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NEW YORK, NY - JULY 31: Pierre Emile Hojbjerg of Muenchen shoots the ball during the friendly match between CD Guadalajara and FC Bayern Muenchen at Red Bull Arena on July 31, 2014 in New York, United States.  (Photo by Lars Baron/Bongarts/Getty Images)

Pierre-Emile Höjbjerg könnte bei Bayern München Toni Kroos beerben. Bild: Bongarts

Die nächste Generation steht bereit

Fünf Top-Talente, die Sie kennen sollten, wenn Sie beim Bundesliga-Start vor Ihren Freunden angeben wollen

Nie war die Fussball-Ausbildung in Deutschland so gut wie heute, immer mehr Bundesligisten setzen auf den Nachwuchs. Welche Jungstars stehen in dieser Saison vor dem Durchbruch? Fünf Top-Talente, die für Furore sorgen könnten.

19.08.14, 10:35 19.08.14, 10:55

daniel montazeri

Ein Artikel von

Jung ist in. In fast allen Bundesliga-Klubs tummeln sich Talente, die auf den Durchbruch hoffen. Von Bayerns Pierre-Emile Höjbjerg bis Paderborns Marvin Ducksch: Wir stellen kurz vor dem Start der Bundesliga-Saison 2014/2015 fünf zukünftige Stars vor.

Pierre-Emile Höjbjerg 

Alter: 19 Jahre
Verein: Bayern München
Position: Zentrales Mittelfeld
Bundesliga-Einsätze (davon Startelf): 9 (2)

Bayern-Nachwuchsspieler Höjbjerg: Der nächste Star? Bild: EPA/DPA

Dass bei Bayern München nach dem Wechsel von Toni Kroos zu Real Madrid kein neuer Spieler verpflichtet worden ist, könnte auch ein Zeichen an Pierre-Emile Höjbjerg sein. Der dänische Nationalspieler spielt wie Kroos in der Zentrale. Dass er zudem wie im DFB-Pokalfinal gegen Dortmund auf dem rechten Flügel wirbelt, erhöht seine Einsatzchancen nochmals.

Zu Höjbjergs Stärken zählt Kreativität. Er trifft Entscheidungen schnell, kann damit die Defensive des Gegners überraschen. Höjbjerg beherrscht beidfüssig Pässe durch mehrere Verteidiger hindurch, auch wenn er sie in der Bundesliga bislang erst selten gezeigt hat. Doch der 18-Jährige wird mutiger, zum Ende der vergangenen Saison sah man ihn, wie er Mitspielern Anweisungen gegeben hatte. 

Indem Höjbjerg auf jeden Pass stets einen kurzen Sprint folgen lässt, ist er stets anspielbar. So erhöht er das Ballbesitzpotenzial seines Teams und sorgt für Dynamik. Unter Druck ist er noch instabil. Stellt er diese Schwäche, seine vielleicht einzige, ab, dürfte Höjbjerg der Durchbruch gelingen.

Höjbjerg-Pässe (Rot = Fehlpässe) gegen Braunschweig (31. Spieltag 2013/14): Meist nach vorne. bild: opta

Levin Öztunali 

Alter: 18 Jahre
Verein: Bayer Leverkusen
Position: Zentrales Mittelfeld
Bundesliga-Einsätze (davon Startelf): 9 (0)

Leverkusens Öztunali: Schlüsselspieler der deutschen U19-Europameister. Bild: Bongarts

Levin Öztunali war einer der Schlüsselspieler der deutschen U19-Europameister-Mannschaft. Bei ihm war das Gefälle zwischen seiner Bedeutung für das Team und der Wertschätzung durch die Öffentlichkeit wohl am grössten. Den 18-Jährigen zeichnen Stärken aus, die nicht auffallen, für ein Team aber unverzichtbar sind.

Öztunalis taktisches Vermögen macht ihn so wertvoll. Bei Ballbesitz der eigenen Mannschaft bewegt sich der Leverkusener so, dass er seine auf dem Platz verstreuten Mitspieler miteinander verbindet. Oder er verschafft dem Ballführenden Raum, indem er mit Läufen nach aussen Gegenspieler mit sich zieht.

Öztunali kann Bälle erobern und diese mit dynamischen Dribblings nach vorne treiben. Damit ist er prädestiniert für das Pressing- und Umschaltspiel, das Bayers neuer Trainer Roger Schmidt bei seinen bisherigen Stationen spielen liess.

Öztunali-Pässe in neun Bundesliga-Spielen: Dynamik und Spielverständnis. bild: opta

Niklas Süle 

Alter: 18 Jahre
Verein: TSG Hoffenheim
Position: Innenverteidigung
Bundesliga-Einsätze (davon Startelf): 27 (21)

Verteidiger Süle: In der vergangenen Saison zeitweise Stammspieler. Bild: Bongarts

Wer sich in Hoffenheim nach Niklas Süle erkundigt, erhält zurückhaltende Reaktionen. Bei der TSG ist man froh, dass der 18 Jahre alte Abwehrspieler medial nicht im Fokus steht wie etwa Kevin Volland. Dabei besitzt Süle ähnliches Potenzial.

Der Abwehrspieler ist ein Brocken: Er misst 1,95 Meter, wiegt 93 Kilogramm. Zweikämpfe mit Süle werden für Stürmer schnell zum Albtraum, weil sie den Verteidiger gar nicht kommen sehen. Oft prescht er aus der Viererkette vor und wirft seine Masse in ein Duell, mit dem Ziel, einen Ball zu klären, der den Gegenspieler noch gar nicht erreicht hat.

Süles Drang nach Balleroberungen und seine Physis gleichen aus, dass ihm die fussballerische Eleganz abgeht. Dennoch muss er sein Passspiel verbessern und konstanter werden.

Süles abgefangenen Bälle in der Saison 2013/2014: 47 Mal dazwischen gegangen. Bild: Opta

Marvin Ducksch

Alter: 20 Jahre
Verein: SC Paderborn (ausgeliehen von Dortmund)
Position: Sturm
Bundesliga-Einsätze (davon Startelf): 6 (1)

Angreifer Ducksch wurde vom BVB nach Paderborn ausgeliehen. Bild: Bongarts

Dass Marvin Ducksch die komplette Jugendabteilung des BVB durchlaufen hat, merkt man schnell: Er ist ein Pressingstürmer. Er betreibt hohen Aufwand für die Mannschaft, läuft Gegenspieler druckvoll an; nach eigenen Ballverlusten sucht er das Gegenpressing. 

Was ihn von anderen fleissigen Stürmern abhebt, ist sein Verhalten im Sechzehner: Ducksch schaltet nie ab. Er lauert. Kommt ein Mitspieler zum Schuss, spekuliert er auf einen Abpraller und läuft zum zweiten Pfosten. Durch diesen Reflex gewinnt er den entscheidenden Vorsprung auf seine Bewacher.

Und dann ist da noch sein Abschluss. Mal hämmert er den Ball volley unter die Latte, mal schiebt er ihn flach ins Eck; mal schiesst er mit links, mal mit rechts, aus dem Strafraum heraus oder von ausserhalb. Stets hat er den Kopf oben. Seine bullige Statur hat ihm im Jugendbereich Vorteile gegenüber Gleichaltrigen verschafft. Seine Fähigkeiten im Abschluss sind aber unabhängig von seiner Physis ein Trumpf, der Ducksch auch in der Bundesliga zu Erfolg führen wird.

Duckschs Torschüsse in 151 Bundesliga-Minuten: Von überall gefährlich. bild: Opta

Levent Aycicek

Alter: 20 Jahre
Verein: Werder Bremen
Position: Offensives Mittelfeld
Bundesliga-Einsätze (davon Startelf): 2 (0)

Bremer Aycicek: Zwei Kurzeinsätze in der ersten Liga. Bild: Bongarts

Levent Aycicek kam in der Bundesliga erst zwölf Minuten zum Einsatz. Dass manch jüngerer Kollege bereits mehr Erfahrung gesammelt hat, liegt jedoch vor allem an Ayciceks Leidensgeschichte: Gleich mehrere schwere Knieverletzungen erzwangen eine fast zweijährige Pause. Nachdem er in der abgelaufenen Saison lang beschwerdefrei geblieben ist, könnte er bei Werder durchstarten.

Aycicek ist eine Mischung aus Zehner und hängender Spitze, er lebt von seiner Geschwindigkeit in Ballbesitz, seiner Technik: Oft dribbelt der von seiner Statur an Bayerns Xherdan Shaqiri erinnernde 20-Jährige an zwei, drei Gegnern vorbei, um dann seine Mitspieler einzusetzen oder mit seiner starken Schusstechnik abzuschliessen. Doch er ist kein reiner Ballzauberer.

Aycicek will Einfluss nehmen, kombinieren, effektiv sein. Dafür taucht er in der gegnerischen Platzhälfte überall auf. Um den Sprung in den Profibereich zu meistern, muss er an der Balance seines Spiels arbeiten: Mitunter wirkt Aycicek noch zu ballverliebt. Werder-Trainer Robin Dutt wird zudem voraussetzen, dass sich Aycicek im Spiel gegen den Ball verbessert. Dann könnte er zu einer der Überraschungen dieser Saison werden.

Ayciceks Torschüsse: Ein Bundesligator gelang bereits. bild: opta

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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