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Latvia defenseman Arvids Rekis tries to take control of the puck from Switzerland forward Roman Wick during the second period of the 2014 Winter Olympics men's ice hockey game at Shayba Arena, Wednesday, Feb. 12, 2014, in Sochi, Russia. (AP Photo/Petr David Josek)

Roman Wick spielt ab sofort nicht mehr für die Schweizer Nationalmannschaft. Bild: Petr David Josek/AP/KEYSTONE

Herber Verlust

Rücktritt mit 28 Jahren: Roman Wick kehrt der Schweizer Nationalmannschaft den Rücken zu

Roman Wick tritt überraschend aus der Nationalmannschaft zurück. Der Topskorer der ZSC Lions will sich vollumfänglich auf seinen Verein konzentrieren. 

21.10.14, 16:23 21.10.14, 18:49

Der Rücktritt von Wick ist für den neuen Nationaltrainer Glen Hanlon ein herber Verlust. Der Flügelstürmer befindet sich mit noch nicht einmal 29 Jahren im besten Sportleralter und gehört hierzulande zu den kreativsten sowie produktivsten Spielern.

In der vergangenen Qualifikation war Wick mit 23 Toren und 25 Assists in 47 Partien hinter Matthew Lombardi (Genève-Servette/50 Punkte) der zweitbeste Skorer, in den Playoffs steuerte er neun Punkte (3/6) zum Meistertitel der Lions bei. Dank seiner starken Leistungen wurde er zum MVP der letzten Saison gekürt. Auch in der aktuellen NLA-Skorerliste nimmt er mit neun Toren und elf Assists bereits wieder den 2. Platz ein.

Die Zuercher Roman Wick, links, und Chris Baltisberger, rechts, bejubeln einen Treffer, im Eishockeyspiel der National League A zwischen den ZSC Lions und den Kloten Flyers, am Montag, 20. Oktober 2014, im Hallenstadion in Zuerich. (KEYSTONE/Steffen Schmidt)

Roman Wick trägt auch in der neuen Saison den Helm des Topskorers.  Bild: KEYSTONE

«Er ist ein grossartiger Spieler. Ich wünsche ihm viel Glück. Es ist sein Entscheid. Ich unterstütze ihn zu 100 Prozent.»

Nati-Trainer Glen Hanlon über Wicks Rücktritt

Hanlon, der mit Wick telefoniert hat, wollte dessen Entscheid nicht gross kommentieren. «Er ist ein grossartiger Spieler. Ich wünsche ihm viel Glück. Es ist sein Entscheid. Ich unterstütze ihn zu 100 Prozent.» Der Kanadier beabsichtigt jedoch, ihn irgendwie einzubinden.

Wick, der im März den Vertrag mit den Lions bis 2018 verlängerte hat, begründete den Entschluss in einer Medienmitteilung damit, «dass es für mich immer wichtiger wird, auf meinen Körper zu achten, damit dieser gesund bleibt. Ich habe gemerkt, dass ich für eine vollständige Regeneration und das Auskurieren von Blessuren mehr Zeit benötige. Nur so kann ich für die ZSC Lions auf Dauer 100 Prozent Einsatz bringen.»

Immer wieder Verletzungen

So fehlte Wick an den letzten beiden Weltmeisterschaften wegen Verletzungen – 2013 beim sensationellen Gewinn der Silbermedaille wegen eines Fussbruches, in diesem Mai auf Grund von Handgelenk-Problemen.

Auch 2010 hatte er wegen einer Rippenprellung passen müssen, 2011 gewann er mit dem AHL-Team Binghamton Senators den Titel und war deshalb bis Anfang Juni in den Playoffs engagiert. So nahm er «bloss» an drei Weltmeisterschaften (2008, 2009 und 2012) und nur an einer der letzten fünf teil.

67 Spiele, 21 Tore

Sein letztes Länderspiel bestritt Wick am 18. Februar an den Olympischen Spielen in Sotschi, wo er in seinen vier Einsätzen enttäuschte und punktelos blieb.

Switzerland's defender Roman Josi, Switzerland's forward Roman Wick and Switzerland's goaltender Jonas Hiller, from left,  are desapointed after the men's ice hockey qualification play-offs between Switzerland and Latvia at the XXII Winter Olympics 2014 Sochi in Sochi, Russia, on Tuesday, February 18, 2014. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Roman Wick bei seinem letzten Spiel für die Schweizer Nati. Bild: KEYSTONE

Vier Jahre zuvor in Vancouver war dies noch ganz anders gewesen, hatte er nicht nur wegen seiner zwei Tore und drei Assists zu den auffälligsten Schweizern gehört. Insgesamt trug Wick 67 Mal das National-Dress und erzielte dabei 21 Tore und insgesamt 40 Skorerpunkte. 

Sein Debüt gab er am 12. Dezember 2007 in Nürnberg beim 2:1-Sieg nach Verlängerung gegen Deutschland. Dabei schoss Wick beide Treffer. «Eine Portion Wehmut ist bei diesem Entscheid sicher auch dabei», so Wick. «Ich bin ein Vollblut-Profi, der diesen Sport liebt und noch lange ausüben möchte.» (si) 



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