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Manchester City's Yaya Toure, right, leaves the field as a substitute with an injury beside Samir Nasri during the English Premier League soccer match between Manchester City and West Ham at the Etihad Stadium in Manchester, England, Sunday May 11, 2014.  Manchester City won the Premier League for the second time in three seasons on Sunday, completing its campaign with a comfortable 2-0 victory over West Ham that lacked any of the drama of its previous title.  (AP Photo/Jon Super)

Bild: AP/AP

Financial Fairplay im Fussball

Warum PSG und Manchester City bestraft wurden

Die UEFA macht Ernst: Paris Saint-Germain und Manchester City müssen hohe Millionenstrafen zahlen, weil sie gegen das Financial Fairplay verstossen haben. Was steckt hinter dem Konzept? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

17.05.14, 10:14 17.05.14, 12:44

Ein Artikel von

christian teevs / spiegel

Der englische Meister Manchester City und der französische Titelträger Paris Saint-Germain müssen wegen Verstössen gegen das Financial Fairplay jeweils eine Strafe in Höhe von 60 Millionen Euro zahlen. Darüber hinaus dürfen beide Teams in der kommenden Champions-League-Saison nur einen Kader von maximal 21 statt 25 Spielern melden. 

ManCity ist zudem dazu verurteilt worden, die Transferausgaben deutlich «zu reduzieren». Und die Ausgaben für Gehälter dürfen in der kommenden Saison nicht höher als in dieser Spielzeit sein.

Mit den Strafen gegen Paris und Manchester hat es zum ersten Mal Topklubs in Europa getroffen. Was ist das Ziel der Finanzregeln? Und können sich die Vereine gegen die Sanktionen wehren? 

Michel Platini, UEFA-Präsident. Bild: AP/AP

Was ist Financial Fairplay?

Das Konzept gibt es schon seit drei Jahren. Ziel der UEFA ist es, die Klubs zu einem vernünftigeren Wirtschaften zu bewegen. Das Financial Fairplay gilt für alle europäischen Vereine, die an internationalen Wettbewerben teilnehmen. Die Regeln ergänzen das Lizenzierungsverfahren, das 2003 eingeführt wurde.

Der Verband setzt das Konzept Schritt für Schritt um. Zunächst mussten die Klubs nachweisen, dass sie keine überfälligen Schulden bei anderen Vereinen, Behörden oder Spielern hatten. Seit dieser Saison gelten schärfere Regeln. Die Klubs müssen nachweisen, dass sie kostendeckend arbeiten, im Klartext: Sie dürfen mittelfristig nicht mehr ausgeben als sie einnehmen.

Zlatan Ibrahimovics Lohn wird vom PSG-Eigentümer bezahlt. Bild: Presse Sports

Dafür gibt es aber Übergangsfristen und Freibeträge. Die Verluste für die laufende und die kommende Saison dürfen maximal 45 Millionen Euro betragen. Von 2015 bis 2018 liegt der Höchstbetrag dann nur noch bei 30 Millionen Euro.

Besonders streng soll das Financial Fairplay bei Klubs gelten, die von reichen Mäzenen gesteuert werden. So sollen Eigentümer nicht mehr Phantasiepreise für Sponsoring zahlen dürfen, sondern nur noch marktübliche Summen. Beispiel Paris: Der französische Klub bekam 200 Millionen Euro von der Tourismusbehörde Katars. Das ist etwa das Zehnfache von vergleichbaren Sponsoringverträgen bei Bayern München und Real Madrid und gilt deshalb als nicht zulässig.

Welche Strafen gibt es?

Verstösst ein Klub gegen die Regeln, entscheidet die Finanzkontrollkammer der UEFA. Folgende Sanktionen sind möglich:

Geldstrafen, Punktabzug, Beschränkung des Kaders für europäische Wettbewerbe Ausschluss aus laufenden oder künftigen Wettbewerben und Aberkennung von Titeln und Auszeichnungen

Wer ist betroffen?

Es wurden bereits Vereine von europäischen Wettbewerben ausgeschlossen. Allerdings ging das eher unter, weil es sich um Klubs handelte, die nicht so im öffentlichen Fokus stehen. Prominentestes Beispiel war in dieser Saison der FC Málaga aus Spanien.

Málagas Roque Santa Cruz jubelte sicher nicht über den Entscheid. Bild: EPA/EFE

Die deutschen Klubs beispielsweise gelten als Musterbeispiele, was solides Wirtschaften angeht. Doch insgesamt beunruhigt die UEFA, dass trotz wachsender Einnahmen die Schulden vieler Vereine steigen und sich immer mehr ominöse Mäzene im europäischen Fussball engagieren.

Beispiel Spanien: Die Klubs der Primera División sollen zusammen mehr als drei Milliarden Euro Schulden haben. Und das Geld fliesst zum Grossteil auf die Konten der Spieler und Berater. Auch die Finanzen der italienischen Vereine sind in den Fokus der UEFA geraten: Die Klubs der Serie A kommen gemeinsam auf Verbindlichkeiten in Höhe von 1,6 Milliarden Euro. Ziel des Financial Fairplay ist es, das Leben auf Pump und den Anstieg der Spielergehälter einzudämmen.

Wie können sich die Vereine wehren?

Wenn ein Klub die Strafe der Kontrollkammer nicht akzeptiert, kann er sich an das Schiedsgericht der UEFA wenden. Dort kann der Klub seinen Einspruch vorbringen, die Verstösse werden erneut geprüft. Es besteht aber die Gefahr, dass das Schiedsgericht eine noch härtere Strafe ausspricht. Dann wäre zum Beispiel auch ein Ausschluss von der Champions League denkbar.

Arsène Wenger. Bild: Getty Images Europe

Möglich ist aber auch, dass die Konkurrenten der nun bestraften Klubs Einspruch einlegen. Sie hätten davon profitiert, wenn Manchester City oder Paris von der «Königsklasse» ausgeschlossen worden wären. Als sich abzeichnete, dass dies nicht passieren würde, sagte Arsenals Trainer Arsène Wenger: «Die Regeln müssen umgesetzt werden. Geschieht das nicht, wird das Financial Fairplay Probleme bekommen. »Arsenal wurde Vierter in der Premier League und muss in die Qualifikation für die Champions League – im Gegensatz zu Meister Manchester City.



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Zeno Hirt, 25.6.2017
Immer wieder mal schmunzeln und sich freuen an dem, was da weltweit alles passiert! Genial!

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2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Oberon 17.05.2014 13:08
    Highlight Naja, dass Urteil muss man wohl eher als "Schuss vor den Bug" sehen.
    Wir werden wohl erst in der übernächsten Saison sehe ob es der UEFA wirklich ernst ist.
    0 0 Melden
  • elmono 17.05.2014 10:49
    Highlight Interessant zu wisssen wäre, ob die 60 Millionen Euro bereits als Ausgaben für diese Saison verrechnet werden oder erst für die nächste Saison anfallen. Hoffentlich wird die Busse zu den laufenden Kosten der nächsten Saison angerechnet, was das Transferbudget zumindest ein wenig einschränken würde. Ansonsten verkommt die Busse zur Farce - die 60 Mio. interessieren die Öl-Multis wahrscheinlich nicht wirklich.

    Hoffe es schwer, ansonsten sind die 60 Mio. mal sowas von lächerlich. Was interessiert es die Öl-Multis
    Für mich absolut lächerliche Strafen. Was interesssiert es die Öl-Multis ob sie jetzt halt nochmals 60 Millionen mehr in den Verein reinpumpen?
    1 0 Melden

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