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Tom Brady mit seiner Frau Gisele Bündchen und Töchterchen Vivian. Bild: Patrick Semansky/AP/KEYSTONE

Eindrücklicher hätte Brady nicht belegen können, dass er der Beste ist

Im amerikanischen Profisport wird oft über Ziegen geredet, denn GOAT steht für «Greatest of All Times». Im Football stellt sich die Frage nach dem Besten seit gestern nicht mehr: Tom Brady hat sich die Bezeichnung ehr- und redlich verdient.

06.02.17, 11:42 06.02.17, 16:49
Donat Roduner
Donat Roduner

«Das war ein ganz harter Tag», sagte Tom Brady einst unter Tränen. Diese Aussage würde auch Super Bowl LI zutreffen, aber der Star-Quarterback der New England Patriots machte sie zu einem anderen schicksalshaften Tag in seinem Leben: Dem NFL-Draft 2000.

Dort Stand die Karriere des Thomas Edward Patrick Brady Jr. auf der Kippe. Er musste sich lange gedulden, bis sich ein Team seiner erbarmte. Als 199. wurde sein Name ausgerufen. Kein verheissungsvoller Start einer Football-Karriere. Aber das Schicksal hatte mehr vor mit dem für NFL-Verhältnisse ziemlich unbeweglichen Athleten und brachte ihn mit Bill Belichick zusammen.

Der Headcoach der New England Patriots sah das Talent in Brady und formte ihn zu einem der besten Quarterbacks der Liga. Respektive wie man ab heute getrost behaupten kann: Zum besten Quarterback aller Zeiten.

Die Meinung von «King» James

Davon war im Super Bowl gegen die Atlanta Falcons in der ersten Hälfte zugegebenermassen herzlich wenig zu sehen. Die Befürchtung lag näher, dass Brady und die Patriots eine der monumentalsten Klatschen in der Super-Bowl-Geschichte einfahren würden. 3:28 lag das Team aus New England zurück und der QB fand, von der Falcons-Defensive in die Mangel genommen, nicht zu seinem Spiel.

Die Partie schien entschieden – war sie aber nicht. «Wir haben uns gegenseitig zurückgebracht», sagte Brady nach dem Ende des epischen Thrillers. Er lobte das Team über alles, hauptverantwortlich für das grösste Comeback in der NFL-Geschichte war aber zweifellos er selbst. Irgendetwas hat beim 39-Jährigen Mitte des dritten Viertels «klick» gemacht. Plötzlich dominierte er wieder mit aller Selbstverständlichkeit, brachte Pass um Pass an den Mann und überrollte so die Gegnerschaft.

Ganz ohne das Team ging es natürlich nicht:

Das Resultat: Dank 19 Punkten im Schlussviertel erzwangen die Patriots erstmals in einem Super Bowl die Verlängerung. Dort sprach ihnen der Münzwurf den Ball zu, womit eigentlich klar war, wie das Spiel ausgehen wird. Der entfesselte Brady liess sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und bewerkstelligte beim ersten Drive den matchentscheidenden Touchdown – zum dritten Mal war dabei Running Back James White zur Stelle.

Von Tom Brady fiel eine riesige Last ab. Verständlicherweise benötigte er einen Moment, um die Ereignisse zu verarbeiten:

Seine nie dagewesene Leistungen sind auch für Aussenstehende nur schwer einzuordnen. Folgende Rekorde hat er alle aufgestellt oder ausgebaut:

In einem Super Bowl:

Insgesamt:

Der Quarterback-Vergleich:

* = noch aktiv, SB = Super Bowl, TD = Touchdown. grafik: infogr.am/watson

Brady ist wie, hier zu sehen, nicht in sämtlichen Statistiken der Beste, in manchen nicht annähernd. Doch letztlich kommt es vor allem auf die eine Statistik an. Nämlich die, in der er nun sein Jugend-Idol und Quarterback-Legende Joe Montana (sowie Terry Bradshaw) überholt hat. Die der Super-Bowl-Triumphe. Denn schliesslich muss man erstmal ins letzte Spiel der Saison kommen und dort auch noch seine Leistung abrufen können. Unter diesem Gesichtspunkt ist die folgende Aussage mehr als zulässig: Tom Brady ist alleiniger GOAT. Punkt.

Die Halftime-Show von Lady Gaga

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 06.02.2017 13:56
    Highlight Und GOAT des Narzissmus ist wohl seine Frau. Selten eine so peinliche Selbstdarstellung gesehen.
    15 45 Melden
    • whatthepuck 07.02.2017 13:40
      Highlight Ist das die, die sich als allererstes mit der Selfiecam selber filmt? Wenn ja, dann absolut! Was für peinliche Menschen es doch gibt.
      2 2 Melden
    • Connor McSavior 08.02.2017 09:53
      Highlight Warum soll man Freude und Euphorie nicht offen ausleben? Das war historisch, was ihr Mann da gerade erreicht hat, und sie ist sicher auch ein grosser Teil davon.
      Hauptsache immer schön im Strom mitschwimmen, sonst ist man peinlich oder narzistisch 🙄🙄 klassische schweizer Haltung
      0 0 Melden
    • Gelöschter Benutzer 08.02.2017 11:19
      Highlight Es geht darum, dass sie sich selber dabei filmt wie sie jubelt.

      Es gab ne Zeit da hat man einfach gejubelt. Dann auf einmal hatte jeder ein Smartphone und musste das Spiel selber filmen. Heute sind wir soweit, dass man sich selber filmt. Das ist so unglaublich lächerlich.
      0 0 Melden
  • Therealmonti 06.02.2017 13:19
    Highlight Wenn sich der Atlanta-Coach im 4. Quarter beim Stand von 28:12 für sein Team nicht so dämlich angestellt hätte und seinem Quarterback die simple Anweisung gegeben hätte, sich mit einem Fieldgoal zu begnügen, hätte es auch der überragende Brady nicht mehr geschafft, das Spiel mit zwei Touchdowns plus zwei 2-Point-Conversions in der regulären Spielzeit auszugleichen (und in der Overtime zu gewinnen. Als Teambesitzer würde ich diesen Coach in die Wüste schicken.
    35 6 Melden
    • Scrj1945 06.02.2017 14:06
      Highlight Ist das nicht der job von offense cordinator? Und der geht nächstes jahr sowieso zu den 49ers und wird headcoach
      41 0 Melden
    • Connor McSavior 07.02.2017 09:16
      Highlight @therealmonti: am Anfang des selben Drives findet Ryan Freeman wide-open für ca. 40 yds und dann noch der Pass auf Jones mit dem unglaublichen catch, als das passierte hinterfragte auch niemand die Entscheidung, nicht zu laufen oder? Shanahan callte einfach weiterhin die Offense, die sie dorthin gebracht hatte, ich denke nicht, dass das mit diesen Spielern verwerflich ist.
      Die Patriots fingen einfach an Plays zu machen in der Defense.
      7 1 Melden

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