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Xherdan Shaqiri fühlt sich im Mittelpunkt nicht immer wohl. Bild: freshfocus

Euphorische Fans

Waren Sie schon einmal so beliebt, dass es fast peinlich wurde? Xherdan Shaqiri schon

Der ganze Trubel um seine Person ist Xherdan Shaqiri nicht geheuer. Vor dem Spiel gegen Peru spricht er über die Fan-Euphorie im WM-Camp, seine Zukunft in München und die gesundheitlichen Probleme seines Kumpels Franck Ribéry.

02.06.14, 16:31 24.06.14, 13:18

Während der letzten Woche im Nati-Camp war Xherdan Shaqiri für das Publikum der ganz grosse Star. Kein anderer Spieler der Schweizer Equipe löste bei den Fans in Weggis auch nur halb so viel Begeisterung aus. Mit Inbrunst und Ausdauer feuerten sie ihren Liebling während der Trainings immer wieder mit Sprechchören an. Auch beim Gang zum Mannschaftsbus konnte sich der Kraftwürfel jeweils kaum vor den Autogrammjägern retten. Jetzt gesteht der 22-jährige Bayern-Legionär, dass ihm der ganze Zirkus ziemlich peinlich war. Wer hätte das gedacht?

Im Nati-Camp waren alle Augen auf Xherdan Shaqiri gerichtet. Bild: Daniela Frutiger/freshfocus

«Ab und zu habe ich mich unwohl gefühlt. Es war fast ein wenig übertrieben.»

«Ab und zu habe ich mich unwohl gefühlt, wenn sie die ganze Zeit meinen Namen gerufen haben. Es war fast ein wenig übertrieben. Wir waren ja als eine Mannschaft hier», erklärt Xherdan Shaqiri zum Abschluss des Trainingslagers am Vierwaldstättersee.

Benaglio nimmt es locker

Seine Teamkollegen nehmen ihm den ganzen Ruhm nicht übel. Goalie Diego Benaglio meint: «Shaq spielt gut und er ist ein super Typ. Deshalb ist er so beliebt und das mag ich ihm gönnen. Wenn er ein wenig mehr Aufmerksamkeit erhält, dann ist das völlig in Ordnung.»

Xherdan Shaqiri konnte sich vor dem Fanansturm kaum retten. Bild: freshfocus

Die Situation bei Bayern im Hinterkopf

Sowieso beschäftigen Xherdan Shaqiri neben der WM in Brasilien derzeit ganz andere Dinge. Die Pressekonferenz vor dem Testspiel gegen Peru nutzt der Schweizer, um seine Situation im Verein erneut sehr kritisch zu reflektieren: «Ich bin jetzt schon zwei Jahre bei Bayern München und bin immer noch Ergänzungsspieler. In der Zukunft muss sich etwas ändern – ich will mehr spielen.»

Nicht zufrieden: Xherdan Shaqiri spricht bei der Nati auch über seine Situation im Klub. Bild: KEYSTONE

Auf 782 Einsatzminuten in der Bundesliga hat es der Nati-Star während der abgelaufenen Saison gebracht – und dabei sechs Tore und zwei Assists gebucht. Enttäuscht ihn diese Bilanz? Xherdan Shaqiri: «Das nicht gerade, aber ich hatte mir natürlich mehr erhofft. Ich hatte drei Muskelverletzungen, die haben mich immer wieder zurückgeworfen.»

«Guardiola hat mit mir noch nicht über die Zukunft gesprochen und in letzter Zeit auch nie angerufen.»

Funkstille mit dem Trainer

Der Schweizer ist überzeugt, dass er ein hohes Ansehen bei der Mannschaft und den Verantwortlichen geniesst. Nur bei Pep Guardiola ist er sich offenbar nicht ganz sicher: «Er hat mit mir noch nicht über die Zukunft gesprochen und in letzter Zeit auch nie angerufen.»

Shaqiri betont mehrfach, dass er in München einen gültigen Vertrag bis 2016 hat. Seine restlichen Aussagen tönen aber nicht gerade wie ein Treueschwur. Er scheint sich auch darüber zu wundern, dass noch keine weiteren Gespräche über die Zukunft stattgefunden haben: «Mit anderen Spielern haben die Bayern schon vorzeitig verlängert.»

Schon bei der spontanen Meisterfeier im März sah Xherdan Shaqiri nicht sehr glücklich aus. Bild: Witters

In dieser Konstellation wird die WM in Brasilien für Shaqiri wohl zum optimalen Schaufenster, um sich für anderen Topklubs zu empfehlen. Zwei, drei tolle Auftritte mit der Nati in Brasilien dürften das latente Interesse verschiedener englischer Klubs wie dem FC Liverpool sofort wieder in ungeahnte Höhen schnellen lassen.

Shaqiri drückt Ribéry die Daumen

Xherdan Shaqiri hofft, dass er bei dieser Mission auch mit seinem Bayern-Kumpel Franck Ribéry die Klingen kreuzen darf. Der Franzose steht trotz Rückenproblemen im Kader des zweiten Schweizer Gegners in der Gruppenphase. 

Dicke Kumpels: Xherdan Shaqiri und Franck Ribéry. Bild: Sebastian Widmann/freshfocus

Shaqiri erklärt sein Dilemma: «Für die Schweiz wäre es gut, wenn er nicht spielen kann – aber ich persönlich hoffe, dass er es packt. Wir hatten in den letzten Tagen keinen Kontakt, aber ich drücke ihm die Daumen. Er steht an einer Altersgrenze vor dem Ende seiner Karriere, vielleicht ist das seine letzte Chance auf die Weltmeisterschaft. Wir sind auch im Training oft direkte Gegenspieler und hätten an der WM bestimmt viel Spass zusammen.»



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3Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • steven g. 02.06.2014 18:18
    Highlight :-s
    6 0 Melden
    • Mia_san_mia 02.06.2014 19:19
      Highlight Haha das Bild ist wirklich super :-)
      2 0 Melden

Herr und Frau Mötzli, können wir uns nicht einfach mal freuen?!

Die Schweiz schlägt Serbien hochdramatisch 2:1. Schlagzeilen machen aber die Doppeladler beim Jubel von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri. Die Gesten waren unüberlegt und unnötig. Aber auch verständlich für Spieler, bei denen sich so viel um Identität und Zugehörigkeit dreht.

Als sich Xherdan Shaqiri nach seinem 2:1 in der 90. Minute gegen Serbien dazu entschied, seine Hände zum Doppeladler zu formen, da wurde er innert Sekunden vom Helden zum Deppen. 

Zumindest für ganz viele Schweizer Fans. Die Freude über den Sieg wurde schnell gedämpft. Dürfen sich Schweizer da überhaupt noch freuen? Das war doch Hochverrat!

Zum Glück, so muss man fast sagen, haben Shaqiri und Xhaka mit dem Doppeladler für einen kleinen Skandal gesorgt. Sonst, man stelle sich vor, hätten …

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