Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und die Werbung von watson und Werbepartnern zu personalisieren. Weitere Infos: Datenschutzerklärung.

Nix mehr mit Zinsen: Bundessteuern vorzeitig bezahlen lohnt sich nicht mehr

21.10.16, 11:30 21.10.16, 12:29

Wer seine Bundessteuern vorzeitig bezahlt, bekommt keine Zinsen mehr. Bild: KEYSTONE

Negativzinsen verleiten Unternehmen und Private dazu, ihr Geld bei den Steuerbehörden zu parken. Nun streicht der Bund den Zins auf vorzeitig bezahlte direkte Bundessteuern.

Das Finanzdepartement (EFD) teilte am Freitag mit, dass der Vergütungszins 2017 auf Null gesenkt wird. Bisher gab es für Vorauszahlung bis zum Fälligkeitstermin einen Vergütungszins von 0,25 Prozent.

Bei der UBS erhalten Unternehmen nur 0,01 Prozent, bei der Postfinance 0,05 Prozent. Für Sparguthaben über 1 Million Franken gibt es heute gar keinen Zins mehr. Ähnlich sehen die Zinssätze für Private aus.

Diese Situation hat nach Angaben des EFD in den letzten Jahren immer mehr Steuerpflichtige dazu bewogen, die direkte Bundessteuer freiwillig vor der Fälligkeit einzuzahlen. Das verzerre das Rechnungsergebnis und erschwere die Budgetierung, heisst es in der Mitteilung.

So rechnet der Bund für 2016 mit einem Jahresabschluss, der 2,2 Milliarden über dem Budget liegt. 900 Millionen Franken sind darauf zurückzuführen, dass die Steuerzahler ihr Geld bei den Steuerbehörden anlegen. Diese Zahlen stammen vom August. Nach Angaben der Eidgenössischen Finanzverwaltung (EFV) dürfte der Betrag bis Ende Jahr eher noch anwachsen.

Der Bund muss die Vorauszahlungen als Mehreinnahmen verbuchen. Um Mehreinnahmen handelt es sich jedoch nur in den Büchern. Tatsächlich sind die Vorauszahlungen bloss eine Verschiebung auf der Zeitachse: Später sind die Einzahlungen umso tiefer, unter Umständen werden sogar Rückzahlungen fällig.

Die Senkung des Vergütungszinses auf Null hatte sich abgezeichnet. Die Leute hätten gelernt, mit Negativzinsen umzugehen, sagte EFV-Direktor Serge Gaillard im August bei der Präsentation der Hochrechnungen für das laufende Jahr. Der Bund prüfe daher Änderungen bei der direkten Bundessteuer. (aeg/sda)

Das könnte dich auch interessieren:

10 Fragen, die dem SBB-Kundendienst im Internet tatsächlich gestellt wurden 🙈

Stoppt die Essensdiebe! 9 Etiketten, die du brauchst, wenn du im Büro arbeitest

Vergesst Russland und USA: In Syrien droht ein Krieg zwischen Iran und Israel

Dreht Obama durch? Dieses Video zeigt eine der grössten Gefahren für Demokratien

«Ohne Fiat Money wäre unser Wohlstand undenkbar»

Liebe Baslerinnen und Basler, das passiert jetzt mit eurer BaZ ...

John Oliver attackiert die Schweiz – das sagt der Steuerexperte dazu

«Sitz, du Sau!» – Als Hockeybanausin am Playoff-Finalspiel

Hätten die Echo-Verantwortlichen doch diesen Film gesehen ...

Alle Artikel anzeigen

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
7
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 21.10.2016 16:11
    Highlight Kein Zins ok, dann aber gar kein Zins, weder Positiv noch negativ und keine provisorischen Rechnungen, auf deren Differenz ich dann doch wieder Zins BEZAHLEN kann! Die Haltung unseres Staates bezgl. steuern kotzt mich allmählich echt an!
    11 1 Melden
  • Jan Hug 21.10.2016 15:53
    Highlight Warum nicht mal den Vorbezug abschaffen? Verzehrt das Ergebnis auch und auch da müssen z.T. Rückerstattungen vorgenommen werden..
    5 1 Melden
  • Olf 21.10.2016 11:44
    Highlight Dann müsste ich ja fairerweise Geld bekommen wenn ich meine Steuern gar nicht bezahle. Negativzinsen oder so.
    46 6 Melden
    • lilie 21.10.2016 13:29
      Highlight @Olf: Sag sowas nicht! Es kommt noch so weit, dass wir dafür bezahlen müssen, dass wir unsere Steuern pünktlich bezahlen dürfen! 😜
      14 1 Melden
    • Lauwärmer 21.10.2016 13:59
      Highlight That's not how this works. That's not how any of this works.
      11 1 Melden
    • Gelöschter Benutzer 21.10.2016 15:01
      Highlight Ich kenne Leute mit dickem Portemonnai welche extra zuviel einbezahlt haben, und sich an den Zinsen bereichern konnten. Daher, gut so. Nix für alle ist fair!
      13 10 Melden
    • Madison Pierce 21.10.2016 16:04
      Highlight bcZcity: Kann man so sehen, dann müsste aber auch Schluss sein mit den provisorischen Rechnungen. Die muss man fristgerecht bezahlen, sonst kommt noch Verzugszins dazu. Mit der definitiven Veranlagung und somit auch der Rückerstattung der Verrechnungssteuer lässt sich das Steueramt hingegen gerne Zeit.

      Kein Zins für Vorauszahlungen ist OK, dann will ich aber auch nicht zu Vorauszahlungen gezwungen werden.
      20 0 Melden

Michael Künzle (CVP) bleibt der Stadtpräsident von Winterthur

Im zweiten Wahlgang hat er es doch noch geschafft: Der bisherige Winterthurer Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) wird auch die kommenden vier Jahre an der Spitze der Stadtregierung stehen.

Der Kampf um das Winterthurer Stadtpräsidium ist entschieden: Michael Künzle (CVP) holte 15'817 Stimmen und blieb damit knapp vor Stadträtin Yvonne Beutler, die 12'642 Stimmen holte. Die Wahlbeteiligung betrug 43,79 Prozent.

Künzle reagierte mit Erleichterung auf das Ergebnis. Beutler sei eine starke Gegnerin gewesen, die Anspannung entsprechend gross. «Ich habe sicher zwanzig Kilogramm abgenommen, auch wenn man das jetzt noch nicht sieht.»

Wichtig ist ihm nun, dass die zwei Lager, die während …

Artikel lesen