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Da hätte bestimmt auch Klopp gelacht: Der Livetickerer vom «Telegraph» wandelt eine Katastrophe in einen absoluten «Win» um. Bild: Bongarts

Der «Telegraph» tickert die Klopp-PK. Dumm nur, dass der Schreiber kein Deutsch kann. Nein, nicht dumm, sondern seeeehr witzig!

15.04.15, 17:50 15.04.15, 19:58


Die Livetickerei ist eine ganz spezielle Kunstform der Berichterstattung. Sie erfordert Schnelligkeit, Präzision, Spontanität und Witz. Meist kommt sie bei Sportereignissen zum Einsatz, bei watson gab es auch schon welche anlässlich der Premiere des Kinofilms «50 Shades of Grey» oder der Sonnenfinsternis.

Doch den klassischen Liveticker gibt es beim Fussball, das ist auch bei der Pressekonferenz der Bekanntgabe von Jürgen Klopps Abschied aus Dortmund der Fall. Auch der englische «Telegraph» richtet schnell einen Liveticker ein, es gibt nur ein kleines Problem: Der Autor Ben Bloom versteht kein Wort Deutsch. Doch statt eine Blamage zu erleben, macht er das Beste daraus: Und das ist einfach nur witzig! Hier die besten Zitate.

Bloom erkennt, dass er ein Problem bekommen wird...

«Right we have a slight issue... they are speaking in German and my GCSE in the subject isn't much help. What I can deduce is that the bloke currently speaking (I'm assuming he's the Dortmund chief exec or something) genuinely sounds like someone has died. He's properly choked. Oh he just said "fantastisch". I'm guessing he wasn't describing Klopp's decision to leave the club. »

«Es gibt ein kleines Problem ... die sprechen Deutsch und mein GCSE (General Certificate of Secondary Education) in dem Fach hilft mir nicht. Was ich mir herleiten kann, ist, dass der Typ, der gerade spricht (Ich nehme mal an, dass ist Dortmunds Boss), klingt, als ob jemand gestorben sei. Ihm bleiben die Wörter im Halse stecken. Oh, er hat gerade ‹fantastisch› gesagt. Ich denke mal, damit hat er nicht Klopps Entscheidung, den Klub zu verlassen, gemeint.»

Ein erster Panik-Anfall macht sich breit.

 «Why can't I speak German??????? »

«Warum spreche ich kein Deutsch???»

Statt einer schnellen Übersetzung gibt es erstmal ein Bild für die Leser.

 «I'd love to tell you what Klopp is saying. He is saying a lot. But I can understand precisely none of it. So here's a photo of him pouring some water instead.»

«Ich würde euch gerne erzählen, was Klopp sagt. Er sagt sehr viel. Aber ich kann überhaupt nichts davon verstehen. Deshalb gibt es hier ein Foto von ihm, wie er sich Wasser einschenkt.»

Bloom schämt sich für seine Wissenslücke.

«I am going to email my old German teacher Dr Plow after this and apologise.»

«Ich werde meinem alten Deutsch-Lehrer Dr. Plow hier nach eine E-Mail schreiben und mich entschuldigen.»

Es hilft nichts, auch die Fragen sind auf Deutsch ...

«They have just opened up questions the floor. I'm afraid the questions are just as German as the answers.»

«Sie lassen jetzt Fragen zu. Leider sind die Fragen ebenso auf Deutsch wie die Antworten.»

Es folgt ein kurzer Wutausbruch, irgendwie verständlich ...

«WHY DON'T WE HAVE A UNIVERSAL LANGUAGE ACROSS THE GLOBE???»

«Warum haben wir keine Universalsprache für die ganze Welt???»

Bloom fängt an, sich um seinen Arbeitsplatz zu sorgen.

«I am genuinely sorry about this. I realise this is highly unprofessional. Don't tell my boss I can't speak German. He thinks I'm translating this press conference word for word.»

«Mir tut das aufrichtig leid. Mir ist bewusst, dass das sehr unprofessionell ist. Erzählt meinem Boss nicht, dass ich kein Deutsch kann. Er denkt, ich würde diese Pressekonferenz Wort für Wort übersetzen.»

Na gut, dann rät Bloom eben!

«The big man is still answering questions. I managed to catch the following words: "Extreme", "Sport" and "And". Make of that what you will. In my mind he's considering a new career as a skydiver.»

«Der grosse Mann beantwortet noch immer Fragen. Ich konnte ein paar Wörter aufschnappen: ‹Extrem›, ‹Sport› und ‹Und›. Macht damit, was ihr wollt. Ich glaube, er erwägt eine neue Karriere als Fallschirmspringer.»

Die Leser versuchen, ihm zu helfen. Doch ohne Erfolg.

«Thanks to the person who tweeted me a "How to learn German in 60 seconds" video. It didn't work I'm afraid.»

«Danke an die Person, die mir ‹Wie man Deutsch in 60 Sekunden lernt› getwittert hat. Leider hat es nicht geklappt.»

Schon vorbei???

«It's finished! What? I didn't expect that. They said thank you, got up and left. What on Earth do I do now??? I haven't enlightened one reader and they've already left!!! Erm...»

«Es ist vorbei! Was? Das habe ich nicht erwartet. Sie haben sich bedankt, sind aufgestanden und gegangen. Was soll ich nur tun??? Ich habe keinen Leser aufgeklärt und sie sind schon gegangen.»

Oh nein, die Konkurrenz war besser aufgestellt.

«Oh what?? Sky Sports News have just played a snippet from the press conference and they had a bloke translating Klopp's words. How did they find a German speaker and the Telegraph was lumbered with me? I fear I have damaged the reputation of this once great institution considerably.»

«Was? Sky Sports News hat gerade einen Ausschnitt der Pressekonferenz gezeigt und die hatten einen Typen, der Klopps Worte übersetzt hat. Wie konnten die jemanden finden, der Deutsch spricht und der Telegraph schleppt sich mit mir durch, Ich befürchte, dass ich die Reputation dieser grossartigen Institution beträchtlich beschädigt habe.»

Keine Frage: Bloom hat eine Katastrophe in einen absoluten «Win» verwandelt. Seine Redaktion schreibt, dass er nun nach Hause gegangen sei, um Deutsch zu lernen: «Wir haben ihn nicht gefeuert. Noch nicht.» Auch die Twitter-User sind begeistert von dem Liveticker:

Rückblick: Das war Klopps schwarz-gelbe Liebesgeschichte

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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4Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • rundumeli 15.04.2015 19:24
    Highlight watson ... ihr seid wieder mal grossartig !! ... erstaunlich genug , dass aus einer aargauer oder aarauer oder was auch immer zeitung entsprungen ;-)
    24 5 Melden
  • Le_Urmel 15.04.2015 18:26
    Highlight Ein grosser Trainer geht zum richtigen Zeitpunkt, übernimmt Verantwortung und hinterlässt im Pott ein sehr grosse Leere auch als Typ. Danke Kloppo...

    P.S.: Tu mir ein Gefallen geh zu jedem Club aber bitte nicht zu *********** (meine Schweizer Frau hat diesen Teil zensiert und meinte als Deutscher in der Schweiz, hätte ich das Recht nicht über ausländische Clubs im Alpenvorland herzuziehen...NEIN es sind weder der FCZ noch GC gemeint)
    23 8 Melden
    • Ralf Meile 15.04.2015 23:03
      Highlight Vaduz hättest du nicht zwingend zensieren müssen... oder meinst du Altach? ;-)
      8 0 Melden
    • Le_Urmel 16.04.2015 01:22
      Highlight Ha erwischt :D
      0 0 Melden

Herr und Frau Mötzli, können wir uns nicht einfach mal freuen?!

Die Schweiz schlägt Serbien hochdramatisch 2:1. Schlagzeilen machen aber die Doppeladler beim Jubel von Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri. Die Gesten waren unüberlegt und unnötig. Aber auch verständlich für Spieler, bei denen sich so viel um Identität und Zugehörigkeit dreht.

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Zumindest für ganz viele Schweizer Fans. Die Freude über den Sieg wurde schnell gedämpft. Dürfen sich Schweizer da überhaupt noch freuen? Das war doch Hochverrat!

Zum Glück, so muss man fast sagen, haben Shaqiri und Xhaka mit dem Doppeladler für einen kleinen Skandal gesorgt. Sonst, man stelle sich vor, hätten …

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