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Nur acht Fouls in 90 Minuten zwischen Freiburg und Bayern: Nie seit Beginn der Datenerhebung gab es in einer Bundesliga-Partie weniger Fouls. Bild: Bongarts

Nur 8 (!) Fouls gegen Freiburg

Die Unfassbaren – warum die Bayern in dieser Saison kaum gefoult werden

Beim Spiel der Bayern gegen Freiburg gab es die wenigsten Fouls seit der Datenerfassung. Das ist kein Zufall: In Partien der Münchner wird in dieser Saison kaum gefoult. Warum eigentlich?

18.12.14, 06:24 18.12.14, 10:23

birger hamann /spiegel online

Ein Artikel von

Das Spiel zwischen dem FC Bayern und dem SC Freiburg lieferte bemerkenswerte Statistiken. 13:0 Torschüsse für die Münchner war so eine, 10:1 Ecken auch, und 1116:365 Ballkontakte dokumentieren den Ballbesitz-Fussball, für den die Bayern unter Trainer Josep Guardiola stehen. Die hervorstechendste Zahl war allerdings eine Acht. Denn genau so viele Fouls hatte es in den 90 Minuten insgesamt gegeben. Acht! 

Seit zehn Jahren werden in der Bundesliga die Daten aller Spiele erfasst, und seitdem hat es keine Partie gegeben, in der so wenige Fouls gezählt wurden wie bei derjenigen am Dienstagabend in der Münchner Arena. Dort pfiff Schiedsrichter Jochen Drees im Schnitt nur alle 11,25 Minuten ein Foulspiel. 

Wenige Fouls bei Spielen der Bayern: Ein Zufall? Mitnichten, wie eine Übersicht des Sportdatenanbieters Opta zeigt. Dort sind die Bundesligaspiele mit den wenigsten Fouls seit der Datenerfassung aufgelistet. Und in den Top-13 finden sich gleich fünf Spiele der Bayern aus dieser Saison.

Bundesliga-Spiele mit den wenigsten Fouls seit 2004/05

Die auf den ersten Blick 13 fairsten Bundesliga-Spiele überhaupt, wurden allesamt in den letzten zwei Jahren ausgetragen. screenshot: spiegel/opta

«Zu Pep und Bayern München muss ich sagen: Das ist unfassbar», sagte Freiburgs Trainer Christian Streich nach der Partie, korrigierte sich aber umgehend: «Andererseits ist es für mich nicht unfassbar, weil ich viele Spiele von Barcelona gesehen habe und wusste, dass es eine Fortsetzung finden wird in München. Und ich bin bestätigt worden.»

Guardiola hat den Bayern diesen Dominanz-Fussball verpasst, der auf viel Ballbesitz und Hunderten Pässen beruht. Damit lassen die Münchner den Ball und ihre Gegner laufen. Beispiel Freiburg: Das Streich-Team lief insgesamt 116,8 Kilometer, die Bayern nur 113. Häufig ist es so: Will ein gegnerischer Spieler einen Bayern-Profi attackieren, hat sich dieser schon längst wieder vom Ball getrennt, ehe es überhaupt zum Tackling kommt.

Die foul-ärmsten Bundesligaspiele

Das erklärt auch, warum bei Spielen der Münchner vergleichsweise wenig Zweikämpfe bestritten werden. Im Spiel gegen Freiburg waren es insgesamt 190. Bei den anderen drei Partien am Dienstagabend waren es jeweils mehr als 200. 

Eine weitere Erklärung, warum Bayern so selten gefoult werden: Spieler wie Arjen Robben, Franck Ribéry oder Mario Götze sind schnell und können die Gegner auch aufgrund ihrer überragenden technischen Möglichkeiten ausspielen. Robben etwa ist von Freiburg nicht ein einziges Mal gefoult worden, Götze auch nicht, Ribéry nur einmal. 

Kaum Fouls begangen, kaum gefoult

Der Ballbesitz-Fussball ist auch der Grund, warum die Bayern selbst so wenig foulen (müssen). Insgesamt haben die Münchner in dieser Saison bislang erst 167 Fouls begangen, so wenig wie kein anderes Team. Die meisten hat der HSV mit 291 Fouls. Die Bayern werden kaum gefoult, weil sie für den Gegner kaum fassbar sind. Und sie foulen selbst kaum, weil sie es aufgrund ihrer Dominanz nicht nötig haben. 

Das erklärt, warum in den Spielen der Münchner in dieser Saison insgesamt so wenig Fouls begangen werden. Nach dem Freiburg-Spiel wurde Guardiola gefragt, was er sich für das neue Jahr wünsche. Die Antwort des Bayern-Trainers: «Besser spielen.»

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