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Le milieu balois Renato Steffen, droite, laisse eclater sa joie apres avoir marque le 0:4 a cote de la deception des joueurs lausannois et du gardien Thomas Castella, gauche, lors de la rencontre de football de Super League entre le FC Lausanne-Sport, LS, et le FC Basel 1893 ce samedi 2 decembre 2017 au stade Olympique de la Pontaise a Lausanne. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Steffen feiert in Lausanne: Der FCB rückt YB wieder auf die Pelle. Bild: KEYSTONE

Basels Angriff auf den Super-League-Leader YB erfolgt via Lissabon

Eine Analyse zum Meisterduell zwischen dem FC Basel und den Young Boys und der Frage, wie das Europa-Geschäft diesen Zweikampf beeinflusst.

Sébastian Lavoyer / Nordwestschweiz



Georg Heitz hat einmal gesagt, dass sich die Europa League erst ab dem Viertelfinal rechnet. Der Vorgänger von Marco Streller als Sportchef des FC Basel ist ein Zahlenmann, also eine glaubwürdige Referenz. Was das mit der Meisterrennen zu tun hat? Sehr viel.

Aber zuerst ein Blick auf den Totomat: Nachdem der FCB und YB zuletzt im Gleichtakt siegten, setzte es für YB gestern eine Pleite im Berner Derby ab (1:3). Der FCB dagegen gewann am Samstag gegen Lausanne souverän mit 4:1.

YBs Goialie David von Ballmoos holt nach dem 1:0 den Ball aus dem Netz im Fussball Meisterschaftsspiel der Super League zwischen dem FC Thun und den Berner Young Boys, am Sonntag, 3. Dezember 2017, in der Stockhorn Arena in Thun. (KEYSTONE/Peter Schneider)

YB-Keeper von Ballmoos muss den Ball in Thun drei Mal aus dem Netz holen. Bild: KEYSTONE

Die Lücke wird kleiner

Der Abstand ist auf vier Punkte geschmolzen, die Basler können wieder aus eigener Kraft Meister werden. Das wird den Baslern einen Schub verleihen. Und in Bern beginnt das grosse Zittern.

Natürlich könnte der Serienmeister aus Basel nun darauf setzen, dass YB jetzt komplett aus dem Tritt gerät. Die Berner haben in den letzten 31 Jahren jede noch so vielversprechende Ausgangslage verspielt.

Egal, wie nah der Titel schien: YB schrammte zielgenau daran vorbei. Veryoungboysen, Sie wissen schon. Bis am 19. Mai 2018 lauern zahlreiche Stolpersteine. YB hat in der Vergangenheit so ziemlich jeden erwischt. Und gestern angedeutet, dass es dies noch immer kann.

Der Rubel rollt nur in der Champions League

Darauf aber wird sich der FC Basel nicht verlassen wollen. Denn eines ist klar: Die Meisterschaft bleibt trotz all der magischen Nächte, die Raphael Wicky und sein Team ihren Anhängern schon beschert haben, das Kerngeschäft, das Hauptziel, die Grundlage für weitere Erfolge.

Und deshalb werden die Basler alles unternehmen, um die Berner in der zweiten Saisonhälfte noch abzufangen. Kein leichtes Unterfangen. Denn für YB ist das Europa-Abenteuer schon zu Ende. Das war zwar ein (durch das Schonen von Spielern in Kauf genommener) Rückschlag, aber hat den Vorteil für die Berner, dass sie sich voll und ganz auf die Meisterschaft und den Cup konzentrieren können.

Der FCB dagegen überwintert europäisch. Das ist schon klar, bevor die Basler heute Morgen nach Lissabon reisen. Es fragt sich bloss noch, ob Europa oder Champions League.

Switzerland's soccer players in action during a training session, at the Estadio da Luz stadium, in Lisbon, Portugal, Monday, October 9, 2017. Portugal will face Switzerland on October 10 in their FIFA World Cup 2018 qualifying soccer match in Lisbon. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Hier findet das entscheidende FCB-Spiel statt: im wunderbaren Estadio da Luz. Bild: KEYSTONE

So viel mehr gibt die Königsklasse

Die Europa League wurde in den letzten Jahren zwar finanziell attraktiver, aber die Honigtöpfe in der Königsklasse sind noch immer deutlich voller. Die Qualifikation für den Achtelfinal der Champions League brächte dem FCB rund sieben Millionen Franken.

Selbst wenn der FCB in der Europa League bis in den Halbfinal vorstossen würde, käme er «nur» auf 4,5 Millionen Franken an Prämieneinnahmen. Diese Zahlen wird FCB-Präsident Bernhard Burgener sehr präsent haben, wenn es im Winter darum geht, Anpassungen am Team vorzunehmen.

Burgener ist Unternehmer, das betont er immer wieder. Sein Ziel ist es auch, das Geld wieder reinzuholen, das er für das Aktienpaket von Bernhard Heusler & Co. ausgegeben hat.

Die trügerische Ausgangslage vor dem Benfica-Spiel

Wenn er im Winter über Neuzugänge richten wird, dann wird er natürlich ans Sportliche denken. Aber Burgener wird die Finanzen im Hinterkopf haben, wenn er den Daumen hebt oder senkt.

Je mehr reinkommt, desto mehr dürfte er auch bereit sein, auszugeben. Zwar hätte der FCB Reserven in der Höhe von rund 60 Millionen Franken. Doch der neue Präsident wird sich hüten, diese anzufassen, wenn es irgendwie anders geht.

Der designierte neue FC Basel Praesident Bernhard Burgener , links, und Fussballlegende Karl Odermatt, rechts,
an der Generalversammlung des FC Basel 1893 im St. Jakob-Park in Basel am Freitag, 9. Juni 2017.  (KEYSTONE/Walter Bieri)

«Da hinten, in der Champions League, da gibt's die Kohle»: FCB-Legende Karli Odermatt (rechts) und -Präsident Bernhard Burgener. Bild: KEYSTONE

Und damit wären wir beim Spiel von morgen Abend. Das heisst: bei den Spielen. Denn die Ausgangslage ist trügerisch. Wir wollen uns hier nicht mit zu vielen Rechenspielen aufhalten, sondern lediglich kurz die Fakten präsentieren: Basel kann beliebig hoch verlieren, wenn das punktgleiche ZSKA Moskau in Manchester ebenfalls verliert, steht der FCB im Achtelfinal. Auch ein Unentschieden genügt, wenn die Russen nicht gewinnen. Sobald der Armeeklub aber in England siegen sollte, wirds knifflig.

Gewinnt ZSKA mit drei und mehr Toren Differenz, ist Basel selbst bei einem Sieg draussen. Ausser ZSKA gewinnt mit sieben und mehr Toren Unterschied. Dann wäre United draussen und der FCB weiter. Aber das sind Gedanken für Zahlenmenschen. Damit sollen sich die FCB-Stars nicht herumschlagen. Für sie gibt es nur eins: Ein Sieg muss her – alles andere wird sich weisen. Eigentlich ziemlich ernüchternd, wenn man weiss, wie weitreichende Folge der Ausgang des morgigen Abends haben wird.

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    Alle Leser-Kommentare
  • rauchfrei 04.12.2017 14:20
    Highlight Highlight Immer dieses Märchen, dass YB seine Spieler in der EuropaLeague schont. In 9 internationalen Spielen hat man 8 Mal auf die beste Elf gesetzt - wo bitte hat man das Ausscheiden „in Kauf“ genommen? Wenn man die besten Spieler der letzten Saison abgeben muss (Mvogo, Zakaria, Ravet) und auf junge Spieler setzt (anders als Basel macht man das nämlich wirklich), dann passieren solche Niederlagen bzw. unnötigen Unentschieden mal. Aber ein Ausscheiden aufgrund der Aufstellung herbeireden zu wollen, ist einfach lächerlich.
  • Pokefan 04.12.2017 10:34
    Highlight Highlight Ich dachte bei Punktegleichheit zählen zuerst die Direktbegegnungen und dann das Torverhältnis dieser? Weiss es aber nicht genau.
    • Martinov 04.12.2017 11:02
      Highlight Highlight 1.Anzahl Punkte im direkten Vergleich
      2.Tordifferenz im direkten Vergleich
      3.Anzahl Tore im direkten Vergleich
      4.Anzahl Auswärtstore im direkten Vergleich
      5.Tordifferenz aus allen Gruppenspielen
      6.höhere Anzahl erzielter Tore
      7.höhere Anzahl erzielter Auswärtstore
      8.höhere Anzahl Siege
      9.höhere Anzahl Auswärtssiege
      10.niedrigere Anzahl Minuspunkte durch Gelbe und Rote Karten (Gelbe Karte 1 Minuspunkt, Rote Karte 3 Minuspunkte, Gelb-Rote Karte 3 Minuspunkte)
      11.Klub-Koeffizienten
    • satyros 04.12.2017 11:10
      Highlight Highlight Ist so. Wenn ZSKA in Manchester gewinnt und Basel in Lissabon, haben Manchester, Basel und ZSKA gleich viele Punkte. Es zählt dann die Direktbegegnung von allen drei. Dass ZSKA in Manchester mit mehr als drei Toren Unterschied gewinnt, halte ich für eine eher theoretische Möglichkeit.
    • OenoPhil 04.12.2017 11:38
      Highlight Highlight ...wenn drei Mannschaften punktgleich sind, gehts mit den Direktbegegnungen nicht mehr auf.
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