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epa03196016 Bayern Munich's Philipp Lahm (L) pressures Real Madrid's Cristiano Ronaldo during the UEFA Champions League semi final second leg soccer match between Real Madrid and FC Bayern Munich at the Santiago Bernabeu stadium in Madrid, Spain, 25 April 2012.  EPA/ANDREAS GEBERT

Bild: EPA

Vor dem CL-Klassiker

Titelverteidiger Bayern München sinnt gegen Real auf Revanche

Titelverteidiger Bayern München geht mit einem 0:1-Rückstand in das heutige Halbfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Real Madrid. Schaffen es Guardiolas Bayern diesmal, den Real-Riegel zu knacken? Oder zieht Real erstmals seit 2002 wieder in den Final ein? 

29.04.14, 00:14 29.04.14, 09:22

Bayern gegen Real ist das Duell der Superlative – und für die meisten Experten und Fans der vorgezogene Final. Während die Münchner ihren dritten Finaleinzug in Folge und den vierten innerhalb von fünf Jahren anstreben und als erstes Team in der Geschichte im Final am 24. Mai in Lissabon den Champions-League-Titel verteidigen könnten, träumen die «Königlichen» aus Madrid von der «Decima», dem zehnten Gewinn der wichtigsten Trophäe im Klubfussball – und dem ersten seit 2002. 

«Dieses Jahr glaube ich an den Endspieleinzug und den großen Erfolg»

Cristiano Ronaldo tz.de

Bild: Keystone

Die verschiedenen Fussballphilosophien

Es ist das Aufeinandertreffen verschiedener Fussballphilosophien, zweier Trainer, welche die Champions League mit ihren Stammvereinen FC Barcelona und AC Milan sowohl als Spieler wie auch als Trainer gewonnen haben.

«Wir alle wollen ins Finale und werden auch alles dafür tun.»

David Alaba

Auf der einen Seite die von Pep Guardiola verschriebene totale Ballkontrolle der Bayern, das mittlerweile auch von ihnen bis zum Exzess praktizierte Tiki-Taka, auf der anderen Seite das von Carlo Ancelotti noch einmal verfeinerte Umschaltspiel der Madrilenen, die mit Cristiano Ronaldo, Karim Benzema und Gareth Bale über das schnellste und treffsicherste Angriffstrio in Europa verfügen. 

Ob Galatasaray Istanbul (6:1, 4:1), FC Kopenhagen (4:0), Juventus (2:1), Schalke (6:1, 3:1) oder Dortmund (3:0), die Angriffsmaschinerie der «Königlichen» zwang in der laufenden Saison bislang alle in die Knie. 33 Tore schoss Real in elf Spielen, 14 davon allein Cristiano Ronaldo. Nur im Rückspiel gegen Dortmund blieben die Madrilenen ohne Treffer (0:2).

Hinspiel ging an Real

«Ballbesitz bedeutet nichts, wenn der Gegner die besseren Chancen hat»

Franz Beckenbauer

Auch das Halbfinal-Hinspiel gegen Bayern München am letzten Mittwoch im Bernabeu entschied Real dank taktischer Cleverness, stabiler Defensive und etwas Wettkampfglück für sich. Bayern erzielte erstmals seit Februar 2012 und dem 0:1 im Achtelfinal-Hinspiel gegen Basel in der Champions League auswärts keinen Treffer. 

Das einzige Tor im Hinspiel gelang Karim Benzema. Wird es das Entscheidende gewesen sein? Video: YouTube/ZDF HD

Für Guardiola ist das heutige Rückspiel der bisher wichtigste Auftritt seiner Amtszeit bei Bayern München. Der Katalane hatte in den ersten knapp neun Monaten als Bayern-Trainer die Spielweise des Triple-Gewinners noch einmal weiterentwickelt und die Münchner zum schnellsten deutschen Meister der Geschichte gemacht, wofür er von allen Seiten Lob geerntet hat. 

Kritische Stimmen werden laut

Nun weht ihm erstmals eine leichte Bise entgegen; nach dem Leistungsabfall in der Bundesliga in den letzten Wochen und der Niederlage in Madrid wurden erste kritische Stimmen laut. 

«Ich bevorzuge den Ballbesitz. Ich bin so ausgebildet worden.»

Pep Guardiola

«Ballbesitz bedeutet nichts, wenn der Gegner die besseren Chancen hat», monierte Bayerns Ehrenpräsident Franz Beckenbauer nach dem Hinspiel in Madrid. Guardiola, der zwischen 2008 und 2012 mit Barcelona 14 Trophäen gewonnen hat, sieht keinen Anlass, die Spielweise im Rückspiel zu ändern. «Ich bevorzuge den Ballbesitz. Ich bin so ausgebildet worden», sagte der Bayern-Trainer an der Pressekonferenz vor dem Rückspiel. «Ich will, dass wir gleich dominant auftreten wie in Madrid, aber etwas aggressiver und effizienter.» 

Pep Guardiola im zartrosenen Trainer. Hoffentlich strahlen seine Spieler mehr Agressivität aus. Bild: Bongarts

«Wir versuchen guten Fussball zu spielen. Wir sind kein Team, dass nur verteidigt», so Gareth Bale.

Real Madrid erneut im klassischen 4-4-2?

Für Reals Trainer Ancelotti ist klar: «Ob wir den Final erreichen, hängt nur von uns ab.» Der Italiener wird sein Team wohl erneut in einem defensiven 4-4-2-System auf den Platz schicken. Bale nach einer Magen-Darm-Grippe und Ronaldo, der am Samstag in der Meisterschaft gegen Osasuna zwei herrliche Weitschusstore geschossen hat, sind wieder topfit. 

«Ob wir den Final erreichen, hängt nur von uns ab.» 

Carlo Ancelotti

Im Vergleich zum Hinspiel dürfte der Waliser in der Startaufstellung im rechten Mittelfeld Isco ersetzen. Bei Bayern kehrt Philipp Lahm wohl wieder auf die rechte Abwehrseite zurück. Der Captain agierte im Hinspiel im defensiven Mittelfeld und leitete mit einem verlorenen Zweikampf den Angriff ein, der zum Tor von Benzema führte.

Die Statistik spricht für die Bayern

Von den zehn bisherigen Duellen in München gewann das Heimteam neun, ein Spiel endete Remis. Fünfmal begegneten sich die beiden Teams in einem Halbfinal, viermal setzten sich die Bayern durch, zuletzt 2012 im Penaltyschiessen. 

«Wir haben die Qualität, auch hier in München Tore zu schiessen.»

Carlo Ancelotti an der Pressekonferenz

Neben der Ehre und den sportlichen Meriten geht es heute in der Allianz-Arena auch um viel Geld. Allein für den Einzug in den Final zahlt die UEFA 6,5 Millionen Prämie, ein Sieg im Estadio da Luz in Lissabon (gegen Chelsea oder Atletico Madrid) wird mit 10,5 Millionen honoriert. (si) 

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
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    Alle Leser-Kommentare
  • Joe_Dirt 29.04.2014 10:02
    Highlight Ich war immer ein Bayern-Sympathisant. Wirklich immer.
    Aber seit Guardiola da ist und denkt, er müsse das Wasser neu erfinden (ja, Wasser...) geht mir der FC Bayern München zunehmend gegen den Strich. Die Spielweise erinnert fatal an die letzten Zuckungen des einst so starken FC Barcelona, der in jüngster Zeit sogar mit Mannschaften wie Celtic seine Mühe hat. tika-taka ist out. Jeder weiss, wie man dagegen aufspielen muss und es ist für die Augen und das Gemüt nur noch nervig. Aus diesem Grund drücke ich heute Abend Real Madrid die Daumen und würde gerne Real und Chelsea im Finale sehen. Chelsea nur aus einem Grund: damit sie eine gehörige Packung kassieren!
    0 3 Melden
  • droelfmalbumst 29.04.2014 08:30
    Highlight CR7 ballert FC Hollywood ins Elend...

    Real vs. Chelsea... cu @ Lisbon :)
    1 2 Melden
  • FlowsNMProduction 29.04.2014 08:02
    Highlight Real wird dafür sorgen, dass es im Final zu einem spanischen Lokalderby kommen wird. Vamos Atletico y Real!
    2 2 Melden
  • ran 29.04.2014 07:16
    Highlight Der Bale-Express wird rollen! ;-)
    2 2 Melden

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