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Lange Mähne und Bart: Weltmeister Sagan feiert einen Etappensieg beim Tirreno–Adriatico. Bild: EPA/ANSA

10 Fakten über Peter Sagan, den Rockstar im Tour-de-Suisse-Feld

Wenn von heute bis am Sonntag in einer Woche die Tour de Suisse durchs Land rollt, dann sind die Augen vieler vor allem auf einen gerichtet: auf den Mann im Regenbogen-Trikot. Weltmeister Peter Sagan ist über alle Landesgrenzen hinaus der populärste Velorennfahrer der Gegenwart.

10.06.17, 07:58 10.06.17, 18:00

Der Rockstar

Wer in Anzug, mit Hut, Spazierstock und in Turnschuhen zur edlen Gala des Rad-Weltverbands schreitet, der kümmert sich nicht um Konventionen. Peter Sagan mag es schrill, bunt und extravagant.

Dieses Auftreten kommt gut an, gerade auch bei jüngeren Fans: Der Slowake hat eine Million Follower auf Facebook, 650'000 auf Twitter und knapp 800'000 auf Instagram. Deutlich mehr als etwa der letztes Jahr zurückgetretene Schweizer Olympiasieger Fabian Cancellara.

Der Unkonventionelle

Sagan steigt auch anders als viele Berufskollegen aufs Velo. Er trägt einen Bart, als wäre er ein Hipster-Velokurier. Die Mähne ist lang, wild – und eine Zeit lang fuhr er gar mit unrasierten Beinen.

Das versetzte die Szene in helle Aufruhr. Denn ein Veloprofi kann beinahe alles machen, aber auf gar, gar keinen Fall darf er die Haare an seinen Arbeitsgeräten spriessen lassen. «Es gibt kein Gesetz dazu, aber es gehört sich nicht und es sieht nicht gut aus», sagte zum Beispiel Stephen Roche dazu, Ex-Weltmeister und einst Sieger der Tour de France.

Schliesslich griff Sagan dann doch wieder zum Rasierer. Radprofis entfernen ihre Haare im Übrigen, weil einerseits die Massage so etwas angenehmer ist und weil andererseits die Pflege nach einem Sturz einfacher ist.

Der Weltmeister

Sagan, und das muss an dieser Stelle zwingend erwähnt werden, kann sich sein Auftreten nur leisten, weil er ein aussergewöhnlich guter Rennfahrer ist. Er wurde 2015 Weltmeister und er verteidigte den Titel im letzten Jahr.

Kamel statt Velo: Sagan in Abu Dhabi. Bild: AP/ANSA

Beeindruckend ist seine Vielseitigkeit. Sagan ist stark bei Eintagesrennen, er hamstert Etappensiege bei Rundfahrten, er schloss die Tour de France fünf Mal in Folge als Sieger des Punktetrikots ab. Bald hat er 100 Profi-Siege auf seinem Konto – dabei ist er erst 27-jährig.

Der Rekordmann

In der langen Geschichte der Tour de Suisse gewann kein anderer Fahrer mehr Etappen als Peter Sagan, nämlich 13. «Das ist für mich ein Privileg und eine Ehre», sagte er dazu auf der Website der Schweizer Rundfahrt. Seit 2011 stand er in jedem Jahr mindestens einmal zuoberst auf dem Podest.

Fliegende Blumen: Sagan wirft 2016 einen Strauss ins Publikum. Bild: KEYSTONE

Kann Sagan diese Serie fortsetzen? Chancen bietet ihm der Parcours 2017 auf mehreren Etappen, er sagt jedoch bloss: «Ich nehme die Resultate, wie sie kommen, solange ich weiss, dass ich mein Bestes gegeben habe. Wenn ich es damit schaffe, zu siegen und den Rekord auszubauen, ist das eine tolle Belohnung für meinen Einsatz.»

Der Supertechniker

In jungen Jahren nahm Peter Sagan an Radquer- und Mountainbike-Rennen teil. Dort lernte er, sein Velo zu beherrschen. Spektakulär in Erinnerung ist beispielsweise, wie er im Vorjahr bei Paris-Roubaix in voller Fahrt über den vor ihm gestürzten Cancellara sprang:

Sagans Spezialität ist das «Männchen», das er bergauf freihändig zeigt. Natürlich zum grossen Gaudi der Fans:

Sagan zeigt an der Kalifornien-Rundfahrt 2017 ein «Wheelie». Video: streamable

Der Schwerreiche

Auf diese Saison hin wechselte Peter Sagan das Team. Die Equipe Bora-Hansgrohe aus Deutschland lockte den Weltmeister mit einem Lohn von geschätzten fünf bis sechs Millionen Euro im Jahr.

Der Koch

Der Hauptsponsor des Teams stellt Kücheneinrichtungen her, weshalb Sagan in Kurz-Clips Rezepte nachkochen muss.

Sagan macht Dessert und gute Miene zum Wunsch des Sponsors. Video: streamable

Der grosse Bruder

Im Profifeld gibt es noch einen anderen Sagan: Juraj. Der um ein gutes Jahr ältere Bruder ist bei weitem nicht so erfolgreich wie Peter. Dass er dennoch seit Jahren ebenfalls Profi sein kann, liegt daran, dass ihn Peter jeweils als Helfer in seine Teams mitbringt. Um es sich mit dem Star nicht zu verscherzen, verpflichten die Sponsoren gerne auch Juraj, der im letzten Jahr immerhin Landesmeister wurde. Weil Peter ihn gewähren liess.

Der Zugreifende

Als er 2013 hinter Cancellara Zweiter der Flandernrundfahrt wurde, kniff Sagan der Ehrendame ins Füdli. «Ich wollte mich umdrehen und Sagan eine knallen», sagte Maja Leye hinterher. Wegen der vielen Zuschauer habe sie es gelassen.

Video: streamable

Einen Tag später entschuldigte sich Sagan auf YouTube. Mit Unschuldsmiene sagte der damals 23-Jährige, was er getan habe, tue ihm ehrlich leid.

Der Tour-Sieger?

Es gibt Stimmen, die sagen, dass Peter Sagan gar in der Lage wäre, die Tour de France zu gewinnen – sofern er sein Training darauf ausrichten und sein Gewicht reduzieren würde. Sagan winkte im Gespräch mit der «Deutschen Welle» aber ab und sagte: «Diese Experten sollten auf ein Rad steigen und selbst probieren, Radprofi zu werden. Dann können sie gerne ihren eigenen Traum leben. Es wäre nicht unmöglich, die Tour zu gewinnen. Aber es müsste meine Entscheidung sein, nicht die anderer.»

Das Volk liegt seinem König zu Füssen: Sagan gilt als charismatischster Radprofi seit Mario Cipollini.

Die 17 Schweizer TdS-Sieger

15.10.2011: Für einen Tag schlüpft Oliver Zaugg aus der Rolle als Helfer und feiert den grössten Triumph seiner Karriere

09.04.2006: Ein Lenkerbruch und ein Albtraumsturz zerstören den grossen Traum von Armstrongs Edelhelfer

17.07.1992: Der Thurgauer Rolf Järmann bodigt Ex-Gesamtsieger Pedro Delgado und gewinnt die längste Tour-Etappe

17.06.1981: «Dä Gottfried isch für mich gschtorbe!» – 2 Tage nach dem Zitat seines Lebens fliegt Beat Breu ins Leadertrikot

30.01.2011: «Dummi huere Ruederer» und «Schiiss-Ponys» machen Reporter Hans Jucker zur Legende

20.07.2006: Floyd Landis begeistert die Sportwelt mit einer historischen Flucht – und wird kurz nach dem Tour-Sieg als Doper entlarvt

13.07.1967: Tom Simpson stirbt am Mont Ventoux – und sein Name wird zu einem Mahnmal für alle Radsport-Profis

21.07.2009: Jens Voigt stürzt fürchterlich und gibt drei Tage später ein obercooles Interview

14.07.2003: Armstrong rettet sich nach dem Horrorsturz von Beloki mit einem Höllenritt querfeldein über das Kornfeld

11.10.1998: Ein halbes Jahrhundert nach Ferdy Kübler trägt mit Oscar Camenzind endlich wieder ein Schweizer das Regenbogentrikot

22.03.1995: Du kannst im Fitness-Center strampeln wie du willst – an den durchdrehenden Nüscheler kommt keiner ran

14.02.2004: Der Pirat geht von Bord – aber in den Herzen der Fans lebt Marco Pantani ewig

22.07.2001: Sven Montgomery erlebt an der Tour den schönsten Moment seiner Karriere – und nur drei Tage später den schlimmsten

24.04.1993: Järmann schlägt im Sprint Weltmeister Bugno und gewinnt das Amstel Gold Race

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Brikne, 20.7.2017
Neutrale Infos, Gepfefferte Meinungen. Diese Mischung gefällt mir.
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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Christian Bänninger 11.06.2017 16:22
    Highlight Am besten gefällt mir "Der Zugreifende" :-P
    2 4 Melden
  • guido85 10.06.2017 16:09
    Highlight Seine Interviews! Die gingen hier vergessen... ;-)
    10 1 Melden
  • blobb 10.06.2017 13:10
    Highlight Der Sagan-Effekt:
    Der gleiche gewinnt immer und trotzdem drücken ihm alle die Daumen :)
    Einfach ein Super Typ.
    23 2 Melden
  • Sauraus 10.06.2017 12:25
    Highlight Swagan✌
    23 2 Melden
  • maxi 10.06.2017 11:14
    Highlight saganhafter typ


    sry 😂
    33 2 Melden
  • Laurent 10.06.2017 10:56
    Highlight Sagan F.T.W.!
    21 4 Melden

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