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epa05402494 Eden Hazard (C) of Belgium and his teammates applaud fans after the UEFA EURO 2016 quarter final match between Wales and Belgium at Stade Pierre Mauroy in Lille Metropole, France, 01 July 2016. Wales won 3-1.

(RESTRICTIONS APPLY: For editorial news reporting purposes only. Not used for commercial or marketing purposes without prior written approval of UEFA. Images must appear as still images and must not emulate match action video footage. Photographs published in online publications (whether via the Internet or otherwise) shall have an interval of at least 20 seconds between the posting.)  EPA/LAURENT DUBRULE   EDITORIAL USE ONLY

Belgiens «Goldene Generation» sagt leise «Adieu». Für immer? Bild: LAURENT DUBRULE/EPA/KEYSTONE

Belgiens «Goldene Generation» – die nächste, die unsanft im Altmetall gelandet ist

Trotz aller Vorschusslorbeeren ist Geheimfavorit Belgien bei der EM in Frankreich im Viertelfinal gegen Aussenseiter Wales sang- und klanglos ausgeschieden. Die «Goldene Generation» hat versagt – und befindet sich damit in bester Gesellschaft.



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Besser hätte der Viertelfinal gegen Wales nah dem Heimatland für die Belgier eigentlich nicht beginnen können. Von Anfang an drückten sie in Lille – angefeuert von 150'000 belgischen Fans im und rund ums Stadion – auf die frühe Führung. Mit ihrem Tempo und den überfallartigen Angriffen überforderten Hazard, De Bruyne und Co. die walisische Abwehr mal für mal, doch selbst beste Chancen liessen sie zunächst ungenützt. In der 13. Minute klappte es dann doch: Mit einem 106-km/h-Hammer traf Radja Nainggolan zum 1:0. 

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Das frühe 1:0 durch Nainggolan befreite die Belgier nicht vom Druck.
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Zu diesem Zeitpunkt hatte wohl niemand mehr auf ein Aus der Belgier gewettet, zu überlegen und voller Selbstbewusstsein traten sie auf. Doch die Waliser gewöhnten sich in der Folge bald an die belgischen Angriffe und kriegten die «Rode Duivels» immer besser unter Kontrolle. Der Ausgleich nach einer halben Stunde war ein erster Rückschlag, das 1:2 nach der Pause dann ein Schock, das 1:3 in der 86. Minute schliesslich der endgültige K.o.-Schlag.

Damit hat Belgiens hoch gehypte «Goldene Generation» auch die nächste Möglichkeit verpasst, endlich zu zeigen, dass sie wirklich golden ist. Die junge Truppe von Trainer Marc Wilmots muss sich an der eigenen Nase nehmen. Wie schon beim 0:2 gegen Italien im EM-Startspiel konnten die Belgier mit einem Rückschlag nicht umgehen, scheiterten schliesslich am eigenen Unvermögen.

Football Soccer - Wales v Belgium - EURO 2016 - Quarter Final - Stade Pierre-Mauroy, Lille, France - 1/7/16
Belgium head coach Marc Wilmots 
REUTERS/Pascal Rossignol
Livepic

Marc Wilmots hat seine «Zuchthengste» nicht zügeln können. Bild: Pascal Rossignol/REUTERS

Wenn es nicht nach Plan läuft, wirken diese fantastischen belgischen Einzelkönner schnell wie ein Haufen wilder Pferde, die von keinem Cowboy dieser Welt gezügelt werden können. Vom Talent her könnte Belgien eine ganze Vorrundengruppe mit guten bis sehr guten Offensivspielern ausstatten. Nur gelingt es Wilmots nicht, seine Einzelkönner in ein Konzept einzubetten, das sie ihre individuellen Stärken voll ausspielen lässt.

Es ist keine Strategie, keine taktischen Feinheiten zu erkennen. Da ist nur die Hoffnung, dass es die Spieler mit ihren individuellen Fähigkeiten selbst richten werden. Das kann zwischendurch, gegen deutlich schwächere Gegner (wie gegen Ungarn oder Irland) aufgehen, aber definitiv nicht über ein ganzes Turnier. Auffällig, wie Hazard, De Bruyne oder Lukaku ihr Heil nach dem 1:2 frustriert in Einzelaktionen suchten oder gar komplett untertauchten.

Golden und gescheitert

Einen schwachen Trost gibt es für die Belgier: Sie sind nicht allein! Ja, sie reihen sich in eine lange Liste goldener Generationen ein, die den grossen Coup ebenfalls verpasst haben und schliesslich irgendwann im Altmetall gelandet sind.

Netherlands' Wesley Sneijder lies on the pitch following the World Cup final soccer match between the Netherlands and Spain at Soccer City in Johannesburg, South Africa, Sunday, July 11, 2010. Spain won 1-0. (AP Photo/Bernat Armangue)

Wesley Sneijder am Boden zerstört. Bild: AP

England's soccer players, from left, David Beckham, Jamie Carragher, Michael Owen, Steven Gerrard, Ledley King, Paul Robinson, John Terry, Alan Smith and Frank Lampard, applaud in memory of late soccer legend and 1966 soccer World Cup winner Alan Ball, prior to an exhibition soccer match against Brazil, at Wembley Stadium in London, Friday June 1, 2007. The match finished 1-1. (AP Photo/Alastair Grant)

Ausser Spesen nix gewesen. Bild: AP

BRU70-20000628-BRUSSELS, BELGIUM: (From top L) Portuguese team Vitor Baia, Fernando Couto, Jorge Costa, Dimas, Abel Xavier, Maunel Rui Costa, (from bottom L) Vidigal, Luis Figo, Sergio Conceicao, Costinha, Nuno Gomes pose for photographers during the Euro 2000 semi-final soccer match between France and Portugal in Brussels Wednesday 28 June 2000. (ELECTRONIC IMAGE) EPA PHOTO / SRDJAN SUKI

Kein Titel für Portugals grosse Hoffnungsträger.
Bild: EPA

Argentina's Diego Maradona, left, scores the first goal for his country during the Football World Cup Semi-Final against Belgium in Mexico City, Mexico, on June 25, 1986. Belgium defenders Georges Grun, second left, Michael Renquin and goalkeeper Jean-Marie Pfaff, on ground, could not stop the goal. Argentina defeated Belgium 2-0 and will meet West Germany in the Final. (AP Photo/Str/Giaco)

Diego Maradona zerstört 1986 im WM-Halbfinal den belgischen Traum. Bild: AP

West Germany's captain Franz Beckenbauer, left, kicks the ball away from advancing Polish player Robert Gadocha during the Football World Cup second round match between West Germany and Poland at the Waldstadion in Frankfurt on July 3, 1974. Players from left to right; Beckenbauer, German players Juergen Grabowski, No. 9, Berti Vogts, No2, and Polish player Kazimierz Deyna, No.12, Gadocha, and German Rainer Bonhof No. 16. West Germany defeated Poland 1-0. (AP Photo)..

Sieht nicht so aus, aber das Terrain war damals wirklich kaum bespielbar.
Bild: AP NY

ARCHIVE --- ZUR FUSSBALL-WELTMEISTERSCHAFT IN DER SCHWEIZ, DIE VOR 60 JAHREN, AM 16. JUNI 1954, ERÖFFNET WURDE, STELLEN WIR IHNEN DIESES BILD ZUR VERFÜGUNG --- Die Spieler der beiden Mannschaften Deutschland und Ungarn betreten am regnerischen 4. Juli 1954  angefuehrt von den beiden Spielfuehrern, dem Ungaren Ferenc Puskas, links, und dem Deutschen Fritz Walter, im weissen Dress, das Feld des Berner Wankdorfstadions. Das Fussball WM-Finalspiel zwischen Deutschland und dem Favoriten Ungarn endet 3:2 fuer Deutschland. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)

Als haushoher Favorit führt Ferenc Puskas seine Ungarn 1954 auf den Rasen des Wankdorfs.
Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Nun aber nochmals zurück zu den Belgiern. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt und diese ist bei den «Rode Duivels» noch immer angebracht: Die Teamstützen der «Goldenen Generation» sind noch jung: Hazard ist 25, Lukaku 23 und De Bruyne 24. Sie werden weitere Titelchancen bekommen. Dringend benötigt wird jetzt allerdings ein Trainer, der aus den hervorragenden Einzelkönnern eine funktionierende Mannschaft formt. Wie das geht? Vielleicht mal bei den Walisern nachfragen ...

P.S. Nicht alle «Goldenen Generationen» endeten übrigens im Altmetall. Die Deutschen (EM 1972, WM 1974), die Franzosen (WM 1998, EM 2000) und die Spanier (EM 2008, WM 2010, EM 2012) haben eindrucksvoll bewiesen, dass es auch anders geht.

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6Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • thedario1111 02.07.2016 17:47
    Highlight Highlight Ihr vergesst noch ne goldene Generation: Urugay der 20er und 30er Jahre. Da hatten sie alles gewonnen was man gewinnen konnte.
    1 0 Melden
  • Brettspiel 02.07.2016 12:55
    Highlight Highlight Bei den Lobeshymnen die auf Belgien gesungen wurden konnten sie eigentlich nur verlieren. Möglich, dass diese hohen Erwartungen, nicht gerade zu einer lockeren, abgeklärten Spielweise führten.. So wird aus dem Geheimfavorit der Geh-Heim-Favorit.
    4 0 Melden
  • Lord_ICO 02.07.2016 11:32
    Highlight Highlight Titel gewinnt man mit der Defensive und hier hat Belgien fast nur Durchschnittsspieler. Auch auf der Mittelstürmer Position hatten sie dieses Jahr das Problem, dass keiner dieser eine gute Saison hinter sich hat.
    5 13 Melden
    • dillinger 02.07.2016 12:22
      Highlight Highlight Weil Batshuay und Lukaku diese Saison ja fast keine Tore geschossen haben und Verthongen und Alderweireld nicht als Stammspieler Tottenham in die Championsleague getragen haben.

      Das Problem ist, dass hinten kaum gute Alternativen vorhanden sind. Fallen 2 Spieler aus, sind da eben nur noch 2 21jährige, die in Ligen Spielen die weit weniger körperlich sind als das Spiel der Waliser. Aber wenn man sieht was andere Teams aus weit schlechteren Abwehrreihen machen, stellt das den Trainer schon in frage. Ich hoffe er tritt zurück und ein anderer darf sich versuchen.
      2 0 Melden
    • Lord_ICO 03.07.2016 01:08
      Highlight Highlight Ja die beiden hatten eine grossartige Saison, der eine wurde 13er mit Marseille der andere 11ter mit Everton, absolutes Winner-Gen. Diese Platzierungen, haben auch mit ihren Leistungen zu tun. Was bringt ein Stürmer, der 20 Tore schiesst in einer Saison aber null mit nach hinten arbeitet?
      Und wow, sie haben drei gute gelernte IV mit Verthongen, Alderweireld und Kompany. Der rest ist biederes Mittelmass und auf den AV Positionen haben sie gar nichts zu bieten. Wales hat gewonnen, weil alle mit nach hinten gearbeitet haben und ein Team waren, den Belgiern fehlte dies komplett.
      1 0 Melden
  • Luca Brasi 02.07.2016 10:08
    Highlight Highlight Ungarns Trainer von 1954 Sebes soll angeblich noch auf dem Sterbebett gesagt haben: "Wir haben verloren."
    4 0 Melden

«Wir verspüren keinen negativen Druck» – YB muss in Valencia punkten

Mut und Solidarität verlangt Gerardo Seoane von seinen Spielern für den Match in Valencia. Sie sollen die Zweikämpfe suchen, sich unterstützen und, wenn sich die Möglichkeit bietet, ohne Umschweife nach vorne spielen.

Die Young Boys erwarten eine andere Partie als vor zwei Wochen daheim gegen Valencia. Die Verteidigung wird mehr gefordert sein, die Phasen mit Ballbesitz kürzer. Trotzdem soll einiges so laufen wie in der zweiten Halbzeit beim 1:1 gegen Valencia. Loris Benito hofft, dass sie die Spanier erneut mit ihrem physischen Spiel bedrängen können.

Von Druck will Benito trotz der entscheidenden Bedeutung der Partie nichts wissen: «Wir verspüren keinen negativen Druck. Wir sind mit Hoffnungen hierher …

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