Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05370312 Josh Magennis (R) of Northern Ireland in action against goalkeeper Andriy Pyatov of Ukraine during the UEFA EURO 2016 group C preliminary round match between Ukraine and Northern Irland at Stade de Lyon in Lyon, France, 16 June 2016.

(RESTRICTIONS APPLY: For editorial news reporting purposes only. Not used for commercial or marketing purposes without prior written approval of UEFA. Images must appear as still images and must not emulate match action video footage. Photographs published in online publications (whether via the Internet or otherwise) shall have an interval of at least 20 seconds between the posting.)  EPA/CJ GUNTHER   EDITORIAL USE ONLY

Voller Einsatz gegen die Ukraine: Ex-Goalie Josh Magennis.
Bild: CJ GUNTHER/EPA/KEYSTONE

Das Märchen des Nordiren Josh Magennis: Vom U17-Natigoalie zum gefeierten EM-Stürmer

An sich ist es nichts Besonderes, dass ein Fussballer auf mehreren Positionen eingesetzt wird. Dass aber aus dem grössten Goalietalent einer Nation plötzlich ein Stürmer wird, ist dann doch eine bemerkenswerte Geschichte.



Es läuft die 82. Minute in Lyon, als Nordirland Josh Magennis einwechselt. Ein durchaus bemerkenswerter Wechsel, denn der Underdog führt gegen die Ukraine mit 1:0 und Magennis ist ein Stürmer – heute. Doch das war nicht immer so. Als Junior stand der heute 25-Jährige zwischen den Pfosten. Magennis war ein so guter Goalie, dass er sogar in der nordirischen U17-Nati eingesetzt wurde. Und in einem Ligacup-Spiel mit Cardiff City gegen das grosse Liverpool durfte das Talent auf der Ersatzbank Platz nehmen.

Doch dann, im Sommer 2008, folgte der Wechsel von ganz hinten nach ganz vorne. Der Leiter von Cardiffs Nachwuchs-Abteilung, Neal Ardley, sah im Goalie grosses Stürmerpotenzial und drängte auf einen Positionswechsel. Natürlich habe es Kritik an diesem Plan gegeben, diese habe ihn aber kalt gelassen, erzählte Magennis nach der EM-Qualifikation: «Auf die Stimmen von aussen wollte ich auf keinen Fall hören. Ich spürte in mir das brennende Verlangen, mich voll und ganz reinzuhängen.»

Magennis, der heute bei Kilmarnock in der schottischen Premier League spielt, vertraute Ardleys Einschätzung. Er habe ihn gefragt, ob er den Positionswechsel als eine Art wissenschaftliches Experiment sehe oder ob er wirklich daran glaube, dass er es als Stürmer schaffen könne. «Er versicherte mir, dass er sich sicher sei, dass ich durchaus das Zeug dazu hätte, als Stürmer Karriere zu machen. Das reichte mir als Motivation.»

abspielen

Magennis setzt sich am Flügel herrlich durch und leitet Nordirlands 2:0 gegen die Ukraine ein.
streamable

2008 noch Goalie, 2010 als Stürmer in der A-Nati

Bereits kurz nach der Transformation wurde Josh Magennis für die U19-Nati aufgeboten. Wobei dies eher ein Missgeschick war, denn deren neuer Trainer nominierte ihn im Glauben daran, dass der Spieler ein Goalie ist … «Ich kam dort ohne Handschuhe an und wurde sofort gefragt, was das soll. Heute wird darüber gelacht.» Selbst Martin O'Neill, der Trainer der EM-Mannschaft, mache noch ab und zu Witze darüber. «Es war ja auch eine ziemlich lustige Sache», gibt Magennis zu.

Mit überzeugenden Leistungen sorgte Magennis aber dafür, dass er bald auch regulär als Stürmer in die Landesauswahl berufen wurde. Und schon im Mai 2010 lief er erstmals für Nordirlands A-Nati auf – nur zwei Jahre nach dem Wechsel vom Tor aufs Feld.

Football - Northern Ireland v Greece - UEFA Euro 2016 Qualifying Group F - Windsor Park, Belfast, Northern Ireland - 8/10/15
Northern Ireland's Josh Magennis celebrates at the end of the match
Reuters / Cathal McNaughton
Livepic

Magennis feiert die EM-Qualifikation.
Bild: Cathal McNaughton/REUTERS

Danach musste sich Magennis aber fünf Jahre gedulden, ehe er erstmals in der Startelf stand. Er bedankte sich für das Vertrauen, indem er sein erstes Länderspieltor schoss – beim 3:1-Sieg gegen Griechenland, der die definitive EM-Qualifikation bedeutete. «Das war zu diesem Zeitpunkt der Höhepunkt meiner Karriere», sagte Magennis nach dem Sieg gestern. «Aber dass wir nun hier in ‹Graceland› ein Spiel gewinnen, ist einfach nur fantastisch.»

«Du hast Mühe. Gehe besser wieder ins Tor zurück», scherzt Danny Rogers, Goalie beim FC Aberdeen.

Und nun gegen den Weltmeister

Es läuft die 96. Minute in Lyon, als Nordirland noch einmal einen Angriff lanciert. Josh Magennis flankt vors Tor, ein erster Schuss wird abgewehrt, doch Niall McGinn gelingt im zweiten Anlauf das 2:0. Die Sensation ist perfekt: Auch dank einem Stürmer, der bis vor wenigen Jahren noch Goalie war.

Football Soccer - Ukraine v Northern Ireland - EURO 2016 - Group C - Stade de Lyon, Lyon, France - 16/6/16
Northern Ireland's Niall McGinn celebrates scoring their second goal with Josh Magennis and teammates 
REUTERS/ Robert Pratta
Livepic

Flankengeber Magennis (links) jubelt mit McGinn, dem Torschützen zum 2:0. Bild: Robert Pratta/REUTERS

«Nach der Auslosung waren sich die Leute einig, dass wir keinen einzigen Punkt holen. Wir haben ihnen das Gegenteil bewiesen», strahlte Verteidiger Gareth McAuley, der kurz nach der Pause das 1:0 erzielt hatte. Nun besteht für «Norn Iron» gar noch die Chance aufs Weiterkommen, wobei der letzte Gruppengegner niemand Geringeres als Weltmeister Deutschland ist.

Public Viewing mit watson

Lust auf ein Public Viewing in Zürich? watson ist Partner der Veranstaltungen beim Glatten Köbi und der Amboss Rampe. Ein Besuch lohnt sich!

Am Dienstag kommt es im Prinzenpark-Stadion zu dieser Partie und Josh Magennis freut sich schon darauf. Er kündigte an, dass im Falle eines Erfolgs alle Dämme brechen würden: «Wenn wir in Paris gewinnen, kann alles passieren. Dann fliegen wir First Class zum Mond oder etwas Ähnliches!» Wer die Bilder von jubelnden Spielern und Fans gesehen hat, der zweifelt keinen Moment an dieser Aussage.

Dieser Fan will bloss den Moment des Schlusspfiffs festhalten – da kommt ihm noch das 2:0 in die Quere.

Nordirland feiert ersten EM-Sieg trotz Hagelunterbruch

12.02.2011: Wayne Rooneys perfekter Fallrückzieher gegen ManCity lässt sogar Sir Alex schwärmen

Link zum Artikel

09.10.1996: Schottland spielt in Estland gegen sich selber und wird von der «Tartan Army» lautstark gefeiert

Link zum Artikel

25.01.1995: King Cantona flippt aus – er setzt zum legendärsten Kick der Fussball-Geschichte an

Link zum Artikel

14.04.1999: Ryan Giggs schiesst ein Wahnsinns-Tor und entblösst sein Brusthaar. Arsène Wenger hat davon noch immer Alpträume

Link zum Artikel

11.11.2011: Der estnische Ersatzspieler, der hier den Ball weitergereicht hat, ist in Wahrheit ein cleverer irischer Fussballfan

Link zum Artikel

09.11.1997: Der Windarsch kassiert in einem einzigen Fussball-Spiel gleich drei Rote Karten – und ist auch sonst ein liebenswerter Rüpel

Link zum Artikel

15.05.1974: Im Suff stecken schottische Natifussballer ihren Star in ein Boot – das sofort von der Strömung weggetrieben wird

Link zum Artikel

12.05.2013: Der Wahnsinn von Watford: «Ja, Sie haben gerade die dramatischste Schlussminute aller Zeiten gesehen!»

Link zum Artikel

21.10.2013: Pajtim Kasami hämmert «einen der schönsten Volleys überhaupt» ins Crystal-Palace-Tor und verzückt sogar Andy Murray

Link zum Artikel

26.12.1963: 10 Spiele, 66 Tore – ein Hattrick in dreieinhalb Minuten krönt die unfassbare Torflut am Boxing Day

Link zum Artikel

01.03.1980: Everton trauert um Dixie Dean – die Klublegende war so gut, dass ihm ein hässiger Verteidiger einen Hoden zerstörte

Link zum Artikel

02.01.1998: Paul Gascoigne erhält Morddrohungen, weil er einen Flötenspieler imitiert

Link zum Artikel

23.12.2006: Paul Scholes zimmert das Leder mit einer Volley-Rakete unter die Latte – und Ferguson fordert danach eine Entschuldigung von Mourinho

Link zum Artikel

14.10.2006: Petr Cech bangt nach einem üblen Zusammenprall um sein Leben und wird danach nie mehr ohne Helm im Tor stehen

Link zum Artikel

13.05.2012: Zu früh gefreut! City schnappt United den Titel im grössten Herzschlag-Finale der englischen Geschichte weg

Link zum Artikel

23.08.2003: Nach dem Traumtor von Blackpools Neil Danns jubelt der Schiedsrichter kräftig mit – oder etwa doch nicht?

Link zum Artikel

25.11.1964: Dank Bill Shanklys Geistesblitz wird aus dem FC Liverpool ein für alle Mal die Reds

Link zum Artikel

28.04.1923: Ein weisses Pferd (das gar nicht weiss war) rettet die chaotische Wembley-Eröffnung – und ist dann angeblich auch noch Schuld am Resultat

Link zum Artikel

04.02.1997: Goalie Peter Schmeichel erzielt ein Fallrückzieher-Tor – aber es endet im Drama

Link zum Artikel

01.01.2007: Schöner als beim Neujahrsspringen fliegen sie nur noch in der Premier League

Link zum Artikel

05.05.1956: «Traut the Kraut» spielt den FA-Cup-Final trotz Genickbruch zu Ende und wird vom Kriegsgefangenen zum besten City-Torhüter aller Zeiten

Link zum Artikel

28.09.2004: «Der Messias kam nach Manchester» – Wayne Rooney skort in seinem ersten Spiel für die United gleich einen Hattrick

Link zum Artikel

16.03.2002: Ein Knochenbrecher-Foul macht aus einem fast gewöhnlichen Fussballspiel die «Battle of Bramall Lane» 

Link zum Artikel

21.04.2001: Die späte Rache des Roy Keane – «Schitzo» begeht das böswilligste Foul der Fussball-Geschichte

Link zum Artikel

22.04.2006: Newcastle-Legende Alan Shearer muss abtreten – ausgerechnet wegen Erzrivale Sunderland

Link zum Artikel

22.12.2007: Arsenal-Bad-Boy Nicklas Bendtner schiesst 1,8 Sekunden nach seiner Einwechslung das schnellste Joker-Tor aller Zeiten

Link zum Artikel

23.03.2009: José «The Special One» Mourinho wird Doktor – und überrascht mit seiner Dankesrede die Fussballwelt

Link zum Artikel

Das berühmteste Mannschaftsfoto der Welt oder der Tag, an dem die Geschichte des Mannes mit den grössten Eiern beginnt

Link zum Artikel

Singen statt streiten – wie dieses magische Lied ein ganzes Stadion vereinte

Link zum Artikel

Als der «Prinz des Dribblings» den allerersten Cupwettbewerb entschied 

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Dieser Zürcher ging fürs Studium nach Taiwan und spielt jetzt Premier League

Von der Sportanlage Heslibach in Küsnacht ZH ins 40'000 Zuschauer fassende Kaohsiung-Nationalstadion auf Taiwan – Philipp Marda lebt gerade seinen Traum. Auch wenn der Fussball nicht mehr als ein grosses Hobby geblieben ist.

Taipeh an der Nordspitze von Taiwan: Eine Stadt, in deren Grossraum rund sieben Millionen Menschen leben, fast so viele wie in der gesamten Schweiz. Hier lebt Philipp Marda, seit er im Sommer ein Studienjahr an der weltweit angesehenen Nationaluniversität in Angriff genommen hat.

Marda lebt mittendrin – und fühlt sich trotzdem nicht von der Grossstadt erschlagen. Mit seinem Töff, sagt er, sei er in nur 15 Minuten weg vom Beton. «Du fährst einmal um den Rank und schon bist du mitten im …

Artikel lesen
Link zum Artikel