Skicross

Skicrosser Jean-Frédéric Chapuis

Moitié-Moitié – wieso Frankreichs Gold zur Hälfte der Schweiz gehört 

Riesen-Frust bei den Skicrossern: Statt der erhofften Medaille geht das erfolgsverwöhnte Schweizer Team leer aus. Der französische Olympiasieger tröstet, dass der Titel zur Hälfte auch der Schweiz gehöre.

20.02.14, 14:46

Bis vor vier Jahren war Jean-Frédéric Chapuis noch ein «gewöhnlicher» Skirennfahrer – und für die Schweiz am Start. 2010 war diese Karriere vorbei, nach Rang 71 in der Europacup-Abfahrt am Lauberhorn. Der Abfahrts-Olympiasieger von Sotschi, der Österreicher Matthias Mayer, wurde in jenem Rennen übrigens Zwölfter.

Chapuis beschloss, sein Glück fortan als Skicrosser zu versuchen. Gerade erst war der Sport olympisch geworden, Mike Schmid der gefeierte Goldmedaillengewinner von Vancouver. Weil es einfacher war, einen Platz im französischen Team zu ergattern, entschied sich Doppelbürger Chapuis, unter neuer Flagge anzutreten. Schon in seinem ersten Weltcup-Rennen belegte er Rang 8. Vorläufiger Höhepunkt war im Jahr 2013 der Weltmeistertitel.

Allez les Bleus: Arnaud Boloventa (Silber), Jean-Frédéric Chapuis und Jonathan Midol sorgen für einen französischen Dreifachsieg. Bild: AP

Bürger von Hüttikon ZH

Den Nationenwechsel möglich machte Chapuis' Mutter. Käthi Chapuis-Güller ist im zürcherischen Hüttikon aufgewachsen. Der Olympiasieger ist Bürger der Gemeinde im Furttal, seine Grossmutter und auch seine Schwester leben nach wie vor in der Schweiz.

Mutter Käthi verdankt Jean-Frédéric, der im französischen Alpenort Val Thorens lebt, auch die Zweisprachigkeit. Im Sieger-Interview mit dem SRF wies der knapp 25-Jährige deshalb in akzentfreiem Dialekt darauf hin, dass die Goldmedaille «halb halb» sei, dass also auch die Schweiz ihren Anteil am Erfolg habe.

Der Medaillenspiegel kennt allerdings keine halben Sachen, weshalb die Schweiz auf zehn Medaillen sitzen bleibt. Und für die enttäuschten Skicrosser ist der Triumph ihres Landsmanns ebenfalls nur ein schwacher Trost. Ihnen bleibt bloss die Freude darüber, dass Armin Niederer dank der vielleicht spektakulärsten Szene der Winterspiele von Sotschi den Einzug in den Halbfinal schaffte. Am Ende wurde er als bester Schweizer 7.

Die Entscheidung im Viertelfinal: der eigentlich schon geschlagene Armin Niederer kommt als «Last Man Standing» eine Runde weiter. GIF: SRF

Hol dir die App!

Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
Abonniere unseren NewsletterNewsletter-Abo
Themen
0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Skicross-Vierte Näslund mit Tränen in den Augen: «Fanny drückte mich weg, es war unfair»

Fanny Smith gilt als Sportlerin mit unbändigem Ehrgeiz, als eine, die lange eigene Wege ging. Mit dem Gewinn von Olympia-Bronze im Skicross erfüllt sich die Waadtländerin einen Traum.

Sandra Näslund, die im Final als Vierte ohne Medaille ausging, verdrückt beim Interview mit dem SRF nach dem Rennen Tränen. Die beste Skicrosserin des Winters musste sich mit Leder begnügen. «Fanny drückte mich weg mit dem Ellbogen, danach tat ich leider dasselbe. In meinen Augen war es ein unfaires Rennen.»

Natürlich, es wurde «geellbögelt», aber das war wohl alles noch im regulären Rahmen. Endlich steht die Schweizerin auf einem Olympiapodest.

Im Frühling 2017 hat sich Fanny Smith entschieden, …

Artikel lesen