Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Linke wollen Aufmarsch von Rechtsextremen bei Sempach entgegentreten



Die Antifa Zentralschweiz plant am Samstag im luzernischen Sempach eine Kundgebung gegen Faschismus. Die linke Bewegung hat ein entsprechendes Gesuch eingereicht. Sie will einem angekündigten Aufmarsch von Rechtsextremen zu Ehren der Schlacht im Ort entgegentreten.

Rund 220 Rechtsextreme nehmen an der Feier zum Gedenken an die Schlacht bei Sempach teil, am Samstag, 28. Juni 2008, in Sempach. Laut Auskunft der Luzerner Kantonspolizei haben sie sich beim Umzug vom Staedtchen zum Schlachtfeld sehr ruhig verhalten. Sie haetten auch keine Fahnen der Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) mitgefuehrt, die zur Teilnahme an der Feier aufgerufen hatte. Nur Schweizer- und Kantonsflaggen seien zu sehen gewesen. Nach dem Umzug legten sie laut Polizei beim Winkelrieddenkmal noch einen Kranz nieder und sangen die alte Schweizer Nationalhymne. Die Schlacht bei Sempach jaehrte sich zum 622. Mal.  (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Aufmarsch der Rechtsextremen im Jahr 2008. Bild: KEYSTONE

Beim Luzerner Justiz- und Sicherheitsdepartement bestätigt ein Sprecher auf Anfrage den Eingang eines Gesuchs für eine Kundgebung von mehreren 100 Personen. Ob diese bewilligt wird, darüber sei noch kein Entscheid gefallen, sagte der Sprecher. Grundsätzlich sei das Einverständnis des Kantons als Eigentümer der Kantonsstrassen und der Gedenkstätte sowie der Gemeinden Neuenkirch und Sempach nötig, sagte er.

«Kein Fussbreit dem Faschismus»

Anlass für die geplante Antifa-Kundgebung ist ein Aufruf im Internet von Rechtsextremen. Diese wollen sich ebenfalls am Samstag ausserhalb der offiziellen Gedenkfeier zur Schlacht bei Sempach auf dem Schlachtgelände treffen, einen Kranz niederlegen und Reden veranstalten.

Die Antifa-Bewegung will gemäss Mitteilung vom Mittwoch «deutliche Zeichen für ein solidarisches und antifaschistisches Sempach setzen». Sie ruft deshalb zu einer Demonstration unter dem Motto «Kein Fussbreit dem Faschismus» auf.

Querelen schon 2009

Die offizielle Gedenkfeier des Kantons Luzern zur Schlacht von 1386 fand vor zwei Wochen statt. Diese wird seit 2010 nicht mehr auf dem Schlachtfeld, sondern im Städtchen abgehalten.

Mit der Neukonzeption hatte der Kanton darauf reagiert, dass ab 2003 wiederholt Rechtsextreme unter grossem Polizeiaufgebot mit auf das Schlachtfeld marschierten. 2009 führten zudem junge Linke eine Gegendemonstration durch.

Nach der Neukonzeption der Feier marschierten jedes Jahr Gruppen von mehreren Dutzend Rechtsextremen ausserhalb der offiziellen Feier zum Winkelried-Denkmal. Dabei handelte es sich laut Behörden um private Treffen, für die keine Bewilligung nötig waren. Der Regierungsrat prüft derzeit aufgrund eines Vorstosses im Kantonsparlament die Rückverlegung der Gedenkfeier auf das ehemalige Schlachtfeld.

Die Luzerner Jungsozialisten riefen ebenfalls am Mittwoch in einer Mitteilung die Behörden dazu auf, den Aufmarsch der Rechtsextremen nicht zu tolerieren. (whr/sda)

Abonniere unseren Newsletter

1
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zombie1969 09.07.2015 12:35
    Highlight Highlight Für die wenigen verbliebenen undogmatischen Verteidiger von Vernunft und geistiger Redlichkeit, die weder über das rechte noch über das linke ideologische Stöcklein hüpfen, sondern selber denken, sind solche Aktionen immer wieder ein Hochgenuss.
    Dumpf-tumbe rechtsextreme Schwachmaten gegen denkschwache linkspaternalistisch-vertrottelte Gegendemonstranten garantieren immer ein grossartiger Fernsehabend!

«Am Anfang konnte man jeden Seich verkaufen»: Jetzt folgt der Kater auf den Hanf-Boom

Die Preise sind markant gesunken, die Konkurrenz aus dem Ausland wächst: Jeder fünfte Hanf-Produktionsbetrieb in der Schweiz könnte in den nächsten Monaten verschwinden.

Als das Bundesamt für Gesundheit 2016 den Verkauf von CBD-Hanf erlaubte, witterten viele eine Chance für das grosse Geschäft. In der ganzen Schweiz entstanden Produktionsbetriebe und Shops, in denen CBD-Produkte verkauft werden. Waren 2017 nur fünf Firmen bei der eidgenössischen Zollverwaltung registriert, die CBD-Produkte produzierten, sind es heute 669.

CBD-Hanf unterscheidet sich von anderen Hanfsorten dadurch, dass er weniger als ein Prozent THC enthält. Cannabidiol (CBD) und …

Artikel lesen
Link to Article