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Dominique Aegerter ist im Qualifying von Mugello wieder in die Weltspitze gefahren. Bild: MAX ROSSI/REUTERS

Aegerter erklärt seinen Exploit im Qualifying: «Die Rundenzeiten sind geradezu verrückt»

Dominique Aegerter (24) startet in Mugello aus der ersten Reihe zum GP von Italien. Er sagt, wie diese Steigerung möglich geworden ist.

31.05.15, 09:18 31.05.15, 13:25

klaus zaugg, mugello

Nach den Rängen 25, 9, 17, 16 und 19 jetzt Platz 2 und nun zum fünften Mal in Ihrer Karriere erste Startreihe. Wie ist diese Steigerung möglich?
Dominique Aegerter: Es stimmte alles. Das ist die Voraussetzung, um schnell zu sein. Die Maschine machte das, was ich wollte.

Sie sind den Töff gefahren und der Töff hat nicht sie gefahren.
So können wir das sagen. Die Techniker im Team konnten mir schon immer sagen, wo ich zu weit von der Ideallinie abgekommen war oder wo ich zu spät gebremst hatte. Aber es gelang mir einfach nicht anders zu fahren, weil der Töff nicht so wollte, wie ich wollte.

Dominique Aegerter freut sich über das tolle Qualifying. Bild: Semedia

Tom Lüthi hat Sie im Windschatten zur Superzeit gezogen, Sie haben gut und gerne zehn Runden lang gemeinsam mit Ihrem Teamkollegen Jagd auf die Bestzeit gemacht. War die Zusammenarbeit mit Tom Lüthi Absicht, eine geniale Strategie oder Zufall?
Eher Zufall.

Teambesitzer Olivier Métraux ist hier erstmals in dieser Saison vor Ort. Es ist also nicht so, dass er gesagt hat: So Jungs, jetzt arbeitet mal besser zusammen.
Nein, überhaupt nicht. Es hat keine Absprache und keine Aufforderung zur Zusammenarbeit gegeben. Es muss so viel zusammenpassen,   wenn es so funktionieren soll, dass eine Absprache fast nicht möglich ist. Aber es ist so, dass mir Tom sehr geholfen hat.

Waren Sie überrascht, dass Sie Tom so gut folgen konnten?
Ja schon. Ich hatte aber schon kurz zuvor hinter Rabat (Weltmeister Tito Rabat, Anm. d. Red.) gemerkt, dass es sehr gut läuft. Aber ich war schon verblüfft, wie schnell ich unterwegs war. Ja die Rundenzeiten sind geradezu verrückt. Jetzt muss ich erst einmal dieses Resultat im Rennen bestätigen. Das wird nicht einfach sein.

Aber die Voraussetzungen sind zumindest sehr gut.
Ja, ich habe das Gefühl für das Motorrad wieder gefunden. Aber es kann auch schnell wieder weg sein. Ich hatte am Freitagvormittag ein gutes Gefühl, aber am Nachmittag ging nicht mehr viel und auch heute Vormittag lief es nicht. Dann haben wir einige Änderungen gemacht und nun hat es funktioniert.

Dominique Aegerter am Hinterrad von Tom Lüthi. Bild: Waldemar Da Rin/freshfocus

Mussten Sie weit übers Limit hinausgehen um diese Superzeiten zu fahren?
Ich war am Limit. Aber ich war dazu in der Lage, mehrere Runden auf diesem Niveau zu fahren und das stimmt mich fürs Rennen zuversichtlich.

Nun wissen Sie, dass Sie nicht nur auf der Suter, sondern auch auf der Kalex sehr schnell sein können.
Ich war schon ein paar Mal in dieser Saison schnell. Nur ist mir noch keine Bestätigung mit Resultaten gelungen. Es ist schon ein Hinweis darauf, dass die Ursache für die enttäuschenden Resultate nicht alleine beim Material zu suchen ist. Dass es auch an mir liegt.

Hat diese Steigerung auch etwas mit Ihrer mentalen Verfassung zu tun?
Wie meinen Sie das?

Die Erwartungen waren beim Saisonstart sehr hoch und damit auch der Erfolgsdruck. Nach dem missglückten Saisonstart ist dieser Druck weg und sie können ruhiger arbeiten.
Ich setze mir hohe Ziele. Da kann ich nicht sagen, der Druck sei nun weg. Aber es ist schon so, dass ich meine Ziele zurückgestuft habe. Am Anfang der Saison wollte ich einfach unbedingt immer in die ersten fünf. Das ist mir nicht gelungen. Inzwischen habe ich mir vorgenommen, unter die ersten zehn zu kommen und das ist mir jetzt zumindest im Training gelungen.

Die Schweizer Fahrer in der Moto2-WM 2015

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.
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