Schweiz

Das schreiben die Sonntagszeitungen

29.03.15, 06:07

Der Absturz der Germanwings-Maschine in Frankreich ist in den Sonntagszeitungen das dominierende Thema. Die einen widmen sich ausführlich der Person des Co-Piloten, dessen sterbliche Überresten laut französischen Ermittlern mittlerweile identifiziert sind. Andere erörtern mögliche Konsequenzen seitens der Behörden und der Fluggesellschaften. Wieder andere berichten von der Trauer in Deutschland und Frankreich und von Verschwörungstheorien. Die restlichen Schlagzeilen der Sonntagspresse:

«SonntagsZeitung»/«Schweiz am Sonntag»:

Die SBB wollen sparen und bauen daher in den nächsten Jahren Schalter und Personal ab. Das sagte Verwaltungspräsident Ulrich Gygi. Konkrete Zahlen nannte er nicht. In den vergangenen zehn Jahren sind 97 bediente Bahnschalter geschlossen worden. Nur noch eines von vier Tickets wird mittlerweile am Schalter gekauft. Die Online-Verkäufe stiegen letztes Jahr um 18 Prozent. Vom Bund fordern die SBB zudem mehr Geld für den Erhalt und Ausbau ihrer Infrastruktur. Für die Periode 2017-2020, für welche derzeit Gespräche geführt werden, lägen die Vorstellungen um «einige hundert Millionen Franken» auseinander.

Die Bahnhofshallen in der Schweiz verändern sich weiter. Es wird weiter weniger Schalter geben.  Bild: KEYSTONE

«NZZ am Sonntag»

Als Folge der Zuwanderungsinitiative hat der Bundesrat die Drittstaaten-Kontingente um einen Drittel gekürzt, einige Kantone strichen diese für Au-pairs darauf vollumfänglich. Das bringt junge Familien, die für die Betreuung ihrer Kinder auf Au-pairs setzen, in Bedrängnis, zumal die Zahl der Bewerberinnen aus der EU gering ist. Die Vermittlungsagenturen fordern darum in einem Brief an den Bundesrat separate Kontingente, schliesslich nähmen Kinderbetreuer weder einem Ingenieur, einem Informatiker noch einer Ärztin die Stelle weg. Ausserdem sei ihr Lohn tiefer und sie besuchten an mindestens vier Stunden pro Woche einen Sprachkurs.

«NZZ am Sonntag»

Die Schweiz hat erstmals einen abgewiesenen Asylsuchenden per Schiff ausgeschafft. Der Marokkaner hatte sich zunächst zwei Mal geweigert, mit einem Linienflugzeug in seine Heimatland zurück zu fliegen. Weil Marokko keine Zwangsausschaffungen per Sonderflug zulässt, entschied das Staatssekretariat für Migration (SEM), den Mann nach Südfrankreich zu fliegen und von dort per Linienschiff nach Marokko zu fahren. Der «Pilotversuch» sei erfolgreich verlaufen, weitere Rückführungen nach Marokko auf dem Seeweg nicht ausgeschlossen. Sie würden aber voraussichtlich die Ausnahme bleiben. 2014 hat das SEM mit 41 Sonderflügen 252 Ausländer ausgeschafft.

Sonntags-Blick

Seit der Finanzkrise haben sich die Löhne der Topverdiener in der Finanz- und der Pharmaindustrie halbiert. Das zeigt eine Analyse der 20 Unternehmen im Swiss Market Index (SMI). Während etwa Daniel Vasella als CEO und Verwaltungsratspräsident des Pharmakonzerns Novartis 2007 ein Gesamtsalär von 29.9 Millionen Franken kassierte, bezog der heutige CEO Joseph Jimenez 2014 noch 12.7 Millionen Franken. Ein ähnliches Bild präsentiert sich bei der Konkurrentin Roche aber auch bei den Grossbanken. So kassierte UBS-Chef Marcel Ospel 2006 26.6 Millionen Franken. Der heutige CEO Sergio Ermotti kommt noch auf 11.2 Millionen Franken.

Joseph Jimenez. Er verdient nicht Mal ganz die Hälfte von Daniel Vasella, der sein Vorgänger war.  Bild: ROLEX DELA PENA/EPA/KEYSTONE

«Zentralschweiz am Sonntag»

Die wertvollsten Unternehmen an der Schweizer Börse haben 2014 insgesamt 39.8 Milliarden Franken an ihre Teilhaber ausgeschüttet. Das sind 2.6 Milliarden oder rund 7 Prozent mehr als im Vorjahr, wie eine Auswertung der Jahresabschlüsse jener Unternehmen zeigt, deren Aktien das Börsenbarometer Swiss Leader Index (SLI) bilden. 2014 war auch für die Manager ein guter Jahrgang. Das Durchschnittsgehalt eines CEO der 30 SLI-Firmen lag mit 6.2 Millionen Franken immerhin rund 5 Prozent über jenem der beiden Vorjahre. Spitzenverdiener war mit einem Gehalt von umgerechnet 13.1 Millionen Franken Transocean-Chef Steven Newman.

«Schweiz am Sonntag»

Viele ländliche Gebiete in der Schweiz überaltern zunehmend. Das zeigen neue Zahlen des Bundesamts für Statistik. Prozentual am meisten Senioren leben in den Regionen Goms VS, Surselva GR, Thun BE und im Glarner Hinterland. Auf 100 Erwerbstätige kommen dort mehr als 35 Senioren. Das Gegenstück bilden Städte wie Zürich, Nyon und Zug, wo dieser Quotient weniger als 25 beträgt. Der gesamtschweizerische Durchschnitt liegt bei 28.4 Rentnern auf 100 Erwerbstätige. Während die Städte von jungen Zuzügern aus dem In- und Ausland profitieren, erleben ländliche Gebiete eine starke Abwanderung von Arbeitskräften.

«Ostschweiz am Sonntag»

Die Präsenz der Schweizer Landesregierung in den sozialen Netzwerken ist lückenhaft. Auf Twitter sind lediglich die Bundesräte Johann Schneider-Ammann und Alain Berset mit eigenen Accounts vertreten. Ueli Maurer und Doris Leuthard melden sich über das Konto ihrer Departements zu Wort. Auf Facebook betreibt Eveline Widmer-Schlumpf ein Profil, das regelmässig aktualisiert wird. Sämtliche Bundesräte wurden derweil schon Opfer von gefälschten Twitter- oder Facebook-Konten, die auf Intervention hin wieder gelöscht wurden.

«Le Matin Dimanche»/«SonntagsZeitung»:

Der Bund will Asylbewerber stärker überprüfen. Nach Medienberichten über Mängel bei der Kontrolle von Asylsuchenden beim Nachrichtendienst des Bundes (NDB) hat eine interne Untersuchung Unregelmässigkeiten beim Staatssekretariat für Migration ergeben. Die vom NDB festgelegten Kriterien für die zu überprüfenden Dossiers von Asylsuchenden liessen einen zu grossen Interpretationsspielraum offen. Auch habe es bei der Art und Weise, wie die Dossiers übermittelt wurden, keine einheitliche Praxis gegeben. Ein «struktureller Mangel im Sicherheitsdispositiv» wurde aber nicht festgestellt.

«Le Matin Dimanche»:

Trotz erstarktem Franken am Devisenmarkt behält die Eidg. Finanzverwaltung (EVF) einen Eurokurs von 1.2 Franken bei. Offenbar wird der Wechselkurs während des Budget-Prozesses zwischen Februar und Juli für das kommende Jahr festgelegt. Für 2015 war das demnach Anfang 2014, als der Bund Devisenreserven in Euro und Dollar anlegte. Diese Methode erlaube es dem EVF, die Risiken der Währungsfluktuation zu minimieren. (sda)

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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!
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