Schweiz
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Martin Wagner, Verwaltungsratspraesident, an der Medienkonferenz der Basler Zeitung Medien am Montag, 30. August 2010 in Basel. (KEYSTONE/Andreas Frossard)

Die Rettungskräfte konnten nichts mehr für ihn tun: Martin Wagner ist tot. Bild: KEYSTONE

Erschossener Anwalt Wagner: Er wollte den «Blick» kaufen und in die Politik

28.01.18, 17:19 29.01.18, 07:11


Warum er sterben musste, ist noch nicht bekannt: Am Sonntagmorgen hat die Polizei den Medienanwalt Martin Wagner angeschossen auf seinem Grundstück gefunden. Der 57-Jährige verstarb trotz Reanimationsversuchen. Der mutmassliche Täter, ein 39-Jähriger aus der Nachbarschaft, beging nach der Tat Suizid. 

Wagner war als Medienanwalt kein unbeschriebenes Blatt: Unter anderem hatte er bei der Übernahme der «Basler Zeitung» durch Christoph Blocher eine Rolle gespielt und 2017 für Investoren Ringier den «Blick» abkaufen wollen.

Der 1960 geborene Jurist Martin Wagner war gut vernetzt im Landkanton, etwa als Rechtskonsulent des Gewerbeverbands alias Wirtschaftskammer Baselland oder als Interessenvertreter für die Hauseigentümerschaft. 2011 kandidierte er auf der Baselbieter FDP-Liste erfolglos für den Nationalrat.

Somm als Chefredaktor installiert

Der Schweizer Öffentlichkeit aufgefallen war Wagner 2010, als er für zehn Monate als Verleger der «Basler Zeitung» (BaZ) unter Hauptinvestor Tito Tettamanti fungierte. Dieses Duo setzte nach einem halben Jahr den Blocher-Intimus Markus Somm als Chefredaktor ein, was viel Wirbel um den «BaZ»-Kurswechsel auslöste.

Blocher trat dann 2011 offiziell als Geldgeber in Erscheinung. Für die BaZ war Wagner ab 2012 wie schon früher wieder als Konzernanwalt aktiv. Wagner war zudem bis 2011 Verwaltungsratspräsident der Weltwoche Verlags AG.

Tötungsdelikt von Rünenberg BL

Im vergangenen März machte Wagner mit einem 200-Millionen-Übernahmeangebot für die Blick-Gruppe erneut landesweit von sich reden. Für welche Investoren er dabei auftrat, gab er selber nicht preis; Ringer ihrerseits – welche den Deal ablehnte – sprach von alt SVP-Nationalrat Walter Frey als Hauptinvestor hinter Wagner.

Wagner arbeitete ferner mit dem neuen Präsidenten des FC Basel, Bernhard Burgener, seit Jahren eng zusammen: Bei der börsenkotierten Highlight Event and Entertainment AG war Burgener Präsident des Verwaltungsrats und Wagner Mitglied desselben.

Ex-Besitzer von Radio Basilisk

Highlight-Chef Burgener hatte sich unlängst im Machtkampf um die Filmgesellschaft Constantin mit dem ehemaligen Aufsichtsratschef, Dieter Hahn, durchgesetzt. Burgeners diskrete Gruppe mit Sitz in Pratteln BL vermarktet unter anderem den europäischen Fussballverband UEFA samt Champions League und den European Song Contest.

2011 hatte Wagner überdies via die Burgener-Firma Escor (Spielautomaten) dem Tamedia-Konzern die Sender Tele Züri, Tele Bärn sowie die Radiosender Radio 24 (Zürich) und Capital FM (Bern) abkaufen wollen – erfolglos.

Ziel war dabei, einen gemeinsamen Werbemarktpool mit den elektronischen Basler Medien, etwa mit Tele Basel, Radio Basilisk oder Radio Basel, einzurichten. Wagner war von 2007 bis 2010 Besitzer von Radio Basilisk.

(sda)

Aktuelle Polizeibilder: Am Steuer eingeschlafen

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