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Real Madrid's Karim goalkeeper Iker Casillas saves a shot from Bayern Munich's Thomas Mueller during their Champions League semi-final first leg soccer match at Santiago Bernabeu stadium in Madrid April 23, 2014.     REUTERS/Paul Hanna (SPAIN  - Tags: SPORT SOCCER)

Nicht zu bezwingen – Iker Casillas macht die Bayern-Chancen im Bernabéu allesamt zunichte. Bild: Keystone

Historischer Shutout

Warum Iker Casillas Yann Sommers Erbe ist und sich fürs Rückspiel gegen Bayern warm anziehen muss

Erstmals seit 792 Tagen gelingt den Bayern beim 0:1 in Madrid kein Auswärtstor in der Champions League. Doch Vorsicht! Der letzte Gegner, der den Bayern den Jubel verwehrte, hat im Rückspiel eine saftige Ohrfeige kassiert.

24.04.14, 11:31 24.04.14, 12:30

Was haben Yann Sommer und Iker Casillas gemeinsam? Richtig: Für einen Weltklassegoalie sind sie mit einer Körpergrösse von 1,82 Meter beide ziemlich klein. Doch damit hat es sich noch nicht. Casillas ist nach Yann Sommer der erste Keeper seit über zwei Jahren, dem in einem Champions-League-Heimspiel gegen die Bayern ein Shutout gelingt.

Vor 792 Tagen: Basler Freudentaumel dank Stocker und Sommer

Wir erinnern uns oft und gerne: Am 22. Februar 2012 schafft der FC Basel im Achtelfinal-Hinspiel die grosse Sensation. Valentin Stocker bringt das Team von Heiko Vogel mit einem Tor in der 86. Minute überraschend in Führung. Weil die Bayern Yann Sommer auf dem Winter-Acker im St.-Jakob-Park bis zum Schlusspfiff nicht bezwingen, bricht in Basel der kollektive Freudentaumel aus.

22. Februar 2012: Hinten hält Yann Sommer dicht und vorne trifft Valentin Stocker beim 1:0 gegen die Bayern. Video: Youtube/paba1810

Auch das Who is Who der Goalies kann die Bayern nicht stoppen

Seither haben sich bis gestern Abend 14 Champions-League-Goalies vergeblich um einen Heimspiel-Shutout gegen die Bayern bemüht. Ob Buffon, Valdés, Hart oder De Gea – alle haben vor eigenem Anhang gegen die Münchner Torfabrik mindestens einmal den Kürzeren gezogen. Durchschnittlich kassieren sie sogar 2,07 Tore.

Ein gewohntes Bild: Bayern jubelt auswärts in der Champions League – die gegnerischen Weltklassegoalies bleiben zweiter Sieger. Bild: AP

Die Reaktion der gereizten Bayern

Genützt hat der Heimexploit von 2012 den Bebbi allerdings nicht. Im Rückspiel lässt Bayern den Schweizer Traum vom Viertelfinal mit einer Gala-Leistung platzen. Schon nach elf Minuten egalisiert Arjen Robben den Rückstand aus dem Hinspiel und am Ende fahren Sommer und Co. mit einer 0:7-Packung nach Hause. Es ist der höchste Bayern-Sieg der Geschichte auf europäischem Parkett – ganz Europa lacht über Basel. 

Tut heute noch weh: Bayern demontiert den FCB in der Allianz Arena nach Strich und Faden. Video: Youtube/Nathan Movie

Die Bayern freuten sich schon damals über den Torreigen.

Besonders bitter: Ausgerechnet Mario Gomez wird zum Mann des Abends. Basels Ösi-Rüpel Dragovic hatte den deutschen Nationalstürmer vor dem Spiel noch als «Stolperi» verhöhnt. Gomez revanchiert sich auf seine Art und legt dem bedauernswerten Sommer innert 23 Minuten gleich vier Eier ins Nest.

Auch Marco Streller wird beim 0:7 im Rückspiel grob zerzaust. Immerhin holt er sich das Trikot von Matchwinner Gomez als Souvenir. Bild: KEYSTONE

Rummenigges Kampfansage an Real

Die Bayern und das Auswärtstor. Auch in der Bundesliga ist das eine fast endlose Liebesgeschichte. Bis zur 0:1-Pleite in Augsburg vor drei Wochen – dem ersten Spiel nach dem frühesten Meistertitel der Geschichte – haben die Münchner in sagenhaften 34 Bundesliga-Partien hintereinander auf fremdem Platz immer mindestens ein Tor erzielt. Als Reaktion auf die vorletzte Nullnummer in Leverkusen folgte 2012 mit dem 7:1 gegen Hoffenheim eine ähnliche Machtdemonstration wie gegen Basel.

Iker Cassilas muss sich also trotz der Topleistung aus dem Hinspiel warm anziehen, wenn er einen Horrorabend à la Yann Sommer vermeiden will. Bayerns Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge hat schon einmal die Devise für die Real-Revanche am kommenden Dienstag ausgegeben: «Das Rückspiel wird für sie die Hölle! In München werden 70'000 hinter der Mannschaft stehen – da brennt der Baum.»

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