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Pepe ist der wahre Leader in Portugals Team, nicht Ronaldo.
Bild: EPA/LUSA

Die portugiesische Schlüsselfigur Pepe: Harter Zweikämpfer, schlechter Ruf, starke Leistungen

Portugals Nationalelf überzeugt bei der EM bislang nicht unbedingt mit schönem Spiel und Gala-Vorstellungen. Superstar Ronaldo sucht noch seine Form. Stattdessen führt Verteidiger Pepe das Team an. Doch jetzt plagt ihn eine Oberschenkelverletzung. Wird er fit für den Halbfinal?

06.07.16, 08:06 06.07.16, 09:21

Pepe rennt, kämpft, grätscht, reklamiert und bearbeitet seine Gegner: Der portugiesische Verteidiger nutzt bei dieser EM wieder einmal alle Mittel, um die gegnerischen Stürmer zur Verzweiflung zu treiben. Und das mit Erfolg: Portugal steht im EM-Halbfinal gegen Wales, und der 33-jährige Pepe spielt ein starkes Turnier. Der Abwehr-Haudegen von Real Madrid, der vor allem durch seinen Ruf als Schauspieler und fieser Zweikämpfer bekannt ist, steht bislang auch exemplarisch für Portugals EM.

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Die Mannschaft um Superstar Cristiano Ronaldo und Talent Renato Sanches glänzt bei diesem Turnier noch nicht durch berauschendes Offensivspiel und traumhafte Kombinationen. Vielmehr wurschtelte sich die «Seleção» in die Top 4, gewann von ihren bislang fünf Spielen noch keines über 90 Minuten. Dass sie dennoch erfolgreich ist, daran hat auch Pepe einen gewaltigen Anteil. Statt mit Schauspieleinlagen oder Tätlichkeiten fiel er bislang eher mit starkem Verteidigen und Leader-Qualitäten auf.

Wirft sich in jeden Schuss: Pepe.
Bild: Darko Vojinovic/AP/KEYSTONE

Lineker: «Pepe ist ein gigantisches Arschloch»

«Pepe ist ein echter Anführer unseres Teams», lobte Trainer Fernando Santos den Verteidiger. «Teams brauchen Anführer, und Pepe macht das fantastisch», sagte er. Umso bitterer ist es für die Portugiesen, dass Pepe nun für den heutigen EM-Halbfinal gegen Debütant Wales ausfallen könnte. Am Montag pausierte der Abwehrspieler wegen Oberschenkelproblemen mit dem Training – nach Verbandsangaben eine «Vorsichtsmassnahme», am Dienstag trainierte er allein mit dem Physiotherapeuten.

«Ich bevorzuge es, hässlich zu spielen und hier zu stehen, anstatt schön zu spielen und schön zu Hause zu sein.»

Danilo

Pepe polarisiert mit seinem Verhalten auf dem Platz oft, kaum ein Spieler hat so einen schlechten Ruf wie er. Zwar spielt er seit 2007 für Real Madrid und bringt dort konstant gute Leistungen. Doch mit seinen Schauspieleinlagen wie im Königsklassen-Finale gegen Atletico Madrid oder Tätlichkeiten hat er sich viele Feinde gemacht. «Pepe ist ein gigantisches Arschloch», schrieb etwa Ex-Profi Gary Lineker noch während Portugals erstem EM-Spiel gegen Island auf Twitter. Schon während des Champions-League-Finals hatte er Pepe beschimpft.

Solche Szenen kennen wir von Pepe leider zu viele. YouTube/Astroo

Die wohl übelste Rote Karte für Pepe, als er Getafes Francisco Casquero kickte. YouTube/toysreviews

Wichtiger als Ronaldo

Doch so rücksichtslos und arrogant Pepe sich auf dem Platz gibt – privat soll der gebürtige Brasilianer ganz anders sein. Und bei dieser EM glänzt der Familienvater vor allem mit fussballerisch starken Auftritten, war bislang für sein Team sogar oft wichtiger als Superstar Cristiano Ronaldo. Denn der 31-Jährige ist trotz seiner zwei Tore gegen Ungarn bislang noch nicht in Bestform, Coach Santos nahm ihn dennoch demonstrativ in Schutz. «Ronaldo ist ein Beispiel als Captain seines Teams. Er macht einen grossartigen Job und will immer gewinnen», lobte der Coach.

Auch das ist Pepe: Liebenswerter Familienmensch nach den Partien.
Bild: OLIVER WEIKEN/EPA/KEYSTONE

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Viel Kritik musste sich die Mannschaft für ihren Halbfinaleinzug ohne Erfolg nach 90 Minuten gefallen lassen, doch das lässt die Profis bislang ziemlich kalt. «Ich bevorzuge es, hässlich zu spielen und hier zu stehen, anstatt schön zu spielen und schön zu Hause zu sein», erklärte Mittelfeldspieler Danilo trotzig. Und Pepe versprach: «In früheren Turnieren hat uns die Erfahrung gefehlt, diesmal haben wir alles, was wir brauchen, um das Finale zu erreichen und zu gewinnen.» (sda/dpa)

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Pepe zückt den Selfiestick

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    Alle Leser-Kommentare
  • banda69 06.07.2016 17:45
    Highlight Pepe ist für mich DIE Versinnbildlichung der SVP.

    Ewig-Provozierend bis hin zu hemmungslos groben Fouls gegen bereits am Boden liegende, ohne jegliche Selbstreflexion und dann die jämmerliche Heulseuse spielen, wenn mal was retour kommt. Und das alles garniert mit einer dürftigen Leistung.
    21 20 Melden
    • alessawardo 06.07.2016 17:54
      Highlight Die SVP kommt in jedem deiner Kommentare vor, oder? ;)

      (Was nicht heisst, dass ich dir nicht zustimme.)
      1 4 Melden
    • welefant 06.07.2016 18:16
      Highlight Sonst noch welche probleme? Frust der raus muss?
      Das letzte sport und politik zu vermischen sowie dem ewigen svp hass...
      5 2 Melden
    • maxi 06.07.2016 19:46
      Highlight 2 facher cl sieger😂😂 sehr dürftig


      Geh bitte dein svp komplex anderswo ausleben als beim fussball!
      5 3 Melden
  • energywolf 06.07.2016 12:29
    Highlight Championsleague Finale 2016. Nach diesem elenden Memmentheater das dieser Spieler dort aufgeführt hat, gehört er wirklich für immer gesperrt.
    34 7 Melden
  • Der Bademeister 06.07.2016 12:27
    Highlight Das Video gabs hier glaube ich schon mal. Soviel zu Pepe
    16 3 Melden
  • Bluetooth 06.07.2016 10:14
    Highlight Pepe muss man nicht mögen, jedoch gehören seine Leistungen an dieser EM klar zu den besten des Turniers.
    Die Doppermoral der Portugal Kritiker ist ausserdem gross. Wales und Island haben noch weniger spielerisch überzeugt, trotzdem wurden die genau dafür gelobt. Portugal hat zu Beginn noch diesen attraktiven Fussball gespielt und nach 2 Spiele befand man sich genau auf der gleichem Bahn wie England oder die Schweiz.
    "Wir haben besser gespielt und den Sieg verdient gehabt" ist wohl der Lieblingsatz von Verlierer.
    25 18 Melden
    • Lord_ICO 06.07.2016 13:11
      Highlight Wales ist die Mannschaft mit den meisten erzielten Toren an dieser EM, so viel zum Thema nicht spielerisch zu überzeugen.
      Man hat Russland an die Wand gespielt, war mit der Slowakei auf Augenhöhe, hat Belgien kontrolliert. Das einzige Spiel in dem sie nicht gut spielten, war gegen Nordirland. Portugal hat bisher kein Spiel in 90 Minuten gewonnen. Der neue EM Modus, macht es tatsächlich möglich, das man ohne richtigen Sieg Europameister werden könnte, hier muss die UEFA nachbessern.
      21 8 Melden
    • Bluetooth 06.07.2016 14:21
      Highlight Was heisst schon spielerisch überzeugt? Portugal hat am meisten Schüsse erzielt an dieser EM. So in ziemlich jeder Statistik dominiert Portugal ausser die Anzahl Tore, wovon Wales die einen grossen Teil nur dank Standars erzielte.
      Dass man ohne Sieg Meister werden kann, war auch mit dem alten Modus möglich. (zB. Jedes Gruppenspiel endet Unentschieden, die 2 mit den meisten Toren kommen weiter) Da gibt es nichts nachzubessern. Dieses Argument zieht nicht, ein Sieg nach Verlängerung wird auch als Sieg betrachtet und Portugal hat dafür im Gegensatz zu Wales auch noch nie verloren.
      11 19 Melden
    • Lord_ICO 06.07.2016 15:53
      Highlight Naja, Attempts on Target EM16
      Wales: 29
      Portugal: 30
      Ist ja ein riesen Unterschied ;)
      Von den 10 Treffern von Wales, sind 4 mit Standards erzielt worden, dies würde man bei Top Teams als normale Quote bezeichnen.
      Dann erzähl mir doch mal an welcher EM eine Manschaft nur mit Unentschieden nach 90 Minuten bis ins Halbfinal vorgestossen ist. Der Modus ist deshalb schlecht, weil er die Vorrunde, völlig unattraktiv macht. Nach einem Sieg, bist du fast sicher weiter und kannst mit Mauerfussball weiter kommen, siehe Nordirland.
      11 2 Melden
    • maxi 06.07.2016 16:32
      Highlight 40% der tore nach standart sind eine normale quote?
      3 4 Melden
    • droelfmalbumst 06.07.2016 17:12
      Highlight Bei Island und Wales ist es cool so zu spielen. Andere dürfen nicht. Lieber offensiv spielen und nach Hause gehen und dann weinen. Genau deswegen wird nie was gewonnen. Im Sport gibt ws kein schönheitspreis. Es zählt nur der Sieg.
      6 7 Melden
    • Lord_ICO 06.07.2016 17:39
      Highlight @maxi
      An der letzten WM hatte Deutschland bis zum 7:1 gg Brasilien eine Quote von 35%, ja ist also normal an grossen Turnieren.
      @droelf
      Wales hat 10 Tore erzielt, ist eine der gefährlichsten Mannschaften dieser EM, sie spielen keinen Mauerfussball. Nur gegen England haben sie nach der 1:0 Führung gemauert in allen anderen Spielen, haben sie nach vorne mitgespielt. Gegen Kroatien und Polen hat Portugal die gleiche Taktik angewandt, wie das von dir kririsierte Island.
      4 2 Melden
    • Bluetooth 06.07.2016 17:41
      Highlight @Lord_IC
      Mein Punkt ist ja eben, dass Wales nicht mehr überzeugt hat als Portugal. Damit will ich weder Portugal loben, noch Wales schlecht reden. Meine Kritik ist an den Underdogs-Sympathisanten gerichtet, die behaupten wollen Portugal hätte es nicht verdient.
      Rein mit Zahlen kann man aber Wales Weiterkommen nicht mehr gerechtfertigten als das von Portugal. Bis auf die Anzahl Tore, sprechen alle Statistiken je nachdem nur knapp für Portugal.
      Bin ja selbst kein Fan vom neuen Modus. Aber Portugal als unverdienter Profiteur davon darzustellen, ist Unsinn. Wenn schon, dann ist es Frankreich.
      8 3 Melden
  • Ravel 06.07.2016 09:50
    Highlight Für mich einer derjenigen Spieler, die längst und für immer hätten von der Fifa/Uefa gesperrt werden müssen. An unsportlichem und schlicht gefährlichen Verhalten auf dem Platz kaum zu überbieten, Pepe nimmt bei seinen Aktionen wiederholt in Kauf, dass sein Gegner sich nachhaltig und schwer verletzen kann. Und wie er dann teilweise noch nachtritt, ist einfach nur schändlich. Verstehe nicht, wie so jemand immer noch eine Lizenz besitzen kann. So eine Aktion wie gegen Casquero sollte die Karriere eines Spielers beenden.
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  • eddie_dee3 06.07.2016 08:37
    Highlight Sehe es auch so. Lieber hässlich zu spielen, als schön zuhause zu sein. Am Schluss zählt nur das Resultat und in ein paar Jahren weiss niemand mehr, wie man gespielt hat und (ev.) die EM gewonnen hat. Nur das Resultat muss stimmen. Ich hoffe Portugal schafft es dieses Mal, wäre endlich Zeit, dass sie einen Titel gewinnen würden.
    Und falls es nicht klappt, dann wenigstens Wales :-)
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