Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Warten auf die Ausshaffung am Flughafen in Zürich. Bild: KEYSTONE

Erstmals schafft die Schweiz einen Asylsuchenden per Linienschiff aus

29.03.15, 06:35


Die Schweiz hat erstmals einen renitenten abgewiesenen Asylsuchenden per Schiff ausgeschafft. Der Marokkaner hatte sich zunächst zwei Mal geweigert, mit einem Linienflugzeug in seine Heimatland zurück zu fliegen. Darauf entschied das Staatssekretariat für Migration (SEM), den Mann mit einem Sonderflug nach Südfrankreich zu fliegen und von dort per Linienschiff nach Marokko zu fahren.

«Die Rückführung auf dem Seeweg fand im Sinn eines Pilotversuchs statt»», sagt SEM-Sprecher Martin Reichlin der «NZZ am Sonntag»". Der Versuch sei erfolgreich verlaufen. «Weitere Rückführungen nach Marokko auf dem Seeweg sind nicht ausgeschlossen, werden aber voraussichtlich die Ausnahme bleiben.»

Die Zwangsausschaffung des Marokkaners erwies sich als kompliziertes und zeitraubendes Unterfangen. Beteiligt waren Schweizer, französische und marokkanische Behörden, wie die die Zeitung schreibt. So begleiteten Schweizer Polizisten den Mann während der gesamten Rückführung; allein die Schifffahrt vom französischen Mittelmeerhafen Sète nach Nordafrika dauerte mehr als dreissig Stunden.

Amnesty International kritisiert, dass die Zwangsausschaffung per Linienschiff nicht von der Nationalen Kommission zur Verhütung von Folter (NKVF) überwacht worden ist. Das geschieht seit Mitte 2012 bei allen Rückführungen mit Sonderflügen. (feb)

Hol dir die App!

Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

Abonniere unseren Daily Newsletter

Themen
1
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
1Kommentar anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pun 29.03.2015 09:26
    Highlight Ausschaffungen abschaffen!
    5 19 Melden

Vor 40 Jahren vom Pfarrer missbraucht – jetzt erzählt Andreas Santoni seine Geschichte

Zwischen 1978 und 1981 wurde Andreas Santoni im Kinderheim Hermetschwil missbraucht. Vier Jahrzehnte später wagt er den Schritt an die Öffentlichkeit.

Andreas Santoni wollte Pfarrer werden. Schon damals, als er als kleiner Junge seiner Grossmutter half, auf dem Friedhof die Gräber zu machen. Er hat zu den Pfarrern hochgeschaut, sie bewundert. Auch später, als er wegen Schwierigkeiten in der Schule ins Kinderheim St. Benedikt in Hermetschwil kam. Er spielte den Pfarrer, hielt Predigten. «Der Fussballpokal war mein Kelch», erzählt er.

Andreas Santoni ist nie Pfarrer geworden. Der damalige Pfarrer im Kinderheim hatte ihn sexuell missbraucht. Die …

Artikel lesen