Spielverlagerung
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Enttaeuschte YB Spieler nach dem verlorenen Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Basel und dem BSC Young Boys am Samstag, 8. Februar 2014, im Stadion St. Jakob-Park in Basel. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

Spielanalyse BAsel – YB

Spielverlagerung

«Staffelungsprobleme» – ein schönes Wort, welches fast zum YB-Sieg geführt hätte    

Es war ein Wochenende für den FC Basel. Den Grundstein legten die Bebbi mit dem dramatischen Sieg gegen YB selbst. Hier erklären wir die taktischen Gründe dazu. 

Tobias Escher, spielverlagerung.de

In einem Spiel zweier sehr unterschiedlicher Halbzeiten setzt sich zum Schluss Basels Ballbesitzfussball durch. Die gute Organisation der Young Boys führt erst zu Kontertoren, scheitert aber an der fehlenden Spielkontrolle, nachdem Murat Yakins Elf ihre Staffelungsprobleme überwindet. 

Basels variables Pressing 

In der Anfangsphase des Spiels dominierten die Basler das Spiel noch nicht so einseitig wie nach den Berner Toren. So mussten sie ihre Qualitäten gegen den Ball einbringen, wobei sie taktisch interessante Varianten zeigten. Ihre 4-3-2-1-Grundstellung ist auf dem Papier sehr eng angelegt und kommt ohne nominell offensive Flügelspieler aus. 

So müssen Gegenspieler entlang der Seitenlinie durch herausrückende Spieler unter Druck gesetzt werden. Das waren bei Basel meist die Halbspieler der Dreierreihe, zuweilen aber auch Frei oder Delgado. Interessant war das Nachschieben der zentralen Spieler. Diese positionierten sich je nach Situation rechts, weshalb unterschiedliche Staffelungen entstanden.

08.02.2014; Basel; Fussball Super League - FC Basel - BSC Young Boys; Marek Suchy (Basel) und Kay Voser (Basel-M) gegen Michael Frey (YB) (Andreas Meier/freshfocus

Michael Frey war offensiv eingestellt. Bild: Andreas Meier/freshfocus

Zwischen 4-3-1-2- und 4-1-4-1-Ordnungen waren viele Varianten dabei. Grundsätzlich wurde das 4-3-2-1 dabei breiter interpretiert als üblich, was gut zum flügellastigen Spiel der Gegner passte. Zwar ergaben sich dadurch oftmals potentiell gefährliche Lücken im Halbraum, doch kamen die Young Boys kaum dort hinein. Frey interpretierte seine Rolle sehr attackierend und stand meist hoch in der Angriffslinie, sodass die Mittelfeldzonen wenig besetzt wurden. 

Kompaktheit und Umschaltspiel der Young Boys

So waren es dann die defensiven Qualitäten der Gäste, die zu ihren gefährlichen Offensivszenen führten – beide Tore resultierten aus Kontersituationen. Sie organisierten sich in einem enorm disziplinierten 4-4-2-Pressing, wobei sie die Abstände beinahe perfekt hielten. 

Meist formierte sich die Pressinglinie der beiden Angreifer auf Höhe des Mittelkreises. Wenn Basel ins Mittelfeld vordrang, zog sich der gesamte Block schnell zurück. So war für die Hausherren nur schwer Raumgewinn zu erzielen, besonders im Zentrum hatten sie grosse Probleme mit Berns Kompaktheit. Diese Schwierigkeiten waren jedoch auch selbstverschuldet, da sie sich zu wenig in den Zwischenräumen bewegten. 

Oft standen drei und mehr Spieler in der letzten Linie, die dann aber nicht erreichbar waren und tiefer als Anspielstation fehlten. Zudem bewegten sich Elneny und vor allem Serey Die strategisch ungeschickt, phasenweise beinahe willkürlich. Ihre Auswechslungen zur Halbzeit waren folgerichtig. 

Grafik 1

Elneny und Serey Die werden von den gegnerischen Stürmern gefressen, sodass Safari keinerlei Optionen im Mittelfeld vor sich hat. Zur Vermeidung des Ballverlustes muss er zurück in die aufgefächerte Innenverteidigung spielen.  

Da gerade im 4-3-2-1 das vielbesetzte Zentrum als Kern des Angriffsspiels benötigt wird, ging Yakins Elf in den ersten 45 Minuten arg die Kreativität ab. Der Anschlusstreffer fiel passenderweise nach einer Umschaltsituation, als Basel plump in eine Art Sechsersturm aufrückte und nach der abgewehrten Flanke Glück mit dem zweiten Ball hatte. 

Wenn sie versuchten gezielter und konstruktiver zu spielen, führte das meist zu Ballverlusten und gefährlichen Kontern. Die eng stehenden Flügelspieler der Young Boys hatten dann kurze Wege zum Tor und Basels Aussenverteidiger konnten oftmals nicht mehr eingreifen; so zum Beispiel vor dem Freistoss zum 0:1, als Martinez dann von Serey Die gestoppt werden musste. 

08.02.2014; Basel; Fussball Super League - FC Basel - BSC Young Boys; Geoffroy Serey Die (Basel)(Andreas Meier/freshfocus

Sein Foul ermöglichte das erste Gegentor. Bild: Andreas Meier/freshfocus

Verbesserungen durch Díaz, Frei und Rechtsfokus 

Nach Yakins Wechseln entwickelten die Gastgeber bedeutend mehr Präsenz im Mittelfeld. Frei übernahm die zentrale Sechserposition und kippte von dort zwischen die Innenverteidiger oder nach rechts, während Marcelo Díaz als Verbindungsspieler in den zentralen Räumen agierte. 

So kamen die Basler zumindest vereinzelt zu effektiven Kombinationen durch die Mitte. Zudem brachten sie etwas Asymmetrie in die Partie, indem sie ihre Bemühungen zunehmend auf die rechte Seite bündelten. Wenn Frei nach rechts zurückfiel, versuchten sie über diese Seite in den Halbraum zu stossen und von dort dann Winkel in die Offensive zu finden.

Xhaka ging dann oft nach aussen, während Voser seine Vorstösse geschickt anpasste. Dennoch standen die enorm disziplinierten Young Boys meistens sicher. Stocker und Delgado kamen in der Kompaktheit selten zur Geltung. 

Bild

Frei kippt nach rechts. Xhaka, Díaz, Stocker und Delgado besetzen die Zwischenräume, doch sind dennoch schwer anspielbar. Über den aufgerückten Voser kommt Basel vorwärts, bleibt aber eher ungefährlich.



Entscheidung dank Staffelungsvorteilen 

Die generelle Offensivpräsenz und die verbesserte Raumaufteilung wurden letztendlich trotzdem belohnt. In den letzten 20 Minuten bekam der Tabellenführer zunehmend Zugriff im Gegenpressing. Nach Ballverlusten schoben sie aggressiv nach und konnten die gegnerischen Konter vermehrt im Keim ersticken.

08.02.2014; Basel; Fussball Super League - FC Basel - BSC Young Boys; Scott Sutter (YB) gegen Marcelo Diaz (Basel) (Andreas Meier/freshfocus

Der Chilene war nach seiner Einwechslung das Gehirn im Basler Mittelfeld. Bild: Andreas Meier/freshfocus

Ansonsten konnten sie zumindest von den Innenverteidigern, Frei und Díaz entschleunigt werden; zumal die Gegenstösse auch zunehmend inkonsequent ausgespielt wurden. So fiel dann der Ausgleich durch einen zweiten Ball, den Díaz mit einem direkten Distanzschuss versenkte. So belohnte sich der chilenische Sechser für seine taktisch überragende Leistung. 

Grafik 3

Beim Ausgleichstor besetzt Basel den Rückraum mit drei Spielern, auch ein Innenverteidiger ist riskant bis ins Angriffsdrittel gerückt. Die vorausschauende Positionierung auf den Abpraller aus dem Strafraum bringt am Ende den Erfolg.

Das Siegestor wurde anschliessend auch durch Díaz und die stärkere Ballnähe des 4-3-2-1 eingeleitet, resultierte aber hauptsächlich aus Strellers individueller Klasse. 

Auch wenn Basel in den Schlussminuten die Hilfe des Schiedsrichters in Anspruch nehmen durfte, geht der Sieg dank dem Schlusseffort des FCB sicherlich in Ordnung. Die Berner wurden für ihre Passivität in der zweiten Halbzeit zurecht bestraft. Anstatt einer «YB-Viertelstunde» entschied die «Basler-Viertelstunde» die Partie.

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