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Fliegt Hischier in dieser Saison zum Rookie-Titel? Bild: AP

Wird Hischier der beste NHL-Rookie der Saison? Das sind seine grössten Konkurrenten

Mit Nico Hischier hat zum ersten Mal ein Schweizer reelle Chancen, die Auszeichnung zum besten NHL-Rookie zu gewinnen. Doch die Konkurrenz ist stark – ein Überblick.

14.12.17, 14:00 15.12.17, 06:16
Adrian Bürgler
Adrian Bürgler

Die Calder Memorial Trophy wird in der National Hockey League (NHL) jährlich an den besten Liga-Neuling (Rookie) verliehen. Als Rookie gilt ein Spieler, der in der vorherigen Saison nicht mehr als 25 Spiele oder in den zwei vorherigen Spielzeiten nicht mehr als je sechs Spiele absolviert hat.

Aaron Ekblad mit der Calder Memorial Trophy. Bild: AP/AP

Die Auszeichnung wird zudem nur an Spieler vergeben, die mindestens 41 Spiele in der Regular Season absolviert haben. Den Gewinner bestimmen jeweils bis zu 180 Journalisten, indem sie auf ihrem Stimmzettel 10, 7, 5, 3 und einen Punkt an fünf Spieler ihrer Wahl verteilen. Die Skorerwertung spielt dabei eine grosse Rolle, ist aber nicht der einzige Faktor. Auch die Rolle der jeweiligen Spieler im Team und deren Verantwortung haben Einfluss.

Die letzten Gewinner der Calder Trophy

2016/17: Auston Matthews
2015/16: Artemi Panarin
2014/15: Aaron Ekblad
2013/14: Nathan MacKinnon
2012/13: Jonathan Huberdeau
2011/12: Gabriel Landeskog
2010/11: Jeff Skinner
2009/10: Tyler Myers
2008/09: Steve Mason
2007/08: Patrick Kane
2006/07: Evgeni Malkin
2005/06: Alexander Ovechkin​

Dieses Jahr hat die Schweiz mit Nico Hischier erstmals einen ernsthaften Kandidaten auf diese Trophäe. Doch die Konkurrenz ist hart. Derzeit haben einige andere junge Spieler noch die etwas besseren Karten als der Schweizer. Hier kannst du dir einen ersten Überblick verschaffen. 

Rookies Stats
Infogram

Die wichtigsten «Advanced Stats»

P/60 – Punkte pro 60 Minuten Eiszeit. Dieser Wert lässt die Punkteproduktion eines Spielers unabhängig von dessen Einsatzzeit mit anderen Spielern vergleichen.
Corsi (CF%) – Hier werden die Schussversuche (Schüsse aufs Tor, Schüsse neben das Tor, geblockte Schüsse) des eigenen Teams ins Verhältnis gesetzt mit den Schussversuchen des gegnerischen Teams, wenn der betreffende Spieler auf dem Eis steht. Die entstehende Prozentzahl gibt eine Einschätzung über den Spielanteil eines Teams. Ein Corsi-Wert von über 50 gilt als gut.
PDO – PDO ist die Addition von Schusseffizienz eines Spielers oder einer Mannschaft und der Fangquote des jeweiligen Torhüters. Da diese zwei Faktoren stark vom Glück beeinflusst werden, kann mit dem PDO beurteilt werden, ob ein Team/Spieler gerade eher glücklich oder eher mit Pech agiert. Ein PDO-Wert unter 100 gilt als Pech.
ixGF – Individual Expected Goals For. Diese Statistik bewertet das Schussvolumen und die Qualität der Schüsse (anhand der Abschlussposition) eines Spielers. So wird die Anzahl der zu erwartenden Tore berechnet.
iSF/60 – Diese Statistik zeigt, wie oft ein Spieler aufs Tor schiesst pro 60 Minuten Einsatzzeit.
Anmerkung: Diese Statistiken werden nur bei Spielsituationen von fünf gegen fünf Spielern erhoben, da Powerplay und Boxplay die Werte verfälschen würden.

Micha hofer

Nico Hischier

18 Jahre, Schweiz, Center, New Jersey Devils.

Bilanz: 30 Spiele, 5 Tore, 15 Assists, Minus-2-Bilanz, 16:11 Minuten pro Spiel auf dem Eis (TOI/GP).

Hischier hat in New Jersey eingeschlagen wie eine Bombe,  der Walliser überzeugt die Experten bisher mit seiner Leistung auf dem Eis. 

Hischier bedient Taylor Hall mit einem Weltklasse-Pass.  Video: streamable

Auch nachdem Devils-Topcenter Travis Zajac von einer Verletzung zurückgekehrt ist, läuft der 18-Jährige weiterhin in New Jerseys bester Linie an der Seite von Taylor Hall und Jesper Bratt auf. In der Rookie-Skorerwertung ist er nicht ganz zuvorderst zu finden, doch er ist in der erweiterten Spitze dabei. Sollten die Devils tatsächlich den Sprung in die Playoffs schaffen, dürften Hischiers Chancen auf die Auszeichnung als eine der treibenden Kräfte des Teams nochmals ansteigen.

Calder-Chancen: Gut.

Brock Boeser

20 Jahre, USA, Flügel, Vancouver Canucks.

Bilanz: 29 Spiele, 16 Tore, 13 Assists, 0-Bilanz, 16:21 TOI/GP.

Der produktivste Teil der Top-Linie um den Schweizer Sven Bärtschi und Center Bo Horvat und aktueller Rookie-Topskorer. Boeser ist einer der Gründe, weshalb die Canucks gut in die Saison gestartet sind. Während der Rest des Teams mittlerweile etwas abgegeben hat, sammelt der Amerikaner weiter fleissig Punkte. Wenn es nur nach den Punkten geht, gehört Boeser zu den Topfavoriten auf die Calder-Trophäe. Es bleibt allerdings abzuwarten, wie er mit den Ausfällen seiner Liniengefährten umgehen kann.

Highlights von Boeser aus der aktuellen Saison. Video: YouTube/GoCanucksGo

Calder-Chancen: Sehr gut.

Mathew Barzal

20 Jahre, Kanada, Center, New York Islanders.

Bilanz: 31 Spiele, 8 Tore, 20 Assists, Plus-8-Bilanz, 16:42 TOI/GP.

Barzals Start in die Saison war nicht gerade fulminant. Die ersten fünf Saisonspiele blieb er ohne Skorerpunkte. Doch im Oktober und November ging der Stern des Kanadiers so richtig auf. Das grösste Highlight war der fünfte November, als ihm gegen Colorado fünf (!) Assists in einem Spiel gelangen. Im Dezember ist seine Leistungskurve wieder etwas abgeflacht – in vier von sieben Spielen blieb er punktelos. Dennoch gehört er zu den ganz heissen Anwärtern auf die Auszeichnung.

Barzals Fünf-Punkte Nacht gegen Colorado im Video. Video: YouTube/NHL

Calder-Chancen: Sehr gut.

Clayton Keller

19 Jahre, USA, Center, Arizona Coyotes.

Bilanz: 33 Spiele, 11 Tore, 12, Assists, Minus-19-Bilanz, 18:50 TOI/GP.

Kellers Saison verläuft verglichen mit Barzals genau umgekehrt. Der junge Center, der schon an den letzten Weltmeisterschaften überzeugen konnte, ist zu Beginn einer der besten Spieler der Liga. Seit Anfang November hat er aber immer wieder mehrere Spiele, in denen er keine Punkte sammelt. Was aber dennoch für Keller spricht, ist seine Eiszeit. Mit beinahe 19 Minuten pro Spiel übernimmt er von allen Rookie-Stürmern am meisten Verantwortung in seinem Team.

Highlights von Kellers Saisonstart. Video: YouTube/Hockey Prospects Center

Calder-Chancen: Sehr gut.

Alex DeBrincat

19 Jahre, USA, Flügel, Chicago Blackhawks.

Bilanz: 31 Spiele, 12 Tore, 11 Assists, Plus-3-Bilanz, 14:46 TOI/GP.

Der erste Saisonviertel DeBrincats war noch eher verhalten. Erst Ende November hat er sich im Calder-Rennen so richtig in Stellung gebracht. Dem Amerikaner gelang in einem Spiel gegen Anaheim ein Hattrick. Spätestens von da an hat er sich bei Chicago zum regelmässigen Punktegaranten entwickelt und sich in der Rookie-Skorerliste bis auf den dritten Rang vorgearbeitet. DeBrincat gehört aber (noch) nicht zu den Topfavoriten auf den Titel des besten Rookies der Saison.

DeBrincats Hattrick im Video. Video: YouTube/NHL

Calder-Chancen: Gut.

Charlie McAvoy

19 Jahre, USA, Verteidiger, Boston Bruins.

Bilanz: 28 Spiele, 4 Tore, 11 Assists, Plus-18-Bilanz, 23:33 TOI/GP.

Charlie McAvoy ist Verteidiger und hat es deshalb etwas schwerer im Rennen um die Calder-Trophy. Mit «nur» 15 Punkten ist er in der Skorerwertung nicht besonders weit vorne zu finden. Was beim 19-Jährigen beeindruckt, ist die grosse Verantwortung, die er bereits jetzt übernimmt. Mit über 23 Minuten pro Spiel kriegt bei Boston nur einer mehr Eiszeit: Zdeno Chara. Der Amerikaner ist also jetzt schon ein Top-Verteidiger – bei einem Team auf einem Playoff-Platz.

Nicht nur Tore und Assists: Charlie McAvoy kann auch Checks austeilen. Video: YouTube/dafoomie

Calder-Chancen: Gut.

Alexander Kerfoot

23 Jahre, Kanada, Center, Colorado Avalanche.

Bilanz: 29 Spiele, 9 Tore, 12 Assists, Minus-3-Bilanz, 14:04 TOI.

Der Center der Colorado Avalanche ist einer der älteren Kandidaten auf die Calder-Trophäe. Interessanterweise spielte er sehr überzeugend, bis sein Team Matt Duchene, ebenfalls Center, in einem Trade weggegeben hat. Obwohl Kerfoot nun noch mehr Verantwortung übernehmen könnte, gelingt ihm das nicht wirklich. Die Skorerwerte des Kanadiers sind etwas zurückgegangen und er erhält schwankende Eiszeit. Zudem hat sich der 23-Jährige am 11. Dezember im Spiel gegen Pittsburgh auch noch verletzt.

Kerfoots erster Treffer in der NHL fällt gegen St.Louis. Video: YouTube/Hockey Points

Calder-Chancen: Mittel.

Mikhail Sergachev

19 Jahre, Russland, Verteidiger, Tampa Bay Lightning.

Bilanz: 30 Spiele, 7 Tore, 14 Assists, Plus-10-Bilanz, 14:55 TOI/GP.

Einer der Verteidiger, der sich gegen die skorenden Rookie-Stürmer durchsetzen kann, ist Mikhail Sergachev. Der Verteidiger der Lightning findet sich mit seinen 21 Punkten mitten im Pulk der besten Rookie-Stürmer wieder. Seine rund 15 Minuten Eiszeit pro Spiel sind aber sehr wenig für einen Verteidiger. Coach Jon Cooper geht sicher, dass sein Schützling nicht gegen die besten Stürmer der Liga ran muss. 

Sergachev erzielt gegen Winnipeg ein Traumtor.  Video: YouTube/SPORTSNET

Calder-Chancen: Mittel.

Will Butcher

22 Jahre, USA, Verteidiger, New Jersey Devils.

Bilanz: 30 Spiele, 2 Tore, 18 Assists, Plus-6-Bilanz, 16:22 TOI/GP.

Der Teamkollege von Nico Hischier dürfte wohl hinter dem Schweizer anstehen. Sein Start in die Saison war aber fantastisch: In den ersten sechs Spielen gelangen Butcher neun Assists. Der Verteidiger ist im Powerplay eine ständige Gefahr, wurde aber mittlerweile von Hischier und auch Bratt eingeholt. Seine Eiszeit ist zwar steigend, aber immer noch auf der tieferen Seite für einen Blueliner.

Will Butcher gelingen gegen Colorado drei Assists in einem Spiel. Video: YouTube/NHL

Calder-Chancen: Mittel.

Jesper Bratt

19 Jahre, Schweden, Flügel, New Jersey Devils.

Bilanz: 30 Spiele, 9 Tore, 11 Assists, Minus-4-Bilanz, 15:59 TOI/GP.

Der letzte aus dem Devils-Trio hat derzeit wohl die geringsten Chancen auf den Gewinn der Calder-Trophäe. Obwohl er aktuell gleich viele Punkte aufweist wie Hischier oder Butcher, glauben die meisten Experten nicht daran, dass er sich gegen seine Teamkollegen durchsetzen kann. Der Schwede überzeugt immer wieder mit Punkteserien. Dazwischen hat er aber auch oft längere Durststrecken zu überstehen.

Einige Highlights Jesper Bratts aus der aktuellen Saison. Video: YouTube/langhedsil

Calder-Chancen: Tief.

Nolan Patrick

19 Jahre, Kanada, Center, Philadelphia Flyers.

Bilanz: 21 Spiele, 2 Tore, 4 Assists, Plus-2-Bilanz, 11:59 TOI/GP.

Der Nummer-2-Draft und damalige Konkurrent von Nico Hischier macht in Philadelphia derzeit eine schwierige Zeit durch. Nachdem er bereits letzte Saison viele Spiele verletzungsbedingt verpasste, zog er sich unlängst eine Gehirnerschütterung zu. Mittlerweile spielt der Kanadier zwar wieder, kommt aber im Gegensatz zu Hischier kaum in den Top-Linien zum Einsatz. Wenig Eiszeit und schlechtere Linienpartner hemmen auch seine Produktion. Er ist raus aus dem Calder-Rennen. 

Patricks erstes NHL-Tor im Video. Video: YouTube/SPORTSNET

Calder-Chancen: Nicht vorhanden.

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Video: watson/Angelina Graf

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Markus Wüthrich, 5.5.2017
Tolle Artikel jenseits des Mainstreams. Meine Hauptinformations- und Unterhaltungsquelle.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Coliander 15.12.2017 08:38
    Highlight N1co spielt einfach fantastisch😍. Wäre für ihn und auch für die Schweiz eine tolle Geschichte, wenn er die Calder holen würde. Hischier ist übrigens der einzige von seinem Draftjahr, welcher Top 6 Minuten erhält. Neben N1co spielt nur noch Patrick in der NHL.
    9 1 Melden
  • Züzi31 14.12.2017 19:34
    Highlight Kommt noch dazu, dass Hischier der jüngste ist und auch mit Abstand am wenigsten Erfahrung mit dem kleineren Eisfeld hat. Auch wenn es aufgrund von zu wenigen Scorepunkte nicht reichen sollte für die Calder, wer in 3 bis 5 Jahren der beste Spieler von der hier vorgestellten sein wird, ist meines Erachtens keine Frage.
    40 1 Melden
  • Mia_san_mia 14.12.2017 19:30
    Highlight Ja da können die Devils froh sein, dass sie Patrick nicht gedraftet haben...
    38 2 Melden
  • MaskedGaijin 14.12.2017 17:40
    Highlight Warum Montreal Sergachev getradet haben bleibt wohl immer ein Rätsel. Typisch Bergevin. Leider.
    43 0 Melden
    • HabbyHab 14.12.2017 20:24
      Highlight Tja, GMMB dachte, ein #1-Center sei momentan wichtiger als ein Verteidiger, der stark am Puck ist.. ist ja nicht so, dass man bereits Subban weggetradet hat und Markov nach Russland ging (und Beaulieu wurde auch nicht mehr gewollt), und sonst zu wenig solche Verteidiger zur Verfügung standen. Da ist es ja logisch, tradet man den besten Prospect, den man hat, weg. Für einen Flügel, der auf NHL-Level noch nicht als Center gespielt hat. Klar. Ja. Super Idee.
      21 0 Melden

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