Sport

Champions-League-Gruppenphase, 4. Spieltag

Gruppe A:

Basel – ZSKA Moskau, 20.45 Uhr

ManUnited – Benfica, 20.45  Uhr

Raphael Wicky kann mit seinem FCB bereits heute die Achtelfinals so gut wie klar machen. Bild: AP/Keystone

«Noch nichts erreicht» – Wicky drückt vor dem Matchball gegen ZSKA auf die Euphoriebremse

Bereits heute kann der FC Basel gegen ZSKA Moskau das Ticket für die Champions-League-Achtelfinals praktisch buchen. Ein Sieg und der FCB hätte den zweiten Platz in der seiner Gruppe so gut wie sicher.

31.10.17, 06:17 31.10.17, 06:48

Achtelfinal-Qualifikation am vierten Spieltag der Champions-League-Gruppenphase? Tönt verheissungsvoll. Deshalb tritt FCB-Trainer Raphael Wicky vor dem zweiten Duell mit ZSKA Moskau ziemlich auf die Bremse. «Wir müssen noch mehr aufpassen», warnt der Walliser der vor dem zweiten Heimspiel in der Königsklasse.

Im Grossen und Ganzen erwarte er einen ähnlichen Gegner wie vor zwei Wochen beim 2:0-Sieg in Moskau, sagte Wicky am Tag vor der grossen Chance im St.-Jakob-Park – einen Gegner, der zwischen Grundordnungen variieren könne, der schwierig einzuschätzen sei. Vor allem aber rechnet Basels Coach mit einem stärkeren ZSKA als im letzten Duell. Der Grund dafür trägt einen Namen: Alan Dsagojew.

Der 27-jährige russische Nationalspieler von gehobenem internationalen Format, der sein immenses Potenzial wegen einer Reihe von gesundheitlichen Rückschlägen aber nie komplett ausschöpfte, könnte in Basel nach einem Monat Verletzungspause sein Comeback geben; am letzten Wochenende stand er in der Liga erstmals wieder im Kader, kam aber noch nicht zum Einsatz. «Er ist das Herzstück in der Offensive der Moskauer», so Wicky.

Die ZSKA-Hoffnungen ruhen auf Alan Dsagojew. Bild: AP/AP

Basel kann, ZSKA muss

Weil es für das drittplatzierte ZSKA das Spiel der letzten Chance ist, glaubt die russische Presse an einen Einsatz von Dsagojew. Ob er von Beginn weg aufläuft, ist indes nicht sicher. Über den Zustand seiner lädierten Achillesferse rätselt auch die russische Presse.

Die Ausgangslage für die Basler ist verheissungsvoll. Schaffen sie einen zweiten Sieg gegen den ehemaligen russischen Armeeklub, könnte die Achtelfinal-Qualifikation zwei Runden vor Ende der Gruppenphase bereits perfekt sein. Voraussetzung dafür ist, dass Leader Manchester United daheim gegen das punktelose Benfica Lissabon nicht verliert. «Für diese Ausgangslage hätte ich am Tag der Auslosung natürlich unterschrieben. Aber noch haben wir nichts erreicht», mahnte Wicky.

Der Xhaka-Hammer zum 1:0 aus dem Hinspiel. Video: streamable

Es ist davon auszugehen, dass der FCB wie in den letzten beiden erfolgreichen Gruppenspielen gegen Benfica (5:0) und ZSKA mit einem 3-4-3 als Grundordnung operieren wird. Mit dem Innenverteidiger-Trio Suchy/Akanji/Balanta und Petretta/Lang auf den Seiten im Mittelfeld blieben die Basler defensiv stabil und beide Male ohne Gegentor. Sollten sie gegen ZSKA zumindest nicht verlieren, befänden sie sich immer noch in einer komfortablen Situation – ganz im Gegensatz zum Gegner, über den Wicky sagte: «Sie müssen unbedingt gewinnen.»

ZSKA auf Formsuche

Dass die Moskauer im fremden Stadion von Beginn an alles auf die Offensive setzen, glaubt der FCB-Trainer indes nicht. Dazu dürfte dem Dritten der russischen Premier Liga auch das Selbstvertrauen fehlen. Im Gegensatz zum FCB zeigt die Leistungskurve von ZSKA nicht nach oben.

Von den letzten acht Pflichtspielen gewann das Team, das fliessend zwischen der angestammten Dreierabwehr und einer Viererkette variiert, nur eines. Am Freitag setzte es in der Meisterschaft beim siebtplatzierten Arsenal Tula ein 0:1 ab. Es war im 15. Ligaspiel die vierte Niederlage.

Gemeinsam hat ZSKA mit dem FCB, dass am nächsten Wochenende in der Meisterschaft ein kapitales Spiel gegen den jeweiligen Leader bevorsteht. ZSKA kämpft beim Stadtrivalen Lokomotive Moskau dagegen an, den Kontakt zu verlieren, Basel zuhause gegen die Young Boys. Beide gerieten im Fall einer Niederlage zehn Punkte ins Hintertreffen. (pre/sda)

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    Alle Leser-Kommentare
  • rodolofo 31.10.2017 07:54
    Highlight Anders als der "Gockel" mit dem langen Hals, Ronaldo, bekommt der Schweizer Fussballer gerade dann, wenn der grosse Erfolg winkt, weiche Knie.
    Denn der typische Schweizer hat eine Art "angezogene Handbremse" im Kopf, mit dem selbstschädigenden Grund-Gedanken: "Ich bin halt durchschnittlich."
    Denn die gemässigte Durchschnittlichkeit des soliden und braven Schaffers gilt im Schweizerischen Volks-Ethos als erstrebenswert.
    Spektakuläre Exzentrik aber fällt auf.
    Und wer will denn auffallen in einer Masse von Durchschnittlichen?
    Da heisst es dann nur wieder: "Willsch öppen uuffale...?"
    3 12 Melden
    • häfi der Spinat 31.10.2017 08:58
      Highlight Genau.
      Darum haben ja auch viele schiss davor, bei der EU negativ aufzufallen.
      4 1 Melden
    • rodolofo 01.11.2017 08:04
      Highlight @ hifi
      Vielleicht getraut sich ja der Durchschnittliche nicht einmal mehr, mitzumachen und bleibt zum Vornherein gleich Zuhause...
      Beim Fussball getrauen sie sich wenigstens, in den verschiedenen Wettbewerben der Champions-Leage, dem Cup der Cup-Sieger und dem UEFA-Cup mitzumachen.
      Und einige Schweizer Clubs, wie der FC Basel, oder die Young Boys mit ihrem Zukunfts-Modell einer Partnerschaft mit der Elfenbeinküste können sogar ganz gut mithalten! ;))
      1 0 Melden

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