungen bereits begonnen hat.

ZUM THEMA BAUTAETIGKEIT IM KANTON ZUERICH STELLEN WIR IHNEN HEUTE, DONNERSTAG, 15. FEBRUAR 2018, FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG --- The construction site of the new district center of the cooperative

Neubau des Quartierzentrums der Familienheim-Genossenschaft. Bild: KEYSTONE

Die Stadtregierung um SP-Stadtpräsidentin Corine Mauch betont bei jeder Gelegenheit, dass ihr die soziale Durchmischung am Herzen liegt. Das Stimmvolk hat 2011 beschlossen, den Anteil an gemeinnützigen Wohnungen – er beträgt heute je nach Zählweise zwischen 25 und 30 Prozent – bis 2050 auf ein Drittel erhöhen. Ein weiteres Zauberwort heisst Verdichtung.

«Bei Grossprojekten muss von Anfang an darauf geachtet werden, dass für einen breiten Mix von Bewohnerinnen und Bewohnern gebaut wird.»

Walter Angst

Sie findet in Zürich kaum durch den Umbau bestehender Wohnbauten statt, sondern meistens durch Abbruch und Neubau. Ohne flankierende Massnahmen in der Wohnpolitik werde damit automatisch eine Umschichtung der Stadtbevölkerung vorangetrieben, meint der Mieterverband. Die Immobilienwirtschaft richte ihr Angebot auf diese zahlungskräftige Gruppen aus – und verdränge die anderen.

Gewinner sei das progressiv-urbane Milieu. «Der Urban Farmer ist kein Schrebergärtner», bringt es Walter Angst auf den Punkt. Auch in den Wohnbaugenossenschaften sei dieses Milieu inzwischen stark vertreten. Die Genossenschaften müssten sich mit diesem Trend auseinandersetzen und Gegensteuer geben. «Einige machen das heute schon, es gibt aber noch Luft nach oben», meint der Sprecher des Mieterverbands.

Graben nicht weiter vergrössern

«Bei Grossprojekten muss von Anfang an darauf geachtet werden, dass für einen breiten Mix von Bewohnerinnen und Bewohnern gebaut wird. Besonders wichtig ist, dass man nicht alles abreisst, sondern auch Bauten stehen lässt.» Zudem müsse man bei der Vermietung jene Gruppen bevorzugen, die heute aus der Stadt verdrängt werden, so Angst.

Luft nach oben gebe es auch in der Stadtverwaltung. Zwar habe ein Umdenken eingesetzt, «aber wir wären froh, wenn es etwas schneller ginge». Der kommunale Richtplan, an dem zurzeit gearbeitet werde, müsse das Ziel verfolgen, «den Graben zwischen Stadt und Agglomeration nicht noch weiter zu vergrössern». Durchmischung dürfe nicht mehr heissen, dass man ressourcenstarke Gruppen in angebliche «Problem»-Quartiere ansiedle. «Jetzt muss alles daran gesetzt werden, dass auch an den ‹guten Lagen› Wohnraum für Haushalte geschaffen wird, die in der Stadt zurzeit keine Bleibe mehr finden.»

So gechillt war's in Zürich einmal – Bilder aus vier Jahrhunderten

Das aber ist eine langfristige Perspektive. So lange die Sogwirkung Zürichs anhält und auch der private Wohnungsbau floriert, werden die Mieten hoch bleiben und die soziale Entmischung voranschreiten. Mit einer schmerzhaften Abstrafung bei den Wahlen am 4. März muss die Linke trotzdem nicht rechnen. Die Bürgerlichen, die regelmässig Vorhaben im gemeinnützigen Wohnungsbau bekämpfen, sind für die Stadtbevölkerung keine Alternative.

Was in Zürich geschieht, findet auch in «echten» Weltmetropolen wie London oder Parist statt. Erfreulich ist diese Entwicklung trotzdem nicht. Sie hat mit einer authentischen Urbanität kaum mehr etwas gemeinsam. «Alles, was wir an der europäischen Stadt lieben und was sie zu einem globalen Erfolgsmodell macht, geht verloren», meint Architekt Vittorio Magnago Lampugnani.

Zürich mag immer mehr Zureich werden, aber die Stadt wird damit auch ärmer.

Das Verkehrschaos in Zürich 1932

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    Alle Leser-Kommentare
  • Sven Wittibschlager 26.02.2018 07:06
    Highlight Highlight Zürich ist eines der teuersten Städte der Welt. Hongkong und Singapur ist noch teurer. Auch die Wirtschaftselite z.B. erfolgreiche Züricher Anwälte von Top-Anwaltskanzleien in Zürich und Wirtschaftskanzleien zählten zweifellos zum bürgerlichen Establishment in der Stadt Zürich.


    vgl. https://www.blick.ch/people-tv/staedtevergleich-unter-teuersten-staedten-zuerich-ist-die-drittteuerste-stadt-der-welt-id6402561.html
    https://www.nzz.ch/wirtschaft/lebenshaltungskosten-zuerich-unter-den-teuersten-staedten-der-welt-ld.152653
    und http://www.anwalt-zuerich.attorney
  • Jörg K. 25.02.2018 22:03
    Highlight Highlight Nicht jeder fühlt sich wohl mit über 50% Ausländern. Mit Schulklassen wo 2 Schweizer Kinder normal sind. Die Entmischung wird weiter gehen.
  • Jörg K. 25.02.2018 21:56
    Highlight Highlight Bin in Zürich aufgewachsen. Die Entflechtung hat doch schon viel früher angefangen. In Zürich leben von unserer damaligen Sek Abschlussklasse genau noch Zwei. Einer ist Bankangestellter und eine ist Ärztin, beide arbeiten in Zürich. Der Rest der Klasse lebt ausserhalb von Zürich. Gründe:
    1. Keine geeigneten Arbeitsplätze
    3. Wohnraum zu teuer
    Diese Bewegung hat schon in den 70 ern begonnen. Wer wohnt den heute mehrheitlich in Zürich? Staatsangestellte, Kulturangestellte und Dienstleistungsangestellte. Sogar die Angestellten aus der Finanzindustrie wohnen mehrheitlich ausserhalb der Stadt.
  • koks 25.02.2018 11:37
    Highlight Highlight Der langjährige SP-Gemeinderat Kyriakos Papageorgiou hat grad eben die SP verlassen und ist zur AL gewechselt. In einem Interview sagt er über die SP:
    Vor allem würden in der SP Kreis 11 die Prioritäten falsch gesetzt. Statt sich auf sozialdemokratische Kernthemen wie die soziale Gerechtigkeit zu konzentrieren, sorge man sich darum, dass in den städtischen Altersheimen veganes Essen auf den Tisch komme. Die SP betreibe zunehmend Politik für die obere Mittelschicht – und nicht mehr für die sozial Schwachen.
  • koks 25.02.2018 10:51
    Highlight Highlight Dazu kommt mir dieser aktuelle Artikel im Tagi in den Sinn:
    " Wie die Linke die Abgehängten verriet."
    Dass die Ungleichheit so stark zunehmen konnte, liegt auch an der Entfremdung der Linken von ihrer alten Basis.
    https://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/wie-die-linke-die-armen-im-stich-laesst/story/10811401
  • Toerpe Zwerg 25.02.2018 10:42
    Highlight Highlight Gemeinnütziger Wohnungsbau ist nicht die Lösung, sondern Teil des Problems. Zusammen mit ungenügender Aufzonung, unsinnigen Baugesetzen und einem viel zu starken Heimatschutz werden dadurch die Stadtentwicklung behindert und der Wohnraum künstlich verknappt.

    Aber abgesehen davon ist die Entwicklung durchaus positiv.

    • Maracuja 25.02.2018 13:06
      Highlight Highlight Gemeinnütziger und Genossenschaftlicher Wohnungsbau findet breite Unterstützung in der Zürcher Bevölkerung und ist sicher nicht die Ursache für eine Verknappung des Wohnraums. Vermehrte Kontrollen bzgl. Einhaltung der Vorschriften (Einkommen, Wohnungsbelegung) sind auf bürgerlichen Druck zurzeit im Gange. Betreffend den anderen Punkten wäre eine Liberalisierung sinnvoll. Eine Auflockerung der Baugesetze darf aber nicht auf Kosten von Sicherheit (wie Brandschutz) gehen.
    • Shlomo 25.02.2018 14:19
      Highlight Highlight Stimmt nicht. Genau der gemeinnützige Wohnungsbau erlaubt es finanzschwachen Familien und Einzelpersonen eine zahlbares Dach über dem Kopf zu haben.
      Eine reine Aufstockung bringt gar nichts. Das Problem ist, dass flächenmässig zu grosse Wohnungen gebaut werden.
    • Toerpe Zwerg 25.02.2018 18:54
      Highlight Highlight Subventionierter gemeinnütziger Wohnungsbau trägt zur Verknappung von Wohnraum insgesamt bei.

      Ein Haupteffekt ist, dass grössere Wohnungen brwohnt werden, als sich die Bewohner leisten könnten. In normalen Mietwohnungen nimmt die Fläche pro Kopf in Zürich seit ca. 15 Jahren ab. In gemeinnützigen Wohnungen nahm der Flächenverbrauch bis ca 2008 zu und bleibt seither konstant.

      Ebenso verhindert subventionierter Wohnungsbau direkt normalwirtschaftliche Investitionen in tiefpreisigen Wohnraum.

      Zusammen der ungünstigen Belegung (oft ohne Bezug zum realen Einkommen) sind die Effekte wohl negativ.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Slavoj Žižek 25.02.2018 08:56
    Highlight Highlight "Die «kleinen Leute», für die sich die Linke eigentlich einsetzt, können sich das Leben in der teuren «Little Big City» immer weniger leisten."

    Mit der SP passiert dasselbe mit den Linken wie in den USA. Es sind globalisierungsfreundliche Kapitalisten mit Gesellschaftsliberalem Anstrich.
  • Spooky 25.02.2018 05:47
    Highlight Highlight "Heute bilden die gut ausgebildeten und gut-situierten Einwohner mit knapp 50 Prozent die grösste Gruppe."

    Das merkt man auch an den Kommentaren auf Watson.
    Die Leute vom Prekariat diskutieren nicht, sie überleben.
    Die Linken von heute sind Vergangenheit.
    • Maracuja 25.02.2018 12:22
      Highlight Highlight Die Linken von heute sind diejenigen, die sich im Rahmen der Reform der Ergänzungsleistungen u.a. dafür einsetzen, dass in Zukunft die anrechenbare Miete erhöht wird.
    • Spooky 25.02.2018 12:58
      Highlight Highlight @ Maracuja
      Das ist Pflästerlipolitik.

      Ein Kniefall vor dem Kapitalismus.

      Die Linken sollen sich gescheiter darum bemühen, das Eigentum abzuschaffen.
    • Maracuja 25.02.2018 20:49
      Highlight Highlight @Spooky: Die Linken sollen sich gescheiter darum bemühen, das Eigentum abzuschaffen

      Tolle Idee, sie wird in einem reichen Land wie der Schweiz bestimmt viele Anhänger finden. Die Initiativen der Juso fallen an der Urne regelmässig nur durch, weil sie zu wenig radikal formuliert sind.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Blaugrana 25.02.2018 03:38
    Highlight Highlight Wohnkonzepte made in Singapore, ein Beispiel:
    https://en.wikipedia.org/wiki/The_Pinnacle@Duxton
    50 Stockwerke, 1848 Wohnungen. Auf der Fläche wo bei uns 25 Einfamilienhüsli mit Gärtli und Züünli und Buxbaumhecke stehen.
    Das Teil hat 2 Parks, Pools, Outdoor Joggingstrecken, Fitnessräume, alles mögliche. Dagegen sieht fast jede Schweizer Überbauung aus wie ein Zeltdorf am Openair.
    Und bevor alle blitzen und ‚Ghetto!‘ schreien: bei der Vergabe von Wohnungen wird auf soziale, ethnische und religiöse Durchmischung geachtet, die Communities werden aktiv gefördert.
    Gebäude dieser Art brauchen wir!

    • Shlomo 25.02.2018 09:56
      Highlight Highlight Wer Singapur als Vorbild nimmt hat von Städtebau wirklich keine Ahnung.
      Ein Hochhauskomplex kann nie so lebendig sein wie eine Blockrandbebauung.
    • Maracuja 25.02.2018 12:14
      Highlight Highlight Ist diese Form des Wohnens in der Schweiz mittlerweile mehrheitsfähig? Auch Grossbauten mit weniger Stockwerken wie Le Lignon blieben die absolute Ausnahme. https://www.nzz.ch/schweiz/das-andere-wahrzeichen-von-genf-1.18115809

      Hinzu kommt, dass in CH immer weniger Sorge zu gemeinschaftlichen Räumen getragen wird. Lebe in einem Hochhaus, die Waschküche ist jeweils bereits einen halben Tag nach der Reinigung wieder versifft.
    • Blaugrana 25.02.2018 14:10
      Highlight Highlight @Shlomo: und warum nicht? Kennst Du die Begebenheiten in Singapur? Ich schon - die HDB Hochhauskomplexe sind sogar sehr lebendig, die BewohnerInnen sehen sich als einen Teil ihrer Community. Ich habe in Zürich auch Blockrand gewohnt. Das einzig Gemeinschaftliche war das Gezänk um den verf... Waschplan. Aber ob das Modell Singapur in der Schweiz mit ihrem Gärtlidenken auch geht, gut, das sei mal dahingestellt...
  • Darkside 25.02.2018 03:36
    Highlight Highlight Zum Wohl aufs Groth!
  • bcZcity 25.02.2018 02:24
    Highlight Highlight Für die hippen Neu-Zürcher ist eben der Kreis 10 oder Altstetten ein No-Go. Viele wollen aus Prinzip im Kreis 1, 2, 3, 4 oder 5 wohnen. Angrenzende Agglo Gemeinden, von wo aus man sogar oft schneller Downtown ist als mit dem lahmen Tram, werden noch mehr gemieden. Fragt mal New Yorker, ob New York nur aus Manhatten besteht? Oder was die von „Downtown“ halten....
    • matcha 25.02.2018 08:33
      Highlight Highlight Das ist einfach eine behauptung, bar jeder realität.
    • koks 25.02.2018 10:55
      Highlight Highlight In vielen Städten der Welt pendeln Menschen 2-3h zur Arbeit - ein Weg. Meinst du die machen das freiwillig? "Fragt mal New Yorker" - Ja, fragen wir die mal, wo sie wohnen möchten, und wieviel Geld und Zeit sie fürs Wohnen, fürs Pendeln und fürs Arbeiten aufwenden.
      Meinst du, in anderen Städten leben die Leute wie im Paradies? Schon mal auf die Idee gekommen, dass in anderen Städten ähnliche Wohn- und Verdränungsprobleme wie in Zürich herrschen?
    • bcZcity 25.02.2018 14:59
      Highlight Highlight @koks
      Du sagst es ja gleich selber! Mitten in der City und 5min Fussweg zu allem ist Luxus. Und Zurich wäre ja gerne Weltstadt, dann muss man auch damit leben! Als Stadtzürcher muss man eben flexibel sein und wenm es in der Stadt nix hat, dann eben die angrenzenden Gemeinden. Aber hier empfinden viele 60min pro Arbeitsweg ja schon als zu lange. Und in Zürich ist es eben cooler, vor allem im Kreis 1-5. Lächerlich!
  • Ökonometriker 24.02.2018 20:36
    Highlight Highlight Man unterbindet das Einzonen von Land, auch in ländlichen Gebieten. Die Bevölkerung der CH wächst. Die Leute müssen irgendwo leben.
    Einzig mögliches Resultat dieser Politik ist nunmal, dass die Preise steigen und die Ärmeren auf weniger Platz wohnen müssen.
    Aber was will man machen? Hochhäuser bauen und das Stadtbild zerstören? Zuwanderung beschränken und die Wirtschaft bremsen? Land einzonen und Grünflächen zubetonieren?

    Guter Rat ist hier teuer... ich fürchte man zwingt daher weiterhin immer mehr Leute auf weniger Raum.
    • alessandro 24.02.2018 22:54
      Highlight Highlight Hochhäuser zerstören das Stadtbild. Aber Einzonen ist nötig.
    • alessandro 24.02.2018 23:14
      Highlight Highlight Sorry, ich hab deinen Kommentar falsch gelesen. Das obere ist natürlich ironisch gemeint.
    • Blaugrana 25.02.2018 03:52
      Highlight Highlight Hochhäuser zerstören das Stadtbild keineswegs, wenn sie am richtigen Ort geplant und kreativ & hochwertig ausgeführt werden. Brauchen wir nicht im Kreis 1, klar. Aber warum nicht bei der Hardbrücke? Dort wurde bisher meiner Meinung nach eine riesige Chance verpasst, mal richtig Wohnraum zu schaffen. Mit mutiger, moderner, auf Menschen ausgerichteter Architektur, einer ausgewogenen Quartierplanung und dem Ziel, Wohn- und Arbeitsraum für mindestens 50‘000 Menschen zu schaffen. Stttdessen: 5 Mini-Plattenbauten zu völlig bescheuerten Preisen, und drumrum die absolute Betonwüste.
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  • Maracuja 24.02.2018 19:51
    Highlight Highlight Dass Walter Angst (Gemeinderat der AL) sich freut, wenn die Wähler seiner Partei den Vorzug gibt, ist verständlich. Ich frage mich aber, was Ihre Intentionen sind Herr Blunschi, so kurz vor den Wahlen gleich zwei Artikel gegen das „rotgrüne Zürich“ zu schreiben.
    • matcha 25.02.2018 08:35
      Highlight Highlight Das nimmt mich auch wunder.
      ...
  • baere.mani 24.02.2018 19:15
    Highlight Highlight Sie dürfen ein paar arme BielerInnen in der Innenstadt von Züri einquartieren und dafür ziehen ein paar gut steuerzahlende Züzis nach Biel. Deal? : )
    • ma vaff... 25.02.2018 00:28
      Highlight Highlight Nope. Da bin ich klar dagegen.😑
  • alessandro 24.02.2018 19:05
    Highlight Highlight An die ganzen SP Hetzer, welche etwas von "gutverdienend und akademisch" und von " den Draht zum einfachen Volk verloren" labern:
    Welche Partei setzt sich mehr für die Wenigverdienenden ein? Welche Partei versucht den Schaden des ausufernden Kapitalismus zumindest mit Leitschranken in Grenzen zu halten? (Als erstes müssen nämlich immer die Schwachen bluten).
    Es scheint mir sehr opportunistisch oder zumindest unüberlegt, wenn man aufgrund eines Missstandes, der auf privatwirtschaftlichen Mechanismen und Firmen aufbaut, ohne Argumente eine Partei verunglimpft.
    • Hierundjetzt 24.02.2018 19:55
      Highlight Highlight Ich schätze die SP sehr. Aber was die für Probleme lösen wollen... Come on, da werden unglaubliche tolle hochtheoretische Modelle entwickelt, am ganz grossen Rad gedreht, was uns allen rein gar nichts bringt.

      Die SP und mit Ihr die Juso haben komplett die Bodenhaftung verloren.

      Hergott, wir haben Rekordarbeitslosigkeit, wie noch nie seit 1945, eine AHV die nicht funktioniert und eine PFZ die aus dem Ruder läuft. DAS sind Themen.

      Und ob im Kongo jetzt eine Mine nicht nach EU Standarts läuft interessieren die 600’000 (!) ALK und Soz Empfänger aber so was von nicht.
    • nödganz.klar #161 24.02.2018 20:34
      Highlight Highlight @hierundjetzt

      „da werden unglaubliche tolle hochtheoretische Modelle entwickelt, am ganz grossen Rad gedreht, was uns allen rein gar nichts bringt. „

      Von welchen Modellen sprichst du? Wäre froh um einige konkrete Beispiele. Danke.
    • Blaugrana 25.02.2018 03:55
      Highlight Highlight @hierundjetzt: Rekordarbeitslosigkeit wie seit 1945 nicht mehr? Bei den Schriftsetzern vielleicht, aber sonst so, wo genau?
    Weitere Antworten anzeigen
  • der nubische Prinz 24.02.2018 18:12
    Highlight Highlight Ist in Zürich-l leben ein Menschenrecht? Das klingt ja wie SVP Rumgeheule "früher war alles besser!"
  • ströfzgi 24.02.2018 18:06
    Highlight Highlight Was wohl aus all den Wohlgroth-Besetzern wurde?
  • Blumenmäher 24.02.2018 18:04
    Highlight Highlight Zürich hat ein zunehmendes Identitätsproblem und macht sich mit seiner Bau- und Wohnpolitik in dieser Hinsicht keinen Gefallen.
    Es gibt diverse Stadtteile, in denen ich
    nicht mehr wohnen will. Und nicht wegen hoher Miete sondern wegen der neuen Nachbarschaft.
    Ich ziehe dabei den CGI zu Rate, ein Indikator der irgendwas mit Kanadischen Gänsen misst. Je höher die Werte, desto meidenswerter.
    Weitere Zeichen finden sich auch am Strassenrand in Form von mattgrauen Elektropferden oder übervollen Kartonbergen.
    • jjjj 24.02.2018 23:06
      Highlight Highlight Wow. Deep!
  • redeye70 24.02.2018 17:56
    Highlight Highlight Das ist eben die Kehrseite des Erfolgs. Was ist nun besser? Eine Stadt die viel Geld generiert und somit dem Wohlstand hilft oder eine Stadt die zwar drecksbillig ist aber dafür bettelarm. Billige Städte generieren keine Arbeitsplätze. Seien wir froh haben wir dieses Problem und nicht viele andere mit verhehrender Wirkung für alle.
    • Cerulean 25.02.2018 11:46
      Highlight Highlight Ich halte deinem Argument die Stadt Wien entgegen. Die Mieten sind zwar auch gestiegen, aber immer noch sehr preiswert. Und dennoch gilt Wien als wohlhabendste Stadt Europas mit der höchsten Lebensqualität der Welt. Auch hier gubt es Gentrifizierung aber nicht im selben Ausmass.
      Weil Wien das Hohelied der Privatisierung nicht mitsingt.
      Die Mehrheit der Wohnungen in Wien gehören der Stadt. Das beschert der Stadt hohe Einnahmen und hält Stadtweit die Mieten tief. Da haben die Wiener was richtig gemacht, was die restlichen Europäischen Städte verpasst haben..
  • p4trick 24.02.2018 17:54
    Highlight Highlight Lebensqualit ist wenn ich nicht da wohnen muss wo ich arbeite und den Arbeitsweg mit Ebike und einer schönen Route bestreiten kann. "Ich lebe nicht um zu arbeiten sondern arbeite um zu leben"
  • Redly 24.02.2018 17:21
    Highlight Highlight Im Zentrum zu wohnen ist attraktiv. Dafür sind viele bereit, viel zu zahlen. Was soll daran schlimm sein?
    Soll es ein Menschenrecht geben, weniger zu zahlen und mehr zu erhalten als andere?
    So und jetzt: her mit den Blitzen.
    Aber übernehmt ihr dann für andere die Differenz?
  • seventhinkingsteps 24.02.2018 17:09
    Highlight Highlight Man kann ja über die Cüpli Sozis wie man will, ich find die auch scheisse. Die SP ist trotzdem immer noch die einzige Partei, die sich konstant für sozial schlechter gestellte Menschen einsetzte und zwar unabhängig davon ob sie Schweizer sind oder nicht. Sie ist auch die Partei, die intern die lebendigste Streitkultur pflegt. Manche SP-Mitglieder tun das als Hetze ab und als rote Gleichschaltung und biedern sich damit bei den Bürgerlichen und der NZZ an, die die Titelstories wittern, siehe letztes Jahr. Ich sage: Besser "Hetze" von unten als Gleichschaltung von oben wie bei der SVP.
  • whatthepuck 24.02.2018 17:06
    Highlight Highlight Ach, Lampugnani. Ein weiser Stadtdenker. Er mag Städte, andere mögen das Geld, das sich mit ihnen machen lässt.

    Bei der Verdichtung argumentiert man immer damit, dass mit Ersatzneubauten mehr Wohnraum zu günstigeren Konditionen angeboten werden kann, als bei einem Umbau des Bestandes. Dass man die Leute für einen Neubau aber erstmal vertreibt, und die gleichen danach kaum wieder kommen, das erfasst man in der Planung nicht.

    Und glaubt irgendwer ernsthaft, dass der Kommunale Richtplan (soziale) Verdichtung am Züriberg oder im Seefeld vorsehen wird? Die Stadt will doch niemandem weh tun.
  • Platon 24.02.2018 16:58
    Highlight Highlight Die FDP ist ja wohl kein Deut besser, wenn sie am liebsten alles dem Meistbietenden verkaufen will. Wohnpolitik braucht Zeit, die 30% gemeinnütziger Wohnraum sind noch nicht erreicht und auch erst ein Anfang.
  • obi 24.02.2018 16:35
    Highlight Highlight Londonisiering. Uff.
  • ta-daa 24.02.2018 16:31
    Highlight Highlight Spannender Artikel. Danke!
  • w'ever 24.02.2018 16:23
    Highlight Highlight die stadt würde mal gut daran tun, die besserverdienenden aus den stadtwohnungen zu werfen. und ja. ich kenne da welche die sehr gut verdienen und eine stadtwohnung für 900.-/monat haben.
    • p4trick 24.02.2018 17:50
      Highlight Highlight Wer mehr als Faktor 5 verdient dürfte eigentlich nicht in solchen Wohnungen leben dürfen..
    • John Carter 25.02.2018 16:00
      Highlight Highlight Wie soll das geschehen. Da fängt einer mit kleinem Lohn in einer Stadtwohnung an und mit der Zeit arbeitet er sich hoch, wird befördert und verdient mehr.

      Nun kommt ihr und sagt, Du bist ab jetzt ein "Böser" und musst aus der Stadtwohnung, wo Du 10 Jahre gewohnt hast, raus.

      Also verlass Deine Freund und Dein Umfeld und suche Dir ein neues Umfeld. Wir wollen Dich hier nicht mehr!

      Etwas so stellst Du Dir das vor? Oder doch nicht? Oder wie jetzt?
  • Querulant 24.02.2018 16:21
    Highlight Highlight Habt ihr echt keine anderen Probleme? Mich kackt diese elende "in der City ist alles zu teuer''-Diskussion echt an. Ihr seid alle selber schuld! Es gibt so viele schöne Flecken in der Schweiz, mit einem hohen Lebensstandart. Aber nein, ich muss nach ZH-City, da geht was. Ich werde nicht respektiert, wenn ich nicht dort wohne und arbeite. Schaut mal in den Spiegel und kotzt euch voll. Dann bessert euch vielleicht...
    • mukeleven 24.02.2018 19:16
      Highlight Highlight sonst gehts dir aber gut, oder?
    • Hallosager 25.02.2018 02:54
      Highlight Highlight Also wer freiwillig dort leben will, hat so oder so einen Knacks 😂😂
  • mikel 24.02.2018 16:19
    Highlight Highlight Danke für die Gedanken zur Stadtentwicklung. Die Frage ist ja immer, ob und wie man Gegensteuer geben kann bzw. will. Rot-Grün ist in Zürich pragmatisch und das find ich gut so. Von mir aus könnte sie durchaus noch etwas mehr gegen das private Geldverdienen im Wohnungsbau tun. Aber auch die Genossenschaften haben da Pflichten. Die Rechte ist mein-gott keine Alternative.
    • John Carter 25.02.2018 16:03
      Highlight Highlight Würde man die PFZ in den Griff bekommen, hätten wir plötzlich wieder genügend Wohnraum. Das scheint der linke Stadtrat aber nicht zu stören.

      Schon mal bei einer Wohnungsbesichtigung angestanden. Da kann es vorkommen das Du schon mal der einzige Schweizer in der Reihe bist.

      So viel zu meiner Heimat.
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 24.02.2018 16:10
    Highlight Highlight Zu 33% gemeinnützige Wohnungen.
    Zürich hat 222 249 Wohnungen, es wird also zwischen 17780 und 6667 neuer Wohnungen brauchen (Wenn die Zahl der Wohnungen gleich bleiben würde)
    Zum Vergleich, jedes Jahr wächst Zürich zwischen 4000 und 5000 Personen.
    Oder kurz zusammengefasst, die Mieten in Zürich werden erst sinken, wenn man massiv mehr gemeinnütziger Wohnraum entsteht, die Hürden zum bauen gesenkt werden oder Zürich an Attraktivität verliert.
    Ich glaube Zürich wird noch lange attraktiv sein und dementsprechend werden auch die Mieten nicht runter gehen.
  • x4253 24.02.2018 16:07
    Highlight Highlight Vielleicht sollte man sich etwas wie die HDB in Singapur überlegen.

    Es kann ja nicht sein, dass das Feld mehr oder weniger renditeorientierten Instituten überlassen wird, und das Volk ein Volk von Mietern bleibt.
  • Hierundjetzt 24.02.2018 16:05
    Highlight Highlight Nachtrag:

    Grad vorhin auf Homegate entdeckt: 2Zi. Neu renoviert. CHF 1200.- Kreis 12.

    Ja der K12 IST immer noch Stadt Zürich. Wo ist hier die Gentrifizierung? Also wenn man sich keine 1200.- leisten kann, hat man ganz andere Probleme. Das sind ja Aargauer Preise

    Es stimmt, es gibt die Gentrifizierung und das ist sehr störend. Aber nur weil ich nicht im C4, 7 oder 1 leben kann, heisst dass noch lange nicht, dass wir Londoner Verhältnissen haben.
    • metall 24.02.2018 16:15
      Highlight Highlight Kreis 5, 90m2 3Zi 4700.--
    • w'ever 24.02.2018 16:21
      Highlight Highlight k12 ist nicht stadt zürich
    • Peter 24.02.2018 16:23
      Highlight Highlight Man findet auch in den weniger attraktiven Stadtteilen von London noch günstige Wohnungen. Mit Betonung auf noch, denn der Druck nimmt hier wie dort zu. Bei besagter Wohnung frage ich mich, ob sie vielleicht an einer lärmigen Ecke liegt. Unter solchen Umständen findet man auch an der Rosengartenstrasse etwas bezahlbares.
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. D. 24.02.2018 16:04
    Highlight Highlight «Die Seefeldisierung hat die ganze Stadt erfasst.»

    Walter Angst



    «Die Seefeldisierung hat leider auch zu grossen Teilen die SP erfasst. Gut verdienende Exponenten der SP hocken in günstigen Stadtwohnungen. Und schämen sich nicht einmal.»

    N.Y.P.



    SP Sozialdemokratische Partei

    SPA Sozialdemokratische Partei für Akademiker

    SP100kV Sozialdemokratische Partei für Ü100'000 Verdiener

    Die SP wird sich bald spalten müssen, wenn sie nicht ALLE mitnimmt.
    • sealeane 24.02.2018 16:24
      Highlight Highlight Ich verstehe nicht ganz. Die SP soll schuld sein das Innoheie lieber auf teure Wohnungen setzt statt platz für "normal" Verdiener zu behalten /schaffen? Die SP ist also Schuld das andere dem Geld nachrennen (leider auch unsere PKs!)?
      Irgendwo hat die Logik fehler. Ich bin kein SP-Fan. Aber die rechten Parteien sind nur so erfolgreich weil sie angeblich "einfache" Lösungen präsentieren. (Ausländer sind Schuld etc.) Und die rechte bewirtschafteh Probleme nur, ich habe noch nie erlebt das die SVP probleme wirklich lösrn will (Beispiel ihre Initiativen)...
    • flying kid 24.02.2018 17:17
      Highlight Highlight Die SP nimmt schon lange nicht mehr alle mit.
      Wasser predigen und Wein trinken. Sind halt Politiker wie aus allen anderen Parteien auch. Es wird nur noch fürs eigene Portemonaie politisiert, von SP bis SVP.
    • N. Y. P. D. 24.02.2018 17:43
      Highlight Highlight Die SVP schaut nur für den Geldadel. Die SVP will keine Rezepte, um die Immoexplosion einzudämmen. Themen werden nur bewirtschaftet, um im Parlament genug Stimmen zu haben, um Steuersenkungen für Firmen und Steuersenkungen für Reiche durchzubringen.

      Item.

      Die SP ist nicht schuld. Aber weil überwiegend Akademiker mit guten Löhnen für die SP in den Räten hocken, ist zu wenig vom früheren Drive vorhanden. Um die Mietexplosion anzugehen..
    Weitere Antworten anzeigen
  • raues Endoplasmatisches Retikulum 24.02.2018 15:59
    Highlight Highlight "Mit einer schmerzhaften Abstrafung bei den Wahlen am 4. März muss die Linke trotzdem nicht rechnen."
    Natürlich nicht, der heutige Wähler der Linken ist gut bis sehr gut gebildet und verdient dementsprechend. Man pflegt einen urbanen Lebensstil und kann es sich schlicht und ergreifend leisten eine Wohnung zu marktbedingungen zu mieten oder wohnt in einer Genossenschaft (soziales Kapital).
    • Posersalami 24.02.2018 16:28
      Highlight Highlight Sollen „wir“ also SVP wählen weil mit mehr MIV und PPs sowie tieferen Steuern die Mieten sinken werden? Bitte..

      Fakt ist, es gibt KEIN EINZIGES mit der Wirtschaft kompatibles Modell, wie man Mieten tief halten kann. Kein einziges.

      Die Stadt müsste wohl den Sektor Wohnbau komplett übernehmen, alle Gebäude und alles Land über Nacht übernehmen und nur noch zur Kostenmiete anbieten. Wenn man dann noch jedes Jahr 8/9/10k Wohnungen baut hat man das Problem vielleicht irgendwann mal im Griff.. aber das geht ja auch nicht.
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 24.02.2018 17:37
      Highlight Highlight Natürlich nicht, gegen die SVP sprechen mMn genügend andere Gründe.
      Doch natürlich, nichts hält die Miete sicherer tief als eine tiefe Nachfrage.
      Fakt ist, sowohl die Stadt Zürich als auch das Umland haben über die letzten Jahre eine extreme Sogwirkung entfaltet und solang Menschen bereit sind, für eine Wohnung in Zürich hohe Mieten zu zahlen wird sich auch nichts ändern.
      Auch wenn die Stadt alle Wohnungen übernehmen würde, würden weiter Menschen nach Zürich ziehen und Wohnraum beanspruchen.
      Sobald die Mieten ein bestimmtes Nivea überschreiten, wird auch die Nachfrage zurückgehen.
    • John Carter 26.02.2018 09:26
      Highlight Highlight Der "Immo-Hai" der in Wohnungen investiert und geht auch ein gewisses Riskio ein. Er kann auch viel verlieren. Renditen von 7-8% Prozent erscheinen mir doch etwas hoch gegriffen. Das hätten gerne alle.

      Interessant das jetzt die Investoren drankommen. Sonst sind es ja meistens die gut verdienenden Banker und Manager die ohne Verantwortung Millionen Saläre kassieren. Viele produzieren Verluste und kriegen dann noch Millionen-Bonis.

      Oder Sportler die ein wenig kicken und Millionen mit 20 bekommen. Auch nicht besser. Die bauen nicht mal Wohnungen zum Wohnen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Hierundjetzt 24.02.2018 15:50
    Highlight Highlight Besten Dank für den gehaltvollen Artikel. Drei Punkte werden meines Erachtens Konsequent ausgeklammert:

    1) in den Kreisen 10, 11, 12 gibt es günstigen Wohnraum für alle

    2) Nur weil man 10min mit dem 9 oder 14 fahren muss, heisst dass noch lange nicht, dass wir ein Problem haben

    3) es gibt nunmal kein Menschenrecht im 4i zu wohnen

    Bonus: wir haben teilweise einen 24h ÖV der auch noch um 0300 im 15‘ Takt fährt. Kommt mal runter
    • Querulant 24.02.2018 16:09
      Highlight Highlight Word! Danke für deinen Kommentar!

      Kommt mal runter, echt!!!
    • mein Lieber 24.02.2018 16:43
      Highlight Highlight Danke, habe genau das selbe gedacht. Spoiled little shits!
    • ponebone 24.02.2018 17:42
      Highlight Highlight Wo zum Teufel fährt der ÖV um drei Uhr morgens im 15min Takt?
      Schön wärs.
    Weitere Antworten anzeigen
  • meine senf 24.02.2018 15:43
    Highlight Highlight Da ist ein Problem sicher auch, dass die direkte politische Rückkopplung fehlt. Denn wer sich die Stadt nicht mehr leisten kann, ist ja auch nicht mehr in der Stadt stimmberechtigt. Eigentlich geht das fast wieder in Richtung Zensus-Wahlrecht. Rächen tut sich das erst langfristig, etwa indem Linksgrün mit der Zeit als elitär angesehen wird (auch wenn es mit bürgerlichen Stadtregierungen noch schlimmer wäre).

    In Basel hat man dann im Gegensatz zu Zürich noch das Problem, dass man, wenn man in die Agglo ziehen muss, nicht nur weg von der Stadt ist, sondern auch gleich vom Kanton.
  • Posersalami 24.02.2018 15:40
    Highlight Highlight mimimimi

    Ja, rotgrün war sehr erfolgreich und das ist jetzt eben die Kehrseite! Leider hat glaub ich noch niemand ein Rezept, wie Mieten begrenzt werden können.

    Was wäre denn die Alternative? Sollen die Blechlawinen sich wie früher durch die Stadt quälen, auf das die Mieten in den Keller sacken? Will der Autor wieder einen offenen Drogenstrich? Könnte der Autor denn wenigstens im Ansatz erklären wie er sich das vorstellt? Ich kanns echt nicht mehr hören!

    Übrigens sind im „schönen“ Speckgürtel die Mieten weit mehr gestiegen als in der bösen City! Unwissen oder bewusst unterschlagen?
    • Peter 24.02.2018 17:29
      Highlight Highlight Warum immer gleich mit Extremszenarien kommen? Von mir aus kann Zürich eine Stadt für Urban Farmer und Bobos werden. Es ist dann einfach keine "richtige" Stadt mehr. Und wenn die Mieten auch in der Agglo gestiegen sind, dann nicht zuletzt wegen den Zuzügern, die sich die Stadt nicht mehr leisten können oder wollen.
    • N. Y. P. D. 24.02.2018 17:44
      Highlight Highlight Bobos ?

      Kinder vom DJ ?
    • Peter 24.02.2018 19:14
      Highlight Highlight https://de.m.wikipedia.org/wiki/Bobo_(Gesellschaft)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Amadeus 24.02.2018 15:32
    Highlight Highlight Investoren, die «mit ihrer auf Renditeoptimierung fokussierten Bewirtschaftungsstrategien soziale Aspekte völlig ausklammern»

    Ich wäre daran interessiert, mal ein Interview mit solch einem Investor zu lesen. Irgendwie scheinen die anonym zu bleiben, ohne sich für ihr Verhalten rechtfertigen zu müssen.
    • alessandro 24.02.2018 16:20
      Highlight Highlight Warum sollte sich ein Investor melden und Frage und Antwort stehen? Das Ziel einer Immobude, eines Investors etc. ist immer der maximale Gewinn. Das weiss man. Gegensteuer kann nur der Staat mit günstigem Wohnraum geben um Druck auf die hohen Preise zu auszuüben.
      Wenn man nicht in die Höhe bauen darf ist halt der Boden sehr begrenzt unf mit dem Wunsch vieler in "tollen" Quartieren zu wohnen steigt such der Bodenpreis und damit die Mietpreise.
    • Posersalami 24.02.2018 16:23
      Highlight Highlight Ich arbeite manchmal für so einen Investor. Glaub mir, die wollen viel aber nicht in die Öffentlichkeit. No way.
    • metall 24.02.2018 16:37
      Highlight Highlight Die unverfrohendsten sind meistens irgend welche Erbgemeinschaften. Institutionelle Anbieter haben meistens noch vernünftigere Gewinnvorgaben
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