Schweiz

Pfarrer Wendelin Bucheli will der bischöflichen Aufforderung zur Demission nicht Folge leisten. Bild: KEYSTONE

Nach Segnung eines lesbischen Paares

Pfarrer von Bürglen widersetzt sich dem Bischof und will nicht abtreten

10.02.15, 14:55 10.02.15, 16:10

Der katholische Pfarrer von Bürglen UR widersetzt sich dem Bischof und reicht seine Demission nicht ein. Er sehe keinen Grund, zum jetzigen Zeitpunkt die Gemeinschaft zu verlassen, wird der Pfarrer in einer Mitteilung des Kirchenrats und der Gemeinde Bürglen zitiert.

Der Bischof von Chur, Vitus Huonder, hatte Pfarrer Wendelin Bucheli aufgefordert, seine Demission einzureichen. Die Segnung eines gleichgeschlechtlichen Paares, wie sie Bucheli durchgeführt habe, sei aufgrund der katholischen Lehre nicht möglich, hatte das Bistum am Sonntag mitgeteilt. Der Bischof von Lausanne rufe Bucheli deshalb in sein Bistum zurück, in dem der Pfarrer geweiht worden sei.

Der Pfarrer von Bürglen will der bischöflichen Aufforderung zur Demission aber nicht Folge leisten. Er fühle sich wohl in Bürglen, wird er in der Mitteilung vom Dienstag zitiert. Seine Arbeit sei noch nicht fertig, und er sehe keinen Grund, jetzt die Gemeinschaft zu verlassen.

Bucheli kann auf den Rückhalt des örtlichen Kirchenrates zählen. Die Bürgler Kirchenbehörden stünden einstimmig hinter dem Entscheid ihres Pfarrers, teilte der Kirchenrat mit. Sie würden ihn voll unterstützen.

Das Gespräch mit Bischof Huonder wird gesucht. Bild: KEYSTONE

Mit dem Bischof sprechen

Der Kirchenrat kündigt an, in Chur um ein Gespräch mit dem Bischof zu ersuchen. Man sei überzeugt, dass es für die Kirchgemeinde, das Bistum und die katholische Glaubensgemeinschaft die beste Lösung sei, wenn Bucheli weiterhin als Pfarrer in Bürglen tätig sei. Der Kirchenrat habe ferner für den 26. Februar eine ausserordentliche Kirchgemeindeversammlung angesetzt.

Gemäss der Mitteilung ist in der Bevölkerung eine breite Solidarität mit dem Pfarrer festzustellen. Auch die Einwohnergemeinde stellt sich hinter Bucheli. Der Gemeinderat sei an einer guten seelsorgerischen Versorgung der Bevölkerung interessiert, schreibt er in der Mitteilung.

Der Pfarrer wird im Rahmen eines Sabbaticals vier Monate in Jerusalem verbringen. Die kirchlichen und politischen Behörden von Bürglen zeigen sich in der Mitteilung überzeugt, dass Bucheli danach als Pfarrer nach Bürglen zurückkehren werde. 

(sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Lumpirr01 10.02.2015 17:39
    Highlight Diese Geschichte ähnelt ein wenig wie diejenige von Röschenz mit Pfarrer Sabo und Bischof Koch. Da der Bischof Huonder nur der kirchliche Vorgesetzte, jedoch nicht der Arbeitgeber von Herrn Bucheli ist, wird Huonder bald einmal einsehen müssen, dass er da keine Chance hat und den Kürzeren ziehen wird.
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  • klugundweise 10.02.2015 17:30
    Highlight Häuser, Motorräder, sogar Waffen dürfen gesegnet werden, nicht aber zwei Menschen die sich lieben!
    Und das geschieht erst noch im Namen eines, der die Nächstenliebe als oberstes Gebot vorgab.
    Für wen hält sich eigentlich dieses Huonderli?
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  • stadtzuercher 10.02.2015 17:16
    Highlight Solche Possen können auch nur in der Innerschweiz passieren..
    12 28 Melden
    • Gelöschter Benutzer 10.02.2015 18:18
      Highlight Meinen Sie in der Stadt Zürich wärs anders gewesen? Kaum.
      20 4 Melden
  • giodi_ 10.02.2015 16:53
    Highlight Ich kenne die Geschichte nicht im Detail... aber genau so sollte es doch sein!!! Dass das nicht jeder unterstützt ist ja das eine, aber wenn sich schon einmal ein so fortschrittlicher Pfarrer finden lässt, finde ich es total absurd diesen öffentlich zum Abtritt zu zwingen... Solche Leute würden dem Image der Kirche so gut tun! Naja, ein weiterer Grund auszutreten...
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  • Angelo C. 10.02.2015 16:22
    Highlight Alsooo : Ich bin weder Katholik, noch Christ im allgemeinen, auch kein Schwulenhasser. oder gar generell intolerant.
    Aaaber : Jede Religion hat feste Regeln, deren Änderung NUR von den Obergurus dieser Institutionen beschlossen und angepasst werden können. Zumal wenn sich diese auf die Grundaussagen ihrer sog. heiligen Schriften berufen. Und solange das so und ein Priester diesen Kriterien unterworfen ist (was er irgendwann als gegeben unterschrieben hat) kann er nicht eigenmächtig neue Gesetzbarkeiten aus seinem eigenen Gusto kreieren. Widrigenfalls er entlassen wird. Bei Industriekonzernen entscheidet auch die Teppichetage und nicht das Fussvolk auf den hinteren Bänken. Also nützt alles schimpfen rein gar nichts gegen einen (auch mir eher unsympathischen) Bischof, weil auch er letztlich ein Befehlsempfänger ist. Wenn Einem also differenziertes Denken gegeben ist, dann muss man das wohl oder übel anerkennen. Dies ungeachtet einer wahren Flut an dislikes :-))!
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    • Raphael Bühlmann 10.02.2015 18:53
      Highlight Danke! Genau so ist es. Es ist jedem freigestellt, ob er oder sie Teil der Kirche sein will oder nicht. Man darf die katholische Kirche ohne Ende kritisieren, über sie schimpfen oder sie einen Scheiss und rückständig und was weiss ich finden. Aber man muss die katholische Kirche katholische Kirche sein lassen. Wenn sie keine einheitliche Lehre vertritt, verliert sie jede Glaubwürdigkeit. Das unterscheidet sie auch von den unzähligen protestantischen Kirchen, die alle etwas anderes lehren.
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    • Gelöschter Benutzer 10.02.2015 23:52
      Highlight Schade Angelo dass Sie so viele Dislikes kassieren. Habe Ihnen einen Like gegeben und zwar weil ich ihre Aussage folgendermassen verstehe: hier zeigte die Kirche wierdermal auf ehrliche und unveblümte Weise ihr wahres gesicht. Ein empathieunfähiger, von weltfremden Herren regierter, komplett moralfreier Laden, der gerne Diktatoren jeglicher Couleur umgarnt und von aufrechter Nächsten-Liebe weniger Ahnung hat als ein gemeines Hausschwein von den Evangelien. Insofern ist die Aktion supertoll und ich hoffe es folgen noch weitere solche Episoden, auf dass auch der weniger kritischen Bevölkerung ein Lichtlein ob dieser Organisation aufgehe.



      der

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    • Angelo C. 11.02.2015 12:25
      Highlight D00A: Bei Ihrem tröstlichen Votum ist leider offenbar ein Grossteil auf der Strecke geblieben. Sie treffen den Nagel aber auf den Kopf : es ging mir nicht darum, das Verhalten der Kirche zu preisen, sondern deren Strukturen zu erklären. Wie Sie aber wissen, ist differenziertes Denken nicht der Fachausweis des tumben Mainstreams der hier zahlenmässig naturgemäss übervertreten ist. Dessen bewusst, strebe ich hier demnach keine Fangemeinde an und richte mich lieber an diejenigen, die intellektuelles Urteilen nicht mit ihren reinen Emotionen verwechseln. Und daher ärgern mich die dislikes der erwähnten Unterliga in keiner Weise, damit muss man leben und ich tu das seit einigen Jahrzehnten im richtigen Bewusstsein. Das erleichtert die Sache ganz ungemein ;-)!
      2 0 Melden
  • Gelöschter Benutzer 10.02.2015 16:10
    Highlight Bravo Herr Bucheli!
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  • bean0007 10.02.2015 15:31
    Highlight Ich frage mich, wo das in der Bibel steht, dass man Gleichgeschlechtliche nicht heiraten darf?
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    • Raphael Bühlmann 10.02.2015 18:43
      Highlight Das ist irrelevant. Der Katholizismus kennt kein "sola scriptura". Für die Lehre ist neben der Bibel die Tradition gleichwertig. Also theologisch-philosophische Erkenntnisse. Es gibt vieles, was nicht in der Bibel steht und für den katholischen Glauben doch unverzichtbar ist.
      12 8 Melden
    • AdiB 10.02.2015 23:48
      Highlight fängt bei adam und eva an.
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  • Neemoo 10.02.2015 15:18
    Highlight Darum bin ich vor 15 Jahren ausgetreten bei diesem Verein. So etwas rueckständiges noch zu unterstuetzen, kann ich nicht nachvollziehen. Ich kann auch GLAUBEN, ohne Steuern zu bezahlen....
    Dieses Theater.....
    45 8 Melden

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