Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Image

Die Karte der Grand Tour. bild: schweiz tourismus

Die Schweiz bekommt eine «Route 66», die zum Touristenmagnet werden soll – die Grünen schlagen Alarm 



Auch die Schweiz hat jetzt ihre «Route 66»: Ab diesem Sommer sollen Touristen auf der durchgehend beschilderten Grand Tour of Switzerland auf eigene Faust die Schweizer Sehenswürdigkeiten bereisen.

Die Grand Tour of Switzerland verbindet sämtliche wichtigen Sehenswürdigkeiten der Schweiz. Sie führt in einer grossen Runde vom Rheinfall zum Nationalpark im Engadin und auf die Piazza nach Locarno, über Gotthard und Furka das Wallis hinab zum Jet d'Eau in Genf und schliesslich via Creux du Van, Tellskapelle und Zürcher Grossmünster wieder zurück an den Rhein.

Die «Grand Tour of Switzerland»

«Es ist ein 1600 Kilometer langer Erlebniskorridor», sagte Jürg Schmid, der Direktor von Schweiz Tourismus, an einer Medienkonferenz am Dienstag in Zürich. Ziel sei es mit dieser helvetischen «Route 66» bis 2021 eine Million zusätzlicher Übernachtungen und einen Umsatz von 225 Mio. Fr. zu generieren.

Juerg Schmid, Direktor Schweiz Tourismus, waehrend einer Medienkonferenz zur Lancierung der Grand Tour of Switzerland von Schweiz Tourismus, am Montag, 14. April 2015, in Zuerich. (PHOTOPRESS/Dominik Baur)

Jürg Schmid, Direktor von Schweiz Tourismus, erklärt die Grand Tour of Switzerland. Bild: PHOTOPRESS

Trend zu individuellen Rundreisen

Den Anstoss zur Schaffung einer touristischen Autoroute durch die Schweiz hat dabei laut Schmid der Trend zu Rundreisen gegeben. Neben Städtereisen werde gemäss internationalen Erhebungen vor allem das so genannte Touring immer beliebter, sagte er. Die Gründe dafür seien offensichtlich: Das individuelle Reisen auf vorgezeichneten Routen biete maximales Erlebnis bei minimalem Zeitaufwand und Risiko.

Für die Betreuung der Route und Angebote in den Regionen wurde eigens ein Verein gegründet, dessen Mitglieder die regionalen Tourismusorganisationen sind. Schweiz Tourismus dagegen ist für das Marketing des neuen Angebots verantwortlich. Die Tourismusorganisation wird dazu in diesem Jahr weltweit 42 Medienkonferenzen abhalten, 450 Reisejournalisten in die Schweiz einladen und 9 Millionen Broschüren, Reiseführer und Karten verteilen.

Eine Journalistin mit einer Karte der

Die neue Route gibt es bereits auf Karte. Bild: TI-PRESS

Dafür wird Schweiz Tourismus in diesem und im nächsten Jahr 30 Millionen Franken aufwenden, was rund ein Sechstel des gesamten Budgets für Kampagnen in den nächsten zwei Jahren ausmacht. Der Verein seinerseits will bis 2016 1,8 Millionen Franken investieren, wobei die finanziellen Mittel bei beiden vor allem vom Bund stammen.

VCS und Grüne gehen auf die Barrikaden

«Für uns ist die Grand Tour of Switzerland kein kurzfristiges Marketingprojekt, sondern ein langfristiges touristisches Produkt», sagte Schmid dazu. Eines, das jedoch auch Gegner hat. So haben bereits in der Vorbereitungsphase der Verkehrsclub der Schweiz (VCS) und die Grüne Partei die Grand Tour als «Unsinn» bezeichnet.

«Für die Grünen ist es unverständlich, dass Schweiz Tourismus mit unberührten Alpenbildern Werbung macht und gleichzeitig den Strassenverkehr in die Berge fördert», schreibt Urs Scheuss, der Fachsekretär der Grünen Partei, auf Anfrage. Im Zeitalter des gut ausgebauten öffentlichen Verkehrs sei die Idee einer Autotour durch die Schweiz veraltet, sagt Stefanie Schäuble vom VCS.

Sergio Savoia, Koordinator der Gruenen Tessin, 2. von rechts, die Co-Praesidentinnen Adele Thorens, 3. von rechts, und Regula Rytz, rechts, daneben Urs Scheuss, links, und Jessica Bottinelli, 2. von links, an der Delegiertenversammlung der Gruenen Schweiz am Samstag, 18. Oktober 2014 in Mendrisio. Die Delegierten haben sich der letzten Versammlung ihrer Partei 2014 auf die eidgenoessischen Wahlen im kommenden Jahr eingeschworen: Mit einer EU-kompatiblen Umsetzung der SVP-Zuwanderungsinitiative und einer oekologischen Steuerreform wollen die Grünen auf Stimmenfang gehen.(KEYSTONE/Ti-Press/Francesca Agosta)

Der Grüne Urs Scheuss (ganz links) findet die Idee der Grand Tour of Switzerland alles andere als gelungen.  Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Schweiz Tourismus widerspricht. Die Grand Tour werde voraussichtlich zu keinem Mehrverkehr führen, sagte Schmid. Denn: «Wir hoffen, dass wir bisherige Tagesausflügler für mehrere Tage in der Schweiz halten können, was die Anzahl gefahrener Kilometer senkt.» Zudem sei es auch möglich, dass dank dem neuen Angebot vermehrt Schweizer Ferien in der Schweiz machten und damit auf eine klimaschädliche Flugreise verzichten. (feb/sda)

Play Icon

So bewirbt Schweiz Tourismus die Grand Tour auf Youtube Video: Youtube / MySwitzerland.com

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

Themen
17
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hazzo 16.04.2015 07:12
    Highlight Highlight Endlich Ruhe im Glarnerland! Die Touris fahren brav aussenrum ...
    0 0 Melden
  • Lumpirr01 15.04.2015 15:59
    Highlight Highlight Der Schweizer Tourismus hatte auch schon bessere Zeiten. Deshalb versucht Direktor Jürg Schmid verständlicherweise mit dieser Aktion den Tourismus anzukurbeln. Ich gehe davon aus, dass damit zwar kein sentationeller Erfolg, aber immerhin die einte oder andere Reise erfolgen wird. Es erinnert mich an meine Jugend, als mittels einem Würfelspiel und einem Schweizer Relief "Reise durch die Schweiz" eine ähnliche Route abgefahren wurde. Mir fehlen in dieser Neuauflage allerdings leider einige schöne Höhepunkte wie Jungfrauregion, Titlis, Klausenpass, Zuger - & Glarnerland, usw.
    3 1 Melden
  • Tom Garret 15.04.2015 15:59
    Highlight Highlight Freu mich schon die Strecke mal zu befahren. Nachdem wir die Route 66 befahren haben, haben wir schon gesagt man müsste das mal in der Schweiz machen. Das hilft natürlich bei der Planung und die Schweiz hat so viel schönes zu bieten...
    4 0 Melden
  • djangobits 15.04.2015 12:08
    Highlight Highlight Wir hätten da noch ein Keystone Video, das zwar Teile aus dem Werbevideo enthält, aber auch Interviews etc. und das die ganze Sache etwas kritischer zu dirchleuchten versucht.
    Falls interessant, findet ihr das in Eurem CMS.
    Grüsse,
    Markus
    2 0 Melden
  • Rondi 15.04.2015 12:01
    Highlight Highlight Die Grünen sollen mal den Ball flach halten. Kein Wunder wählt die keiner mehr.
    15 5 Melden
  • Robert K. 15.04.2015 11:40
    Highlight Highlight Diese Webekampagne ändert die Routen der Touristen durch die Schweiz wohl kaum. Also warum der Grüne Wirbel.
    7 2 Melden
  • crowds 15.04.2015 11:21
    Highlight Highlight chur ist nicht dabei, also scheissegal.
    3 3 Melden
  • Mäf 15.04.2015 09:00
    Highlight Highlight Wie schön die Ferien doch sein werden... im Stau am Gotthard, bei der ewigen Parkplatzsuche in Zürich und Genf, PickNick auf der A1 und das alles unter der doch so heissen Windschutzscheibe auf dem Ledersitz klebend... Ich freu mich!
    14 11 Melden
    • sleeper 15.04.2015 12:35
      Highlight Highlight Lang lebe meine Air-Condition und die eingebaute Minibar! =)
      1 2 Melden
  • MisterM 15.04.2015 08:46
    Highlight Highlight Die Schweiz hat in Sachen Tourismus sicherlich grossen Nachholbedarf. Somit begrüsse ich diese Idee. Wer die Sehenswürdigkeiten auf andere Art auffinden möchte, darf das ja machen - hindern tut ihn diese Route nicht.
    52 4 Melden
    • sleeper 15.04.2015 12:36
      Highlight Highlight Absolut, selbst als Schweizer überlege ich mir, diesen Sommer mal einen Teil abzufahren. Sind einige wunderschöne Pässe dabei.
      6 1 Melden
  • Thomas F. 15.04.2015 08:36
    Highlight Highlight Wir machen seit Jahren Rundreisen, durch Deutschland, Frankreich, USA, Kanada. Für uns die beste Art eine Landschaft die Leute und das Leben zu entdecken. Ich begrüsse daher die Grand Tour sehr und bin überzeugt, dass es Reisende aus aller Welt anlockt. Wir sollten den Tourismus nicht verhindern.
    49 3 Melden
  • manolo 15.04.2015 08:34
    Highlight Highlight warum wird der jurasüdfuss nicht berücksichtigt? z.bsp. Basel -Solothurn Biel- Neuenburg ?
    9 17 Melden
  • Chris P. Bacon 15.04.2015 08:02
    Highlight Highlight Road Trips sind die effizienteste Art, das zu sehen, was einen interessiert und bitte, werte Öko-Fritzen, von wegen veraltet. Ihr erfreut euch zu Hause genauso ab eurer günstigen Ölheizung, welche euch den Winter über euer schütteres Körperlein warm hält. Ausserdem möchte ich mal sehen, wie ihr diese Reise (1600km) in 2 Tagen mittels öffentlichem Verkehr gestaltet, aber das ist ja einfach gesagt aus einem Stadtzürcher Büro, vor dem alle 3 Minuten ein Tram passiert...
    33 13 Melden
    • karl_e 15.04.2015 15:51
      Highlight Highlight 1600 km in 2 Tagen? Das ist keine Grand Tour, nur noch stumpfes Kilometerfressen.
      4 0 Melden
    • droelfmalbumst 15.04.2015 16:29
      Highlight Highlight ich kenne sehr viele leute die machen 2000km in ca. 22h... ohne zu jammern und mit freude
      0 2 Melden
  • christianlaurin 15.04.2015 07:04
    Highlight Highlight Und die Grünen Fragen sich warum sie Wähler verlieren...
    53 19 Melden

Obdachlosen-Mord in Basel: «Habe gespürt, dass ich diese Person umbringen soll»

Im Dezember 2017 wurde ein Obdachloser in der Dreirosenanlage ermordet. Ein 22-Jähriger hat die Tat gestanden. Nun streiten Anklage und Verteidigung vor Gericht, ob die Motive in dessen psychischer Krankheit oder in religiösem Wahn zu sehen sind.

«Ich denke, ich komme in den Himmel, weil Gott mir vergibt», liess der 22-jährige Angeklagte am Dienstag die Gerichtsdolmetscherin aus dem Portugiesischen übersetzen. An seiner Tat gibt es wenig zu deuten: Im Dezember 2017 tötete er den 60-jährigen Obdachlosen Georg bei der Dreirosenanlage mit einem Messerstich direkt ins Herz. Die Kriminaltechniker gehen aufgrund der Spuren von weiteren Stichen und Schlägen aus.

«Hat er sich gewehrt?», fragte Gerichtspräsident Roland Strauss den 22-Jährigen. …

Artikel lesen
Link to Article