Schweiz

Wie lange kann sich Yannick Buttet noch als Nationalrat halten?  Bild: KEYSTONE

Stalking-Affäre: CVP will Buttets Rücktritt ++ Parlamentarier berichten von Po-Grabscher

Die Luft für den Walliser Nationalrat wird dünner. Mitglieder der Parteispitze fordern, dass er sein Amt als Nationalrat sofort niederlegt. 

03.12.17, 02:41 03.12.17, 08:53

Der Druck auf den wegen Belästigung beschuldigten CVP-Nationalrat Yannick Buttet, aus dem Parlament zurückzutreten, ist weiter gewachsen. Immer mehr Parteikollegen wenden sich vom 40-jährigen Walliser ab. Im Präsidium der CVP Schweiz herrscht laut «NZZ am Sonntag» die Meinung vor, er solle als Nationalrat aufhören. «Persönlich bin ich der Meinung, dass er sein Amt niederlegen muss», sagte Elisabeth Schneider-Schneiter, Basler Nationalrätin und Mitglied des CVP-Präsidiums.

Die Parteispitze will sich dem Bericht zufolge am Montag treffen, um eine Haltung festzulegen. CVP-Präsident Gerhard Pfister erklärte dem «SonntagsBlick», es sei völlig offen, welche Entscheide getroffen würden.

«Buttet ist kein Böser, aber er hat ein Problem, wenn er zuviel trinkt»

Laut «SonntagsBlick» gibt es im Wallis dem Vernehmen nach Druckversuche auf Buttets mutmassliches Stalking-Opfer, die Anzeige gegen den Nationalrat zurückzuziehen. Die CVP-Lokalpolitikerin und alleinerziehende Mutter solle damit die Partei schützen. Sie wollte sich nicht dazu äussern.

Derweil meldeten sich mehrere Politikerinnen – darunter die Züricher SVP-Nationalrätin Barbara Steinemann – denen Buttet nach übermässigem Alkoholkonsum negativ aufgefallen war. Buttet sei «kein Böser, aber er hat ein Problem, wenn er zu viel getrunken hat», zitierte der «SonntagsBlick» eine Ratskollegin aus der Romandie.

Weitere Grabsch-Vorwürfe

«Le Matin Dimanche» berichtet, dass Buttet am 20. September nach der Wahl von Bundesrat Ignazio Cassis (FDP) betrunken seine Genfer Kollegin und SVP-Vizepräsidentin Céline Amaudruz begrapschte. Die Zeitung zitierte zwei weitere Zeuginnen aus dem Wallis, wo er mehrmals Frauen unsittlich die Hand auf den Po gelegt haben soll

Ein Umfrage bei 73 Politikerinnen im Bundeshaus durch «Le Matin Dimanche» ergab, dass von 23 Antwortenden deren 5 sagten, sie seien während ihrer parlamentarischen Tätigkeit Opfer von sexueller Belästigung geworden. 15 erklärten, sie hätten sich schon einmal wegen unangemessener Äusserungen von Ratskollegen unwohl gefühlt.

Die Justiz ermittelt gegen Buttet wegen Belästigung. Er soll eine frühere Geliebte behelligt haben und wurde vor ihrem Haus gestellt, nachdem er immer wieder an ihrer Tür geklingelt haben soll.

(amü/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Boogie Lakeland 03.12.2017 14:15
    Highlight Mal so generell: Parlamentarier müssen keine Vorbilder sein! Ich wähl meine Kandidaten weil diese am ehesten meine Meinung vertreten. Was sie privat treiben und mit welchen (mündigen) Personen, egal welchen Geschlechts, sie das Bett teilen ist mir egal.
    ABER 1.: Sie sind vor dem Gesetz nicht besser. Er sucht ein öffentliches Amt, exponiert sich und muss das Ganze (trotz Unschuldsvermutung) aushalten.
    ABER 2.: wer sich wertkonservativ gibt soll wertkonservativ handeln-sonst ist Gespött sicher. Alkohol hin oder her. Auch das muss dieser Herr jetzt ertragen.
    Mein Mitleid hält sich also in Grenzen
    5 1 Melden
  • Thinktank 03.12.2017 11:46
    Highlight Spannend ist ja, wie er plötzlich fallen gelassen wird. Alle scheinen sich ab seinem bisherigen Verhalten gestört zu haben und täglich kommt eine neue, die auch noch angemacht worden sein soll, aber niemand hat je was unternommen, um dies zu stoppen.
    10 9 Melden
    • Tikvaw 03.12.2017 12:38
      Highlight Ist ja auch logisch. Niemand will derjenige sein der ihn ans Messer geliefert hat und allenfalls sich damit selbst schaden.
      Die Aufgabe als Erste aufzustehen hat nun seine ehemalige "Geliebte" übernommen. Unter diesem "Schutz" können jetzt auch die anderen reden, ohne sich selber in "Gefahr" zu bringen.

      Es gibt nur wenige Menschen die freiwillig als Erster und Einzelner aus der Masse hinaustritt und sich in die Schusslinie begibt, denn es kann tödlich enden.
      1 2 Melden
  • TanookiStormtrooper 03.12.2017 10:51
    Highlight Wenn man in diesem Alter seinen Alkoholkonsum nicht im Griff hat, hat man in der Politik nichts zu suchen. Ich frage mich, wieviele unserer Nationalräte wohl auch ein Alkoholproblem haben, jedoch geduldet werden, weil sie dabei keine Frauen begrabschen...
    16 2 Melden
  • Iltis 03.12.2017 10:13
    Highlight Auch wenn ich Alkohol getrunken habe grabsche ich keine Frauen an. Das Problem liegt woanders. Ich bin sicher kein Heiliger, aber so einer ist Nationalrat? Der sollte doch ein Vorbild sein?
    Auch ist es mir fremd während der Arbeit Rauschmittel zu konsumieren. Ich versteh das einfach nicht. UND, der ist ja nicht der Einzige in letzter Zeit......was läuft mit den Herren?
    42 4 Melden
  • Zeit_Genosse 03.12.2017 09:31
    Highlight Die C-Partei drängt ihr schwarzes Schäflein aus der Herde. Nächstenliebe heisst, alle anderen, weissen Schafe, zu unterstützen. Diese Partei täte gut daran, zu zeigen, was das C heisst und ihrem Ratskollegen, zu helfen, statt es an den Pranger zu stellen und zu isolieren. Noch ist nichts bewiesen und ein Verfahren läuft. Die C-Partei möchte so schnell wie möglich aus den Medien kommen, doch wäre das die Gelegenheit zu zeigen, dass man eigene Schäflein nicht zum Metzger, sondern auf eine Ruheweide bringt.
    15 32 Melden
    • kleiner_Schurke 03.12.2017 11:35
      Highlight Christen sind eben gute Theoretiker. Theoretisch müssten die ja ihr heiliges Buch, von dem sie zur Nächstenliebe (wie sich selbst) und gar Feindesliebe (andere Backe) aufgefordert werden, eigentlich nicht nur supergenau kennen, sondern auch noch in der Realität leben. Aber das ist eigentlich nie das, was man bei Christen beobachtet. Das grandiose Scheitern der christlichen Dogmen zeigt sich nirgendwo schöne als in solchen Situationen.
      9 5 Melden
    • SemperFi 03.12.2017 14:09
      Highlight Buttet ist nicht „die Christen“, imfall
      3 0 Melden
    • kleiner_Schurke 03.12.2017 15:55
      Highlight Wer sind denn "die Christen", wenn nicht diejenigen die sich ein C in den Parteinamen schreiben?
      0 2 Melden
  • dracului 03.12.2017 08:48
    Highlight Schönes Beispiel dafür, wie die Volksdroge Alkohol immer wieder gerne als Enschuldigung verharmlosend genutzt wird. Erst enthemmt durch den Alkohol gibt es bei Buttet ein Problem, sonst, nüchtern betrachtet, ist alles in Ordnung? Auch wer Alkohol trinkt, ist für alle Taten verantwortlich und der Promillegehalt ist höchstens eine Erklärung, aber nie eine Entschuldigung! Es gehört zur Eigenverantwortung von uns allen, speziell eines 40-jährigen Politikers, dass man sich zügelt, wenn man sich nicht mehr im Griff hat unter Alkoholeinfluss.
    81 6 Melden
    • AlteSchachtel 03.12.2017 10:43
      Highlight genau! Wer die Kontrolle nicht verlieren will, der trinkt nicht. Und wer trotzdem trinkt nimmt den Kontrollverlust und die Verantwortung für Delikte im Rausch und deren Konsequenzen in Kauf. Basta.

      Die Cüpli- und es-Gläsli-Wy-Mode gehört auch im Bundeshaus zum "guten Ton". Die Konsequenzen der Sauferei sollen sie dann aber bitte anständig und umgehend regeln.

      Parlamentarier sind bezahlt um Politik zu machen, dass ihr Sexualleben und ihre Charakterlosigkeiten in den Medien wichtiger sind als politische Probleme geht mir aktuell gerade unglaublich auf den Keks.

      10 1 Melden

4 Punkte, damit du im Fall des CVP-Doppelmoralisten Buttet den Überblick behältst

Der Vorgang ist aussergewöhnlich. Die Präsidien von National- und Ständerat diskutierten an ihrer gestrigen Sitzung die Stalking-Vorwürfe gegen den Walliser CVP-Nationalrat Yannick Buttet. Und sie verurteilten jegliche Form sexueller Belästigung entschieden. Die Ratsspitze prüft nun Massnahmen.

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