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TORONTO, ON - AUGUST 16:  Belinda Bencic of Switzerland kisses the championship trophy after defeating Simona Halep of Romania during the finals match on Day 7 of the Rogers Cup at the Aviva Centre on August 16, 2015 in Toronto, Ontario, Canada.  (Photo by Dave Sandford/Getty Images) *** BESTPIX ***

Ein hart erarbeiteter Kuss: Bencic zeigt beim Sieg am Rogers Cup mentale Stärke. Bild: Getty Images North America

Der «sterbenden» Rumänin den Meister gezeigt: Belinda Bencic hat eine wichtige Prüfung zum Tennis-Star abgelegt

Belinda Bencic hat auf ihrem Weg zum zweiten WTA-Titel einen wichtigen Karriere-Schritt gemacht. Gegen Simona Halep trotzt die 18-Jährige nicht nur der Klasse der Weltnummer 3, sondern knapp auch deren mentalen Spielchen.

17.08.15, 09:05 17.08.15, 13:35


Es gehört zur Ausbildung jedes angehenden Tennis-Sternchens: Die Nerven bewahren, auch wenn auf der Gegenseite plötzlich der sterbende Schwan auf dem Platz steht. Dies muss Belinda Bencic auf dem Weg zu ihrem zweiten WTA-Titel der Karriere ein erstes Mal erfahren.

Nach dem Gewinn des ersten Satzes im Final von Toronto führt die neue Weltnummer 12 auch im zweiten Satz mit 4:2 und ist drauf und dran, den grössten Titel ihrer Karriere zu gewinnen. Doch zu diesem Zeitpunkt ist der Final des Rogers Cup kein gewöhnlicher Final mehr: Die Partie hat sich schon längst zu einer «mentalen Schlacht» entwickelt, wie auch Bencic später zu Protokoll gibt.

Was war passiert? Simona Halep verlässt nach dem Verlust des ersten Satzes sichtlich angeschlagen den Court und lässt sich an ihrem Bein behandeln. Alles kein Problem, doch ab dem zweiten Satz steht Bencic keiner Simona Halep mehr gegenüber, sondern einer leidende Rumänin, welche dies gerne auch mal zur Schau stellt.

So freute sich Halep über einen Game-Gewinn. gif: srf

Simona Halep, of Romania, reacts while playing against Belinda Bencic, of Switzerland, during the women's final at the Rogers Cup tennis championships in Toronto on Sunday, Aug. 16, 2015. Bencic won the final after Halep retired in the third set. (Nathan Denette/The Canadian Press via AP) MANDATORY CREDIT

«Die geknickte Tennis-Spielerin» – Simona Haleps Lieblings-Pose am Sonntagabend. Bild: AP/CP

Psycho-Spiel oder menschlicher Schmerz?

Nicht wenig Schweizer Fans werden sich an dieser Zurschaustellung der Schmerzen geärgert haben. Denn Haleps leidende Körperhaltung und die Beinarbeit einer R8-Spielerin schadeten nicht nur ihrem eigenen Spiel.

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  • 38%Eine Frechheit, was Halep da bot. Statt besser zu spielen, versuchte sie, Bencic mit ihrer Art aus dem Konzept zu bringen.
  • 25%Was soll das? Halep hatte sichtlich Schmerzen. Das kann man nicht verbergen.
  • 36%Diese mentalen Spielchen gehören zum Tennis dazu, das musste Bencic halt lernen.

Bencic, welche die ganze Woche mit einer beängstigenden Coolness aufgetreten ist, spielt plötzlich mit dem Händchen einer normalen 18-Jährigen, welche gerade ihre Matur-Prüfungen schreibt. Unnötige Fehler schleichen sich ein, wie beispielsweise beim Spielball zum 5:2 im zweiten Satz, als der neuen Weltnummer 12 ein Doppelfehler unterläuft. Halep spielt in dieser Phase plötzlich wieder besser und die Schmerzen auf dem Platz scheinen verflogen zu sein. Deren Begleiterscheinungen bei Bencic sind jedoch noch voll präsent. So geht das zweite Tie-Break des Tages an Halep.

Bencic nach dem zweiten Satz den Tränen nah. Ob der unnötige Satzverlust oder die leidende Halep, welche bereits zum zweiten Mal den Court verlässt, schuld war? Wahrscheinlich beides. gif: srf

Der Rest der Geschichte ist bekannt: Bencic kann sich nach dem Satzverlust wieder fangen und zieht im Entscheidungssatz gleich auf 3:0 davon, ehe ihr Siegeszug von Haleps Aufgabe gestoppt wird. Nicht nur Bencic findet es «schade», dass ihr bisher grösster Triumph auf diese Weise zu Stande kommt.

Dabei darf sie jedoch nicht vergessen, dass sie mit dem Sieg einen wichtigen Schritt in Richtung Weltspitze gemacht hat. Sie hat die Weltnummer 3 nicht bloss mit ihrem Spiel geschlagen, sondern der Rumänin auch mental den Meister gezeigt. Kurze Zeit musste man etwas zittern, doch genau diese Erfahrung kann die 18-Jährige nun mit auf ihren Weg nehmen. Wenn ihr das gelingt, wird der Bencic-Stern bald in seinem vollen Glanz am Himmel leuchten. Oder noch lieber auf Platz 1 der Weltrangliste.

Belinda Bencic bei Instagram

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • smoenybfan 17.08.2015 16:44
    Highlight Halep vorzuwerfen, aufgegeben zu haben um Bencic die Show zu stehlen zeugt nicht gerade von Tennis - Kenntnis. Niemand gibt ohne Verletzung einen Final auf.
    1 0 Melden
  • Tatwort 17.08.2015 12:04
    Highlight Naja, wenn einem das Bein schmerzt, muss man also unbedingt Fieber messen, Puls nehmen, Blutdruck messen. Wahrscheinlich bekam sie auch noch Zäpfli und musste eine Zahnsteinkontrolle über sich ergehen lassen.
    Aber so ist das im Sport: Psychospiele gehören dazu.
    6 0 Melden
  • Max Pauer 17.08.2015 10:37
    Highlight Bitte noch Anführungszeichen vor und nach "sterbenden" Rumänin. Mit dem Tod sollten keine Spässe getrieben werden.
    0 6 Melden
  • Schreiberling 17.08.2015 09:30
    Highlight Halep gilt eigentlich als sehr faire Spielerin (im Vergleich mit S. Williams, Scharapowa oder Asarenka). Ich denke also, dass sie schon gewisse Gesundheitliche Probleme hatte und diese einfach etwas übertrieben zur Schau stellte.
    18 1 Melden

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