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Frank Lampard jubelt nach seinem Tor gegen Chelsea nicht. Bild: Jon Super/AP/KEYSTONE

Mourinho über Lampard

«Die Love Story zwischen Frank und Chelsea war schon vor diesem Tor vorbei»

Ausgerechnet Frank Lampard! Der langjährige Chelsea-Spieler verhinderte mit seinem 1:1 für seinen neuen Klub Manchester City den fünften «Blues»-Sieg im fünften Spiel. Was für Lampard irgendwie komisch war, war für Chelsea-Trainer José Mourinho natürlich das Normalste auf der Welt.

22.09.14, 16:34 22.09.14, 17:00

13 Jahre spielte Frank Lampard für Chelsea. Von 2001 bis 2014. In 648 Partien erzielte er 211 Tore. Im Sommer folgte die Trennung. Der Mittelfeldspieler kündigte seinen Wechsel zum New York City FC an. Weil die MLS-Saison jedoch erst im Januar begann, wurde er an den Partnerverein Manchester City ausgeliehen.

Lampard: «Ich bin am Morgen aufgewacht und wusste nicht, was ich heute will.»

Und so traf Lampard am Sonntag im Spitzenspiel auf seine alten Teamkollegen und seinen langjährigen Trainer José Mourinho. Zunächst musste der 36-Jährige allerdings von der Bank zuschauen. 

Lampard schmort zunächst nur auf der Bank. Bild: AFP

Erst sieben Minuten vor Schluss, nachdem das von Mourinho ultra-defensiv eingestellte Chelsea durch André Schürrle 1:0 (71. Minute) in Führung ging, schickte City-Coach Manuel Pellegrini Lampard doch noch auf den Platz.

Lampard besser als seine Ex-Kollegen

Nochmals sieben Minuten später war das Unfassbare geschehen: Ausgerechnet Frank Lampard erzielte kurz vor Schluss den Ausgleich für die längst in Unterzahl spielenden Citizens. Ein Zuspiel von James Milner drückte er im Fallen aus rund zehn Meter über die Linie. Auf den Torjubel verzichtete er aus Respekt für sein altes Team.

Lampards Ausgleich kurz vor Schluss. video: DailyMotion/ENTERTAINMENT OFFICAL

Auch wenn Lampard sogar noch den Siegtreffer auf den Füssen hatte, ist der Punktgewinn für die «Citizens» hochverdient. Der Mittelfeldspieler hatte in seinen 12 Minuten Einsatzzeit mehr Torschüsse (3) als alle Chelsea-Spieler zusammen.

Nach der Partie konnte Lampard seine Gefühle nicht in wirklich in Worte fassen. «Ich bin hierher gekommen, um einen Job zu erledigen. Es war ein spezieller und komischer Tag. Es war auch ein schwieriger Tag. Was sollte ich tun? Ich war zwischen Stuhl und Bank», so der Torschütze, der von den Fans beider Klubs gefeiert wurde.

Mourinho: «Er hat nur seinen Job getan»

José Mourinho, vier Jahre Lampards Trainer, analysiert das ungewöhnliche Ende der Partie dagegen weit weniger emotionsgeladen. «Frank Lampard ist ein Spieler von Manchester City», so der Portugiese. «Als er sich entschied, den Klub zu verlassen und zu einem direkten Konkurrenten zu gehen, war die Liebesgeschichte zwischen ihm und Chelsea zu Ende. Er hat nur seinen Job getan. Ich glaube nicht an die Storys über Leidenschaft und Herz. Aber vielleicht bin ich ja auch zu pragmatisch.»

José Mourinho nach dem späten Ausgleich von Lampard. Bild: Clint Hughes/AP/KEYSTONE

Vor dem Spiel tönte das noch ein bisschen anders. Mourinho spekulierte gar über eine allfällige Rückkehr von Lampard zu den «Blues»: «Sein Platz in Chelseas Geschichte ist unantastbar. Für die Zukunft ist nichts verbaut. Er kann eines Tages zurückkommen. Wenn er Trainer werden will, kann er auch mein Nachfolger werden», so «The Special One». Ob das nach seinem Tor, das Chelsea die makellose Bilanz kostete, immer noch gilt?

Eine smarte Entscheidung wird der 106-fache englische Nationalspieler sicher fällen. Laut Testergebnissen – nicht diejenigen auf Facebook – hat Frank Lampard nämlich einen IQ von 150. Lampard hat übrigens schon einen weiteren Vertrag unterschrieben. Der Familienvater will seine Gutenachtgeschichten in fünf Kinderbüchern herausbringen.

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Yanik Freudiger, 23.2.2017
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    Alle Leser-Kommentare
  • Gelöschter Benutzer 22.09.2014 22:25
    Highlight er wird bestimmt zurück kommen.. wir fans lieben ihn.. er liebt den klub.. habe mich auch gefreut als er traf.. super frankie lampard.. cfc..
    0 1 Melden

Ich studiere am Undenkbaren herum: Braucht der Fussball auch Playoffs?

Nie hätte ich einen Gedanken an diese absurde Möglichkeit verschwendet. Aber beim langweiligen Bayern-Kantersieg gegen Dortmund durchfährt mich ein Geistesblitz: Was, wenn es im Fussball auch Playoffs gäbe?

Ich wollte nie Playoffs im Fussball. Meister soll das Team werden, das ein ganzes Jahr lang das beste ist. Und nicht bloss während weniger Wochen im Frühling.

Aber was, wenn so viele Ligen keine spannende Schlussphase mehr kennen? Wenn die Meister schon mit dem Blühen der Osterglocken bekannt sind? Muss man da nicht etwas ändern, um die Attraktivität zu steigern? Soll der Fairness-Gedanken der Belohnung für den besten Klub einer ganzen Saison zugunsten von mehr Spannung geopfert werden? …

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