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Ab nach Hause: Zhang und Xie verlassen das Schulzimmer. Bild: weibo

Huckepack in ein fast normales Leben: Dank seines Freundes kann Zhang trotz Behinderung täglich die Schule besuchen 

Ein 19-jähriger Chinese kann die Schule nur besuchen, weil ihn sein Freund täglich auf den Rücken nimmt und hinbringt. Es ist die wundervolle Geschichte einer Freundschaft, die nicht nur die Schwerkraft überwindet, sondern auch die Grenzen sozialer Hilfe, die in China vielen Kindern mit Behinderung verwehrt bleibt. 

28.04.15, 19:30 29.04.15, 08:54


Zhang Chi leidet an Muskeldystrophie. Sein Erbgut mutiert und das so, dass seine Muskeln geschwächt werden und irgendwann ganz verschwinden. Die Krankheit ist nicht heilbar und bedeutet für den 19-jährigen Chinesen wahrscheinlich eine drastische Verkürzung seines Lebens. 

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bild: weibo

Die Schule kann er dennoch besuchen. Nicht, weil die Daxu-Schule in der östlichen Provinz Jiangsu rollstuhlgängig ist, Zhang Chi besitzt nicht mal einen Rollstuhl. Aber er hat einen Freund. Und der trägt ihn jeden Tag auf seinem Rücken zur Schule. Xie Xu macht es möglich, dass Zhang keine einzige Schulstunde verpasst – schon seit drei Jahren ist er sein Huckepack – und darum «der wunderbarste Student der ganzen Schule», wie der Direktor Guo Chunxi sagt. 

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Immer zusammen: Die beiden sind auch die besten Schüler der Klasse. Bild: weibo

«Er ist der wunderbarste Schüler. Er hat einen positiven Einfluss auf die anderen, auch sie wollen Zhang zur Hand gehen. Mit seiner Hilfe hat er keine einzige Schulstunde verpasst.» 

Guo Chunxi, Direktor der Schule

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Nach der Schule bringt Xie seinen Freund wieder nach Hause. Bild: weibo

Lange wird es aber nicht mehr dauern, bis die zwei Freunde – die gleichzeitig die besten Schüler der Klasse sind – getrennte Wege einschlagen. Sie werden auf verschiedene Colleges gehen. 

Fussball spielen kann Zhang nie. bild: weibo

Noch ist es aber nicht so weit. Xie macht Ausflüge mit seinem Freund und bringt ihm manchmal auch das Essen nach Hause. Die tägliche Hilfestellung hat auf dem chinesischen Social-Media-Netzwerk Sina Weibo für Aufmerksamkeit und unzählige Solidaritätsbekundungen gesorgt. 

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Xie Xu trägt seinen Freund Zhang Chi die Treppen hinunter. Bild: weibo

Das ist gut so. Denn in China leben laut der nationalen Stichprobenerhebung von 2006 5,8 Millionen Kinder mit einer Behinderung. Und selbst wenn China die UNO-Rechte für Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen anerkennt, so ist der Zugang zu Bildung und die medizinische Versorgung für viele dieser Menschen noch lange nicht gegeben. 

Eins von drei Kindern gehe nicht zur Primarschule und um die 60 Prozent bekommen keinerlei soziale Unterstützung, schreibt UNICEF. Oft leben sie in ärmlichen Verhältnissen auf dem Lande und das dort ansässige Pflegepersonal ist nicht qualifiziert im Umgang mit behinderten Kindern. Sie werden Opfer von Diskriminierung, Schulen wollen sie nicht aufnehmen, manchmal werden sie selbst von ihren eigenen Familien als Schande empfunden. 

Aber vielleicht können solche Geschichten wie die von Xie und Zhang ja die Kluft zwischen dem geltenden Gesetz und dessen Umsetzung wenigstens ein bisschen überwinden. 

(rof via Shanghaiist)

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.

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Wie es in etwa klingen würde, wenn Lehrer ehrlich wären ...

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