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Missbrauchsvorwürfe: Jürg Jegge tritt als Ehrenpräsident der Stiftung Märtplatz zurück



Jürg Jegge ist per sofort von seinem Amt als Ehrenpräsident der Stiftung Märtplatz zurückgetreten. Am Dienstag wurde bekannt, dass ein ehemaliger Schüler schwere Missbrauchsvorwürfe gegen den bekannten Schweizer Pädagogen und Schriftsteller erhoben hatte.

Der Stiftungsrat und die Geschäftsleitung der Stiftung Märtplatz seien bestürzt und tief betroffen von den Missbrauchsvorwürfen, die gegen Jürg Jegge erhoben wurden, teilte die Stiftung am Mittwoch mit. Jegge hat die Stiftung als sozialpädagogische Institution für 18- bis 25-Jährige im Jahr 1985 gegründet.

Seit seiner Pensionierung im Jahr 2011 ist er nicht mehr operativ für den Märtplatz tätig. Die heutige Geschäftsleitung und der Stiftungsrat distanzierten sich in aller Form vom mutmasslichen Verhalten ihres Gründers, heisst es weiter.

Die Stiftung habe sich in den letzten sechs Jahren zu einer modernen Ausbildungsstätte weiterentwickelt. «Uns ist nicht bekannt, dass es seit dem Wechsel im Jahr 2011 Vorkommnisse gegeben hat. Wenn wir etwas hören, werden wir sofort einschreiten», sagte Kuno Stürzinger, Märtplatzleiter, am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Jegge ist von seinem Amt als Ehrenpräsident der Stiftung mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. «Weitere Massnahmen erachtet man beim jetzigen Wissensstand für nicht notwendig», sagte Stürzinger.

Schwere Vorwürfe

Markus Zangger, ein ehemaliger Schüler von Jegge, hat in einem Buch schwere Missbrauchsvorwürfe erhoben: Jegge soll ihn und weitere Schüler über Jahre hinweg sexuell missbraucht haben.

Zangger schrieb das Buch «Jürg Jegges dunkle Seite», das morgen Donnerstag erscheint, zusammen mit dem Journalisten und Autoren Hugo Stamm. Darin schildern sie verschiedene Erlebnisse des jungen Sonderschülers Zangger, der 1970 als Zwölfjähriger zu Jürg Jegge kam.

Unter dem Vorwand einer therapeutischen Massnahme soll es über Jahre zu körperlichen Übergriffen gekommen sein, bei denen sie beispielsweise gemeinsam onaniert hätten.

Erst mit 28 Jahren sei es Zangger gelungen, die sexuellen Übergriffe zu beenden, «doch die psychische Abhängigkeit blieb noch viel länger bestehen», schreibt er im Vorwort des Buchs. Dort heisst es auch, dass die Vorwürfe verjährt seien.

Jürg Jegge war für eine Stellungnahme bislang für die SDA nicht erreichbar. (sda)

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