Schweiz
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Eidgenössisches Volksmusikfest 2015: Neue Nationalhymne soll «Weisses Kreuz auf rotem Grund» heissen



Der Beitrag «Weisses Kreuz auf roten Grund» ist in einer Online-Umfrage zur möglichen neuen Schweizer Nationalhymne erkoren worden. Ob er tatsächlich die neue Nationalhymne wird oder wie viele Versuche wieder in der Schublade landet, wird sich weisen.

Lanciert wurde die Suche nach einer neuen Nationalhymne durch die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG). Sie war der Meinung, dass der Text des «Schweizerpsalms» mit den beiden ersten Textzeilen «Trittst im Morgenrot daher, Seh’ ich dich im Strahlenmeer» schwierig zu merken und sprachlich sperrig sei.

Gemäss SGG ist der Text nicht mehr der Realität entsprechend. Die Schweiz werde darin nicht in ihrer heutigen politischen und kulturellen Vielfalt abgebildet. Im Rahmen eines Anfang 2014 gestarteten Wettbewerbes wurden der SGG 208 Vorschläge eingereicht. Sechs davon wurden ausgewählt und in eine öffentliche Onlinewahl geschickt.

Bei diesem ersten Voting wurden bis Mitte Mai dieses Jahres die drei Finalisten gekürt. In einem zweiten Voting konnte die Öffentlichkeit bis am (heutigen) Samstagabend den Sieger bestimmen. Das Resultat wurde in der SRF-Sendung «Potzmusig» bekannt gegeben, die direkt vom Eidgenössischen Volksmusikfest in Aarau ausgestrahlt wurde.

Vorschlag der Bundesversammlung unterbreiten

Gewählt wurde der Vorschlag, der mit der Textzeile «Weisses Kreuz auf roten Grund» beginnt. Er stammt von Werner Widmer aus Zollikerberg und basiert vollständig auf der Melodie der derzeitigen Nationalhymne. Der Komponist ist Ökonom, leitet die Stiftung Diakoniewerke Neumünster und ist Verwaltungsratspräsident des Kantonsspitals Baselland.

Der Text

«Weisses Kreuz auf rotem Grund,
unser Zeichen für den Bund:
Freiheit, Unabhängigkeit, Frieden.
Offen für die Welt, in der wir leben,
woll'n wir nach Gerechtigkeit streben.
Frei, wer seine Freiheit nützt,
stark ein Volk, das Schwache stützt.
Weisses Kreuz auf rotem Grund,
singen wir gemeinsam aus einem Mund.»

Die SGG will nun den siegreichen Vorschlag auf die politische Ebene bringen. Zuständig für die Nationalhymne ist die Bundesversammlung, nachdem 1961 und 1981 der Gesamtbundesrat in dieser Sache entschieden hatte. Die SGG will als nächsten Schritt eine breite politische Trägerschaft bilden.

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  • 23%Schlechter als «Trittst im Morgenrot daher»
  • 31%Ich will wieder «Rufst du, mein Vaterland» («Heil dir Helvetia»)

Es gebe mehrere Wege, die Bitte nach einem neuen Hymnetext ins Parlament zu bringen, hiess es bei der SGG auf Anfrage. Je nachdem werde die Dauer der Behandlung länger oder kürzer sein. Die SGG will sich noch nicht auf einen Termin festlegen, an dem sie die Bitte um einen neuen Hymnetext bei der zuständigen Bundesbehörde einreichen wird.

Immer wieder Anläufe für neue Nationalhymne

Der SGG-Vorstoss ist nicht der erste Versuch in jüngerer Zeit, den vom Aargauer Zisterziensermönch Alberich Zwyssig komponierten und vom Zürcher Leonhard Widmer getexteten «Schweizerpsalm» abzulösen. Sowohl Private, als auch Politiker drangen mit ihren Anliegen aber nie durch.

Der Bundesrat hatte sich 2004 und 2008 mit der Nationalhymne auseinandergesetzt, als eine SP-Motion einen neuen Text verlangte. Die Landesregierung lehnte das Begehren ab. Zuletzt äusserte sich der Bundesrat 2014 in seiner Antwort auf eine SVP-Interpellation zum Thema. Einem Teil der Bürgerinnen und Bürger möge der Text nicht mehr zeitgemäss erscheinen, heisst es darin.

Die heutige Landeshymne brauche aber den Vergleich mit zeitgenössischen Schöpfungen nicht zu scheuen und sei dank ihrer Bekanntheit eine würdige Landeshymne. Der Bundesrat werde sich zu gegebenem Zeitpunkt zum weiteren Vorgehen äussern, falls ihm ein Vorschlag unterbreitet werde. (sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • wendelsch 13.09.2015 00:56
    Highlight Highlight
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    !!!für immer!!!
  • roger.schmid 13.09.2015 00:27
    Highlight Highlight "Bigotterie (französisch bigoterie) oderScheinheiligkeit ist die Bezeichnung für ein frömmelndes, dabei anderen Auffassungen gegenüber intolerantes, gehässiges[1] und scheinbar ganz der Religion oder einer religiösen Autorität (Person oder Instanz) gewidmetes Wesen oder Verhalten, wobei der tatsächliche Lebensstil nicht eigentlichreligiös oder streng sittlich gehalten wird. DerDuden bezeichnet Bigotterie als Scheinheiligkeit und „kleinliche, engherzige Frömmigkeit und übertriebene(n) Glaubenseifer“.[2] Das dazugehörige Adjektiv ist „bigott“.
  • Albright 12.09.2015 23:08
    Highlight Highlight Boah, ich dachte die beknackte Melodie würde auch verschwinden..
    • roger.schmid 13.09.2015 00:24
      Highlight Highlight die Melodie ist gut. der bigotte text muss endlich verschwinden.
    • roger.schmid 13.09.2015 02:19
      Highlight Highlight @merida: nö. die schweiz ist zum glück ein säkuläres land. ein bewährtes erfolgsrezept.
      Religiosität führt direkt in die Sackgasse. Quelle: die letzten paar tausend Jahre..
    • cassio77 13.09.2015 07:20
      Highlight Highlight @ roger.schmid: Du verwechselst da etwas. nicht die Religionen haben kriege geführt, sondern die menschen. nicht die religionen haben menschen massakriert, es waren die menschen. die religion war ein dankbares mittel in der mobilisierung der masse. die religion wird verwendet, um die eigene macht zu stärken. das grundübel ist der mensch, nicht die religion. wenn es die religionen nicht mehr gibt, gibt's dennoch weiterhin kriege.
  • dracului 12.09.2015 22:59
    Highlight Highlight Die Schwierigkeiten unseres Landes das Hymenproblem zu lösen, ist ein Zeichen, wie unsere Demokratie funktioniert und auch welchem Stellenwert eine Hymne überhaupt für uns hat. Aus diesem Grund finde ich, dass der aktuelle Psalm bleiben sollte - er gehört zu uns und macht uns aus.
    • Statler 13.09.2015 02:36
      Highlight Highlight Das «Hymenproblem»? MMD :)))
  • Matthias Studer 12.09.2015 21:40
    Highlight Highlight Wenn die Schweiz schon keine Hauptstadt hat, wozu benötigt sie eine Nationalhymne? Lasst doch bei Sportveranstaltungen den Schacher Sepp spielen. Eingängiger Text, Volkstümlich und auch zum davon rennen.
    • exeswiss 13.09.2015 00:10
      Highlight Highlight keine hauptstadt? hab ich was verpasst?
    • Matthias Studer 13.09.2015 01:06
      Highlight Highlight Offiziell haben wir keine Hauptstadt. Dafür eine Bundesstadt. Also ein Ort in dem sich die "Gesandten" der Kantone treffen.
  • atomschlaf 12.09.2015 20:37
    Highlight Highlight Mein Gott, dieser Text ist ja zum Schreien banal. Und die letzte Textzeile holpert dazu noch ganz gewaltig.
  • Zeit_Genosse 12.09.2015 20:37
    Highlight Highlight Ich habe es nicht so mit den Kreuzen, da sie religiös behaftet und belastet sind. Ich möchte nicht ein Kreuz besin(n)gen. Werde dann für mich "Weiss" auf "Rot" mitsingen.
    • Arabra 12.09.2015 22:39
      Highlight Highlight Finde ich auch. Andreaskreuze vor Bahnübergängen muss durch ein Oktett ersetzt werden, Chevrolet muss sein Kreuz durch ein Panda ersetzen, das Schweizer Kreuz durch eine Katze und das Zeichen auf der Schatzkarte muss durch ein Mittelfinger ersetzt werden.

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