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Drei Punkte Vorsprung auf Meister Basel. YB hat den ersten Schritt zum Titel gemacht ... ^^ Bild: KEYSTONE

Berner Begeisterungs-Tsunami und Zürcher Dreifaltigkeit – der grosse Super-League-Check

Die erste Runde der Super-League-Saison 2017/18 ist Geschichte. Doch was können wir daraus ziehen. Wir nehmen die einzelnen Teams nach dem ersten Spieltag genau unter die Lupe.

24.07.17, 09:28 28.08.17, 13:01

E. Wuillemin, m. Brütsch, S. Lavoyer / Nordwestschweiz

Young Boys: Der «Begeisterungs-Tsunami»

Vier Jahre ist es jetzt her. YB bestritt an einem lauen Sommerabend sein erstes Saisonspiel, Sion hiess der Gegner, 2:0 das Resultat. Die Euphorie danach: grenzenlos. Es war das erste Spiel mit Uli Forte als Trainer. Die «Berner Zeitung» kreierte den Begriff «Sehnsuchtstiller».

Als YB einen Monat später bei fünf Siegen aus fünf Spielen angelangt war, spätestens da dachte jeder Berner: Jetzt ist unser Moment gekommen. Aber es kam anders, der Moment kam nicht. Die Sehnsucht ist weiterhin nicht gestillt. Der letzte Meistertitel datiert noch immer von 1986. Wieder sind Jahre voller Hoffnungen und Enttäuschungen vergangen.

Nun, am Samstagabend, nach dem überzeugenden 2:0 gegen den FC Basel ist die Euphorie rund um YB wieder einmal am Höhepunkt angekommen. Von einem «Begeisterungs-Tsunami» schreibt die «Berner Zeitung» jetzt – und zwar schon vor dem Sieg zum Auftakt. Wohlwissend, dass die Euphorie wohl an keinem Ort der Welt schneller in Tristesse umschlägt als im Wankdorf.

Die neuste YB-Ausgabe, wie ist sie einzuschätzen? Ein YB ohne Goalie Mvogo und Mittelfeldmotor Zakaria. Die ersten Eindrücke: Es gibt kaum einen Unterschied. Das ist bemerkenswert. Torhüter David von Ballmoos zeigte ein prächtiges Debüt, nie unsicher, immer Ruhe ausstrahlend. Und im Mittelfeld könnte Djibril Sow den Abgang Zakarias ziemlich schnell vergessen machen. Erstaunlich war vor allem, wie überlegen YB dem FC Basel in physischer Hinsicht war.

Die Tore der Flügel Ravet und Sulejmani taugten bestens als Sehnsuchtstiller für Titel-Träume, sie waren schlicht eine Augenweide. Die Achillesferse dieses Team ist ziemlich sicher mit einem Namen verbunden: Guillaume Hoarau. Der Franzose war noch in jeder Saison über einen längeren Zeitraum verletzt. YB hat es bis anhin nicht verstanden, seinen Ausfall zu kompensieren. Würde es diesmal gelingen? Diese Frage muss offenbleiben.

Hoarau kämpft an allen YB-Fronten. Bild: KEYSTONE

Es ist aber beeindruckend, wie Hoarau dieses Team führt. Am Ende, als es darum ging, das 2:0 zu verteidigen, fungierte er einige Minuten gar als Libero. Bleibt Hoarau gesund, heisst die drängendste Frage: Wie stabil ist die Innenverteidigung? Gelingt Steve von Bergen ein letztes Hurra? Und kann der talentierte Kasim Nuhu seine Aussetzer auf ein erträgliches Limit beschränken? Gegen Basel gelang dies vorzüglich.

FC Basel: Ein bisschen mehr Mut, bitte!

Man hat viel erwartet von Raphael Wicky, dem neuen FCB-Trainer, aber damit hat kaum einer gerechnet: Wicky macht den Fischer. Alles neu, dachte man. Und dann spielt der FCB in einem 4-2-3-1 wie schon letzte Saison unter Urs Fischer. Doch nicht nur das: Mit Blas Riveros und Ricky van Wolfswinkel sind nur zwei neue Namen im Team. Wicky hat sich für dieses System entschieden, weil er den Eindruck hatte, die Mannschaft fühle sich damit am wohlsten.

Das bewahrheitet sich zu Beginn: Basel ist defensiv sehr solid, lässt kaum Chancen zu. Im Gegenzug gelingt es dem FCB aber nur höchst selten, gefährlich vors Tor zu kommen. Doch eigentlich läuft alles nach Plan, bis Ravet nach herrlicher Einzelleistung das 1:0 für YB erzielt. Wicky reagiert, wechselt doppelt, stellt auf 3-1-4-2 um.

Basel wird stärker, und dann erstickt Sulejmani mit einem magistralen Freistosstor die aufkeimende Basler Hoffnung. Was bleibt? Der FCB verliert erstmals seit dem 0:2 gegen St. Gallen am 12. Juli 2009 ein Auftaktspiel. Es war keine schlechte Leistung, vor allem kämpferisch kann man den Baslern nichts vorwerfen. Und defensiv war der FCB über weite Strecken sehr solid. Aber: Die Auftritte in der Vorbereitung waren erfrischend offensiv, oft erarbeiteten sich die Basler Spieler zahlreiche Torchancen.

Raphael Wicky muss nochmals über die Bücher. Bild: KEYSTONE

Gegen YB kommt der Meister dann kaum zu Gelegenheiten, lässt sich vom aggressiven Pressing des Gegners aus der Ruhe bringen. Der neue Star, Ricky van Wolfswinkel, bleibt blass, wirkt oft ein bisschen verloren. Allgemein machte der FCB mit zwei Stürmern einen besseren Eindruck. Immerhin zeigt der Meister zu Saisonbeginn eine grössere taktische Variabilität, auch das ist ein Ziel der neuen Köpfe in Basel.

Die Niederlage kann dadurch trotzdem nicht abgewendet werden. Jetzt zählt nur eins: ein Sieg gegen Luzern im Heimspiel nächsten Sonntag. Denn Basel muss den Fehlstart korrigieren. Sofort. Auch wenn YB traditionell Punkte in der Provinz liegen lassen kann: Der FCB muss reagieren. Sonst wird aus der Aufbruchs- rasch Krisenstimmung. Der Klub hat im Zusammenhang mit dem Umbruch viele mutige Entscheide getroffen – und als es wirklich zählt, ist der Mut plötzlich weg. Deshalb die Forderung: Ein bisschen mehr Mut, bitte! Dann wird der FCB den Fehlstart rasch korrigieren und ruckzuck wieder auf Meisterkurs sein.

Lausanne-Sport: Vorne hui, hinten pfui

Kennt Trainer Fabio Celestini bereits alle seiner neuen Spieler mit Vor- und Nachnamen? Jede Menge Zuzüge haben bei Lausanne jede Menge Abgänge kompensiert. Beim 3:3 gegen St. Gallen standen allerdings nur Valeri Bojianov, Alain Rochat, Leandro Marin und Gonzalo Zarate zu Beginn auf dem Platz.

Ersterer ist ohne Zweifel die schillerndste Figur, weil er schon für Vereine wie Juventus und Manchester City aufgelaufen ist. Im Super-League-Debüt aber war er ein glatter Ausfall. Es wirkte so, als habe er die Liga unterschätzt und wolle hier den Star raushängen. Celestini war trotz der schlechten Erfahrungen in der letzten Saison wieder zur Dreierabwehr zurückgekehrt.

Die Lausanne-Fans jubelten und litten zugleich. Bild: KEYSTONE

Vielleicht hofft er, mit dem von YB geholten Routinier Alain Rochat werde es besser kommen. Gegen die Ostschweizer liess sich die Lausanner Defensive aber viel zu oft aushebeln. Diese dürfte erneut die Achillesferse der Waadtländer sein. Aber gut kombinieren können sie noch immer. Dazu hat der in der letzten Vorrunde so gute Stürmer Francesco Margiotta nach einer Knieoperation sein Comeback gegeben und stehen die beim Gold-Cup weilenden Yeltsin Tejeda und Gabriel Torres auch bald wieder zur Verfügung. Lausanne wird weiter Spektakel bieten, mit seiner Blauäugigkeit aber ein Abstiegskandidat sein.

FC St. Gallen: Vernünftige Perspektiven

Als sich der St. Galler Verteidiger Alain Wiss gestern Nachmittag in seiner Heimat Luzern auf der Tribüne niederliess, um den nächsten Gegner Lugano unter die Lupe zu nehmen, war die Enttäuschung vom Vorabend noch nicht aus den Kleidern geschüttelt. Verständlich: Nach einer 3:1-Führung gegen den Abstiegskandidaten Lausanne nur mit einem Punkt in die Ostschweiz zurückzukehren, war frustrierend.

Giorgio Contini ist mit dem FCSG auf einem guten Weg, hat aber noch viel Arbeit vor sich. Bild: KEYSTONE

Zweimal in Folge war St. Gallen die offensiv ungefährlichste Super-League-Mannschaft gewesen, und jetzt hatten drei geschossene Tore nur zu einem Unentschieden gereicht. Mit Philippe Koch, Stjepan Kukuruzovic und Peter Tschernegg hatte Trainer Giorgio Contini drei Neuzugänge in die Startformation berufen, nicht aber Nassim Ben Khalifa, der sich ausgerechnet in seiner Heimat auf der Ersatzbank gefunden hat. Die Leistung der St. Galler (4-2-3-1-System) lässt Fragen offen − wie ja auch die Klubführung, die seit der Kündigung von Sportchef Christian Stübi in unruhigen Gewässern unterwegs ist.

Die Abwehr hinterliess in der ersten halben Stunde einen wenig sattelfesten Eindruck, dafür war die Offensive ungewohnt effizient. Wenn Albian Ajeti, Tranquillo Barnetta, Toko und Silvan Hefti wieder zur Verfügung stehen, hat St. Gallen eine Mannschaft, die um Rang 5 spielen kann.

Grasshoppers: Wie im Casino

Es hat etwas von einem Casino-Erlebnis, was derzeit rund um GC passiert. Am Anfang des Abends geht man voller Hoffnung hin. Vielleicht liegt der grosse Gewinn bereit. Aber wie immer beim Glückspiel muss man damit rechnen, dass es anders kommt. Der neue Sportchef Mathias Walther hat zur radikalen Erneuerung angesetzt. Gleich fünf Spieler geben gestern im Derby ihr GC-Debüt.

Mit Nabil Bahoui wird dazu ein weiterer Transfer bekannt. Die Merkmale der Neuen ähneln sich. Irgendwie war einmal Talent vorhanden. Aber irgendwie ist auch ein Defekt dabei. Die Herausforderung für Trainer Carlos Bernegger besteht nun darin, diese Defekte zu beheben. Vergessen geglaubte Stärken wieder hervorzuholen. Und damit beizutragen, dass GC der grosse Gewinn gelingt. Die ersten Eindrücke der neuen Saison sind zwiespältig. Einige schöne Kombinationen. Aber sonst?

Das Team ist zu leichtgewichtig. Es gibt ausser Captain Milan Vilotic kaum einen, der den Rasen mit seiner Präsenz füllt. Ein Lichtblick könnte Heinz Lindner werden. Der österreichische Nationaltorhüter überzeugt mit seiner Ausstrahlung. Er hält einen Penalty von Michael Frey und schenkt seinem Team damit einige weitere Minuten der Hoffnung. Aber es braucht mehr, wenn GC gänzlich frei von Abstiegssorgen bleiben will.

FC Zürich: Dreifaltigkeit, die begeistert

Den Schwung aus der Challenge League hat der FCZ fürs Erste mitgenommen. Zürich tritt im Derby überzeugend auf. Die Kombinationen gelingen. Man spürt, dieses Team ist eingespielt. Und doch gibt es einen Teil im Team, der auffällt – der Sturm. Trainer Uli Forte hat den FCZ um den Angriff gebaut. Es ist ein Dreimann-Sturm, das Team spielt im 3-4-3-System. Frey, Dwamena und Koné heissen die Angreifer.

Es ist eine interessante Mischung. Eine, die noch manchem Gegner wehtun könnte. Der bullige Frey räumt Wege frei, legt Bälle ab. Die wendigen und trickreichen Partner bringen noch eine Spur mehr Eleganz mit. Gestern sticht einer heraus: Raphael Dwamena. Der Ghanaer schiesst zwei Tore. Eines per Kopf. Eines per prächtigen Weitschuss. Auf der Tribüne tanzt sein Berater David Degen völlig euphorisiert. Die «NZZ» erinnert sich an einen Zürcher Liebling, der mittlerweile in Gladbach spielt, und schreibt: «Zürich hat wieder einen Raphael».

Raphael Dwamena lässt sich von der Südkurve feiern. Bild: KEYSTONE

Derweil hat Frey etwas Pech bei seinem verschossenen Penalty, aber ansonsten gelingt auch ihm ein guter Auftritt. Koné wiederum verletzt sich bei einem Tackling selbst. Wie schlimm, ist noch offen. Eines aber scheint klar: Wie gut dem FCZ seine Saison als Aufsteiger gelingt, hängt zu einem grossen Teil von seiner Dreifaltigkeit im Sturm ab.

FC Luzern: Angewiesen auf Juric

Cedric Itten flankt, Tomi Juric köpfelt ein – innert drei Tagen hat diese neue Waffe des FC Luzern zwei Mal Früchte getragen. Gegen Osijek zwar den Sieg, nicht aber das Weiterkommen beschert; gegen Lugano dagegen war es die entscheidende Aktion. In den meisten Saisonvorschauen ist den Zentralschweizern nach den Abgängen der besten Skorer Marco Schneuwly und Markus Neumayr eine harte Spielzeit bis hin zum Abstiegskampf vorausgesagt worden.

Der 1:0-Startsieg gibt denn auch noch keinen Anlass, die Prognose zu revidieren. Was man Luzern aber bescheinigen muss, ist der neu entdeckte enorme Kampfgeist.In der vergangenen Saison jedenfalls war längst nicht immer diese Leidenschaft zu sehen gewesen. Mit Christian Schwegler, Marvin Schulz, dem aus der zweiten Mannschaft des HSV gekommenen Dren Feka sowie Olivier Custodio debütierten gestern in der Super League vier Neulinge.

FCL-Assistent Patrick Rahmen analysiert den 1:0-Sieg gegen Lugano. Video: YouTube/FC Luzern swissporarena

Die ersten drei sorgten in der fast runderneuerten Viererkette für eine erstaunliche Solidität, wobei diese erst noch von einem stärkeren Gegner überprüft werden muss. Letzterer war zusammen mit Hekuran Kryeziu im zentralen Mittelfeld das Herz des Luzerner Spiels. Die grosse Frage ist: Wie abhängig ist Luzern von Juric? Und: Bleibt ihm der Australier überhaupt erhalten?

FC Lugano: Wer bloss soll die Tore schiessen?

Schon im ersten Spiel der neuen Saison sind die abgewanderten Torgaranten Armando Sadiku und Ezgjan Alioski schmerzlich vermisst worden. Gut möglich, dass man den beiden beim FC Lugano noch eine ganze Saison lang nachtrauern wird. Wer soll bei den Tessinern die Tore schiessen? Der neue Trainer Pierluigi Tami kennt die Problematik natürlich auch und sucht das Glück nun zuerst einmal über eine starke Verteidigung.

Am spektakulärsten ist Lugano auf der Trainerbank besetzt. Bild: KEYSTONE

5-3-1-1 hiess das System – mit Junior als einziger Spitze. Wobei der Brasilianer kaum einmal am Ball war. In Luzern ging Tamis Fünferkette so resolut zu Werk, dass bis neun Minuten vor Schluss ein Remis in Griffnähe lag. Der neue Goalie David Da Costa jedenfalls hatte nicht besonders viel zu tun. Neben ihm stand mit Radomir Milosavljevic nur noch eine Neuerwerbung auf dem Platz. Doch diese hing wie Sturmpartner Junior ziemlich in der Luft; erst als der von Chiasso geholte Younes Marzouk eingewechselt wurde, wurden die Tessiner wenigstens einmal gefährlich.

Hätte der Marokkaner das Tor gemacht, wären Tamis Dispositionen aufgegangen, hätten aber viele Defizite vertuscht. Man braucht kein Wahrsager zu sein, um Lugano eine schwierige Saison zu prophezeien. Zumal die Gruppenphase in der Europa League dem Team an die Substanz gehen wird.

FC Thun: Nur nicht die Nerven verlieren

Thun verliert und trotzdem zeigen die Berner Oberländer einen guten Auftritt. Früh stören sie den Gegner, sie pressen, spurten über die Flügel, haben viel Tiefe im Spiel. Immerwieder erspielen sie sich Chancen, aber entweder scheitern sie an sich selbst, der Torumrandung oder am stark haltenden Mitryuschkin im Tor von Sion. 22:8 Schüsse, 11:2 Eckbälle, 61 Prozent Ballbesitz – alle Statistiken sprechen für Thun, bloss die Anzeigetafel zeigt ein 0:1.

Die Anzeigetafel lügt nie: Thun startet mit einer vermeidbaren Niederlage in die Saison. Bild: KEYSTONE

Wie jedes Jahr hat Thun gewichtige Abgänge (insbesondere Fassnacht und Geissmann) zu kompensieren. Wie immer zuletzt setzt Sportchef Andres Gerber auf Spieler aus der Schweiz, viele aus unteren Ligen. Das Team wurde stark verjüngt, gerade die Abwehr. Zudem hat Francesco Ruberto (24) Guillaume Faivre (30) im Tor verdrängt. Man spürt: Diese Mannschaft ist hungrig, sie ist diszipliniert, verfolgt eine klare Idee. Eine Heimniederlage ist mit Sicherheit kein gewünschter Start. Aber die gezeigte Leistung sollte die Berner Oberländer optimistisch stimmen.

Mit dem Einwand, dass die Spieler die Chancenverwertung deutlich verbessern müssen – und zwar sofort. Denn das Startprogramm (es folgen Spiele gegen FCZ, FCB und YB) der Thuner ist happig. Trotzdem müssen Punkte her, sonst gerät man schnell in eine negative Spirale. So oder so gilt: Nicht die Nerven verlieren! Aber diese Gefahr besteht im Oberland kaum.

FC Sion: Mehr Spektakel, Herr Tramezzani

Erleichtert wirkt Paolo Tramezzani, als er nach dem hart erkämpften 1:0 gegen Thun ans Mikrofon tritt. Er betont, wie wichtig dieser Sieg war, dass er Ruhe und Moral gibt für die kommenden Herausforderungen. Man kennt Präsident Christian Constantin.

Der Totomat, Sie wissen schon. Stimmen die Resultate nicht, zögert er nicht lange. Fürs Erste haben Tramezzani und sein Team den Kopf aus der Schlinge gezogen. Aber der Auftritt in Thun war in mancherlei Hinsicht mangelhaft: kaum Chancen, nur selten spielbestimmend, selbst in Überzahl unter Druck. Man hat mehr erwartet vom FC Sion. Vor allem auch wegen Tramezzani, der mit Lugano letzte Saison die Liga aufmischte und auf Platz 3 stürmte. Aber im Wallis hat sich im Sommer einiges verändert: Die Routiniers Salatic und Ziegler sind weg, Super-Talent Akolo ebenfalls.

Moussa Konaté feiert seinen 1:0-Siegtreffer. Bild: KEYSTONE

Ausser Marco Schneuwly hat Sion kaum erfahrene Spieler geholt. Irgendwie fehlt noch ein Leitwolf, einer, der das Team mal wachrüttelt. Entweder wächst da schnell einer rein oder die Walliser müssen noch jemanden holen, wenn sie eine Rolle im Titelkampf spielen wollen. Sion tat sich in der Vergangenheit immer schwer auf dem Kunstrasen in Thun. Gestern überzeugen sie zumindest defensiv, verteidigen selbst in Überzahl mit elf Spielern. Doch fürs Betonmischen hat Constantin Tramezzani mit Sicherheit nicht ins Wallis gelotst.

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Brikne, 20.7.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • KemalB 24.07.2017 11:15
    Highlight Ich bin grundsätzlich mit Ihnen einig bei den Einschätzungen.

    Den FCL sehe ich jedoch positiver als dieser hier und auch in anderen Einschätzungen beschrieben wird.

    In der Innenverteidigung hat man an Qualität gewonnen. Schulz hat auf hohem Niveau Erfahrung und mit Knezevic und Schmid hat man zwei talentierte Jungs. Zudem hat man mit Alves, Schindelholz noch mehr Backups.

    Im kämpferischen Bereich hat man mit Schwegler einen Leitwolf geholt.

    Und im Angriff hat man auch mehr Breite mit Demhasaj, Itten, Jong und Vargas. Aber hier muss klar Juric gehalten werden können.
    17 1 Melden
    • maxi 24.07.2017 13:20
      Highlight ursli muss erst noch ankommen und lernen sich die schuhe zubinden (doppelknopf?). man kann noch nicht sagen wie gut/schlecht der ist

      ansonsten bin ich der meinung man hat auf die mannschaft gesehen qualität verloren im vergleich mit der letztjährigen mannschafft. Dies ist nicht weiter schlimm denn es macht den anschein als hätte man die alten tugenden wie kampfbereitschaft einsatzwille usw. wiedergefunden. dies finde ich sehr positiv und macht freude!

      juric könnte eine typische fcl geschite geben...sein vertrag läuft 6/18 aus 🙄
      8 1 Melden
    • KemalB 24.07.2017 14:39
      Highlight @maxi

      Ich denke auch, dass die Mannschaft auf dem Papier weniger Qualität (& Markwert) hat. Die beiden letzten Partien stimmen mich jedoch positiv, wie auch von Ihnen erwähnt, hat man als Team agiert und gekämpft.

      Jong hat in seinen ca. 15 min gege Osijek wirklich noch nicht sehr gut ausgesehen. Mal schauen, ob er etwas kann. Wenn Vargas, Demhasaj und Oliveira den nächsten Schritt machen, kann man von ihnen jedoch auch einige Tore erwarten.

      Hoffen wir, dass Juric dem FCL etwas Geld bringen wird. Am Besten natürlich Vertrag verlängern und dann verkaufen. (Ist aber eher ein Wunschtraum)
      6 0 Melden
    • maxi 24.07.2017 14:58
      Highlight von ursli erwate ich noch nichts. die casua vargas ist erneut so fclmässig... man lobt einen spieler für seinen einsatz den trainingseifer und die testspieltore. wenns draufankommt bringt man einen der vor lauter aufregung die schuhe nicht binden kann...
      1 0 Melden

«Das werde ich mein Leben lang nicht vergessen» – die Stimmen zum YB-Meistertitel 

Vom 24. Mai 1986 bis zum 28. April 2018 musste man in Bern auf einen Meistertitel der Young Boys warten. Mit einem 2:1-Sieg gegen Luzern im ausverkauften Stade de Suisse stellen die Berner den verdienten Triumph sicher.

» Hier gibt's den Liveticker der Partie zum Nachlesen.

In der 89. Minute brechen im mit 31'120 Zuschauern ausverkauften Stade de Suisse in Bern alle Dämme. Der französisch-kamerunische Stürmer Jean-Pierre Nsame trifft im Anschluss an einen Corner und der Vorlage von Guillaume Hoarau zum 2:1 und das Warten der Berner. Es ist der Beginn der grossen Partynacht in der Bundeshauptstadt.

Wenige Sekunden nach dem Schlusspfiff von Schiedsrichter Stephan Klossner war das Terrain geflutet und überflutet …

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