Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Jesko Raffin.  Bild: EPA

Raffin und Krummenacher vor ungewisser Zukunft

Bekommt die Schweizer Antwort auf Marc Marquez nie eine GP-Chance? TV-Karriere für Randy Krummenacher? 

Auch beim GP von Deutschland auf dem Sachsenring laufen die Gespräche, um eines der grössten Schweizer Töfftalente aller Zeiten in den GP-Zirkus zu bringen.

11.07.14, 11:56 11.07.14, 16:29

klaus zaugg, sachsenring

Jesko Raffin ist am 12. Juni erst 18 Jahre alt geworden. Aber er wäre bereit für die Herausforderung GP-Zirkus. Er dominiert im zweiten Jahr die spanische Moto2-Meisterschaft im Team von Sito Pons nach Belieben. Fünf Rennen, fünfmal Trainingsbestzeit, fünfmal schnellste Runde, vier Siege und einmal Platz 2. So gut war noch kein Schweizer vor dem Einstieg in den GP-Zirkus. Die Schweizer Antwort auf Marc Marquez. 

Valentino Rossi darf mitverfolgen, wie Marc Marquez seine Rekorde angreift. Bild: David Vincent/AP/KEYSTONE

Aber es ist keineswegs sicher, dass er seine Chance bekommt. Dabei gäbe es die perfekte Lösung: Jesko Raffin wird an Stelle des deutschen Philipp Oettl zweiter Fahrer neben Tom Lüthi im Team von Daniel M. Epp. Zumal Epp immer wieder verlauten lässt, er würde gerne ein Schweizer Nachwuchstalent fördern.  

Erstes Training auf dem Sachsenring

Dominique Aegerter wird mit nur zwei Hundertstelsekunden Rückstand Zweiter hinter Simone Corsi. Tom Lüthi, als 15. mit 0,754 Sekunden Rückstand, und Randy Krummenacher, als 17. mit 0,802 Sekunden Rückstand, klassierten sich im Mittelfeld. Robin Mulhauser, konnte als als 33. gerade noch vor der deutschen Wildcard-Fahrerin Nina Prinz behaupten.

Wenn es nur so einfach wäre. Jesko Raffin wird von Marco Rodrigo betreut. Einem charismatischen Macher und Alphatier. Er und Daniel M. Epp – das geht offensichtlich nicht. Epp sagt, er habe Raffin vor zwei Jahren mal helfen wollen. «Aber das war nicht erwünscht.»

Daniel M. Epp 2003 mit dem damals 16-jährigen Tom Lüthi.  Bild: KEYSTONE

Epp hilft seinem Landsmann nicht

Und nun hat er alle möglichen Ausreden. «Der Aufbau einer Karriere beginnt in der Moto3-Klasse und nicht mit einem Direkteinstieg in die Moto2-WM.» Eine Moto3-Saison aber wäre für den Schweizer inzwischen ein verlorenes Jahr. Marco Rodrigo sucht deshalb richtigerweise einen Platz in einem Moto2-Team – und bekommt Absage um Absage. 

Jesko Raffin. Bild: AP

Warum also nicht Jesko Raffin statt der Deutsche Hinterherfahrer Philipp Oettl? Die Frage geht wieder an Daniel M. Epp und er sagt unwirsch: «Es stimmt, dass ich Interesse hatte, einen Nachwuchsfahrer zu betreuen. Aber inzwischen will ich mich nicht mehr auf ein solches Projekt einlassen. Denn es wäre eine langfristige Sache von mindestens fünf Jahren. Wenn hingegen jemand kommt und alle Kosten übernimmt, dann können wir über einen Platz in meinem Team reden.» Der Baselbieter sagt, was das kostet. «Eine Million Euro

Das ist eine Summe, die auf dem Schweizer Werbemarkt nicht aufzubringen ist. Marco Rodrigo macht die Runde bei allen Moto2-Teamchefs und hat vor, für seinen Schützling beim GP von Aragon eine Wild Card zu beantragen. Sozusagen als Werbeauftritt. Jesko Raffin hat vor zwei Jahren als Ersatzfahrer bereits drei Moto2-Rennen bestritten und dabei in Aragon, Japan und Malaysia die Ränge 28, 29 und 19 herausgefahren – gute Resultate für den damals 16-jährigen Jungen, der noch keinerlei Erfahrung auf diesem Niveau hatte. 



TV anstatt Rennstrecke?

Das Geld ist nicht das einzige Problem. Mit Tom Lüthi, Dominique Aegerter, Robin Mulhauser und Randy Krummenacher hat die Schweiz bereits vier Moto2-Piloten und ein weiterer Startplatz ist schwierig zu bekommen. Und zudem gibt es inzwischen in der Moto3-Klasse mehrere aussichtsreiche Moto2-Kandidaten, die noch keinen Platz in der Moto2-WM gefunden haben. Noch ist also offen, ob es für Jesko Raffin eine GP-Karriere gibt. 

Randy Krummenacher. Bild: David Vincent/AP/KEYSTONE

Und ein anderer Schweizer kämpft gerade auf dem Sachsenring darum, seine GP-Karriere zu verlängern. Randy Krummenacher (24). Er ist diese Saison noch nicht über einen 13. Platz hinausgekommen und steht in der WM-Zwischenwertung auf Rang 23. So droht ihm nach dieser Saison das Karrierenende. Auf dem Sachsenring hat er 2011 sein bisher bestes Moto2-Resultat (4.) herausgefahren. 

Inzwischen zeichnet sich ab, dass es für den Zürcher auch neben der Rennpiste einen Platz im GP-Zirkus geben könnte. Claude Jaggi, Töff-Spezialist bei unserem Staatsfernsehen, sagt es sei denkbar, dass nächste Saison ein Co-Kommentator engagiert werde. «Dann wäre Randy Krummenacher für uns ein Kandidat.»

Hol dir die App!

Yanik Freudiger, 23.2.2017
Die App ist vom Auftreten und vom Inhalt her die innovativste auf dem Markt. Sehr erfrischend und absolut top.

Abonniere unseren Daily Newsletter

0
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 72 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Nix mit den Millionen – Aegerter kriecht einem Hochstapler auf den Leim

Die Millionen aus Russland fliessen nicht. Dominique Aegerter kann die Moto2-WM 2018 nur fahren, wenn er eigenes Geld investiert. Möglich, dass auf «Alteisen» von Eskil Suter gefahren wird.

Der Flug war gebucht. Ein Hotelzimmer reserviert, der Champagner kalt gestellt: Dominique Aegerter und sein Manager Robert Siegrist wollten morgen Donnerstag nach Wien fliegen und dort mit dem ehrenwerten David Pickworth die Verträge unterzeichnen.

Pickworth ist der neue Besitzer des Rennteams von Aegerter und er hatte blühende Landschaften versprochen. Millionen aus Russland, KTM-Höllenmaschinen aus Österreich und auch sonst alles nur vom Feinsten.

Doch die schöne Reise nach Wien findet nicht …

Artikel lesen