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Swiss midfielder Granit Xhaka, reacts during the UEFA EURO 2016 round of 16 soccer match between Switzerland and Poland, at the Geoffroy Guichard stadium in Saint-Etienne, France, Saturday, June 25, 2016. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Granit Xhaka hadert trotz Penalty-Fehlschuss nicht mit sich selbst.
Bild: KEYSTONE

Phänomen Granit Xhaka –selbst im bittersten Augenblick ein Grosser

Der beste Schweizer Nationalspieler an dieser EM leistet sich gegen Polen einen kapitalen Fehlschuss. Wie er nach dem Spiel darauf reagiert, zeigt, wie reif der Denker und Lenker im Schweizer Spiel geworden ist. 

26.06.16, 04:39 26.06.16, 14:43

RAINER SOMMERHALDER UND ETIENNE WUILLEMIN / Aargauer zeitung



Ein Urteil ist schnell gefällt: Granit Xhaka bleibt im wichtigsten Schweizer EM-Spiel den Beweis schuldig, auch in entscheidenden Momenten ein grosser Spieler zu sein. Er agiert in der Offensive diskret, beim Gegentor der Polen zu passiv und er scheitert als einziger vom Elfmeterpunkt. Auf klägliche Art und Weise.

Granit Xhaka scheitert im Penaltyschiessen gegen Polen als einziger.
streamable

Arsenal als künftiger Arbeitgeber sollte die Erwartungen an den 23-Jährigen dringend zurückschrauben. Andere Akteure werden dem Gipfeltreffen des europäischen Fussballs den Stempel aufdrücken. An Granit Xhaka wird man sich trotz drei herausragenden Leistungen ausserhalb der Schweiz bald nicht mehr erinnern.

Die Kritiker haben die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Es mag sich paradox anhören: In der bittersten Stunde seiner bisherigen Nationalmannschaftskarriere macht der Basler einen nächsten Schritt zu einer grossen Karriere. Einer herausragenden Karriere.

Xhakas Versprechen

Granit Xhaka ist ein Fussballer, der sich nach Niederlagen nicht versteckt. Granit Xhaka ist ein Fussballer, der auch nach einem verschossenen Elfmeter über ein intaktes Selbstvertrauen verfügt. Dies allein sind keine neuen Erkenntnisse.

Doch wer den Denker und Lenker des Schweizer Spiels nach dieser aufwühlenden Partie gegen Polen erlebt, der zieht zwingend den Hut. Xhakas Auftreten, Xhakas Worte – beeindruckend: «Ich kann etwas versprechen: Ich werde beim nächsten Elfmeterschiessen wieder antreten. Und wenn er dann wieder nicht reingehen sollte, dann werde ich erneut antreten. So lange, bis der Ball reingeht. So bin ich halt!»

So ist er halt, der Xhaka. So war er schon immer. Man mag es ihm als Arroganz auslegen, wenn er wieder einmal grosse Töne spuckt. Wenn seine Leidenschaft, seine Emotionen zuweilen mit ihm durchbrennen. Er dafür ab und zu sogar vom Platz fliegt. Es sind Momente, in denen Xhaka in der Öffentlichkeit zum Kosovaren mit Schweizer Pass degradiert wird, von den Fans als Nationalspieler mehr geduldet als geliebt.

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Granit Xhaka hat die Zweifler an dieser EM endgültig abgeschüttelt. Trotz seinem Fehlschuss. Mit phänomenalen Leistungen, mit imposantem Einsatz, mit einem klaren Bekenntnis. Der 23-Jährige hat nach der Anerkennung des kosovarischen Fussballverbandes schnell und unmissverständlich dargelegt, dass seine Zukunft weiterhin in der Schweizer Nati liegt.

Football Soccer - Switzerland v Poland - EURO 2016 - Round of 16 - Stade Geoffroy-Guichard, Saint-Étienne, France - 25/6/16
Switzerland's Granit Xhaka reacts with team mates after losing the penalty shootout
REUTERS/Kai Pfaffenbach
Livepic

Xhaka wird von seinen Teamkollegen getröstet.
Bild: Kai Pfaffenbach/REUTERS

«Es ist für jemanden, der nie in einer solchen Situation war, einfach, von einer richtigen oder falschen Entscheidung zu sprechen», sagt Dejan Rakitic, der Bruder von Ivan Rakitic. Dieser hatte sich 2007 für das kroatische und gegen das Schweizer Team entschieden. «Egal, wie sich ein junger Spieler wie Xhaka entscheidet, es gibt auf jeden Fall auf einer Seite einen traurigen Verlierer», sagt Dejan Rakitic. Bei Xhaka ist es die Heimat seiner Eltern.

Wenn Fussball blöd ist

Traurig war am Samstagabend auch Granit Xhaka. «Nicht nur ich, sondern die ganze Mannschaft ist traurig. Und ich bin nicht so traurig wegen meines Elfmeters, sondern wegen des Spiels. Wir sind für eine Riesenleistung nicht belohnt worden. Das ist ärgerlicher als das Elfmeterschiessen. Manchmal ist Fussball eben ein wenig blöd. Es gewinnt nicht immer die bessere Mannschaft.»

Seinen Fehlschuss hakt Xhaka mit erstaunlicher Coolness ab. Man müsse ihn jetzt nicht trösten. «Es war Pech, ich habe den Ball schlecht getroffen. Ich bin erst 23 Jahre alt und ich bin überzeugt, dass mich dieser Fehler in Zukunft nur noch stärker machen wird.»

Football Soccer - Romania v Switzerland - EURO 2016 - Group A - Parc des Princes, Paris, France  - 15/6/16
Switzerland's Granit Xhaka and head coach Vladimir Petkovic at the end of the game
REUTERS/Darren Staples
Livepic

Granit Xhaka ist und bleibt der Chef in Vladimir Petkovics Mannschaft. Bild: Darren Staples/REUTERS

Dann wechselt der Stratege der Schweizer Nati wieder zurück zum Thema, über das er am liebsten spricht – die Mannschaft. Sie verdiene für den Auftritt an der EM Riesenrespekt. «Und wenn wir in Zukunft noch härter arbeiten und das Glück auch einmal erzwingen, dann wird weit mehr möglich sein als hier in Frankreich

In der Welt von Granit Xhaka gibt es keine Grenzen. Und das ist gut so.

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11Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • TheDoc 26.06.2016 12:17
    Highlight Bis vor 1-2 Jahren mochte ich Xhaka nicht wirklich. Aber in dieser Zeit hat er sich enorm entwickelt - vor allem menschlich. Ich glaube früher wollte er mit Zwang allen beweisen, wie gut er ist. In letzter Zeit kam dann aber wohl die Erkenntnis - via Trainer, MEntal-Coach oder Psychologe (?) - dass er dies nicht braucht. Und seit da ist er definitiv zu einem Leader geworden, nicht nur in der Nati sondern auch bei einem starken Bundesligisten. Mal schauen, wie das in England wird!
    18 0 Melden
    • Herr Müller 26.06.2016 20:28
      Highlight Wen wunderts!
      Die armen Kerle (Secondos) müssen ja dauernd beweisen, dass sie 'echte' Schweizer sind!!?
      5 2 Melden
  • Bruno Wüthrich 26.06.2016 11:16
    Highlight Granit Xhaka ist der junge Leader einer jungen Mannschaft, die sich weiter entwickeln wird. Er hat nicht nur das Zeug zum Welklasse-Spieler. Er ist bereits einer. Und er wird noch besser! Ich freue mich jedenfalls auf die Zukunft unserer Nati. Denn auch Xherdan Shaqiri und Riccardo Rodriguez werden - wenn ihr Selbstvertrauen wieder Top-Niveau erreicht - noch massiv besser. Und stellen wir uns vor, wo Brel Embolo in ein paar Jahren stehen kann. Es gehe davon aus, dass die Schweizer Fussball Nati grosse Zeiten vor sich hat. Auch Fabian Schär ist erst 24. Und da sind noch mehr...
    38 0 Melden
    • Schreiberling 26.06.2016 12:39
      Highlight Absolut. Und hintendran stehen beispielsweise Michael Lang, der auch erst 25 ist. Oder Elvedi, Tarashaj, Zakaria, Steffen oder auch der junge Edmilison Fernandes von Sion.
      17 0 Melden
  • Rigel 26.06.2016 11:02
    Highlight Elfmeterschiessen ist immer ein Lotteriespiel.

    Aber das was vorher passierte war wesentlich. Abgesehen von Shaq`s Tor, das bei 1000 Versuchen nur 1 mal ein Tor wird, hatte die Schweiz mind. noch 3 hundertprozentige Torchancen. Eine von denen MUSS man einfach verwerten, sonst verliert man das Spiel.

    Das alte Elend also. Wir haben keine "KIller" in der Mannschaft.
    29 1 Melden
  • c-real1896 26.06.2016 09:39
    Highlight Es wird an der zeit, sich für die nati höhere ziele zu stecken, als die vorrunde zu überstehen, ich meine, von 24 mannschaften kommen 16 weiter?? Da muss es doch selbstverständlich sein...
    An einer wm sieht alles wieder anders aus
    16 2 Melden
  • Don Alejandro 26.06.2016 07:49
    Highlight Ohne Xhaka wären wir nicht in den Achtelfinal gekommen.
    128 2 Melden
  • Pana 26.06.2016 04:54
    Highlight "Wir sind für eine Riesenleistung nicht belohnt worden. Das ist ärgerlicher als das Elfmeterschiessen."

    Einverstanden. Das Elfmeterschiessen war mir persönlich bereits egal, ich wusste, dass es verloren gehen würde. Aber die Leistung ab der zweiten Hälfte war grosses Kino. Gerne weiter so.
    138 5 Melden
  • Mia_san_mia 26.06.2016 04:45
    Highlight Der hat die richtige Einstellung um ein ganz Grosser zu werden.
    125 1 Melden
    • Idealist3000 26.06.2016 09:17
      Highlight Ja , Hut ab. Der Mann hat Format !
      31 1 Melden
    • Mia_san_mia 26.06.2016 11:13
      Highlight Hätte ich ehrlich gesagt nie gedacht... Als er im ersten Jahr in Gladbach auf der Bank war und arrogant und beleidigt tat, dachte ich das ist einer ders sicher nicht schafft. Aber wies aussieht hat er wirklich an sich gearbeitet und jetzt hat er den Lohn dafür.
      15 0 Melden

Nati-Debütant Mvogo «musste leiden, aber es war für mich ein Supermatch»

Die Schweiz ist zum Siegen zurückgekehrt. Nach zuletzt zwei Niederlagen gewann die Nati in Reykjavik nach einer hektischen Schlussphase das dritte Spiel der Nations League gegen Island 2:1.

In den Schlussminuten mussten die Schweizer doch noch zittern. Alfred Finnbogason hatte in der 81. Minute mit einem herrlichen Weitschuss den starken Debütanten Yvon Mvogo bezwungen, womit die Isländer plötzlich wieder an sich glaubten.

Und nachdem die Schweizer defensiv lange überzeugt hatten, brachen sie plötzlich in Hektik aus. Fabian Schär klärte im letzten Moment auf der Linie (87.), Mvogo parierte den Schuss von Gylfi Sigurdsson glänzend (89.) und der Ex-Basler Birkir Bjarnason …

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