Schweiz

Linke wollen Aufmarsch von Rechtsextremen bei Sempach entgegentreten

08.07.15, 16:09 08.07.15, 17:08

Die Antifa Zentralschweiz plant am Samstag im luzernischen Sempach eine Kundgebung gegen Faschismus. Die linke Bewegung hat ein entsprechendes Gesuch eingereicht. Sie will einem angekündigten Aufmarsch von Rechtsextremen zu Ehren der Schlacht im Ort entgegentreten.

Aufmarsch der Rechtsextremen im Jahr 2008. Bild: KEYSTONE

Beim Luzerner Justiz- und Sicherheitsdepartement bestätigt ein Sprecher auf Anfrage den Eingang eines Gesuchs für eine Kundgebung von mehreren 100 Personen. Ob diese bewilligt wird, darüber sei noch kein Entscheid gefallen, sagte der Sprecher. Grundsätzlich sei das Einverständnis des Kantons als Eigentümer der Kantonsstrassen und der Gedenkstätte sowie der Gemeinden Neuenkirch und Sempach nötig, sagte er.

«Kein Fussbreit dem Faschismus»

Anlass für die geplante Antifa-Kundgebung ist ein Aufruf im Internet von Rechtsextremen. Diese wollen sich ebenfalls am Samstag ausserhalb der offiziellen Gedenkfeier zur Schlacht bei Sempach auf dem Schlachtgelände treffen, einen Kranz niederlegen und Reden veranstalten.

Die Antifa-Bewegung will gemäss Mitteilung vom Mittwoch «deutliche Zeichen für ein solidarisches und antifaschistisches Sempach setzen». Sie ruft deshalb zu einer Demonstration unter dem Motto «Kein Fussbreit dem Faschismus» auf.

Querelen schon 2009

Die offizielle Gedenkfeier des Kantons Luzern zur Schlacht von 1386 fand vor zwei Wochen statt. Diese wird seit 2010 nicht mehr auf dem Schlachtfeld, sondern im Städtchen abgehalten.

Mit der Neukonzeption hatte der Kanton darauf reagiert, dass ab 2003 wiederholt Rechtsextreme unter grossem Polizeiaufgebot mit auf das Schlachtfeld marschierten. 2009 führten zudem junge Linke eine Gegendemonstration durch.

Nach der Neukonzeption der Feier marschierten jedes Jahr Gruppen von mehreren Dutzend Rechtsextremen ausserhalb der offiziellen Feier zum Winkelried-Denkmal. Dabei handelte es sich laut Behörden um private Treffen, für die keine Bewilligung nötig waren. Der Regierungsrat prüft derzeit aufgrund eines Vorstosses im Kantonsparlament die Rückverlegung der Gedenkfeier auf das ehemalige Schlachtfeld.

Die Luzerner Jungsozialisten riefen ebenfalls am Mittwoch in einer Mitteilung die Behörden dazu auf, den Aufmarsch der Rechtsextremen nicht zu tolerieren. (whr/sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 09.07.2015 12:35
    Highlight Für die wenigen verbliebenen undogmatischen Verteidiger von Vernunft und geistiger Redlichkeit, die weder über das rechte noch über das linke ideologische Stöcklein hüpfen, sondern selber denken, sind solche Aktionen immer wieder ein Hochgenuss.
    Dumpf-tumbe rechtsextreme Schwachmaten gegen denkschwache linkspaternalistisch-vertrottelte Gegendemonstranten garantieren immer ein grossartiger Fernsehabend!
    1 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 09.07.2015 12:48
      Highlight Wenn man die Tragik weglässt hast recht. Unterhaltsam
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  • Gelöschter Benutzer 09.07.2015 11:54
    Highlight Oder aber dieses Gedankengut verbieten, per Gesetz. Anschliessend überwachen und falls nötig verhaften. Das wäre eine saubere Lösung. Nazis, Salafisten, extreme Linke, etc. alle verfassungswidrigen Gruppierungen. Nur, man muss es tun. Eigentlich müsste man seit Jahren handeln, aber wer plädiert denn immer auf Toleranz für alles und jeden??
    0 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 08.07.2015 17:18
    Highlight "Dabei handelte es sich laut Behörden um private Treffen, für die keine Bewilligung nötig waren.". Das wird auch 2015 so sein. Ich mag eigentlich die rechten Trotzköpfe nicht besonders. Das aber der linke Dünkel Privatpersonen hindern will, sich in der Schweiz frei zu bewegen ist sehr fragwürdig und grenzt an SA-Verhalten in den 30iger Jahren des letzten JH. So etwas sollte in der Schweiz auf gar keinen Fall toleriert werden. N-Sozialisten (linke) muss immer wieder Freiheit vorgelebt werden. Vielleicht lernen sie es dann!
    12 38 Melden
    • phreko 08.07.2015 20:38
      Highlight Nett, Nazis sollen unbedingt alle Freiheiten nutzen dürfen, welche sie selber abschaffen würden. Solch intolerantes Pack muss man mit der selben Intoleranz anpacken. Immer wieder toll die Logik der "braunen Versteher".
      33 11 Melden
    • peeti 09.07.2015 00:37
      Highlight Der Intoleranz mit Toleranz begegnen? jaa genau...
      3 3 Melden
    • Gelöschter Benutzer 09.07.2015 12:50
      Highlight @peeti.
      Der Fluch eines Rechtsstaates.
      0 0 Melden

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