Schweiz

Die Sonntagspresse im Überblick. Bild: KEYSTONE

Schweizer Waffen im Jemen, strengere Matur, Steuer-Privilegien: Das steht in der Sonntagspresse 

Die Schweizer Ersatzteile, welche Schweizer Rüstungsfirmen an Saudi-Arabien liefern, könnten entgegen den Darstellungen des Bundesrats doch im Jemen-Krieg zum Einsatz kommen. Welche Themen in der Sonntagspresse sonst noch zu reden geben, siehst du im folgenden Überblick. 

24.04.16, 06:07 24.04.16, 12:43

Johann Schneider-Ammann strebt strengere Regeln für die Matura an

Der Bundesrat hat sich nach Angaben der «NZZ am Sonntag» bei den kantonalen Erziehungsdirektoren dafür eingesetzt, dass die Kantone die Bedingungen zum Bestehen überprüfen. Konkret sollen Schülerinnen und Schüler eine Schwäche in einem wichtigen Fach – vor allem in Mathematik und der Erstsprache – weniger einfach kompensieren können. Christoph Eymann, Präsident der Konferenz der Erziehungsdirektoren, sagt, dass die Kantone und der Bund eine Überprüfung der «Bestehensnormen» gemeinsam an die Hand nehmen wollten.

Geht es nach Schneider-Ammann, haben Schweizer Gymnasiasten bald weniger zu lachen.  Bild: KEYSTONE

Schweizer Waffen im Jemen-Krieg

Die Ersatzteile, welche Schweizer Rüstungsfirmen nach Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate liefert, könnten entgegen der Darstellung des Bundesrates doch im Jemen-Krieg zum Einsatz kommen. Das berichtet die «NZZ am Sonntag» aufgrund von Fotos und Artikeln zum Krieg, welche F-5-Jets und M109-Panzerhaubitzen im Krieg zeigen. Für diese Rüstungsgüter sind die Ersatzteile bestimmt, deren Ausfuhr der Bundesrat nach langer Beratung in dieser Woche genehmigte. Ein Sprecher des Staatssekretariats für Wirtschaft bestätigte, dass die Behörde Kenntnis von Berichten über die Einsätze der Flugzeuge und Haubitzen hat. Das Amt sei den Hinweisen nachgegangen, sie hätten sich aber nicht erhärten lassen. Deshalb habe es die Bewilligung beantragt.

Gewalt und Zerstörung im Jemen: Auch Schweizer Waffen-Ersatzteile sollen im Kriegsland zum Einsatz kommen. Bild: YAHYA ARHAB/EPA/KEYSTONE

Novartis möchte Beteiligung an Rivale Roche loswerden

Der Pharmakonzern Novartis arbeitet nach Informationen der «SonntagsZeitung» an einem Verkauf seiner Beteiligung am Basler Konkurrenten Roche. Das Paket von 33,33 Prozent hätte nach derzeitigem Kurs einen Wert von 13,5 Milliarden Franken. Die Zeitung berichtet unter Berufung auf Verwaltungsrats- und Bankkreise, es sei eine der höchsten Prioritäten von Novartis-Präsident Jörg Reinhardt, für das Roche-Paket einen Lösung zu finden. Der Pharmakonzern soll sich etwa von Banken zum Verkauf beraten lassen. Angestrebt wird demnach ein Investor, der dem Roche-Verwaltungsrat genehm ist. Einst von Konzernchef Daniel Vasella aufgebaut, hat die Roche-Beteiligung für die heutige Führung keine strategische Bedeutung mehr.

Steuerprivileg der Bauern stösst auf Widerstand

Die geplante Wiedereinführung des Steuerprivilegs für Bauern, die Bauland verkaufen, stösst bei den obersten kantonalen Finanzdirektoren auf Widerstand. Der Präsident der Finanzdirektorenkonferenz (FDK), Charles Juillard (Jura), hält den Entscheid für «unverständlich», wie er der «Zentralschweiz am Sonntag» und «Ostschweiz am Sonntag» sagte. Für die Basler Finanzdirektorin und FDK-Vizepräsidentin Eva Herzog ist die Vorlage gar «klar verfassungswidrig». Sie verstosse gegen das Gleichbehandlungsverbot und die Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Die Wirtschaftskommission des Nationalrats sprach sich Anfang Woche dafür aus, das Steuerprivileg, welches das Bundesgericht 2011 gestoppt hatte, wieder einzuführen. Stimmen National- und Ständerat dem Plan zu, rechnet der Bundesrat mit Steuereinbussen von 200 Millionen Franken jährlich.

Einheitliches Sternesystem für Schweizer Hotels

Hotels in der Schweiz könnten bald nach einem einheitlichen Sternesystem bewertet werden. Die Branchenverbände Hotelleriesuisse und Gastrosuisse arbeiten nach langem Streit an einem gemeinsamen Klassifikationssystem, wie die «SonntagsZeitung» unter Berufung auf die Verbandspräsidenten berichtete. Der Startschuss fiel im Januar, ab Herbst soll sich eine Arbeitsgruppe um die Details kümmern. Gründe für das Umdenken sind offenbar der Druck des starken Franken auf den Tourismus sowie Personalwechsel auf beiden Seiten, was den Streit entschärfte. Auch beim Lobbying, in der Öffentlichkeitsarbeit sowie in weiteren Bereichen könnte es dereinst eine engere Kooperation geben. Selbst eine Fusion soll nicht ausgeschlossen sein.

Kritik an Alpiq

Investor Martin Ebner kritisiert die Pläne des Energiekonzerns Alpiq, einen Teil seiner Wasserkraftwerke zu verkaufen. Aus seiner Sicht sollte das Unternehmen, an dem er selbst beteiligt ist, an der Wasserkraft festhalten und auf höhere Strompreise warten. «Mein Gefühl sagt mir, dass das jetzige Management Wasserkraft zu billig weggeben wird», sagte Ebner in einem Interview mit der Zeitung «Schweiz am Sonntag». «Wenn ich am Drücker wäre, würde ich den Dienstleistungsbereich runterfahren und nicht die Wasserkraft.» Die Dienstleistungssparte dürfte in einigen Jahren wegen Überkapazitäten weniger Wert haben, begründet Ebner seine Haltung. «Und Wasserkraft wird mehr wert sein, weil wir andere Strompreise haben werden.»

Viele KV-Lehrstellen offen

Die meisten offenen Lehrstellen gibt es derzeit für eine KV-Ausbildung. Wie der «SonntagsBlick» unter Berufung auf das Portal yousty.ch berichtet, sind derzeit noch rund 680 Kaufmännische Lehrstellen offen. Das sind mehr als für Detailhandelsfachleute (640) und Elektroinstallateur (580). Für den yousty.ch-Chef Urs Casty ist bemerkenswert, dass so viele KV-Stellen noch offen sind. Aus seiner Sicht gibt es mehr und mehr Vorbehalte gegenüber der kaufmännischen Lehre. Ein Sprecher von KV Schweiz gibt sich zuversichtlich: Im vergangenen Jahr seien 97 bis 99 Prozent der Stellen besetzt worden. «Bis August kann also noch viel passieren.»

Kampf gegen Service-Public-Initiative

Swisscom, Post und SBB warnen ihre Angestellten vor der Pro-Service-public-Initiative, über die im Juni abgestimmt wird. Darüber berichtet die «Schweiz am Sonntag». In Videos, Briefen, Artikeln in den Hauszeitschriften oder an Infoveranstaltungen wird Stellung genommen gegen das Begehren, das unter anderem eine Gewinneinschränkung für die staatsnahen Unternehmen vorsieht. Die Initianten, vor allem die Konsumenten-Zeitschriften «K-Tipp» und «Saldo», zeigen sich erstaunt. Aus ihrer Sicht stimmen nicht alle Fakten, welche die Unternehmen präsentieren. Die Betriebe wehren sich gegen den Vorwurf, Abstimmungspropaganda zu machen. Da die Initiative sie direkt betrifft, hätten sie das Recht, dazu Stellung zu nehmen.

Einwanderung: Italien löst Deutschland ab

Aus keinem anderen Land sind in den vergangenen Jahren mehr Menschen in die Schweiz gekommen als aus Italien. Ende 2015 lag ihre Nettozuwanderung bei 11'000 Personen, wie die «Schweiz am Sonntag» unter Berufung auf offizielle Zahlen berichtete. Laut der Zeitung stellen Italienerinnen und Italiener mit rund 315'000 Personen mittlerweile sogar die grösste ausländische Bevölkerungsgruppe in der Schweiz. Das zweitgrösste Wachstum haben die Franzosen, während die Zahl der Deutschen eher abnimmt. Sie wandern wegen der guten Wirtschaftslage in Deutschland eher wieder zurück.

Sammelaktionen zahlen sich aus

Die Sammelaktionen für Kinder – etwa Fussballer, Tiere oder Pflanze – zahlen sich für die Grossverteiler Migros und Coop aus. Studien zeigten, dass der Umsatz mit solchen Aktionen während sechs bis acht Wochen um 1 bis 6 Prozent gesteigert werden könne, sagte Mario Schwegler, Geschäftsleiter der Zuger Firma Boost, der «NZZ am Sonntag». Das Unternehmen entwickelte das Konzept für die laufende Sammelaktion «Abenteuer Garten» bei Coop. Der Mechanismus hinter den Sammelaktionen für Kinder wird im Marketing laut der Zeitung «Macht des Quengelns» genannt. Ausgenutzt wird die Tatsache, dass Kinder erhebliche Macht ausüben, wo ihre Eltern einkaufen gehen. Die Stiftung für Konsumentenschutz kritisiert, dass Kinder für Geschäftszwecke instrumentalisiert werden.

Sammelaktionen bei haben bei Schweizer Detailhändlern positiven Einfluss auf den Umsatz.
Bild: KEYSTONE

Volksinitiative gegen Via Secura

«Le Matin Dimanche»: Eine Westschweizer Gruppierung sammelt ab kommender Woche Unterschriften für eine Volksinitiative gegen das Verkehrssicherheitspaket Via Sicura. Das berichtet «Le Matin Dimanche». Mit Via Sicura führte das Parlament unter anderem härtere Strafen für Raser ein. Die Initiative wolle nicht das Verhalten von Rasern verteidigen, sondern die «Verhältnismässigkeit von Strafen wiedereinführen», sagte Pierre Contat, Generalsekretär des Vereins «Stop aux abus de Via sicura» (sinngemäss: Stopp den Missbräuchen durch Via Sicura). Der Verein zählt nach eigenen Angaben 300 Mitglieder, tut sich aber schwer, in der Deutschschweiz Fuss zu fassen. (cma/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 24.04.2016 11:38
    Highlight Ich kann dem Herrn Bundesrat nicht mehr zuhören. Anstatt die Kinder in der CH richtig auszubilden und ihnen die Mittel zur Verfügung zu stellen, hackt man auf ihnen herum und nimmt ihnen noch mehr Mittel weg. Dafür importiert man Studis, deren Noten im eigenen Land für einen Studipöatz nicht ausreichen, aber die Hochschulen können protzen, wie viele ausl. Studis sie haben. Dann importiert man auch lieber italienische und andere ausländische Akademiker, die weder Deutsch (in der D-CH) noch richtig Englisch sprechen, die dann an den Hochschulen unterrichten und das mit CH-Steuergeldern.
    5 4 Melden
    • Mehmed 24.04.2016 12:48
      Highlight Lapsus, wer CVP-FDP-SVP wählt, wählt genau diese Politik. Die Mehrheit der SchweizerInnen wills so.
      4 8 Melden
  • Sapere Aude 24.04.2016 11:37
    Highlight Zumindest beim Tiger und den Haubitzen sollte doch klar sein, dass die mit grosser Wahrscheinlichkeit im Jemen auch eingesetzt werden. Hier sollte es definitiv schärfere Regeln geben, Waffenexporte an Kriegsführende Nationen oder Diktatoren sollte verboten werden.
    7 1 Melden
  • Gigi,Gigi 24.04.2016 10:44
    Highlight An Johann-Schneider Amman.
    Ich wäre auch dafür, dass Bundesräte ihre Schwäche im Reden-Schwingen schwingen nicht einfach so mit Plattitüden verdecken können. Zurück auf Feld 1 und im Gymi den Rhetorik-Kurs besuchen!
    Respektive, jeder darf doch irgendwo eine Schwäche haben. In der Schweiz kann man so sogar Bundesrat werden.
    12 1 Melden
  • DerTaran 24.04.2016 10:35
    Highlight Lol, die Schweiz hat schon jetzt zu wenig Akademiker (und importiert sie deshalb im grossen Stil aus dem Ausland) und jetzt will Schneider-Ammann das Matura verschärfen, damit wir bald noch wenig Schweizer Führungskräfte haben. Untergebildete Schweizer Arbeitsbienen und im Ausland ausgebildete Chefs, das scheint mir kein Erfolgsrezept zu sein. Traurig!
    11 2 Melden
  • Gelöschter Benutzer 24.04.2016 09:21
    Highlight Warum könnt ihr nicht Direktlinks zu den erwähnten Artikeln setzen? Das wäre wirklich hilfreich.
    20 2 Melden
    • Olmabrotwurst 24.04.2016 11:19
      Highlight hab ich mir auch gedacht es hat sowieso nachgelassen die letzten 2 wochen mit der berichtserstattung bin mir schon am überlegen ob ich nicht lieber wieder zeitung lesen soll..
      5 1 Melden
  • Linus Luchs 24.04.2016 07:52
    Highlight "Novartis möchte sich an Roche beteiligen", heisst es im Zwischentitel. Im Text steht, Novartis möchte die Roche-Beteiligung loswerden. Passt nicht zusammen.
    7 0 Melden
    • Oliver Wietlisbach 24.04.2016 09:54
      Highlight Merci für den Hinweis, ist korrigiert.
      3 1 Melden

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