Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ADVENTSKALENDER 2013 - BILD 1 VON 24 BILDERN –A snow heap seen in a curve on the Grimsel pass route at the Grimselpass, Switzerland, Thursday, June 21, 2012. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Die Grimsel: Bisher konnte man sie nur per Passstrasse bezwingen.
Bild: KEYSTONE

22 Kilometer lang: Kantone Bern und Wallis wollen Bahntunnel durch die Grimsel bauen



Ein neuer Schmalspurbahntunnel durch die Grimsel soll in zehn Jahren das Berner Oberland mit dem Wallis verbinden. Diese Idee verfolgen die Kantone Bern und Wallis. Mit an Bord ist auch die Stromnetzbetreiberin Swissgrid.

Diese würde Starkstromleitungen durch den Tunnel ziehen. Das Projekt sei eine «intelligente Bündelung von Infrastrukturen», betonte die Berner Regierungsrätin Barbara Egger-Jenzer am Donnerstag vor den Medien in Bern.

Die Schmalspurbahn soll von Meiringen im Berner Oberland bis nach Oberwald im Wallis führen. Kernstück der Strecke ist ein rund 22 Kilometer langer Tunnel ab Innertkirchen durch die Grimsel, wie die Kantone Bern und Wallis, Swissgrid und die Grimselbahn AG am Donnerstag im Berner Rathaus bekannt gaben.

Synergien nutzen

Die Kantone Bern und Wallis sehen in dem Projekt einen touristischen Nutzen. Die Grimselbahn würde das Schmalspurnetz nördlich und südlich der Alpen verbinden. Das 850 Kilometer lange Streckennetz wäre dann eines der grössten weltweit und würde Tourismusregionen wie Montreux, Interlaken, Luzern, Andermatt und St. Moritz verbinden.

Die Projektverantwortlichen rechnen mit rund 400'000 Passagieren pro Jahr und einer Wertschöpfung für die Region von rund fünf Millionen Franken.

Eggers Walliser Amtskollege, Staatsrat Jean-Michel Cina, sprach am Donnerstag von einem «Leuchtturmprojekt», vergleichbar mit Pionierleistungen wie dem Bau der Jungfraubahn oder der Gornergratbahn.

Der Tunnel würde von Meiringen bis nach Obergoms führen.
karte: google maps

Die Netzbetreiberin Swissgrid auf der anderen Seite muss bis 2025 ihr Übertragungsnetz ausbauen, um dem steigenden Stromkonsum, dem Anschluss neuer Grosskraftwerke, der Versorgungssicherheit im Land und der angestrebten Energiewende Rechnung zu tragen.

Für Swissgrid ist die Leitung durch die Grimsel ein wichtiges Element in ihren Ausbauplänen. Mit dem Tunnel könnten insgesamt 121 Strommasten und 22 Kilometer Stromleitungen im Grimselgebiet abgebaut werden.

Sowohl die Bahn wie auch die Netzbetreiberin könnten mit dem Tunnel durch die Grimsel ihre Bedürfnisse mit der gleichen Infrastruktur abdecken, betonten die Verantwortlichen. Und dies zu markant tieferen Kosten als bei einem Alleingang, wie die Verantwortlichen betonten.

Eine Machbarkeitsstudie im Auftrag der Kantone Bern, Wallis und Uri sowie weiterer Partner ergab, dass das Projekt realisierbar ist. Der Fels im Grimselgebiet sei durch die zahlreichen Kraftwerksbauten gut erforscht. Die kristallinen Gesteine des Aarmassivs eigneten sich für den Tunnelbau, führte der Verwaltungsratspräsident der Grimselbahn AG, Peter Teuscher, aus.

Konzessionsgesuch in zwei Jahren

2018 wollen die Bahnverantwortlichen ein Konzessionsgesuch beim Bund einreichen. Die Projektierungskosten werden mit rund sechs Millionen Franken veranschlagt. Die Kosten für den Tunnelbau belaufen sich nach einer ersten groben Schätzung auf rund 580 Millionen Franken. Die Finanzierung des Bahntunnels soll über den Bahninfrastrukturfonds (FABI) erfolgen.

Wie die Kantone und Swissgrid die Kosten aufteilen wollen, ist noch nicht bekannt. Die Verantwortlichen betonten jedoch, dass es keine Quersubventionierung zwischen Bahn und Stromnetz geben werde. (sda)

Schöne Sommer-Bilder unserer Alpenpässe

Abonniere unseren Newsletter

Themen
6
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • zettie94 04.02.2016 22:34
    Highlight Highlight Die Bahnen haben zwar die selbe Spurweite, sind abgesehen davon aber alles andere als kompatibel (Stromsystem, Zahnstangensystem, Kupplungen).
    Zudem ist die MOB nur über die normalspurige Strecke Interlaken-Zweisimmen angeschlossen, welche zwar ab 2018 mit umspurbaren Drehgestellen befahren wird, die aber nicht über eine Zahnradbremse verfügen. Ein Befahren von Zahnradabschnitten ist damit nicht möglich und die Reise endet spätestens in Andermatt (oder auch schon in Interlaken, dort ist vorerst keine Umspuranlage geplant).
    Zudem ist im FABI-Topf auch nicht unbegrenzt Geld vorhanden.
  • amore 04.02.2016 17:15
    Highlight Highlight Jedenfalls wäre das ein sinnvolleres Loch als die zweite Strassenröhre am Gotthard.
  • Amboss 04.02.2016 17:05
    Highlight Highlight Zwischen Untermalen und Zweisimmen ist Normalspur und wird es auch bleiben.
    Das Befahren wird zwar möglich sein mit speziellem Fahrzeug (Umspurung), dennoch würde ich nicht von einem Schmalspurnetz zwischen Montreux und Scuol sprechen
    • Amboss 04.02.2016 17:56
      Highlight Highlight Interlaken ist gemeint, sorry (Autokorrektur)
  • Albi Gabriel 04.02.2016 14:04
    Highlight Highlight Da wurde doch schon ein unsinniges und milliardenteures Loch zwischen den Bernern und den Wallisern als Denkmal für Dölf Ogi PSK gebaut?
    • Amboss 04.02.2016 17:14
      Highlight Highlight Infrastruktur ist immer gut. Wir werden bald zehn, zwölf, fünfzehn (?) Mio Leute sein.

      Man muss jetzt investieren, dass diese alle irgendwo Platz finden. Es gibt keine nutzlosen Tunnels

Patientin stirbt an Lebensmittelvergiftung im Unispital Lausanne – wegen Morcheln?

Im Universitätsspital Lausanne wurden am letzten Donnerstag zwei Patienten mit Lebensmittelvergiftungen behandelt, eine Patientin starb am Freitagmorgen. Möglicher Auslöser sind laut watson-Informationen Morcheln. Eine Untersuchung läuft. 

Im Universitätsspital Lausanne (CHUV) wurden am Donnerstag 17. Januar zwei Patienten mit schweren lebensmittelbedingten Magen-Darm-Entzündungen behandelt. Eine der Patientinnen starb am darauffolgenden Freitagmorgen an einem Herz-Kreislauf-Stillstand. watson liegt ein entsprechendes internes E-Mail vor. Als mögliche Ursache für die Entzündungen werden darin Morcheln genannt. 

Der Waadtländer Kantonsarzt Karim Boubaker hatte das Pflegepersonal mehrerer Spitäler der …

Artikel lesen
Link zum Artikel