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Behindertenverband informiert über entlassenen Sexualstraftäter, der auf Stellensuche ist        

06.09.16, 10:27 06.09.16, 10:45


INSOS, der Nationale Branchenverband der Institutionen für Menschen mit Behinderung, hat seine Mitglieder über die Freilassung eines verurteilten Sexualstraftäters orientiert, der kurz vor Ablauf eines Berufsverbots wieder auf Stellensuche ist. Er will damit einmal mehr auf das Problem heikler Anstellungen aufmerksam machen.

«Wir wollen niemanden an den Pranger stellen», sagte INSOS-Geschäftsführer Peter Saxenhofer der Nachrichtenagentur sda. Deshalb habe INSOS auch keinerlei Informationen zur Person weitergegeben. Der Fall habe aber Gelegenheit geboten, die Mitgliederinstitutionen in einem Newsletter wieder einmal daran zu erinnern, bei Neuanstellungen sehr vorsichtig vorzugehen.

Auslöser für die Meldung ist ein Mann, der wegen sexuellen Missbrauchs eine mehrjährige Freiheitsstrafe verbüsst hat. Er war auch mit einem Berufsverbot belegt worden, das jedoch bald ablaufen wird. Nun wurde bekannt, dass der Betroffene im Bereich Heilpädagogik und Sozialpädagogik auf Stellensuche sein soll.

«Wir wollen dazu motivieren, dass bei neuen Anstellungen genau hingeschaut wird.»

INSOS hat nach dem Missbrauchsfall des Berner Sozialtherapeuten, der sich während Jahrzehnten in verschiedenen Heimen an über hundert Behinderten vergangen hatte und 2014 zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren verurteilt worden war, gemeinsam mit anderen Verbänden eine Präventionscharta ausgearbeitet, um sich vor solchen Fällen zu schützen.

In dieser Charta steht, dass bei der Personalauswahl gründlich und achtsam vorgegangen werden soll. Die Einreichung eines Strafregisterauszugs sei Anstellungsvoraussetzung für Mitarbeitende, die in direktem Kontakt mit Personen mit besonderem Unterstützungsbedarf stehen.

Zeugnisse sorgfältig prüfen

Die Arbeitgebenden sollen die Zeugnisse sorgfältig prüfen und vor der Anstellung Referenzen einholen, welche auch zum Umgang mit Nähe und Distanz Auskunft geben.

Der Branchenverband habe nun die Gelegenheit ergriffen, seine Institutionen erneut auf die Charta und das Problem von heiklen Anstellungsverhältnissen aufmerksam zu machen. «Wir wollen dazu motivieren, dass bei neuen Anstellungen genau hingeschaut wird», sagt Saxenhofer weiter. Zu diesem Thema seien auch viele Weiterbildungen angeboten worden.

INSOS Schweiz vertritt als nationaler Branchenverband die Interessen von gegen 800 Institutionen für Menschen mit Behinderung. 60'000 Menschen finden in oder dank diesen Institutionen Arbeit, eine Tagesstruktur sowie ein Zuhause und erhalten die Möglichkeit, eine Integrationsmassnahme oder eine Berufliche Massnahme zu absolvieren. (whr/sda)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
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12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • wipix 06.09.2016 14:17
    Highlight Das mit dem Berufsverbot ist so eine Sache.
    Da wir hier nicht lesen können welche Gruppe Opfer es gegeben hat (Geistig Behinderte/ körperlich Behinderte oder gar Minderjährige) ist es schwer nachvollziebar warum und wer exakt gewarnt wurde.
    Es ist nach meiner Meinung nicht das selbe, ob Kinder Missbraucht wurden, Körperlich behinderte oder geistig behinderte Erwachsene. Waren es Pädosexuell motivierte Übergriffe an Kindern, sollte diese Person, auch aus eigenem Interesse, nie mehr mit Kindern arbeiten. Mit erwachsenen Körperlich behinderten z.B. sollte ihm nicht grundsätzlich verwehrt werden.
    3 12 Melden
  • Hirnwinde 06.09.2016 13:15
    Highlight "Wir wollen niemanden an den Pranger stellen" sagt Saxenhofer von der INSOS. Warum tut die INSOS dann aber genau das Gegenteil? Die INSOS lügt. Das ist verwerflich.
    Der betroffene Mann hat seine Untat verbüsst. Seine Schuld ist getilgt. Dass die INSOS ihn dennoch anschwärzt ist eine ungebührliche doppelte Bestrafung, grenzt an Rufmord. Das ist verwerflich.
    Wie kann eine soziale Einrichtung, wie die INSOS sich nur so unglaublich unchristlich verhalten und einen Menschen vorverurteilen und sich unverzeihend zeigen? Das ist verwerflich.

    8 26 Melden
    • zsalizäme 06.09.2016 14:55
      Highlight Ich bin mir sicher, wenn Sie ein Kind in der Schule hätten/haben wären Sie auch froh, wenn Ihre Schule gewarnt werden würde, falls sich so einer wieder bewerben würde...
      18 4 Melden
    • Hirnwinde 06.09.2016 15:19
      Highlight @zsalizäme: meine Kinder sind aufgeklärt über das Thema sexuelle Übergriffe. Sie werden mir es melden und ich werde intervenieren.
      Aber nein, eine solche Warnung wollte ich nicht. Sie schadet mehr als sie nützt, wegen der ganzen Zwietracht die sie sät und der unnötigen, nervenaufreibenden Hysterie die sie auslöst. Man reagiere, wenn etwas passiert (statistisch gesehen viel eher beim Onkel oder bei der Nachbarin, als in der Schule). Aber Hexenjagden helfen nicht.
      5 7 Melden
    • zsalizäme 06.09.2016 15:31
      Highlight "Man reagiere, wenn etwas passiert"

      Es geht doch genau darum zu verhindern, dass so etwas passiert und nicht nur zu reagieren wenn es schon zu spät ist.
      9 1 Melden
    • der nubische Prinz 06.09.2016 16:10
      Highlight unchristlich 😂
      8 2 Melden
    • Hirnwinde 06.09.2016 17:57
      Highlight @zsalizäme: Die einzig wirksame Form der Prävention ist die Aufklärung. Man kann Kinder nicht fernhalten von pädophilen Frauen und Männern. Man kann sie auch nicht fernhalten von Gleichaltrigen, die sexuelle Übergriffe machen.
      Es braucht Gottvertrauen und Kinder, denen man beibrachte, was sie sich nicht gefallen lassen sollen, und wo man kräftig reintreten muss, damit der Sauhund vor Schmerzen kotzen muss. Und vorallem: dass sie über solche Vorfälle immer sprechen dürfen.
      6 4 Melden
  • koks 06.09.2016 13:06
    Highlight "Er war auch mit einem Berufsverbot belegt worden, das jedoch bald ablaufen wird."

    Wenn das Berufsverbot ablaufen wird, gibts danach keinen Grund, jemanden öffentlich an den Pranger zu stellen.
    10 18 Melden
  • Menel 06.09.2016 11:37
    Highlight Gab hier in Basel so einen Fall:

    http://m.20min.ch/schweiz/basel/story/27480527

    Der Busbetrieb, mit dem meine behinderten Tochter fährt, hat dann diese Meldung an uns Eltern geschickt:

    Von der Polizei und der Staatsanwaltschaft erhielten wir leider keinen Hinweis (Datenschutz) – zurück blieben verunsicherte Eltern, Schulen und Mitarbeiter. Wir haben in unserem Unternehmen den ganzen Tag Recherchen betrieben, welche (gottseidank) zu Tage brachten, dass es KEIN Mitarbeiter aus unserem Unternehmen ist, was wir mittlerweile auch beweisen können.




    12 0 Melden
  • greifamsee 06.09.2016 10:36
    Highlight ... unhaltbar solches ... widerlich und nicht zu akzeptieren, dass so eine Person je wieder nur in die Nähe von Sozialinstituten, Heimen, etc. kommt ... aber zum Artikel: Sie schreiben "... und 2014 zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren verurteilt worden war ..." wie kann jemand dann 2016 (also nach zwei Jahren) schon wieder auf Stellensuche gehen ... nach AdamRiese wäre dies bei mir erst 2027 möglich ????
    12 12 Melden
    • Brainwash 06.09.2016 11:50
      Highlight Es handelt sich um eine andere Person
      16 0 Melden
    • Fumo 06.09.2016 11:56
      Highlight So wie ich es verstehe ist der zu 13 Jahren verurteilten und den vor dem sie jetzt "warnen" nicht die Selbe Person.
      11 0 Melden

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